Monatsarchiv: November 2009

Arbeit macht frei?

Wer einen Job will darf sich nicht die Haare und den Bart so lang wachsen lassen wie ihm das gefällt. Es geht auch nicht in Lieblingsklamotten beim Bewerbungsgespräch aufzutauchen oder Tättowierungen im Gesicht zu haben. Wir haben nach wie vor eine Gesellschaft voller Menschen die mit primitiven Vorurteilen ihr Leben begreifen und gestalten. Statt sich zu öffnen wird abgelehnt und verurteilt noch bevor sich die betreffende Person äußern kann, noch bevor man sich überhaupt näher kennengelernt hat. Denn wir haben keine Zeit, es gibt tausende Bewerber für eine Stelle und da nimmt man sich lieber für die Leute Zeit die am besten in das eigene idealisierte Bild eines Kollegen passen, auch wenn man sich dabei oft genug täuschen kann.

Komischerweise erinnert mich das ziemlich an die Zeit mit den Nazis damals, die hatten ihr Ideal vom arischen Menschen, blauäugig, blond und so weiter, man durfte keine nähere Abstammung zu jüdischen Mitmenschen haben wenn man beispielsweise an staatlichen Unternehmen teilnehmen wollte. Auch hier gab es also gewisse „Voraussetzungen“ die aus Sicht des Arbeitgebers erforderlich waren um überhaupt an eine Zusammenarbeit zu denken. Und das finde ich schon beängstigend. Ich verstehe das heutzutage nach „passenden“ Angestellten für das Unternehmen gesucht wird, aber das hat mittlerweile Formen angenommen, da kann ich nur den Kopf schütteln. Offenbar ist das gesellschaftlich anerkannt und daher gar kein Problem, also nicht erwähnenswert.

Und wenn ich so weiter darüber nachdenke haben wir noch etwas gemeinsam zu der damaligen Zeit. Wir haben immer noch den unerschütterlichen Glauben an die Arbeit. Damals hatten die Nazis an das Konzentrationslager in Dachau „Arbeit macht frei“ notieren lassen, heute scheint sich das in Millionen Köpfen eingebrannt zu haben. Denn täglich rasen und hetzen Millionen „Erwerbstätige“ durch die Strassen zu ihrem Arbeitsplatz um sich finanziell unabhängig zu machen, also um sich mithilfe der Arbeit zu befreien auch wenn das total aussichtslos ist. Und der absolute Oberhammer ist für mich, dass einige dieser Leute u.a. lange Zeit auch ich, mit Zügen sich dorthin verschleppen lassen.

Hat man überhaupt das Glück einen Job zu haben, dann muss man also mit Zügen zu den Arbeitslagern, Arbeitsplätzen gefahren werden. Kaum ist man dort angelangt schlägt einem eine Wand der Verzweiflung, Aufregung, Unruhe, Unsicherheit und Angst entgegen. Die Mitgefangenen, Kollegen empfinden ähnlich wie man selbst und mehr oder weniger wird versucht, die Situation gemeinsam auszuhalten. Wir verharren gemeinsam auf unseren Arbeitsstätten, versuchen emotional und gedanklich weit weg zu sein und harren aus. Lassen das stumpfe hämmern der Industrie über uns ergehen, nicken brav wenn der Chef Befehle und Weisungen weitergibt, ignorieren die Wut und Traurigkeit in uns auch wenn wir dadurch umso weniger das eigene Leben nicht entfalten können. Ja, so empfinde ich das. Wir haben längst wieder Konzentrationslager im Land installiert und wir haben uns daran gewöhnt, sind freiwillig dort eingezogen, im Glauben dort würden wir unsere Freiheit erarbeiten können. Stattdessen wird alles nur noch schlimmer.

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Die Zeit ist abgelaufen

Ja, es geht wieder los. Brav in die Hände gespuckt, Gürtel enger geschnallt und losmarschiert! Bewerbungen muss ich schreiben, ich zwinge mich dazu. Nachdem ich einige Zeit ohne üblichen Arbeitsvertrag gearbeitet habe, also unentgeltlich und ehrenamtlich, bin ich finanziell dazu gezwungen mich dazu zu zwingen irgendeine Scheiße zu finden. Und das ist alles andere als einfach, – gerade mit meinem Lebenslauf. Ich bin kein schlechter Kerl, aber die Unternehmen wollen eben nunmal traumhafte Angestellte, sie wollen die Überflieger die die Profite nur so übersprudeln lassen. Solche gibt es nicht mehr, falls es sie jemals gab, – aber sie suchen sich gewisse Leute aus bei denen sie sich genau das erhoffen. Und bei mir fällt es ihnen schwer daran zu glauben, – soweit meine Theorie.

