Kapitel 2

Als Kind bin ich dann immer stärker in das und mit dem Leben gestürmt. Ich stürzte mich in alles was ich wahrnehmen konnte. Ich atmete viel und schnell, riss meine Augen lange und weit auf, ich schrie, ich lachte, ich weinte und war betrunken vom Leben, sodass ich oft am Abend sehr erschöpft und müde einschlief. Morgens kam ich schwer aus dem Bett, nicht nur weil ich die Wärme des Bettes liebte, sondern auch weil die Morgenluft mich umarmte wie die Gesänge der zwitschernden Vögelchen. Ich wollte liegen bleiben und blieb oft liegen, sodass ich die Schule vergaß.

Nunja fast, meine Mutter kam dann immer in der letzten Sekunde und riss mich aus dem Leben, sties mich wohlbesorgt um meine gesellschaftliche Zukunft in die Maschinen des Bildungsapparates der mich zu einem schlaudummen Schüler der Menschheit machen sollte. In mir sackte es dann immer zusammen, wenn sie in mein Zimmer stapfte. Ich liebte sie, so wie heute, nur litt ich leise daran ihr gehorchen zu müssen, obschon ich nicht wußte wie ich dagegen argumentieren sollte. Der Morgen verfolgte mich aber auch in der Schule, ich hatte ihn in mein Herz gelassen und war ständig davon erfült. Was interessierte mich das Geblubber von Lehrern und Fächern, wenn das Leben auf mich einschlug wie eine Bombe, die ich ja selber war!

Ich strahlte und lachte, war fröhlich und frei. Der Unterricht verunsicherte mich zutiefst. Ich war traurig wenn ich meine Eltern nicht mit guten Noten glücklich machen konnte. Mir war aber nie danach wirklich dieses Zeug auswendig zu lernen und auszuspeien wenn man es von mir verlangte. Ich verstand nicht wofür das gut sein sollte, ich wußte nicht was ich mal werden wollte, schließlich war ich doch schon längst jemand.

Ich dachte nicht viel über die Zukunft nach, ich lief soviel es ging in der Natur herum. Oft war ich schmutzig und viel zu lange weg. Meine Eltern sorgten sich schrecklich. Vorallem meine Mutter, denn mein Vater war sehr oft unterwegs und hat hart für unser Geld arbeiten müsen. Davon hatte ich als Kind keine genaue Vorstellung, für mich war er einfach oft weg und wenn er da war, dann gab es neben den schönen Tagen auch Ärger der mir lang und schwer in Erinnerung blieb.

Ja, es war eine schöne Kindheit. Die Sommer empfand ich solang wie die Winter und Wärme war so schön wie Kälte. Ich hatte keine Filter, nicht für alles Erklärungen und schon gar nicht hatte ich immer Menschen mit denen ich das teilen konnte, aber ich empfand all diese unglaubliche Schönheit und lebte dieses Glück mit jedem Atmenzug. Ich konnte mir nicht vorstellen das dies jemals ein Ende haben würde.

Trotzdem kam eine Zeit die mich unheimlich schleuderte und die mich in schwarze Träume riss. Die Schule wuchs in meinem Leben zu einer bedeutsamen Angelegenheit heran, vorallem weil sie mich zeitlich immer mehr in Anspruch nahm. Ich wurde älter und begriff erst instinktiv, dann in Gedanken mit kleinen leisen Schritten Richtung unbekanntes Mysterium, dass da wohl so eine Art Problem auf mich zukommt wenn ich nicht ordentlich lerne. Dass es mich vielleicht sehr unglücklich machen könnte, wenn ich nicht auf meine Mitmenschen höre und ihnen wirklich liefere was sie für sich, aber im Prinzip wie sie sagen, für mich wollen.

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