Leben als Alptraum

Ich glaube nicht das es einen Job gibt der zu mir passt. Dafür sind die Branchen und das dahinterstehende System viel zu starr. Ich denke viele Menschen sehen das ähnlich wie ich. Sie zwängen sich in Korsetts, die sie Beruf nennen und arbeiten darin nach ihrer Ausbildung jahrelang, machen Fortbildungen, ärgern sich mit Kunden und Kollegen herum, kämpfen sich durch den Berufsverkehr und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt.

Wenn ich an so einen Alltag denke, dann empfinde ich eine gigantische Leere. Eine Leere die mich ohnmächtig macht. Ich will mein Leben nicht verplanen, ich will es nicht strukturieren oder festlegen. Mir ist es seit einiger Zeit auch gelungen so zu leben. Viele sagten mir das aus mir nichts wird wenn ich so weiter mache. Dabei empfand ich nach einiger Zeit endlich mal soetwas wie ein Gefühl von Ruhe, nur eine Nuance davon. Und ich war sehr ausgeglichen. Wirklich, es macht richtig Spaß sich nicht in Korsetts zu zwängen und einfach nur zu Sein.

Soetwas funktioniert aber leider nicht lange. Die Menschen erwarten von mir und sagen mir, ich habe wie sie zu arbeiten. Sie sagen: Ich muss mir mein Brot verdienen, ich muss mich engagieren, sonst gehe ich zugrunde, sonst zerstöre ich mein Leben und das Leben derer die mich lieben. Und es heißt das jede Woche die ich nicht arbeite, ein Verlust ist den ich nie wieder gutmachen kann. Dabei empfinde ich das gar nicht als großartigen Verlust. Meine Lebensqualität ist ohne diese Treiberei durch Büros, Lärm und strukturiertem Chaos sogar gestiegen. Ich kann endlich ausschlafen, kann lesen, schreiben, denken und zu mir selbst finden. Wenn das liebe Geld nicht wäre, könnte es durchaus immer so weiter gehen.

Sobald mein Konto dahingeschmolzen ist, bin ich gezwungen arbeiten zu gehen. Ich habe mir also zu überlegen welche Branche, welche Firma, welche Tätigkeit für mich und die anderen Menschen eine Bereicherung darstellt und genug Geld abwirft. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder Recherchen durchgeführt. Es war ermüdend, entnervend, ein absolutes Desaster! Unerträglich was der hochgejubelte heilige Markt mir bietet! Das Resultat ist, ich habe kein Resultat! Ich habe nur eine riesige Perspektivlosigkeit. Ich kann mich verkaufen wie all die anderen, mich in Korsetts zwängen und hoffen, dass mir das reicht und ich nicht wahnsinnig werde. Es hat ja einige Jahre geklappt, oder sagen wir, ich habe es einige Jahre gemacht und irgendwie überlebt. Also ist es nicht so schlimm oder? Was stelle ich mich so an? Viele Millionen machen das doch seit vielen Jahrzehnten und die Verhältnisse waren nie so gut wie heute. Jeder kriegt einen Haufen Geld und damit kann er sich ein Stück Freiheit kaufen, was will ich denn noch?!

Ich frage mich wieso ich mir Freiheit erkaufen muss? Ich empfinde mich eigentlich als frei, erst wenn ich an die Schule oder Arbeit denke, fühle ich wie sich die Schlingen um meinen Hals, meine Arme und Beine schlängeln und festschnüren bis ich kaum mehr atmen kann! Für mich gibt es keinen idealen Job, es gibt nichtmal einen Job den ich ertragen kann! Weil mich alles versklavt und zur Hure macht, es geht nur um das Geld, es hat keinen höheren Sinn oder höheren Wert zu arbeiten. Klar es geht um das Überleben aber nicht viel mehr! Was ist das dann für ein Leben? Arbeiten um zu Überleben? Arbeiten um sich ein Stückchen Freiheit namens Feierabend zu erkämpfen? Arbeit wofür? Das Land versinkt im sinnlosen Überfluss voller Dinge die die Leute verblenden und isolieren. Ein paar Kilometer verhungern andere Leute weil sie nichtmal das Nötigste haben und solche wie ich helfen ihnen nicht, weil eigene quälende Sorgen plagen. Wer bin ich? Warum fühle ich mich so wertlos? Warum soll ich immer kämpfen? Was muss ich tun um vorwärts zu kommen? Warum ist das Leben eine ständige Hetzjagd? Was hat man mit mir nur gemacht?

Eine echte Ruhe, eine echte Freiheit werde ich mit Job wohlkaum finden. Irgendwie erhoffe ich mir doch noch irgendetwas zu finden, was mich und andere erfüllen könnte. Vielleicht auf ehrenamtlicher Basis, aber wovon soll ich dann leben? Ich bin selbst schuld, ich hätte erahnen müssen wohin mich das alles hinbringt. Die Menschen sind gnadenlos mit jenen die nicht mitziehen, mit jenen die zweifeln und stören. Sie haben Recht, schlagt mich tot und jeder ist zufrieden! Was soll dieses jämmerliche Gewinsel?! Mein Leben ist nur ein Hauch im Wind, was solls, ich klammere mich nicht daran. Ich lasse mich nur nicht gern ausbeuten und dennoch fühl ich mich als hätte ich es mein ganzes Leben lang zugelassen! Ich fühle mich elend, ausgepeitscht und traumatisiert von einem anonymen Feind, einem kosmischen Gespenst was mich in die tiefsten Tiefen meines Selbst verfolgt und verängstigt hat. Es gibt in meiner Welt keinen Retter. Ich glaube auch nicht in Eurer. Wir alle leben mit unseren Dämonen und das hat unsere Welt geschaffen in der wir alle leben. Eigenartig. Wo soll das alles nur hinführen? Was soll ich tun? Was sollen wir tun? Das jetzt ist doch nicht der Weg?!

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