Monatsarchiv: August 2009

Wie verdient man 700 Millionen Dollar in einem Jahr?

Stephen Schwarzman hat innerhalb der letzten 12 Monate über 700 000 000 Dollar verdient, so meldet es eine Nachrichtenagentur. Sein gesamtes Vermögen beläuft sich laut Forbes auf 3,5 Milliarden Dollar und gehört damit zu den 100 reichsten Amerikanern. Er ist damit nicht allein. Etliche andere Leute wie Lawrence Ellison haben über 500 Millionen oder Ray Irani mit über 200 Millionen Dollar eingestrichen. Die Liste liesse sich beliebig ausweiten, aber womit haben diese Menschen das verdient?

Schwarzman besitzt eine 31 Millionen Dollar teure Wohnung und diese hat er sich auch bitter verdient nach dem er so lange in Yale/Harvard studiert und in der Branche Türklinken geputzt hat.  Klar spendet er hier und da mal auch ein paar Millionen, er ist kein Egoist, ein bisschen etwas für das Kennedy Center oder die Republikaner insbesondere George W. Bush muss schon sein als Ausdruck der sozialen Ader.  Die Millionen Menschen in Armut wären auch keine profitablen Investitionen.

Die 700 Millionen Dollar hat Schwarzman wohl durch die Aktienbeteiligungen am Konzern Blackstone erworben und ist laut weiteren Medienberichten auch der Gründer des Konzerns. Nun möchte ich ihn nicht als einen schlechten Menschen darstellen, ich verstehe nur einfach nicht wie ein einzelner Mensch derart hohe Summen aus seiner „eigenen Leistung“ verdient haben könnte. Vielleicht ist das einfach die normale Logik dieses korrupten Systems. Die Leistung bzw. die Möglichkeit dieses Erfolges des Unternehmens war bestimmt nicht völlig allein durch die Leistungen des Herrn Schwarzman möglich. Was ist mit seinen Mitarbeitern? Was ist mit der Lage und Entwicklung des Marktes? Oder überhaupt mit den Vorstellungen aller Menschen? Das alles hat doch nicht er begründetet oder geleistet. Also welcher Mensch hat solche Berge von Geld verdient?

Ich würde mit einer normalen Anstellung selbst wenn ich 2000 EUR Netto im Monat verdienen würde, im ganzen Leben nicht über 2 000 000 EUR kommen. Habe ich nicht mehr verdient? Ist meine Arbeit oder mein Leben nicht gut genug? Wahrscheinlich ist es so, ich bin nicht außergewöhnlich genug, meine Arbeit wird nicht außergewöhnlich geschätzt, genausowenig wie meine Person oder Qualifikation. Ich habe nie in Havard studiert, war nie Sohn einer einflussreichen Familie. Andere Menschen wie beispielsweise Carlos Slim Helu besitzen 60 000 000 000 Dollar, Bill Gates und Warren Buffet 50 000 000 000 Dollar bestimmt haben sie einen Bruchteil davon wirklich verdient, aber die gesamte Summe die sie tatsächlich besitzen?!  Diese Leute wissen nicht einmal wohin mit all dem Geld, investieren es meistens wieder in irgendwelche Konzerne damit es weiter wachsen kann und so weiter.

Ich weiß nicht wie man das verdient, ich kann nur ahnen wie wenig es die Leute die bereits derart viel Geld besitzen verdient haben. Wären diese Menschen ehrenhaft und würden sich wirklich für die Belange aller Menschen interessieren würden sie 99% des Kapitals welches sie besitzen in Dinge stecken die nichts mit Profitsucht zutun haben. Was ist mit den Leuten in Sozialberufen, diese Menschen sollten am meisten verdienen denn diese handeln aufopferungsvoll oder liebevoll tagtäglich in ihrem Beruf für andere Menschen damit es ihnen besser geht. Die Erzieher, Lehrer, Krankenschwestern, Altenpfleger und so weiter sollten am meisten verdienen weil sie der Gesellschaft am meisten geben.

Was gibt ein Unternehmer wie Schwarzman schon der Gesellschaft? Er peitscht doch nur die Industrialisierung dieser Gesellschaft voran und diese Industrialisierung wird spätestens dann zusammenbrechen wenn sämtliche Rohstoffvorkommen versiegen. Solche Leute sind nur deshalb erfolgreich weil sie am stärksten die Oberflächlichkeit des Profit- und Geschäftsstreben verinnerlicht haben und oben drein natürlich entsprechende familiäre und finanzielle Hintergründe haben. Das bedeutet nicht das diese Menschen sehr vielen anderen Menschen besonders gut tun, geschweige denn der Umwelt usw. Warum verdienen sie trotzdem soviel Geld? Weil die gesamte Gesellschaft oberflächlichen und illusorischen Vorstellungen nachrennt, das ist alles!

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Wir leben in dunklen Zeiten

In den Konzernen, Märkten und Köpfen der Menschen herrscht Krieg. Die Menschen betrachten sich als Konkurrenten. Es geht um Geld, Macht, um langfristige Perspektiven, einen Platz in der Geschichte, bestenfalls um die eigene Familie. Egal ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion oder anderen großen Bereichen der Gesellschaft überall scheinen lauter kleine bis größere Kriege zwischen den Menschen oder in den Menschen zu toben.