Jedenfalls muss ich wieder meinen Arsch hinhalten, ich gehe wieder auf den Strich, muss meine Qualifikation auf dem Markt verticken, schreie heraus was ich zu bieten habe, in der Hoffnung einen Käufer zu finden. Alles nur damit meine Familie mich nicht mehr als faulen Taugenichts beschimpfen kann. Immerzu tadelten sie meinen Lebensstil, er sei krank, pervers, primitiv, eine absolute Katastrophe. Tja, dies konnte ich immerzu nur an sie weitergeben. Wie kann man sich nur tagtäglich dermaßen verarschen lassen, dachte und sagte ich. Jetzt reihe ich mich doch tatsächlich wieder in das dämliche Heer der Arbeiter ein. Und es geht wirklich nur ums Geld, es ginge bestimmt auch ohne, aber dafür habe ich momentan einfach nicht den Mut. Das ist der einzige Grund, ich habe keinen Mut ohne Geld zu leben und deshalb verkaufe ich mich wieder.

Es ist erbärmlich und erniedrigend. Ich habe jegliche Lust aufs Leben verloren. Heute habe ich mich gefragt wieviele Jahre ich der letzten 10 Jahre wirklich genossen habe. Ich würde sagen maximal 2 Jahre, wobei diese wirklich nur dadurch zustande kommen weil es innerhalb dieser 10 Jahre immer nur stunden-, tage- und wochenweise halbwegs gut ging. Ich finde das ist ein übles Symbol für meine Lebensqualität, es zeigt warum ich nicht mehr will. Diese Menschen um mich herum haben mich ein Leben gelehrt welches mich in den Suizid treibt. Diese Menschen um mich herum haben von meiner Geburt an alles daran gesetzt den Selbstbetrug auf mich zu übertragen. Trotz all der materiellen Reichtümer die Deutschland hat empfinde ich totale Leere und das seit etlichen Jahren.

Ich glaube mittlerweile nicht daran irgendeinen Beruf oder Arbeitsplatz zu finden der es mir ermöglichen wird mich zufrieden zu machen. Soetwas gab es für mich auch noch nie. Die Schule hat mich nicht glücklich gemacht, und auch mein erster Job den ich bereits mit 14 machte schon gar nicht. Also soll es mein ganzes Leben so weitergehen? Ist das mein Leben? Darauf kann ich verzichten. Statt 6-7 Jahrzehnte Leid, Schmerz, Verdrängung usw. draufzulegen knall ich mich lieber sofort über den Haufen. Ich mache diese Scheiße nicht mit und man kann mich auch nicht mit Wohlstandsmüll ablenken und befriedigen. Es funktioniert einfach nicht. Mir reicht es nicht 11 Monate zu arbeiten und nur einen Monat für mich zu haben. Es reicht mir nicht 12 Stunden des Tages mit arbeiten zu verbringen, 8 stunden zu schlafen und nur 4 Stunden für mich zu haben. Man hat mir das Leben gestohlen schon bevor ich auf die Welt gekommen bin und ich bin nicht der einzige, – im Gegenteil!

Ausgenommen von den „oberen Zehntausend“ teilen nämlich Milliarden Menschen ein ähnliches Schicksal wie ich. Manchen ist das bewusst, den meisten eben nicht und dadurch funktioniert diese Ausbeute. Die relative Dummheit der Massen sorgt für die Ungerechtigkeit, für die Vernichtung der Lebensqualität von ganz vielen Individuen. Ich bin extrem traurig, enttäuscht und entsetzt über diese Zustände und das seit Jahren!! Nicht einmal meine Eltern können das verstehen und das schmerzt mich noch mehr. Sie sagen sogar, man solle sich ruhig verkaufen, aber für sehr gute Preise, damit man ganz schnell finanziell unabhängig ist, – aber dagegen protestieren und dieses nicht mit dem eigenen Leben und der eigenen Fähigkeiten unterstützen, – nein das wäre  Wahnsinn aus ihrer Sicht. Sie zeigen mir warum ich innerlich derart zerrissen bin. Ich habe begriffen wie es läuft, weiß auch was ich dagegen tun könnte, aber trotzdem kann ich im Moment nicht wirklich danach handeln.

