Monatsarchiv: November 2008

Paradies? Gerne aber wie?

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Eingeordnet unter Fremde Texte

Das Pult blutet langsam im Treibsand

Alles was ich höre ist Lärm. Jeder Gedanke ist ein Uhrwerk der mit seinen Rädern alle Freiheiten vergräbt. Alles was ich sehe ist Schwarz. Es gibt keine Orientierung, keine Sicherheit und keine Zukunft. Alles was ich fühle ist kalter Lehm an allen Stellen meines Lebens. Ich bin bewegungsunfähig und röchle lautlos vor mich hin. Das ist meine Existenz, die sich unaufhaltsam fortsetzt bis die Organe aussetzen und ich in die Ewigkeit entlassen werde.

Voller Sterne und unendlicher Schleuderkräfte werde ich dann in die Ursuppe geschleudert bis ich mein Alles und Sein verloren habe. Bis ich die irrelevante menschliche Existenz als einen Traum erkannt und ausgespiehn habe. Das dreht sich in die Unendlichkeit der explosiven Zeitlosigkeit, wie ein Kreisel der die magnetische Wirkung zusammen mit Rauschen und wackligen Fratzen begleitet. Das ist Existenz die keiner kennt und keiner dokumentieren kann. Das ist das Ende der Zeit und der Anfang der Auflösung.

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Eingeordnet unter Lyrik?

Vergangenheit die Sklaverei der Zukunft

Das ist mir alles zuviel. Es wird soviel geredet und geschrieben. Es wird soviel gefeiert und gejubelt. Ich weiss nicht warum, aber ich sehe das wir unsere Existenz scheinbar in fast jeder Hinsicht vollkommen missverstehen. Die jungen Leute gehen zur Schule und haben soviel Energie, sie können kaum einen klaren Gedanken fassen. Sie springen herum, stürzen sich in irgendwelche Liebschaften, brechen sie ab sobald sie schwierig wird und stürzen in das nächste Unglück hinein.

Während die älteren Menschen, also jene die ihre Ausbildung gemacht haben und jetzt die ersten weiteren Berufsjahre erleben, möglichst danach Ausschau halten was sie sich noch alles aufbauen könnten. Womit sie ihr Leben noch feiner und genauer gestalten können. Und nebenbei wird gearbeitet, geschwitzt und durch die Strassen gehetzt. Die Klamotten modern und trendy, der Verstand ganz auf Karriere, Partnersuche und gutes Essen fixiert, eine endlose Wiederholung von Plänen und Zielen.

Ich kann graben wie ich will, die Schicksäler der Menschen erfassen und erläutern, aber wirklich schlau werde ich daraus nicht. Das was anderen Menschen total fasziniert ist für mich kaum ein Augenzwinkern wert. Wieso sind gerade die Radiosender erfolgreich die jeden Tag dieselben Songs spielen? Wieso wenden sich die Menschen von einen ab, wenn man schwierige Fragen stellt oder einfach schlechte Laune hat? Warum müssen wir alle Karriere machen? Weshalb eine Familie gründen? Was will ich mit einem Auto? Was sollen all diese Dinge?

Bei diesem ständigen Gewusel sehne ich mich nach Stille und Einsamkeit. Ich will in eine Rakete steigen und neue Universen bereisen. Und irgendwann, nach 100 Milliarden Lichjahren kehre ich auf den Planeten zurück, dann werde ich feststellen es hat sich immer noch nichts geändert. Die Menschen haben nun zwar nur noch einen Kopf mit 20 Beinen und einem riesigen Genital, aber sie hetzen immer noch hinter dem größten Glück dieser Erde her. Treiben das Paradies vor sich her, kämpfend, schreiend, wie bei der Geburt sind sie hilflos ihrem Wissen ausgeliefert.

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Eingeordnet unter Emotionales

Chaos versus Frieden

Ich arbeite, meine Verwandten arbeiten. Freunde, Bekannte, Fremde, alle Menschen arbeiten. Von Früh bis Spät kämpfen wir mit Kunden, Verträgen, Produkten, Verkaufsstrategien usw. für unser Geld, unsere Zukunft und unser persönliches Glück.

