Systemanalyse

Es wird ja unheimlich viel geredet, getan und gemacht überall wo man nur hinschaut und hinkommt. Überall gibt es schlaue und dumme Köpfe die ihre ganzes Leben in Qualifikationen und Karriere einsetzen. Wir arbeiten, sparen, spenden, kaufen, verkaufen, mieten, machen Schulden, schuften und ackern Tag ein Tag aus, als ob es immer unsere Natur gewesen ist.

In mir wächst dennoch ständig der Eindruck das wir trotz all dieser Engagements den Kern der Probleme, die wir alle mehr oder weniger intensiv miteinander teilen und individuell zu lösen oder zu ignorieren versuchen, nicht treffen. Dadurch wächst auch die Einsamkeit und Zerrissenheit in mir und natürlich auch in anderen Menschen, also auch in der gesamten Gesellschaft. Denn ignoriert man Probleme werden sie größer und schlimmer, das trifft beim Kern aller Probleme genauso zu und ist sogar noch intensiver schliesslich ist er die Quelle.

Wir sehen also überall die Brandherde, die Problembereiche, die Problemkinder und Symptome in unserem Leben, im Leben anderer Menschen oder überhaupt in der Gesellschaft und sagen wie Politiker im Wahlkampf: Da müssen wir was tun! Aber warum existieren diese Probleme überhaupt? Wieso haben wir über die Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende betrachtet sehr ähnliche Probleme und Konflikte gehabt? Was ist wenn unsere jetzige Moderne nichts weiter als ein anderes Mittelalter ist und wir wieder etlichen Illusionen erliegen die schwere Opfer verlangen?

Das jetzige System ignoriert genau wie die bisherigen Systeme die Bedürfnisse aller Menschen bzw. bevorzugt einige wenige und vernachlässigt viele andere Menschen. Dieses System ist deshalb zum Scheitern verurteilt, genau wie alle bisherigen Systeme. Wie soll das System auch funktionieren wenn es darin Gewinner und Verlierer gibt? Wenn es die Menschen voneinander trennt und zu Feinden, Konkurrenten usw. macht? Zwar haben wir gegenüber bisherigen Systemen ein paar Dinge dazugelernt, dennoch ist auch unser neues System folgenden Faktoren ausgesetzt:

Jedes erdachte System basiert auf Denken, Wissen, Erfahrungen und so weiter, aber all diese Faktoren sind begrenzt. Also ist auch das System nur begrenzt fähig die sich ständig wandelnde und verändernde Realität zu erfassen. Die agierenden Menschen im System stehen immer im Verzug zur Realität, müssen also immer etwas nachholen und verbessern. Wir versuchen beispielsweise heutzutage mit mehr Leistung, Wissen, Qualifikation der Realität nachzujagen obwohl wir sie so niemals erreichen können. Eigentlich müssten wir einfach nur stehen bleiben und das Leben geniessen, das ist uns aber „zu einfach“.

Die Lösung ist also das Problem, denn wir haben immer begrenzte Quellen woraus wir alle schöpfen. Wir sind von unseren Vorstellungen, Idealen derart eingenommen, wir nehmen ihre begrenzten Eigenschaften gar nicht wahr. Das wird immer für Spannungen und Konflikte vom kleinen Streit bis zum Weltkrieg produzieren, ganz einfach weil nicht alle Menschen berücksichtigt werden. Wie soll man auch ein System für Menschen erdenken die noch nicht existieren?

Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie jedes Lebewesen, also gibt es immer neue und andere Lebenswege und Vorstellungen. Will man einen Rahmen vorgeben funktioniert das eine zeitlang bis sich genug Menschen zu sehr davon belastet/erniedrigt/usw. fühlen und dann stirbt der Rahmen/das System weil die Menschen sich davon befreien wollen („Die Mauer muss weg“ usw.). Ein statisches System wird also genauso wenig funktionieren wie starre Vorstellungen in Beziehungen jeder Art.

Wir müssen also stehen bleiben, das Leben erfahren, wahrnehmen wie es ist und uns beruhigen. Denn tun wir das nicht, werden wir weiterhin wie ein Hamster im Laufrad sein und uns dabei  für unheimlich engagiert und modern halten. Wir werden das immer weiter entwickeln und werden immer neue Probleme kreieren, für die es oberflächliche Lösungen gibt, aber wir werden so niemals glücklich sein. Dieses glücklich sein wird allenfalls ganz wenigen Menschen zuteil werden, die große Masse wird verzweifelt sein und sich fühlen als würde sie ersticken.

Wir sollten das Denken nicht zur Grundlage unseres Lebens machen, sondern es vielmehr als ein Werkzeug betrachten welches für einige Facetten des Lebens sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Grundlage unseres Lebens sollte die Natur, also unsere Umgebung sein, der Boden worauf wir stehen. Keine flüchtenden Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft, über Profit, Karriere und so weiter, sondern das Leben hier und jetzt leben wie es ist und genießen. Zurück zu einem natürlichen Leben, welches zwar einfach aber dennoch vollkommen ist.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

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