Aber ich ahne das ich höchstens 2-3 Jahre noch diesen Mist mitmache, ich werde jeden Cent sparen und dann verpisse ich mich. Vielleicht hänge ich mich nächste Woche auch auf, wer weiß, ich kann das alles überhaupt nicht mehr einschätzen. Es ist purer Wahnsinn was da draußen abgeht und dennoch gibt es keinerlei Proteste, es gibt überhaupt keine Debatten, schlafen meine Mitmenschen alle? Lieben diese Menschen die Gewalt, die Zerstöung, die Vergewaltigung der Liebe?!!? Ich begreife es einfach nicht. Und in diesem Zustand muss ich Bewerbungen rauswerfen in denen ich darum flehe und bitte genommen zu werden, weil ich ja doch so ein wertvoller Mensch sei, nein, – weil ich doch so eine wertvolle Arbeitsdrohne für die vorrübergehende Nutzung bin. Alles Wahnsinn, Massenwahnsinn, diese Verblödung auf allen Ebenen. Ich gleite ab in Verzweiflung und bleibe weiterhin allein.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Menschen lügen, betrügen und lassen sich kaufen

Ehrlichkeit währt am längsten?

Nein, ist wahrlich nicht so. Wer einen Job will muss die Wahrheit gut verkaufen können und das bedeutet auch, diese Wahrheit in ein besonderes Licht zu stellen, also gewisse Sachen mehr zu beleuchten als andere, d.h. unangenehme, bittere Fakten wegzulassen usw. Kaufen und verkaufen, alles dreht sich um das liebe Geld. Die Leute wollen verarscht werden, weil sie ihr ganzes Leben lang schon verarscht wurden, – jene Menschen die ihnen plötzlich mit den wahren Fakten kommen werden ganz negativ und abscheulisch wahrgenommen, werden abgelehnt, bekämpft und schliesslich getötet. Der seit Jahrhunderten betriebene Selbstbetrug ist in den letzten Jahrzehnten vorallem auch durch die technologischen Errungenschaften in immer höhere, heftigere und dichtere Kämpfe getrieben worden. Was früher mal Entfremdung war ist heute die Identität von Milliarden Menschen. Kaum einer hinterfragt überhaupt noch den Gang zur Arbeit oder dessen Organisation. Kaum einer fragt wieso Merkel „Kanzler“ ist oder der eigene Chef so ein Tyrann ist und warum beide überhaupt über andere Menschen was zu melden haben obwohl sie die meisten nichtmal persönlich kennen. Allerhöchstens gibt es oberflächliche Sprüche darüber und das wars dann mit der „Rebellion“.

Diese Art und Weise wie wir leben ist pure Brutalität. Sie ist permanente Massenversklavung, Massenverblödung, sie ist Massenwahnsinn der als Normalität verkauft und gelebt wird. Ich weiß nicht ob es Dir schonmal aufgefallen ist: Du kannst Dir Frauen kaufen, Kinder kaufen, um sie zu ficken und/oder sie zu töten. Du kannst Dir Politiker, Wahlstimmen, Wirtschaftsbosse, Experten, Wissenschaftler und die Medien kaufen, um mit ihnen Geschäfte zu machen oder sie fertig zu machen. Und immer kannst Du dabei davon kommen sofern Du die „Grauzonen“ des Systems, also die Fehler, die Ignoranz und Dekadenz der anderen Menschen kennst.Wer das nicht verkraftet der wird in dieser Welt auch zugrunde gehen.

Wer nicht fähig ist sich in seinem Beruf entweder von vorneherein glücklich zu schätzen oder zumindest sich selbst als Mensch dabei völlig auszuklinken und einfach „nur den Job zu machen“, – der wird ganz einfach als überflüssiges Menschenmaterial betrachtet, welches die Sozialsysteme asozialerweise belastet. Wer es nicht erträgt jeden Tag, Wochen, Monate und Jahre lang dieselbe stumpfsinnige Arbeit auszuführen der sollte sich entweder umlegen oder versuchen „flexibel“ zu sein und sich neuzuorientieren, – auch wenn man in den meisten Fällen nur von einer stumpfsinnigen Scheiße in die nächste geraten wird. Es ist unheimlich schwierig, ja geradezu undenkbar in dieser grausamen ungerechten Welt überhaupt an soetwas wie ein idylisches Arbeitsverhältnis zu geraten!