Wir arbeiten täglich viele Stunden, setzen uns großem Druck aus und haben wenig Zeit für uns nur um im Konkurrenzkampf etwas Geld zu verdienen. Für uns ist das selbstverständlich weil unsere Eltern, Verwandeten, Bekannten, Freunde und eigentlich alle die wir kennen es uns so vorgelebt haben bzw. so ähnlich leben.

Wir fragen nicht warum wir uns Geld verdienen müssen, obwohl wir unser Leben geschenkt bekommen haben. Wir fragen nicht warum wir trotz des gesellschaftlichen Fortschritts jährlich ca. 1 Millionen Suizide weltweit haben. Wir betrachten Burnout und andere psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht als systembedingt, auch wenn man diese Störungen in den Massenmedien bereits als „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Genausowenig wie wir Fettleibigkeit, Verkehrsunfälle, Tote bei Schiessereien oder Mord an Menschenrechtlern als Opfer des Fortschritts betrachten. Wir fragen nicht warum in der Schule die Schüler nicht auf das Leben sondern auf das System vorbereitet werden. Wir fragen nicht warum die 374 größten transkontinentalen Unternehmen, die von Standard and Poors Index aufgelistet werden, finanzielle Reserven in Höhe von 555 Milliarden Dollar besitzen und diese Geldberge nicht an die Gesellschaft selbst zurückführen. Wir fragen auch nicht warum die über 8 Millionen Dollarmillionäre die wir auf diesem Planeten haben ihre Geldberge horten und nicht den Hungernden oder der hart arbeitenden Arbeiterklasse geben.

Ich könnte endlos derart fortfahren und begreife durch diese unzähligen Aspekte dieser „zivilisierten Welt“, dass wir nach wie vor in einer Art Mittelalter leben in der Aufklärung immer noch ganz stark notwendig ist. Es ist mir unbegreiflich wieso die Menschen sich um ihre Anteile streiten, warum der eine viel zu viel und andere gar nichts hat. Ich verstehe nicht wieso man wegen verschiedener Meinungen, Ansichten, Eigenschaften Kriege und Konflikte austragen kann und konnte?! Es wird getan früher wie heute. Seht Euch an was in Afrika, Brasilien, Indien, China, Irak, Afghanistan, Iran und natürlich auch in Frankreich, Deutschland, England und Amerika passiert. Das ist doch kein Frieden, das ist nicht der Weg zum besseren Leben. Millionen Menschen bringen größte Opfer damit einige wenige Menschen ein Leben im Überfluss leben können. Und wir, ich und Du gehören auch zu diesen Nutzniessern einer ungerechten korrupten Gesellschaft.

Klar wir verdienen in der Regel nicht sonderlich viel, aber wir arbeiten, kaufen und konsumieren ohne viele Fragen zu stellen. Wir sind Mittäter, wir schreien nicht auf wenn irgendjemand Leid erfährt, wir verhalten uns nicht wie eine Gemeinschaft, wir haben das Konkurrenz- und Wettbewerbprinzip durch und durch einverleibt und leben dieses auch wenn es uns und andere immer mehr zerstört! Wir sind Opfer und Täter, die „Bösen“ sitzen nicht nur in den Chefetagen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion, sondern auch in unseren Körpern. Wir sind es die diese Ungerechtigkeit legitimieren. Wir sind es die das alles hinnehmen und zulassen. Wir sind Teil des Problems. Wir müssen uns selbst verstehen um auch die anderen zu verstehen. Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, wir müssen unsere Prinzipien und Ideale überdenken sonst ist alles wofür wir stehen oder worin wir uns verliebt haben wertlos.

Was ist das was die Gesellschaft erarbeitet schon wert? Außer für die Menschen sind die erarbeiteten Güter nichts wert. Sie sind absolut bedeutungslos. Wenn sie uns nicht glücklicher machen sollten wir sie nicht produzieren oder kaufen. Wir sollten uns nicht dem Konkurrenzprinzip unterordnen da für alle Lebewesen auf diesem Planeten genug existiert um damit glücklich zu sein. Wir brauchen nicht neidisch oder gierig sein, es gibt keinen Grund dafür. Es gibt keinen Grund sich krampfhaft weiterzuentwickeln oder von anderen abzuheben, jeder Mensch ist ab seiner Geburt einzigartig, warum müssen wir also ständig an uns arbeiten?! Wir sind doch in Ordnung so wie wir sind, wenn wir aufeinander achten.

Ich denke nicht das wir noch mehr Gesetze, Kontrollen, Wachstum und all diesen Blödsinn brauchen. Wir müssen uns selbst finden und mehr diskutieren über das was passiert und was wir miteinander machen. Letztlich funktioniert das aber mit dem jetzigen System einfach nicht, weil es den Egoismus des einzelnen Menschen anspricht nicht die gemeinsame Sache. Wir mögen alle einzigartige Lebewesen sein, aber wir wollen doch alle glücklich und frei sein, uns so entfalten wie wir das für richtig halten oder? Also sollten wir uns nur daran orientieren. Dieses System gibt aber nur wenigen die Möglichkeit sich zu entfalten deshalb ist es ungerecht und muss aufgelöst werden.