Wir verlieren und versenken uns im Wettkampf gegeneinander. Gemeinsam kämpfen wir gegeneinander. Jeder gegen Jeden für die Freiheit und die Selbstverwirklichung, für ein bisschen Spaß! Manche von uns sind sehr erfolgreiche Arbeiter, Manche weniger, Andere erfüllen nur ihre Pflicht und das wars. Es ist und bleibt ein Kampf.

Wir lenken gern von dieser Wahrheit ab, indem wir feiern gehen oder besser, indem wir die Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte zerteilen und verplanen. Wir trösten uns mit Musik, Süssigkeiten, Tanzen, eben irgendwelchen kurzfristigen Freuden, die wir uns selbst festlegen und erfülen. Keine dieser Freuden hält ewig oder gar lang genug, denn der nächste Arbeitstag mit all seinen vielen Stunden wartet schon und kommt unaufhaltsam näher und näher.

Dann sind wir wieder gezwungen für unser beschränktes, vorübergehendes Glück aufs Neue zu kämpfen. Akten wälzen, mit unangenehmen Leitern und Kunden fertig werden ohne zu schreien und zu weinen, durchbeissen, durch die Blechlawinen auf den Autobahnen, durchboxen durch die Menschenmengen an den Bahnhöfen. Die Atmung wird flacher, kürzer, wir verlieren mit der zunehmenden Geschwindkeit unseres Berufslebens immer stärker die Orientierung. Erst fliegen die Gefühle und Zweifel davon. Dann fliegen die Hoffnungen und Visionen davon. Und zuletzt fehlt der Mut, die Liebe und der Wille zu überleben.

Was haben wir von diesem Kampf? Die meisten Menschen kämpfen in ihren Berufen gegen Frustration, Burnout, etliche Herausforderungen. Seht Euch die Gesichter an, wenn ihr Morgens oder Abends unterwegs seid. Schaut in die Autos die neben Euch vorbei rasen, wenn ihr zur Arbeit fahrt. Schaut Euch die Gesichter der Fahrer an. Sind das glückliche Gesichter? Sind sie über jede Sekunde die sie leben dürfen glücklich und froh?

Die Leute wirken müde, abgekämpft, sie scheinen ihr Leben nicht zu geniessen. Dabei gehören wir in Europa und Deutschland zu den privilegierten Ländern und Staaten. Wir bekommen noch genug Geld für unsere Arbeit, sodass wir uns teure Autos kaufen, Häuser bauen, trendige Klamotten, Musik usw. kaufen können.

Trotz dieser erheblichen Zeichen eines maroden, ungerechten Systems gehen die Menschen weiter als sei nichts gewesen, als sei alles in Ordnung. Natürlich geht es uns recht gut, im Gegensatz zu Menschen in Afrika oder gewissen Teilen Indiens. Aber heisst das für uns nicht täglich zu fragen: Sind wir auf dem richtigen Weg? Ist das die beste und einzige Möglichkeit? Ist es nicht so, das wir mit unserem Verhalten die Armut anderer Menschen auslösen bzw. ermöglichen? Wer kauft denn die billigen Klamotten, wer kauft denn Tabak, Kaffee aus unfairen Situationen? Sind wir Opfer oder Täter?

Keiner von uns scheint diese Fragen gerne zu stellen. Fürchten wir diese Fragen zu stellen, weil es dann einer totalen ständigen Veränderung bedarf? Wir würden wieder in echter Unsicherheit leben wenn es soweit kommen würde. Halten wir das aus?

Vielleicht fürchten die meisten, es würde nichts besser werden. Wir hoffen auf schlaue, langjährige Politiker, die hoch qualifiziert und studiert unsere Probleme lenken. Oftmals erdenken sie Probleme wenn sie Lösungen erarbeiten sollen. Deshalb ändert sich seit Jahrhunderten nicht wirklich etwas. Reich bleibt reich, arm bleibt arm. Die Politiker können die Probleme von den Arbeitern nur oberflächlich nachvollziehen. Woher das alles kommt? Reformen bedürfen immer neuen Reformen; Neue Lösungen bringen neue Probleme und vom Lobbyismus der Wirtschaft wollen wir hier erst gar nicht sprechen.