Gelogen und betrogen wird überall und das hat alles eine jahrtausende währende Tradition. Alles was sich ändert ist die Fassade.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Mal laut und naiv gedacht

Ich kann schmecken, riechen, atmen, fühlen, sehen, hören, denken, gehen, springen, schlafen, essen, lachen, weinen, lieben und hassen. Es gibt unwahrscheinlich viele Dinge die ich sofort tun kann und die derart unermesslich wertvoll sind. Allein wenn ich mir eine meine zwei Hände ansehe, bin ich von deren Komplexität fasziniert. Es ist mir ein Rätsel wie mein kompletter Körper seit Jahren entgegen allen Wahrscheinlichkeitsrechnungen des menschlichen Verstandes vor Leben nur so bebt! Ich selbst habe mich gedanklich bestimmt schon hunderte Male umbringen wollen, einfach weil zuvieles, welches völliger Blödsinn ist, mein Leben einschränkt und in dessen Vielfalt zerstört. Das waren dumme Gedanken, ich besitze seit ich lebe den wertvollsten Schatz den sich ein Lebewesen nur vorstellen kann, nämlich einen funktionierenden Körper mit allen Sinnen um die Welt wahrzunehmen. Und ich glaube man kann diesen Schatz niemals bezahlen,- müsste man ihn kaufen.

Aber andere Dinge muss man sich (noch) kaufen: Lebensmittel, Medizin, Lebensraum, Bildung und solche Dinge. Ich frage mich warum man diese lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht genauso geschenkt bekommt wie diesen wunderbaren Körper? Wenn man das wertvollste geschenkt bekommen hat, dann sollte man vor den Bedingungen für eine überlebensnotwendige Grundlage nicht zurückschrecken, und eben diese selbstverständlich für möglichst alle Lebewesen erfüllen! Solange nicht daran gearbeitet wird diese Bedürfnisse bei allen Menschen selbstverständlich von Geburt bis zum Tod zu erfüllen, – wird es weiterhin Konflikte geben, – weil jeder glaubt er würde zu kurz kommen, sei minderwertig und müsse deshalb kämpfen, lügen, betrügen, Schmerz zufügen. Und ich glaube es ist nicht so schwer das zu schenken, jeder von uns braucht das.

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Eingeordnet unter Emotionales

Ganz gefährlicher Bildungsstreik

Es gibt mal wieder Bildungsproteste im Land. Ein klitzekleines Bisschen wagen also ein paar lose Grüppchen den Papst, also die Regierung, anzupupsen während sie eigentlich versuchen ihre eigene Stimme und ihre Rechte zu finden.

Ja, das Studium ist hart, zeitaufwändig, nervenzerreissend, ein vampirartiges Biest welches einen aussaugt und am Ende weiß man als braver strebsamer Karrierist, äh, Student nicht einmal ob es sich überhaupt lohnt. Frechheit! Der Hammer! Da müssen wir was tun! Oder? Oder vielleicht doch nicht? Kostet doch alles Geld am Ende. Wer immer gegen den Strom schwimmt, – kommt nicht weiter.

Die Revolution in Deutschland wird nicht stattfinden,
weil man dazu den Rasen betreten müsste.

War das Studium nicht einmal soetwas wie die Zeit für die Entwicklung des Charakters? Die Zeit in der man die Welt, das Leben, die Menschen, Tiere und eigentlich alles was wahrnehmbar ist, – näher kennenlernt? Nein? War es schon immer geprägt von Leistungsdruck und Wettbewerb? Ging es grundsätzlich immer darum „Bulimie Learning“ zu betreiben? Hmm, muss verdammt lange her sein als es einmal anders zuging.

Tja, jedenfalls empfinde ich die Bildungsproteste als süss. Nicht mehr als süss, weil sie nicht tief genug gehen. Sie hinterfragen nicht genug. In unserem wirtschaftlichen System geht es nicht darum die Menschen charakterlich reifen zu lassen, ihnen Zeit zu lassen gewisse Zusammenhänge, auch in unvorstellbaren Größenordnungen, nachvollziehen zu lassen, – es geht darum fähige Fachidioten für die Industrie zu schaffen.