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Moderne Sklaverei

Ein Mann fliegt nach mehr als 10 Jahren aus einem Unternehmen heraus welches er mit permanenter überdurchschnittlicher Leistung gestützt und gefördert hat. Er hat wirklich jahrelang überragende Leistungen gebracht hat Arbeit für 5 Leute gemacht, er hat erst vor einigen Monaten wochenlang 20 Stunden am Tag gearbeitet und alles nur weil er Angst um die Zukunft seiner Familie hat. Er sagt er bekommt keinen Job wenn er aus dieser Firma gekündigt wird, er hält sich für zu alt und so weiter. Ich will gar nicht weiter auf die Details eingehen, aber ist es nicht ein erbärmliches System wenn jemand der gigantische Leistungen über Jahre bringt, sich nebenberuflich weitergebildet hat, immer für seine Kollegen und Kunden da war, egal ob national oder international, nicht mehr gebraucht wird nur weil er zu alt ist bzw. die Firma sagt er ist zu teuer!? Ich habe mir für dieselbe Firma volle 3 Jahre den Arsch aufgerissen und sehe nun wie sie diese Investition meiner Lebenszeit, Leistung und so weiter einfach wegschmeisst. Das sind 3 verlorene Jahre, bei meinem Vater noch mehr Jahre, außer dem Geld natürlich was wir erhalten haben. Aber soll das alles sein?

Es ist wie bei den ganzen anderen Konzernen in den Medien wo unsere Politiker um deren Existenz „kämpfen“. Das ist ein oberflächlicher Kampf und wir wissen das wir eigentlich das gesamte System hinterfragen müssen weil es asoziale Früchte trägt, sich wie ein Monster verhält, sich gegen die Menschen richtet und sie vernichtet. Aber soweit kommt es nicht und ich finde das merkwürdig. Mein Vater hat soviel getan, hat eigentlich immer zweimal oder sogar dreimal soviel gemacht wie von ihm verlangt wurde, weil er gehofft hatte das man ihm das später mal danken wird. Stattdessen fliegt er auf die Strasse und darf mit seiner Familie sehen wo er bleibt. Die Kosten laufen weiter da hilft keiner, außer mit ein paar Euros der Staat. Aber dort kommt man sich wie ein Bettler vor und will eigentlich gar nicht dorthin. Aber es geht nicht anders, das ist die einzige Hilfe die man erhält. Ein tolles System.

Wieso sind Menschen die viel geleistet haben, Erfahrung, Motivation und so weiter haben nicht hochgeachtet in dieser Gesellschaft? Warum muss man selbst wenn man einen Job hat um seinen Arbeitsplatz fürchten? Wieso diese Zukunftsängste, warum sind die meisten Leute in ihrem Beruf abgehetzt, fertig und traurig? Ich glaube jeder kennt diese Spannungen und Konflikte zwischen Kunden, Kollegen, den Leitern, Chefs und so weiter. Die meisten haben ihre Ursache nur in diesem harten Wettbewerb und weil es darum geht möglichst viel Profit zu scheffeln. Das wird nur leider immer schwieriger, weil immer mehr Menschen auf diesem Planeten leben und andere Länder natürlich auch daran arbeiten ihre Verhältnisse zu verbessern. Jeder Mensch möchte eben sein Leben „nutzen“ und arbeitet. Begrenzte Märkte, begrenzte Resourcen, begrenzte Eigenschaften überall. Alle Menschen können hier niemals gewinnen, es muss Verlierer und Gewinner geben. Ist das mit dem Grundgesetz vereinbar? Wenn Menschen permanent Angst um ihre Existenz haben müssen? Wenn sie sich trotz Job permanent fürchten müssen nicht gut genug zu sein für diese Gesellschaft, für diesen Wettbewerb?

Letztlich muss man aber auch sagen das der Wettbewerb an dem wir tagtäglich teilnehmen niemals fair war. Noam Chomsky beschreibt das in seinem Buch „Profit over People“ mit sehr vielen Details, darin heißt es unter anderem, die USA hätten mit Einfuhrverboten genauso wie England ihre eigene Industrie gegenüber anderen Nationen gestärkt. So hat man beispielsweise die Einfuhr von Baumwolle aus Indien in den USA verboten bzw. zeitweise gestoppt damit die Baumwolle welche von Sklaven, i.d.R. gewaltsam verschleppte Afroamerikaner, produziert wurde im eigenen Markt gewinnbringend abgesetzt werden konnten. Durch diesen Gewinn konnten die Besitzer bzw. Unternehmer natürlich ihre Position auf dem nationalen und internationalen Markt ausbauen.

