Revolution ist vorprogrammiert

Wenn die Nutten Nachts nach „ein bisschen Spass“ fragen, dann ist das Normalität. Wenn sich die Strassenpenner um Pfandflaschen streiten, dann ist das Normalität. Wenn die Bonzen und deren Kidz überteuerte Designerware in Unmengen kaufen, dann ist das Normalität. Wenn die Studenten keine Zeit mehr für kritische, wissenschaftliche Reflexion haben dann ist das Normalität. Wenn die Touristen und Einheimischen besoffen von allerlei Substanzen durch die Straßen taumeln, pöbeln und kotzen, dann ist das Normalität. Wenn die Menschen aufgrund von Konkurrenz- und Wettbewerbsprinzipien wahnsinnig werden und keinerlei tiefere Bindungen zu anderen Menschen eingehen können dann ist das Normalität in Berlin, Deutschland und der Welt!

Wir sind gemeinsam durch unsere von Geburt an gelehrten und vorgelebten Vorstellungen geprägt, u.a. mit der Vorstellung das Leben sei ein ständiger Kampf. Kampf gegen schlechte Noten, schleche Arbeit, schlechte Bezahlung, schlechte Gedanken, Gefühle und Menschen. Diese Vorstellung hat uns alle zu Feinden und Konkurrenten gemacht. Wir misstrauen einander, wir betrügen, verletzen und töten uns gegenseitig, weil wir glauben es gäbe keine Alternative, der Mensch sei nunmal egoistisch. Dabei sind diese Taten und Vorstellungen nur Resultate (un)durchdachter Ideologien, die teilweise von alten Herrschern als Mittel der Unterdrückung formuliert und durchgesetzt wurden.

Wir Arbeiter, Arbeitslose, Schüler und Studenten werden absichtlich durch Wirtschaft und Politik unter Druck gesetzt, sodass wir kaum Zeit und Muse für kritisches Nachfragen finden. Trotz immenser Steigerung der Produktivkräfte arbeiten wir mehr als im Mittelalter. Obwohl wir aufgrund unserer jetzigen Lebensmittelindustrie 12 Mrd. Menschen sofort ernähren könnten, verhungern täglich tausende Menschen, bei einer Weltbevölkerung von 7 Mrd. Menschen. Wir verfügen über mehr Wissen als alle Generationen zuvor, sind besser vernetzt als jemals zuvor und dennoch gibt es Turbo-Abi und andere perverse Verkürzungen im Bildungssystem.

Wir werden mithilfe der künstlichen Verknappung, die Teil der kapitalistischen Grundordnung ist, in relativer Bewusstlosigkeit gehalten. Die Menschen engagieren sich immer weniger für ihre und die Rechte anderer Menschen mit der Begründung sie hätten keine Zeit. Sie haben deshalb keine Zeit mehr, weil der Konkurrenzkampf auf den Märkten immer härter wird und sie immer mehr Lebenszeit in Schulbildung, berufliche Ausbildung und Karriere stecken müssen, um sich ein halbwegs erträgliches Leben finanzieren zu können. Der Konkurrenzkampf wird stärker weil sich immer mehr Leute um immer weniger Gewinne streiten. Die Gewinne werden weniger, weil es keine bzw. kaum noch neuen Absatzmärkte mehr gibt und diese werden geringer weil die Welt und die Menschen begrenzt sind. Unser Kapitalismus mit all seinen Formen gerät so immer wieder mit der Realität in Konflikt. So wird es für unser System zum Problem wenn wir satt, glücklich und arbeitslos sind. Wir dürfen gar nicht frei von oberflächlichen Vorstellungen und Bedürfnissen sein, weil wir sonst das wirtschaftliche und das damit zusammenhängende politische System auflösen.