Dazu wird keine finanzielle Unabhängigkeit der Studenten gebraucht, das wäre viel zu teuer, dazu wird das Turbostudium gebraucht, damit es schneller Menschenmaterial für die Maschinerie gibt. Damit aber nicht jeder Idiot zum Fachidioten mit akademischen Hintergrund werden kann, diese Ausbildung ist schliesslich auch horrend-teuer, gibt es nunmal Zugangsbeschränkungen die allerorts als unheimlich sinnvoll bezeichnet werden. Am Ende hätten wir ja sonst sogar noch mündige Bürger die die Mächtigen und Herrschenden abschaffen, so gehts aber nun wirklich nicht!

Ihr wollt eine „Demokratisierung des Bildungssystems“ habt aber noch nicht einmal an eine „Demokratisierung“ der Politik, Wirtschaft usw. gedacht, – warum nur? Könnte das irgendwie mit dem Satz über die Mächtigen und Herrschenden zusammenhängen? Was hat uns Dutschke da vor 40 Jahren erzählt? Naja, scheißdrauf wir tun mal so als würden wir was gegen irgendwelche arg-lästigen Sachen machen, yeah! Man sind wir coole Bildungspiraten!

Menschenrecht auf Bildung? Ich kriegs kotzen alter! Es gibt auch ein Menschenrecht auf Nahrung, trotzdem verhungern täglich tausende Menschen, – scheint auch keinen zu interessieren. Wieso sollte dann also Bildung interessieren? Wieso sollte Bildung mit derart verblendeten Aktionen funktionieren, wenn sie nicht einmal zu reflektieren vermag, wessen Kind sie ist?! Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing! Ja, so ist das und keinen störts.

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Eingeordnet unter Berlin

Die Menschwerdung ist ein Virus

Die Welt ist grausam, der Mensch neidisch und gierig, so hat er es, so hat man es, so haben wir es, so hast Du es gelernt. Deshalb bleibt alles so unheimlich ungerecht. Wer im Beruf weiterkommen will muss andere Menschen verarschen, überlisten, ausstechen, zerstören, ausschalten. Die edelste Möglichkeit dies zutun ist über Fleiss oder Talent, – aber grundsätzlich ist es immer ekelhaft, widerlich, pervers und primitiv. Das ist in der Geschichte der Menschheit eigentlich schon immer so gewesen und die teilweise behaarten „Könige“ des blauen Planeten sehen nicht danach aus sich irgendwie einzukriegen und ihre „Kindereien“ abzulegen. Hoch gestraft sind die Zeitgenossen welche diesem verblödeten Zeitgeist voraus sind und die volle Entfaltung der Idiotie bei vollem Bewußtsein über das gesamte Leben hinweg ertragen und mit Lebendigkeit erfüllen müssen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als sich und ihr zartes Äpfelchen namens Erkenntnis in Humor, Zynismus, Verbitterung, Hass oder physische Isolation zu werfen, – in der Hoffnung damit den letzten Funken Lebenslust  zu retten.

Wie ist es zu ertragen wenn verstörte 18 jährige Mädels auf Speed von alten frustrierten, halbglatzigen Mitdreissigern gevögelt werden? Oder wenn jemand in seiner geistigen Verirrung Dir während Du frühstückst grinsend vor die Beine pisst, während er eine Schlange um den Hals hat? Wie ist es zu ertragen wenn Millionen von Menschen, von denen Du die meisten niemals gesehen hast, Dir ihre Dummheiten aufzwingen? Und damit meine ich u.a. diesen Zwang zur (Mehr- & Profit-)Arbeit. Es gibt keine Möglichkeit in dieser Welt zu existieren ohne irgendeinem Vollhorst in den Arsch kriechen zu müssen, – den man darüberhinaus noch nicht einmal kennt, – was es andernfalls vermutlich kaum besser machen würde.

Grundsätzlich ist es überlebensnotwendig irgendwelche Öffnungen für irgendwelche Harten bereit zu halten, in Position zu bringen und sich dann schön knallhart durch die „Zeitgenossen“ vom Leben ficken zu lassen, – damit man(n) selbst irgendwann auskotzt was sich Schleim des Lebens schimpft oder als Frau zu gebähren was später ebenfalls gebähren, flutschen, lutschen oder spritzen wird. Klopfende Herzen, röchelnde Lungen, schlotternde Arschlöcher, zischende Pisslöcher, milliardenfach über den Planeten gespannt seit Milliarden von Jahren. Wer hat diesen Knast erfunden? Dieses Drecksloch ist nicht blau, es ist ein miese gelb-eitrige Lebenszelle welches unzählige Krankheiten gefangenhält. Und wir meine Damen und Herren sind als Menschheit, als Homo sapiens, ein winziger Virenstamm der selbstherrlich glaubt er hätte eine Existenzberechtigung und Gerechtigkeit in allen Lebensfragen verdient! Tz!