Ähnlich lief es mit der Stahlproduktion ab, Chomsky meint sogar das 20 der heutigen 100 größten Unternehmen Amerikas ohne staatlichen Eingriffe niemals so erfolgreich gewesen wären. Und es ist ganz sicher das dies noch heute der Fall ist, denn warum sollte man altbewährte Methoden nicht immer und immer wieder anwenden? Die Gier des Menschen nach Erfolg, Macht und so weiter ist unendlich, sie kennt keine Grenzen und das ist schädlich. Ich denke man braucht nur genau hinsehen, dann sieht man wie die Unternehmen auch in der Politik versuchen Einfluss auf ihre Position im Markt zu nehmen. Und es funktioniert, das Zauberwort heißt Lobbyismus, da gibt es Spenden, Rabatte und Einladungen an Politiker und Journalisten damit alles etwas besser funktioniert für das eigene Unternehmen. Das ist eben Marktwirtschaft, seine Chancen wahrnehmen und nutzen. Wer nicht handelt verliert. Ganz einfach. Andere Unternehmen haben nicht diese Möglichkeiten, wollen diese Möglichkeiten vielleicht auch gar nicht haben weil sie an einen fairen Wettbewerb glauben. Aber was tun wenn der Wettbewerb niemals fair war?

Boykottieren kann man schliesslich schlecht, denn sonst hat man schnell keine Grundlage worauf man überleben kann. Innerhalb weniger Monate geht das eigene Unternehmen pleite, bzw. hat man als Angesteller nicht mehr genug Geld um seine Wohnung bzw. Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Außerdem sinkt unser Marktwert wenn wir nicht arbeiten. Wir stecken also in einem Wettbewerb der nicht fair ist und in einem System das uns auf widerlichste Weise korrumpiert. Wir müssen uns verkaufen sonst können wir nicht überleben. Wir können schliesslich nicht alle von Sozialhilfe leben und das wird auch mittlerweile immer härter bestraft, in dem man in verfassungswidrige Jobs vermittelt wird, Stichwort 1-Euro-Job. Es gibt genug Fälle in denen das belegt wird und wogegen nur wenige Menschen tatsächlich lautstark protestieren. Es ist einfach so das die meisten Mensch entweder unheimliche Angst haben, zu sehr damit beschäftigt sind ihren Job zu behalten, etwas neues zu finden, ehrgeizig sind und so weiter.

Es gibt viele Faktoren warum diese ungerechten Verhältnisse die sich gegen die Menschen richten nicht aufgelöst werden. Und es gibt ganz sicher auch Unternehmen und Politiker die natürlich die Verhältnisse beibehalten wollen, weil sie profitieren und es dürfte sich um Menschen handeln die eine ganze Menge zu sagen haben in diesem System. Sonst würde das doch alles längst nicht mehr stattfinden. Und fast alle Arbeitnehmer hängen mit drin, schliesslich werden sie von diesen Menschen bezahlt, kaufen deren Produkte und fragen nicht weiter nach wenn ihnen etwas sauer aufstößt. Klar passiert das schon auch, aber aus meiner Sicht noch viel zu wenig, da ist viel mehr drin und könnte uns alle viel freier machen. Es ist eine Frage von Zivilcourage und Mut. Wie lange sollen wir noch bluten und leiden für ein dummes System für dumme Ideale? Warum sollte Deutschland nicht das erste Land sein das sich von einem barbarischen System befreit? Wir sind doch ehemals das Land der Dichter und Denker gewesen, warum nutzen wir unser Potential nicht einfach? Es gibt niemand der uns zwingen kann all das mitzumachen. Wir sollten laut über Alternativen nachdenken.

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Jeder Mensch ist eine Hure in diesem System

Es frisst sich in einen unheimlich tief hinein, es ist dieser quälende hämmernde stille Druck der einen Dummheiten machen lässt die man nie für möglich hielt. Es gibt keine Zwänge nur die Illusion von irgendwelchen Zwängen. Was ist real? Was stimmt denn noch? Worauf kann man sich verlassen? Was ist keine Lüge? Sich verkaufen wie eine Hure für Dinge die man nicht versteht oder wo man ahnt das sie nur falsch und destruktiv sein können was ist daran noch lebenswert!? Enttäuscht von den Mitmenschen, enttäuscht von sich selbst. Das Leben als Enttäuschung, als jahrelange Verzweiflung zu erfahren ist wie in einer dunklen Waschmaschine zu liegen die gerade im Schleudergang rattert und man versucht irgendwie sich zu orientieren oder festzuhalten, aber es ist absolut hoffnungslos, so auswegslos. Man kann sich nur fügen, nur treiben und antreiben lassen, anfangen sich selbst zu foltern und beginnt sich zu Dingen zu zwingen die man längst für Idiotie gehalten hat.

