Das Problem der Menschheit

»Wir entfremden uns ständig von uns selber, den anderen Menschen und der Welt, indem wir unser gegenwärtiges Erleben in verschiedene Teile zerlegen, die durch Grenzen getrennt sind. Wir spalten unser Gewahrsein künstlich in Abteilungen auf: Subjekt-Objekt, Leben-Tod, Leib-Seele, Inneres-Äußeres, Verstand-Gefühl, eine Trennungsregelung, die zur Folge hat, daß ein Erleben das andere einschneidend stört und das Leben sich selbst bekämpft.

Das Ergebnis ist einfach Unglücklichsein, auch wenn man ihm viele Namen gibt. Das Leben wird zum Leiden, von Kämpfen erfüllt. Aber all diese Kämpfe, die wir erleben – unsere Konflikte, Ängste, Leiden und Verzweiflungen – werden durch die Grenzen verursacht, die wir in unserem Irrtum um unser Erleben ziehen.« (Ken Wilber)

Es gibt keine Lösung, keine Sicherheit, kein Ideal, keine Perfektion, keinen ewigen Wachstum.  Unser Denken ist begrenzt und daher sind alle Gedanken, Vorstellungen und Ideen unvollständige Gebilde, die nur sehr begrenzt stimmen und funktionieren. Die Welt ist endlos komplex und verändert sich ständig, unser Denken hängt dem immer hinterher.  Unser Denken kann also nur sehr begrenzt hilfreich sein, wenn es darum geht glücklich zu sein, denn Glück ist unbegrenzt, spontan und frei. Denken ist nur ein träges Werkzeug. Aber es bestimmt die meisten Menschen.

Deshalb sind die meisten Menschen unglücklich. Sie glauben sie seien nicht vollständig weil sie sich zu sehr mit ihrem Denken und dem Denken anderer Menschen identifizieren. Dadurch machen sie ihr Leben von Faktoren abhängig die zum Scheitern verurteilt sind. Und je mehr sie begreifen, dass ihr Engagement im Job oder in der Schule nicht reicht, desto mehr strengen sie sich an. Es ist aber zwecklos. Wir können die Illusion nicht auflösen indem wir sie bestärken und leben. Wir spüren alle diese Leere wenn es darum geht zur Arbeit oder Schule zu gehen, es geht nunmal vorrangig darum Leistung zu bringen. Wir stehen in Konkurrenz zueinander, müssen gegeneinander kämpfen, es muss Gewinner und Verlierer geben.

Ist das wirklich unser Wunsch? Alle Menschen zu spalten, zu trennen und zu sagen wie unterschiedlich sie doch sind? In Wahrheit haben wir unzählige Gemeinsamkeiten. In Wahrheit sind die Grenzen Verbindungen. Wir sind alle von Geburt an einzigartige Wesen die permanent das Wunder Leben erleben und leben. Und obwohl wir ein Grundgesetz haben, welches von der Würde des Menschen spricht, quälen und peitschen wir uns gegenseitig durch ein engmaschiges engstirnges System voller irrsinniger verblödeter Vorstellungen.

Alle Menschen haben ihre einzigartigen Sichtweisen sie können unmöglich sehen was in dem Kopf des anderen Menschen vorgeht, sie können unmöglich Perfektion erlangen oder auf einen Nenner kommen. Wir können uns aber respektieren und an einem Bewusstsein arbeiten welches unsere Illusionen, Denkfehler und Probleme erkennt und auflöst.

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