Traumatisiert fliegen wir alle aus dem Geburtskanal der Mama, häufig als Ergebnis stumpfsinniger Geilheit, oberflächlicher Saugerei, Stoßerei, Rammelei und hoffnungsloser Verblendung! Geschleudert werden wir aber vorher in tiefe Schlunde um dann nach einigen Monaten aus diesem wie ein Tumor, völlig vor lauter Faulheit aufgebläht, von selbst oder per Kaiserschnitt herauszufallen und schliesslich mit wildem Geschrei zu platzen! Kaum sind die Säfte von uns abgetrocknet, ist unser Geschrei erstickt, geht es los mit dem Diktat der Vorstellungen jener Kreaturen die wir später Eltern nennen und wir werden weiter geschleudert bis das Trauma oder besser die Traumatas perfekt sind. Schliesslich als wir dem glauben woran unsere Eltern und deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern und so weiter glauben oder meinten zu wissen was sie ungefähr glauben, stecken wir unsere Zungen und Genitale an und in den nächsten pulsierenden Kadaver hinein ohne überhaupt irgendetwas reflektiert zu haben.

Okay, mittlerweile, nach ein paar tausend Jahren, oder innerhalb dieser Zeit, haben wir es geschafft uns innerhalb dieser kurzen Zeit, die wir Lebenszeit schimpfen, uns und andere Lebewesen in immer schnelleren und heftigeren Intervallen gegenseitig atomisiert wie auch massenhaft zu ermorden, auf die grauenhaftesten, dämlichsten, perversesten und ekelerregensten Arten und Weisen wie wir uns das nur ausmalen konnten! Ja wirklich, im gegenseitigen zufügen von Schmerz macht uns keiner etwas vor, – muss wohl irgendetwas mit den Schleudertraumatas und der Rutschpartie durch die Muschi der Mama zutun haben. Aber wer weiß woher wir alle diesen entscheidenden Treffer abgekommen haben, – entscheidend ist, wir haben es drauf uns gegenseitig die Hölle auf Erden zu ermöglichen. Das ist etwas was wir wirklich immer schon konnten. Das ist erstaunlich und bemerkenswert, – ich finde dafür sollte man mal Preisverleihungen gründen. Die kreativste 1on1-Ermordung muss in Zukunft genauso gewürdigt werden, wie der schnellste Hot-Dog-Esser oder der schnellste Massenmord.

Vielleicht kommen wir uns dann nicht mehr so hoffnungslos allein vor. Wenn schon nicht die ganzen Autos, der Schmuck, der schnelle Sex mit Unbekannten, die Klamotten, die Karriere, der Sport, Waffen, Macht, Geld und so weiter nicht reichen, – dann vielleicht der gestörteste Mord? Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann finden wir schon den perfekten Weg uns selbst zu verleugnen ohne dabei Gewissensbisse, psychische, physische Krankheiten und solche fiesen Details zu bekommen.

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Der Zombieplanet

Ich habe keine andere Wahl als entweder ein Fachidiot innerhalb dieser Gesellschaft zu werden oder unter die Räder dieser Gesellschaft zu kommen und zum mittellosen Bettler zu werden. Die Fachidioten dieser Gesellschaft sagen mir wie die Zustände der Welt sind. Sie sagen dies und jenes, schreiben schlaue Bücher, halten kluge Reden im Fernsehen und engagieren sich hier und dort, – ohne sich zu fragen ob ihre Arbeit nichts weiter als Prostitution ist. Innerhalb dieser Gesellschaft kannst Du nur überleben wenn Du Geld verdienst, also anschaffen gehst, Dich verkaufst um all das zu zahlen und zu befriedigen was sich eben Deine überlebensnotwendigen Bedürfnisse nennt!