Es ist traurig. Ich bin reduziert auf einen mechanischen Rythmus. Arbeite, sei gehorsam, strebe nach mehr, frage nicht warum, tu es und Du wirst belohnt! Und denk nicht daran krank oder funktionsunfähig zu werden! Schmeiss Deine Qualifikation nicht weg! Tust Du es doch hast Du keinen Fetzen Freiheit verdient, dann musst Du verzichten und grausam sterben! Blödsinn. Eine hochentwickelte Gesellschaft die ihre Bewohner dazu antreibt sich selbst und andere zu erniedrigen, was ist das für eine Nation? Da drehe ich mich nur im Kreis wenn ich darüber nachdenke und wie ich da heraus kommen könnte. Wenn ich darüber spreche begreift man mich nicht, sagt ich sei eben naiv und verunsichert, das würde sich schon legen. Aber es ist keine Phase der Unsicherheit, es ist eine tiefliegende zermürbende Zerrissenheit, die enstanden ist weil die Gesellschaft sich als Ganzes von sich selbst und ihrer Natur entfernt hat und immer weiter entfernt je mehr sie sich nach den üblichen Idealen entwickelt.

Ich werde davon zerquetscht. Die gigantischen Zahnräder und Marktmechanismen zerquetschen meinen kleinen Funken Lebenslust. Und all das nur für etwas Profit, für Zahlungseingänge, für Fortschritt, Wachstum, die Stärkung der Nation, all diese Blenderideale. Wenn ich mich nicht wie ein Soldat aufführe der dem allgemeinem Tonus folgt, werde ich vernichtet, vorallem wenn ich nicht clever genug bin mir vorher ein alternatives Leben aufzubauen. Welche Chancen habe ich schon wenn ich offen und ehrlich sage wogegen ich protestiere? Die Leute erkennen mich als ihren Feind und lehnen mich und meine Argumente ab, sagen es wären faule Ausreden, blanke Verwirrung die ich da ausdrücke. Ich bin unfähig allen Vorwürfen weise genug zu antworten, ich verstehe die meisten Vorwürfe nicht einmal. Jeder Mensch hat seine individuellen Vorstellungen, Vorurteile und Ideale, und meistens sind sie eben inspiriert von vergangenen Helden oder vergangenen Ideologien, auch wenn diese total hirnrissig waren oder sind.

Es hilft nichts, für einige Zeit muss ich kämpfen wie all die anderen Menschen. So wie ich es früher aufrichtig getan habe, muss ich es nun mit meiner Zerrissenheit und Zweifel tun. Das ist doppelt so schwer. Wie kann eine Hure ihren Job geniessen wenn sie sich benutzt, beschmutzt, missbraucht und minderwertig fühlt? Das funktioniert nicht lange, irgendwann geht man daran zugrunde, verliert wichtige Dinge die man niemals wieder bekommen oder erfahren kann. Vielleicht kann man es wieder erfahren, aber dazu müsste man ja seinen Lebensstil ändern, aber das funktioniert nur wenn man ausreichend Geld hat, dann kann man sich frei kaufen. Dann besteht die Möglichkeit größere Freiheit zu leben und zu erleben. Ansonsten nicht. Du stehst ohne Geld da, also stehst Du auch ohne Rechte da. Wer seinen Pflichten nicht nach kommt hat keine Rechte. Der ist minderwertiges Fleisch ist überschüssiges Menschenmaterial welches mit Bestrafungen zu höherem Wert getrieben werden muss. Tja, wer daran zweifelt soll ruhig mal seinen Job schmeissen und einige Monate kein Geld verdienen, dann erlebt jeder wie es so ist nicht dazu zu gehören. Es ist absurd welche alten Verhaltensweisen sich immer wieder in die Gegenwart übertragen. Anscheinend hört es nie auf.

Was bleibt ist die Wut, Verzweiflung, Traurigkeit und Leere in den Köpfen und Gemütern. Manche nehmen das ehrlich wahr, andere verdrängen es, lenken sich ab, begreifen es als Krankheit und bekämpfen es oberflächlich und begreifen nicht wie stark das Ganze mit den hohen edlen Idealen von sich selbst und der Gesellschaft zutun hat. Im Zweifel handelt man eben wie die große verblödete Masse, auch wenn sie dem Abgrund zu rennt und zu arbeitet. So ist das eben, der Mensch ist auch ein Herdentier…

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Systemanalyse

Es wird ja unheimlich viel geredet, getan und gemacht überall wo man nur hinschaut und hinkommt. Überall gibt es schlaue und dumme Köpfe die ihre ganzes Leben in Qualifikationen und Karriere einsetzen. Wir arbeiten, sparen, spenden, kaufen, verkaufen, mieten, machen Schulden, schuften und ackern Tag ein Tag aus, als ob es immer unsere Natur gewesen ist.

In mir wächst dennoch ständig der Eindruck das wir trotz all dieser Engagements den Kern der Probleme, die wir alle mehr oder weniger intensiv miteinander teilen und individuell zu lösen oder zu ignorieren versuchen, nicht treffen. Dadurch wächst auch die Einsamkeit und Zerrissenheit in mir und natürlich auch in anderen Menschen, also auch in der gesamten Gesellschaft. Denn ignoriert man Probleme werden sie größer und schlimmer, das trifft beim Kern aller Probleme genauso zu und ist sogar noch intensiver schliesslich ist er die Quelle.