Verzweifelt werden Bedürfnisse kreiert die nicht befriedigt werden können um irgendwie Märkte, Gewinne zu generieren und das System so am laufen zu halten. Dabei bleiben Bedürfnisse auf der Strecke die nicht mit Geld befriedigt werden können. Unser parlamentarisch-demokratisches System ist ebenfalls unbrauchbar. Denn es verwaltet die Krisen nur, behebt sie aber nie, im Gegenteil in der Vergangenheit sorgte es selbst immer wieder für Krisen, weil deren Vertreter offenbar keinerlei oder nur gering die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Bedürfnisse kennen oder kennenlernen wollten. Es liegt in der Natur des parlamentarisch-demokratischen Systems die Bedürfnisse der Menschen gegenseitig auszuspielen. Nur die Bedürfnisse mit den stärksten Vertretern werden gehört und teilweise befriedigt.
Deshalb machen unsere Politiker vorallem für die Wirtschaft Politik, denn diese verfügt über die nötigen finanziellen Mittel um Lobbyisten auf Politiker anzusetzen, Thinktanks oder Kampagnen zu bezahlen. Während „normalsterbliche“ Bürger nebenberuflich und ehrenamtlich hunderttausende Unterschriften zu einzelnen Forderungen sammeln müssen und meistens kaum Gehör finden. So geht es seit mehr als 60 Jahren.

Aber die menschliche Lernfähigkeit ist nicht aufzuhalten, Widerstand gegen diese stupiden Unterdrückerideologien und primitiven wirtschaftlichen Verhältnisse wird sich immer wieder vorallem zeitgleich zu den vorprogrammierten Krisen bilden. Diesen Fakt wollen zurzeit mächtige Politiker und Bosse nicht wahrhaben und spielen gleichzeitig sich und anderen vor, wir würden bereits jetzt in der besten aller möglichen Welt leben.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft

3 Antworten zu “Revolution ist vorprogrammiert

  1. gagephineas

    Konsumterror!

    Ja, genauso ist es.
    Wir kommen zur Welt und zunächst ist alles wunderbar. Doch sobald ich mit 6 Jahren (oder auch schon früher) in die Schule muss, dreht sich alles nur noch um Leistung. Ich werde von da an bewertet, abgeschätzt, kategoriert und schlussendlich ausgezeichnet. Ich bin ein Produkt geworden. Ein Produkt des Zeitgeistes – meiner Umwelt. Mit etwas Glück bekomme ich so etwas wie ein Gewissen und eine freie Moral (frei von politischer & gesellschaftlicher Pervertierung ).
    Ich hatte kaum Zeit mich selbst und eigenständig – nach mir richtig erscheinender Werte – zu entwickeln, und schon muss ich beweisen, dass ich gelernt habe was Richtig und Falsch ist. Geld ist Richtig, und Verlust ist Falsch. Das ist das Ying und Yang unserer Gesellschaft. Der Arbeitgeber, die Banken und der Staat sind die Götter, die wir um ihre Gunst erbeten sollen. Der Schlüssel = Konsum! Kaufe Aktien deines Arbeitgebers, leihe dir Geld bei deiner Bank für Dinge die du nicht brauchst, und schenke dem Staat den Rest. Sei auf dem neusten Stand der Technik – das meiste geht eh kaputt, ehe das neuste Modell auf dem Markt erscheint.

    Wir sind nichts weiter als Vieh. Wir werden für eine Aufgabe erzogen. Und die heißt: Konsumieren. Verbraucher nennt man das in der Politik. Sklaven sage ich. Warum kann das funktionieren? Weil der Mensch absolut dem Fleisch ausgeliefert ist. Unsere Lüste werden angesprochen, unser Neid wird angespornt. Wir vergleichen uns mit den besser-gestellten und wollen das haben was die anderen besitzen. Wir glauben, das alles sei nicht falsch – weil keiner sagt, dass es falsch ist. Und wenn doch, glauben wir ihm nicht. Der Fernseher ist zum Glück lauter.

    Schöne neue Welt

  2. Peter

    Haha echt lustig was Ihr hier so schreibt, der erste Lacher des Morgens! Danke dafür

  3. stereotyp

    Bitteschön! Die Realität ist kostenlos!

    Auch für die, die nicht fähig sind, hinter die Worthülsen und Oberflächlichkeit der Gesellschaft zu schauen.

    MfG

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