Wir sind eine schizophrene Lebensform. Einerseits fasziniert vom Chaos und Tod, andererseits stets bemüht Frieden und Glück zu ermöglichen.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Szenen sind cooles elitäres Gehabe

Warum gibt es Subkulturen wie Punks, HipHopper, Metaller, Gothics, Emos und so weiter? Weil die Teilnehmer der jeweiligen Bewegungen teilweise die oberflächliche Lebensweise der Massen verstanden haben. Sie drücken das zwar unterschiedlich aus weisen aber grundsätzlich auf sehr ähnliche gesellschaftliche Missstände hin. Ich teile ihre Frustration und folgte ihnen auch in jüngeren Jahren, bis ich auch bei ihnen eine beschränkende, oberflächliche Haltung und Denkweise erkannte.

Sie verfolgen genau wie die meisten Menschen gewisse Leidenschaften, leben mit Frustration die z.B. durch das Berufsleben entstanden ist. Das was sie letztlich von der Masse unterscheidet ist der Stil und die Form wie sie das durchleben und ausdrücken. Keine der Szenen besitzt echte Lösungen, echte Freiheiten oder Inspirationen dazu. Wenn überhaupt nur kleine Bruchstücke, die nur abseits von Konzerten, Outfits usw liegen.

Die Gruftis, Metaller usw sind also weder besser, individueller noch schlechter als jeder andere Mensch auf der Welt. Dennoch erfahren diese Menschen erstaunliche Konflikte und Abgrenzungen wenn sie sich in Szene-typische Kleidung werfen. Ihnen passiert quasi das, was den dunkelhäutigen Mitmenschen seit vielen Jahrhunderten gegenüber den Weissen passiert. Sie werden aufgrund ihres Äußeren ausgegrenzt. Und darüber herrscht große Verwirrung. Oftmals wird mit Protest darauf reagiert.

Die Szenenanhänger sehen sich dann bestätigt und behalten ihre Einstellung, dass die meisten Menschen oberflächliche Arschlöcher sind. Und mit dieser Abgrenzung zeigen sie das sie ebenso oberflächliche Arschlöcher sind. Der Hund beisst sich quasi selbst in den Schwanz.

Die pseudo-außergewöhnlichen Szenen fördern also keine echte Veränderung der Situation, sondern dürfen eigentlich nur als Erweiterung der Trennung des Menschen vom Menschen gesehen werden.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Marsch der Millionen

Marschiert wird täglich aus dem Bett, ins Bad, Küche und dann den täglichen Weg zur Arbeit. Im Gleichschritt folgen die Massen ihren Zielen, mehr oder minder mit guten oder schlechten Gefühlen und Gedanken. Auch ist klar, sie haben sowieso keine Wahl.

Sie müssen konkurrieren, sie müssen konsumieren. Das jetzige System funktioniert nur weil sich täglich tausende Millionen von Menschen dafür opfern. Jeder von uns opfert Lebenszeit und lässt sich dafür mit billigen Löhnen und Versprechungen abspeisen.

Ihr wisst dass das Leben dadurch immer stärker zur Qual wird und es immer schwieriger wird sich dessen in der alltäglichen Routine und Gewohnheit zu enziehen. Deshalb wird alles krasse, es wird mehr gesoffen, gegessen, also mehr konsumiert, anstößigere TV Formate geguckt.

Macht die Augen auf! Es gibt niemanden der das beenden wird. Jeder von uns entscheidet selbst was für ein Leben er möchte. Wollt ihr weiter im Konflikt mit der Umwelt und mit Euch selbst leben? Habt ihr es nicht satt, zum lästigen Arbeits-, oder Schulalltag ständig Ausgleich suchen zu müssen?

