Zweiter Tag

Der heutige Arbeitstag begann mit einem kleinen Abenteuer. Es gab ein massives Problem bei der Anfahrt und ich stand plötzlich vor dem Problem nicht pünklich bei der Arbeit erscheinen zu können.

Die Taxiunternehmen wollten oder konnten meinen Wünschen und Anforderungen nicht nachkommen. Und so blieb mir nichts anderes als von anderen, nächstgelegenen Menschen Hilfe zu erbitten.

Ein Pilot, ein Chinese und ein Niederbayer teilten mit mir ein Taxi. Sie hatten es wohl viel früher bestellt und packten gerade ihr Zeug ein als sie mir auffielen. Ich fragte nach einem freien Platz und man bejahte lächelnd das sei kein Problem. Die Richtung war auch halbwegs sinnvoll und ich konnte weitaus früher in der Arbeit sein.

Der Pilot und der Chinese unterhielten sich auf Englisch über das Problem das bei der Anfahrt auftrat. Sie wussten nicht genau was los war, also sagte ich ihnen das wohl eine Person in die Gleise gefallen ist und daraufhin sagte der Pilot folgendes: Wenn es ein Suizidversuch war, hätte er das wohl besser in der Nacht tun sollen und nicht zu den Pendlerstoßzeiten.

Bei dem Chaos welches auf den Bahnhöfen auftrat, ist diese Äußerungen nur verständlich aber dennoch respektlos gegenüber das Leid des Einzelnen der in den Gleisen lag. Aber egal, die beiden unterhielten sich weiter über das Oktoberfest und Kollegen. Relativ einfaches Englisch, ich konnte gut die Inhalte nachvollziehen.

Unser Fahrer war wohl ein Türke, sein Deutsch war schwammig, aber er war stets bemüht freundlich zu formulieren und zu agieren. Nur sein Fahrstil war vielleicht etwas riskant und hastig. Wir gerieten auch in einen Stau und mussten uns gedulden. Der Chinese meinte daraufhin, es wäre immer besser in Bewegung zu bleiben als auf einer Position zu verharren. Das klang irgendwie weise.

Jedenfalls kam ich etwas später als am ersten Tag an und etwa 1 Stunde später als von mir geplant. Natürlich wussten alle wichtigen Personen bescheid, da ich telefonisch auf meine Schwierigkeiten verwies. Meine gestrigen Unsicherheiten und Ängste die ich für heute befürchtet hatte, hielten sich in Grenzen.

Es kam eine leichte Welle eines guten Arbeitsklimas bei mir an und ich habe schon eine kleine Routine beim abarbeiten der, für viele, lästigen Ablage. Heute habe ich mich zwar ertappt wie ich auf die Uhr sah und mir wünschte es würde doch einen Zeitsprung geben, aber es war nicht so stark mit unangenehmen Gefühlen verbunden, wie ich es von früheren Arbeitsverhältnissen kannte.

Das liegt wohl auch an der lockeren Art und dem relativ guten Klima innerhalb der Abteilung. Man geht kollegial miteinander um, es dudelt leise ein Radio im Hintergrund, die Arbeit wird meist sehr still absolviert und es gibt kaum echte Unruhestiffter. Es gibt auch keine täglichen Angstmomente, wie vielleicht ein Tagesziel was unbedingt erreicht werden muss. Oder ein steifes begrüssen, verabschieden oder abmelden in die Pause. Es läuft einfach, es gibt immer was zutun und das Wichtigste ich bin beschäftigt und helfe diesen Leuten wirklich weiter. Ich helfe ihnen weiter und sie helfen mir weiter. Das ist ein guter Deal.

Wer weiss wie es hier weitergehen wird. Aber ich werde weiterhin versuchen mein inneres in einem angenehmen Klima zu halten, denn dies ist Voraussetzung für ein harmonisches Arbeitsleben, vorallem dann wenn ich es größtenteils gezwungenermaßen durchleben muss. Wie viele Millionen andere Menschen auch.

Dazu habe ich auch etwas geschrieben, aber dazu wohl in späteren Tagen mehr.

Was ich noch sagen kann: Ich habe mehr geredet und mehr von mir gezeigt. Ich habe den Menschen direkt angesehen, wie sie sich mir öffneten. Vorher war da ein grauer Schal und während des persönlichen Gesprächs blüten sie auf und ich mit ihnen. Das ist denke ich eine gute Grundlage, wobei mir das so nur 2 mal gelang. Aber es gibt so verflucht viele Kollegen hier und ich bilde mir ein das es bisher nur Glück war.

Sollte ich wirklich ein kommunikativer Typ sein? Wir werden sehen.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

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