Wir sehen also überall die Brandherde, die Problembereiche, die Problemkinder und Symptome in unserem Leben, im Leben anderer Menschen oder überhaupt in der Gesellschaft und sagen wie Politiker im Wahlkampf: Da müssen wir was tun! Aber warum existieren diese Probleme überhaupt? Wieso haben wir über die Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende betrachtet sehr ähnliche Probleme und Konflikte gehabt? Was ist wenn unsere jetzige Moderne nichts weiter als ein anderes Mittelalter ist und wir wieder etlichen Illusionen erliegen die schwere Opfer verlangen?

Das jetzige System ignoriert genau wie die bisherigen Systeme die Bedürfnisse aller Menschen bzw. bevorzugt einige wenige und vernachlässigt viele andere Menschen. Dieses System ist deshalb zum Scheitern verurteilt, genau wie alle bisherigen Systeme. Wie soll das System auch funktionieren wenn es darin Gewinner und Verlierer gibt? Wenn es die Menschen voneinander trennt und zu Feinden, Konkurrenten usw. macht? Zwar haben wir gegenüber bisherigen Systemen ein paar Dinge dazugelernt, dennoch ist auch unser neues System folgenden Faktoren ausgesetzt:

Jedes erdachte System basiert auf Denken, Wissen, Erfahrungen und so weiter, aber all diese Faktoren sind begrenzt. Also ist auch das System nur begrenzt fähig die sich ständig wandelnde und verändernde Realität zu erfassen. Die agierenden Menschen im System stehen immer im Verzug zur Realität, müssen also immer etwas nachholen und verbessern. Wir versuchen beispielsweise heutzutage mit mehr Leistung, Wissen, Qualifikation der Realität nachzujagen obwohl wir sie so niemals erreichen können. Eigentlich müssten wir einfach nur stehen bleiben und das Leben geniessen, das ist uns aber „zu einfach“.

Die Lösung ist also das Problem, denn wir haben immer begrenzte Quellen woraus wir alle schöpfen. Wir sind von unseren Vorstellungen, Idealen derart eingenommen, wir nehmen ihre begrenzten Eigenschaften gar nicht wahr. Das wird immer für Spannungen und Konflikte vom kleinen Streit bis zum Weltkrieg produzieren, ganz einfach weil nicht alle Menschen berücksichtigt werden. Wie soll man auch ein System für Menschen erdenken die noch nicht existieren?

Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie jedes Lebewesen, also gibt es immer neue und andere Lebenswege und Vorstellungen. Will man einen Rahmen vorgeben funktioniert das eine zeitlang bis sich genug Menschen zu sehr davon belastet/erniedrigt/usw. fühlen und dann stirbt der Rahmen/das System weil die Menschen sich davon befreien wollen („Die Mauer muss weg“ usw.). Ein statisches System wird also genauso wenig funktionieren wie starre Vorstellungen in Beziehungen jeder Art.

Wir müssen also stehen bleiben, das Leben erfahren, wahrnehmen wie es ist und uns beruhigen. Denn tun wir das nicht, werden wir weiterhin wie ein Hamster im Laufrad sein und uns dabei  für unheimlich engagiert und modern halten. Wir werden das immer weiter entwickeln und werden immer neue Probleme kreieren, für die es oberflächliche Lösungen gibt, aber wir werden so niemals glücklich sein. Dieses glücklich sein wird allenfalls ganz wenigen Menschen zuteil werden, die große Masse wird verzweifelt sein und sich fühlen als würde sie ersticken.

Wir sollten das Denken nicht zur Grundlage unseres Lebens machen, sondern es vielmehr als ein Werkzeug betrachten welches für einige Facetten des Lebens sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Grundlage unseres Lebens sollte die Natur, also unsere Umgebung sein, der Boden worauf wir stehen. Keine flüchtenden Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft, über Profit, Karriere und so weiter, sondern das Leben hier und jetzt leben wie es ist und genießen. Zurück zu einem natürlichen Leben, welches zwar einfach aber dennoch vollkommen ist.

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Das ist Wahnsinn! Wir sind Wahnsinn!

Wie ich gerade erfahren musste ist mein letzter Arbeitgeber pleite. Er wirft Ende des Jahres etwa 100 Mitarbeiter auf die Strasse. Ich habe dort zwar nur kurze Zeit gearbeitet fand aber recht schnell Zugang zu den Mitarbeitern dort und wir wurden schnell richtige Kollegen. Wir versuchten uns so gut es geht zu helfen. Man lachte und meckerte zusammen, aber vorallem kämpften wir uns durch die miesen Umstände, durch das neue System, stritten und diskutierten endlos mit den Kunden und unseren Bossen. Das ging für mich wochenlang so, für die Anderen war es bereits eine jahrelange Tortour. Jeden Tag schleppten wir uns egal bei welchem Sauwetter zu unserem edlen Arbeitgeber. Wir hielten jede Schikane und Dummheit aus, machten uns gegenseitig mut und hielten mit schwarzen Humor, viel Ironie und Ablenkung den primitiven Alltag durch. Alleine der Arbeitsweg war für mich eine Belastung, etwa 1 Stunde brauchte ich mit dem Fahrrad, S-Bahn und Bus dorthin, sofern es keine Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gab. Ich war 12 Stunden am Tag nur mit diesem Job beschäftigt, konnte am Abend nichts anderes tun als mich beruhigen und versuchen zu schlafen.