Wisst ihr nicht das alles umsonst ist wofür ihr kämpft? Macht Euch nichts vor, egal wie cool Eure Kleidung, wie bahnbrechend Eure Ideen sind, ihr werdet nur Leid und Unglück produzieren, sofern ihr das große Ganze nicht begreift.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Die Menschenmassen begehen für Frieden und Freiheit Suizid

Leistung, Leistung, Leistung. Alles was in dieser verlogenen Gesellschaft zählt ist Leistung. Nicht der Mensch, sein Charakter oder seine Gefühle! Es gilt nur das was er jeden Tag leistet. Und wenn er zu wenig leistet, dann fliegt er. Diese Gesellschaft steht unter massiven Druck, es gibt keine Freiheiten und wenn dann nur abgepackt in DIN Norm Tetrapack-Packungen, die nur irgendwelchen Konsumjunkies reichen, die in den Träumen von Discount-Milliardären existieren.

Ich habe es satt mich durch die Woche zu hetzen, Abends nie genug Zeit zu haben etwas wirklich Schönes zu erleben. Ich hab es satt mich mit irgendwelchen Floskeln, von Abteilungsleitern, Niederlassungsleitern, Politikern, sonstigen ranghohen Wichsern in allen Branchen verarschen zu lassen. Ihr wisst gar nichts besser als ich, seid nur länger in der Scheisse und wart so wahnsinnig möglichst viel davon zu fressen! Wovon lebt diese Gesellschaft eigentlich? Glaubt sie im Ernst das sie durch ständige Gewinne, durch ständige Verbesserung der Arbeitslosenquote, durch das Einhämmern mit Wissensbüchern auf Schüler und durch Wettbewerb das Glück auf dieser Erde auszulösen?

Wir sind alle total bescheuert und glauben durch wahnsinnige irre Verhaltensweisen gesund zu werden. Es wird niemals besser werden, höchstens wenn wir alle jämmerlich auf unseren Bürostühlen, in den S-Bahnen und Trambahnen erstickt sind. Dann ist alles gut, aber nicht in den Jahrhunderten die voller menschlichen Stumpfsinn sind. Wir glauben wir könnten unsere Freiheit durch Gedanken, Ziele, Pläne, Übungen und irgendwelchen anderen verkapselten, reduzierten, beschränkten Scheiss erreichen, dabei machen wir uns damit nur noch mehr kaputt.

Schaut sie Euch an die tolle Welt, man muss ja positiv sein. Vergessen wir 1 Milliarde Menschen Armut, vergessen wir das 360 Miliardäre mehr Geld haben als 2,5 Miliarden Menschen zusammen! Vergessen wir die massiven Umweltschäden, vergessen wir das wir die Tiere die wir nicht süss finden wie eine Ware behandeln und jährlich tausende von Tonnen fressen! Und dann sind wir zu fett, wollen aber trotzdem geil ausschauen für das andere Geschlecht und dann rennen wir in irgendwelche verspiegelten Trendsportläden, indenen wir irgendwelche eintönigen Gewichte stemmen oder auf der Stelle laufen.

Gedanklich merken wir das wird alles zuviel und wir sind frustriert, wir wollen uns ablenken gucken Superstars oder was irgendwelche B-Promis im künstlich anglegten Dschungelcamp machen. Wir verrennen uns in unseren Idealen und Zielen, wir weinen, wir schreien, wir jammern und kotzen, aber wir müssen weiter machen, denn niemand gibt gerne auf, niemand gibt gerne zu das wir alle total falsch liegen. Niemand will der Erste sein, der das Ganze aufgibt, es einfach in die Ecke feuert und so behandelt wie es es verdient hat.

Jeder will zu den Gewinnern gehören, tolle Autos fahren, einen Pool haben, ganz viele Frauen oder Männer, nackt, durchtrainiert, als Masseur, Diener jeglicher Dienste, aber nur ganz wenig dafür tun. Zumindest nicht mehr als nötig!! Und das nennen wir dann Freiheit, irgendwelchen Materialistischen Wahnsinnsvorstellungen hinterher rennen und dann wundern wir uns das Schimpansen als Huren verkauft werden, Atombomben über Städte gezündet werden, das Statussymbole mehr zählen als Charakter und Gefühle. Wir sind so eine schizophrene kranke verfickte Gesellschaft. Wir sind ein Haufen Lebewesen die nur Selbstzerstörung anbeten und betreiben. Die ganze Menschheit ist eine Sekte, aus der man nur austreten kann wenn man Suizid begeht!

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Eingeordnet unter Emotionales