Meine gesamte Empfindung sagt mir: Ich stehe vor dem absoluten Nichts. Ich kann nicht sagen ob ich der Gesellschaft bei ihrem jetzigen Zustand als Fachidiot helfen soll oder ob ich sie grundsätzlich als Bettler aussaugen soll, damit ich überleben kann. Auch wenn beides gleichzeitig möglich wäre, indem ich lüge und mich verstelle, – ist das keine Option für mich, da ich das aus charakterlichen Gründen einfach nicht kann. Wie soll ich leben in einer Gesellschaft die mich zwingt Geld zu verdienen und meine Bedürfnisse über Geld zu befriedigen? Wie soll ich eine derart oberflächliche und degenerierte Gesellschaft ertragen die ihre menschlichen Bindungen fast nur noch ausschliesslich über Geld, Leistung und Wettbewerb definiert. Das ist Hass was hier abgeht, leiser subtiler Hass der das Leben erwürgt, wie das Gas die Juden damals. Meine ganze Familie, sämtliche Freunde und Bekannte, alle Menschen die ich jemals getroffen habe sind davon betroffen. Ich begreife das alles als Massenversklaung, Massenermordung und Massenwahnsinn!

Und ich sehe mich leider nicht in der Lage all die Facetten menschlicher Abgründe mit Liebe und Erkenntnis zu füllen. Ich bin zu schwach und ich fühle mich absolut machtlos. Alles was ich tun kann ist wahllos irgendwelche Leute vollzuquatschen, was in dieser Gesellschaft und mit diesen Menschen nicht funktioniert und was denn stattdessen möglich wäre. Aber diese können mir selten begeistert antworten, folgen, wollen dann wirklich was tun und schliesslich stehe ich wieder da und darf darüber erschüttert sein wie mutlos und zerbrochen meine Mitmenschen sind. Ich kann diesen einzelnen Mitmenschen ja nichteinmal helfen, auch weil ich über meine eigenen Verletzungen nicht hinweg bin. Aber so dramatisch ist das bei mir nicht, keine Angst. Nur: Jeder hegt und pflegt seine Traumatas statt sie endlich auszuräumen. Und so schleppt sich diese ganze Scheiße von Generation zu Generation.

Die müden Versuche tatsächlich die Verhältnisse zu verbessern seitens irgendwelcher Aktivisten von irgendwelchen Gruppierungen kann ich nur verachten. Das funktioniert niemals weil es i.d.R. nicht konsequent auf bestimmte Aspekte abzielt und es ist geradezu eine bodenlose Frechheit das mit Leben zu erfüllen! Keine Erkenntnisse, kein Zusammenhalt, keine Liebe. Wir treiben und siechen auf dieser Erde in diesem Weltall dahin, mehr schaffen wir einfach nicht! Und die wenigen Menschen die die Zusammenhänge sehen ziehen lieber ihre eigenen Vorteile daraus oder gehen jämmerlich zugrunde. Ich empfinde mich als solcher und befinde mich auf dieser Weggabelung, – keiner wird mir die Entscheidung abnehmen oder mir dabei behilflich sein. So war es schon immer, du kommst allein auf die Welt, wirst alleine groß, sitzt allein in der Schule, Arbeit, bist allein wenn Du Dir versuchst eine Vorstellung vom schöneren Leben zu machen. Immer nur allein. Allein mit den Gedanken und Gefühlen, – der eigenen Wahrnehmung.

Die zertrümmerte Gesellschaft die sich als die große moderne Hightechwelt inszeniert ist nichtsweiter als allein und sie ist zutiefst ängstlich. Ich glaube nicht das sie darüber hinwegkommen wird, wenn sie sich noch länger von gewissen Fakten ablenken wird. Ich glaube wir als Menschheit werden aussterben wenn das so weiter geht und das sehr bald, schon alleine weil die Rohstoffe knapp werden. Schon alleine weil die Gier des Menschen unermesslich scheint. Das ist eine kranke Menschheit, ein paar wenige Menschen mögen weniger angeschlagen sein, – aber der Großteil ist wirklich völlig bewusstlos, d.h. im Wachkoma. Ich lebe mit Zombies zusammen die teilweise auch noch bestimmen wie mein Leben zu laufen hat, damit ich einer der ihren werde und immer bleibe. Tja, in dieser Welt kann man sich wohl nur selbstzerstören. Wenn ich dagegen ankämpfe werde ich eben von Hassern und Neidern zertrümmert. Oh, schnöde Welt!

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