Nunja, und das war alles umsonst. All das hoffen, kämpfen und quälen war völlig für die Katz. Ein tolles System. Ich habe übrigens auch gehört das mein Ausbildungsbetrieb wieder 10 Leute entlässt, weil alles etwas schlechter gelaufen ist als erwartet. So ist es eben. Mal hat man Glück mal Pech, so sagt doch der Unternehmer oder? Diese Menschen strömen jetzt auf den Arbeitsmarkt und versuchen Stellen zu finden die viel zu teuer und kaum bezahlbar sind. Nur die Besten werden überhaupt erstmal angehört und Diejenigen mit den besten Kontakten haben dann auch mal eine reale Chance. Ein tolles System. Wer 6 Monate nicht gearbeitet hat ist wertlos für diese Gesellschaft. Er ist out. Wie kann ein Mensch out sein? Wie kann ein Mensch weggeworfen werden? Schaut Euch um dann seht ihr überall wie das geht! Und das obwohl die meisten Menschen das getan haben was man von ihnen erwartet. Man bekommt einen Tritt in den Hintern, fliegt auf die Strasse, hat trotzdem Ausgaben, steht vor dem Nichts und man bekommt gesagt man ist ja selber schuld. Wer nicht ständig wachsam ist und profitable Fäden zieht verliert. Wer das nicht verstanden hat ist eben selber schuld. Der bekommt seine paar Mark vom Amt und nach einer Galgenfrist ist er eben nicht mehr tauglich für die Gesellschaft. Ein tolles System.

Die Grundrechte und die Orientierung der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an dem Glück aller Menschen sind wohl völlig vergessen und verworfen worden. Es ist traurig. Man kämpft stundenlang jeden Tag im Beruf wie auch auf den Arbeitswegen, Privat und Gesundheitlich sogut wie an allen Fronten und man soll diese Probleme mit dem „verdienten“ Geld lösen. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber das Geld reicht nicht dafür. Wenn eine Tätigkeit langweilig, dumm, belastend, nervend, zerfressend, quälend und erniedrigend ist, dann macht das krank und umso mehr wenn man zu wenig Geld dafür bekommt, sich nicht wirklich langfristig frei kaufen kann. Arbeit macht frei, aber nur dann wenn man irgendwie mal genug Geld beiseite  schaffen kann. Aber schaut Euch die Kosten an: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Steuern, Auto, Internet, Handy, was muss denn alles jeden Monat bezahlt werden? Und fürs Alter muss auch vorgesorgt sein wenn man sich nicht nach 67 Jahren tot gearbeitet hat. Ganz wenige Menschen sind wirklich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und überhaupt im reinen mit dem was in dieser Nation und Welt passiert. Vielleicht auch weil sie nicht im Leiden der anderen Menschen drin stecken. Wie auch?

Wir sind viel zu beschäftigt mit unseren eigenen Sorgen, Vorstellungen, Idealen und so weiter, wir kriegen doch gar nicht mit was unser Nachbar oder die Kollegen so beschäftigt und fertig macht. Wie sollen wir überhaupt mitkriegen das wir alle ziemlich idiotischen Illusionen hinterherrennen die unser Leben in den meisten Fällen zu einem qualvollen Wettrennen machen? Ich habe soviel gearbeitet und sehe jetzt wie eine Firma nach der anderen für die ich hunderte und tausende Stunden investiert habe den Bach runtergeht. Ist das die Schuld von mir? Die Schuld von den Managern? Die Schuld von der Konkurrenz? Die Schuld der Krise? Die Schuld der Bankiers? Die Schuld der Politiker? Die Schuld des Systems? Die Schuld der Vorstellungen vieler Menschen vom alltäglichen Leben? Wie tief dringen die Menschen denn in die Probleme ein die sie täglich zu bewältigen haben? Wie weit trauen sie sich in den Kanninchenbau hinein? Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, denn steckt man erstmal drin, kann man nur tiefer reingehen, die Erkenntnisse brennen sich fest und dann steckt man in einer Zwickmühle mit dem System.

Wenn man erkannt hat das wir jetzt genug von allem haben und wir eher einen Schritt zurück als nach vorne machen sollten. Dann gehört Mut dazu diesen zutun. Wer spricht es als Erster aus? Wer geht diesen Schritt zuerst? Wer geht mit? Wir sehen doch das unser Planet keine weiteres Amerika oder Europa verträgt. Was soll aus Afrika, Indien, China, Brasilien und so weiter werden, wenn sie nicht aus den üblichen Quellen ihre Industrienationen produzieren können? Wir haben begrenzte Rohstoffe, begrenzte Märkte, begrenzte Wachstumsmöglichkeiten, begrenzte Vorstellungen genauso wie wir nur einen Planeten haben. Also was soll dieser Unsinn? Wir wissen doch dass das alles völliger Blödsinn ist. Wieso quälen wir uns weiter? Ist es weil alle weitermachen? Ist es weil wir befürchten bekämpft, isoliert und beschimpft zu werden? Wie weit wollen wir gehen? Der Abgrund ist bestimmt nicht mehr weit. Ich weiß nicht wieviele Arbeitslose dieses Land noch verträgt und wieviele Qualen sich die jetzigen Angestellten noch zutrauen, aber auf Dauer kann das einfach nicht gut gehen. Das System ignoriert genauso wie alle mir bekannten vorherigen Systeme die Bedürfnisse der Menschen. Also wird es fallen, es wird zerbrechen und mit allen Leuten sterben die sich zu sehr damit identifiziert haben.

