Abwärtsspirale: Der Terror gegen den Terror

Für mich reicht eigentlich schon der Spruch den damals George W. Bush auf den Trümmern des WTC abgelassen hat: „Diejenigen die dafür verantwortlich sind, werden bald von uns hören“ sinngemäß und mit einem frechen Grinsen hat also der wohl mächtigste demokratische Präsident direkt Rache angekündigt.  (Originalwortlaut des Zitats: „I can hear you, the rest of the world hears you, and the people who knocked these buildings down will hear all of us soon!“)

Was ist das für eine Nation die in diesem traurigen Moment sofort dazu übergeht Massenmord zu begehen? Im Afghanistankrieg sollen mindestens über 3500 Zivilisten getötet worden sein, im Irakkrieg liegen die Schätzungen der getöteten Menschen zwischen 8 000 und 1 000 000. Die Opfer des WTC-Anschlages am 9.11.2001 werden auf 3000 Menschen geschätzt.

Ich weiß man sollte aus Respekt vor den Opfern solche Vergleiche nicht anführen, aber es zeigt doch die Realität egal was für Gründe dahinterstecken. Und ich frage mich: Warum? Warum mussten diese Menschen sterben? Nur weil sie auf der „falschen“ Seite standen? Alle diese Menschen wollten doch glücklich sein und einfach nur ihr leben Leben. Und jetzt sind sie tot.

Es ist kein Geheimnis das unheimlich viele Menschen von diesen beiden Kriegen und diesem und anderen Anschlägen profitiert haben und auch weiterhin profitieren. Die Rüstungsindustrie, die Ölindustrie, die Wirtschaft der USA erlebte einen unheimlichen Aufschwung und konnte ihre Verschuldung etwas dämpfen. Interessant ist nun das Säbelrasseln gegen den Iran, wieviele Menschen sollen noch im „Kampf gegen den Terror“ sterben? Ich frage mich wozu dieser Wahnsinn gut sein soll? Warum bekämpft man Terror mit Terror? Warum beschneidet man wegen ein paar verwirrten Menschen die Rechte von Millionen von Menschen?

Was steckt dahinter? Wir werden es nie herausfinden können weil die Fakten in den Millionen Informationsquellen verschiedenster Interessengruppen völlig untergehen und durchaus auch versteckt und verfälscht werden. Es ist gefährlich sich auf irgendetwas zu fixieren, man läuft ständig Gefahr irgendeinem Unsinn aufzusitzen. Da hilft es Abstand zu nehmen und auf das Wesentliche zu schauen. Und dann sieht man das beide Seiten brutaler kaum sein können.

Auch die Medien profitieren von diesen Kriegen denn sie bringen Quote und Auflage, es profitieren Industriezweige das bringt Arbeit und Profit, die Politik profitiert denn sie wird gebraucht und kann führen, schützen, die Terroristen profitieren weil sie Angst und Schrecken verbreiten können, nur die Opfer bleiben auf der Strecke, die Allgemeinheit und die Menschenrechte werden völlig fallengelassen. Und damit verliert die Gesellschaft ihre Substanz und ihr Potential, weil sie sich selbst zerfleischt und hasst.

Wir leben in einer barbarischen Welt und es wird nicht besser wenn die Menschen sich nicht mal langsam klarwerden worauf es wirklich ankommt im Leben. Wir haben einander zu respektieren und wir dürfen uns nicht als Konkurrenten oder Gegner begreifen sonst gibt es immer wieder Rachefeldzüge die endlos von Jahrzehnt zu Jahrzehnt hunderttausende von Opfer fordert.

Ich dachte die Amerikaner hätten spätestens im Vietnamkrieg gelernt das es nicht richtig ist mit Gewalt eigene Visionen durchsetzen zu wollen. Ich dachte sie würden verstehen was sie Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit nennen. Wahrscheinlich haben sie aus den Augen verloren was das eigentlich im realen Leben bedeutet. Sonst hätten sie ihre Männer nicht nach Afghanistan und in den Irak geschickt um sie zu toten oder psychisch/physisch verkrüpelten Helden zu machen, sondern angefangen sich für die Bedürfnisse und Interessen anderer Nationen zu öffnen und den Dialog voranzutreiben. Aber dafür ist diese Nation zu ängstlich, sie schlägt lieber wild um sich und verleugnet ihre Probleme.

Genau diese Verleugnung der mächtigen Menschen innerhalb der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft führt dazu das sich endlos viele Menschen von sich und anderen Menschen entfernen. Sie bekommen noch mehr Angst, sind noch unsicherer, verzweifelter und agieren entsprechend destruktiv, machen sich und andere damit unglücklich und ertrinken in unerfüllten Sehnsüchten. Den Amerikanern und Europäern fehlt es genauso an gemeinsamen Perspektiven wie anderen Nationen weil sie sich selbst nich erkennen. Sie stehen immer im Wettbewerb zu sich selbst und eigenen Ansprüchen und Vorstellungen. Sie leben entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft und vergessen dabei völlig die Gegenwart, das Hier und Jetzt.

Sie sind völlig von ihren Problemen eingenommen und fasziniert, lieben Gewalt und kühle Pläne gegen den Feind, Konkurrenten usw. Ob Nationen, Konzerne oder einzelne Individuen, es ist immer dasselbe primitive Prinzip das sie alle langfristig ins Unglück stürzt, welches soviele Facetten haben kann wie es Atome im Universum gibt. Auf gelöste Probleme folgen neue Probleme und diese müssen genauso gelöst werden wie die daraus folgenden Probleme. Es ist eine Abwärtsspirale, wie weit kann der Mensch sinken, wie weit kann er sich quälen ohne sich völlig auszulöschen? Das versuchen die Menschen momentan auf allen Ebenen herauszufinden und es ist ein Jahrhunderte altes Spiel, was sich nur oberflächlich neuartig, modern und komplex darstellt.

Deshalb quälen sich die Menschen und kommen nie zu einem Ende. Es ist wie der Kampf gegen den Terror, jeder kann zum Terroristen ernannt werden, selbst Präsident George W. Bush oder Barack Hussein Obama II.

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