Die Leute scheinen sich an die Probleme zu klammern, sehen die essentiellen Probleme darin nicht. Klar kann ich gut daherreden, aber das sind nunmal die Ergebnisse meiner Überlegungen und Erfahrungen. Vielleicht kann mir jemand mal was anderes berichten, aber ich sehe seit Jahren nichts anderes, als dass sich die Menschen tagtäglich gegenseitig und sich selbst fertig machen. Nur wenige Menschen finden daran gefallen, gehen als Sieger hervor und leben auf der Sonnenseite des Lebens. Es ist nunmal leider so und ich verstehe einfach nicht wie man so eine Situation einfach so lassen kann. Man muss doch gemeinsam an Lösungen arbeiten und nicht auf einem Stand verharren der nichts anderes als Vernichtung bedeutet. Wir zerstören unsere Umwelt, die Tiere und uns selbst, all das Potential was in allem wohnt und darauf wartet erkannt und gefördert zu werden. Wir haben nicht die leiseste Ahnung welchen Preis wir hier bezahlen. Was ist Geld und Macht schon gegen ein glückliches Leben wert? Wer braucht diesen Mist wenn man begriffen hat das es nur von Menschen gebraucht wird die Angst haben. Das Leben ist ein Risiko und es kann jederzeit vorbei sein. Warum quälen wir uns so? Was soll dieser Mist?

Man bezeichnet mich bereits jetzt als jemanden der ausgestiegen ist und das nur weil ich mich einige Zeit den üblichen Verhaltensmustern widersetzt habe. Klar geht es mir nicht gut dabei, denn ich werde angefeindet, man sagt ich sei faul, dumm, würde nicht am Leben teilnehmen, wäre eine Schande für meine Familie und wären alle so wie ich hätte die Gesellschaft niemals soetwas wie die Medizin im heutigen Entwicklungsstadium schaffen können. Ich werde unglaublich missverstanden und zerrissen. Viele sind wütend, nicht nur weil ich mich traue das was sie jahrelang mitgemacht haben einfach fallen zu lassen, sondern auch weil sie einfach nicht glauben können das einer Wettbewerb für primitiv hält. Klar verliere ich Geld, ich verliere an Wert im Markt und so weiter, aber ich bin ein Mensch und habe einen unermesslichen Wert der über diese dämlichen Vorstellungen unseres Systems hinaus geht. Ich denke wir haben das vergessen. Wir haben alle vergessen was wir wirklich wert sind und worauf es im Leben ankommt. Was bedeutet denn ein Job bei dem man unglücklich ist, den man nur macht um seine Lebenshaltungskosten zu machen? Das ist wie wenn ein Mensch gezwungen ist anschaffen zu gehen. Wir sind alle Prostituierte, wir brauchen gar nicht über Menschen im Puff lachen. Das ist nahezu überall in der Gesellschaft Normalität wird eben nur anders ausgelebt.

Wollen wir weiterhin alle Huren sein oder endlich mal als vollwertige Menschen anerkannt sein und in Freiheit und Brüderlichkeit zusammen leben? Das steht doch überall in unseren offiziellen Nationalengesängen und -gesetzen, warum werden diese Vorstellungen nicht im Alltag als Grundlage für Debatten  bzw. als Lebensgrundlage genommen? Wieso steht der Profit über den Menschen, die Tiere und Umwelt? Was bringt der ganze Fortschritt wenn die Menschen damit unglücklich sind oder daran zugrunde gehen? Wie soll denn das weitergehen? Ich bin glücklich das wir gute Mediziner haben, okay, aber wir brauchen nicht jede Woche im Fernsehen neue Shows über Scheiße fressen und schlank hungern. Wir brauchen bestimmt auch nicht jedes Jahr Millionen neue Autos, Kühlschränke, Fernseher, Computer, was soll denn das alles? Wir schmeissen Lebensmittel weg und ein paar Kilometer weiter verhungern die Menschen. Das passiert jeden Tag und hier kümmert es niemanden obwohl jeder gern Kaffee aus Afrika trinkt und Zigaretten aus Brasilien raucht. Die Flüchtlingsströme interessieren auch nicht. 1 Millionen Suizide jährlich interessieren auch nicht. Die ganze Masse von Menschen hierzulande kennt verdammt nochmal keine Demokratie, keine Grundrechte, keine Gnade.

Und das alles macht mir verdammt nochmal Angst! Ich weiß nicht wohin diese ganze Kacke führen soll. Das ist der totale Krieg da draussen und wir alle schreien wie vor Goebbles damals laut HURRAAA oder JAAAA obwohl wir uns damit alle umbringen!

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