Kapitel 1

Ich bin ein Mensch wie jeder andere. Meine Eltern liebten sich genug um sich miteinander zu paaren. Dabei entstand ich und kam wie es das Schicksal wollte in Deutschland auf die Welt. Als ich auf die Welt kam schrie ich, ich schrie die meiste Zeit als ich ein Baby war. Meine Eltern wußten nicht was mit mir war, sie liesen mich schreien. Ich weiss noch wie mir unerträglich heiss war und wie meine Unfähigkeit mich auszudrücken Panik in mir auslöste. Intuitiv fragte ich mich, was ich bin und was das alles zu bedeuten hatte. Niemand erklärte mir meine Existenz, ich war einfach da und wurde gefüttert, gewickelt, ins Bettchen getragen.

Oft war mir schwindelig und ich fiel schnell in lange Träume. Ich träume aber nicht viel, meistens nur vom schwarzen Nichts das mich zu umarmen schien. Es kam vor das ich dachte ich würde in einer schwarzen Suppe schwimmen und alles was ich wahrnahm war wollig warm. Der Schlaf gab mir Frieden, Ruhe und beruhigte mich, sodass ich ihn folglich ständig mit Freude empfing. Meine Eltern waren mit mir viel unterwegs. Wir besuchten Verwandte und ich wurde herumgereicht wie eine Trophäe. Jeder wollte mich halten, knuddeln und eigentlich auch behalten. Meine Reaktion darauf war klar, ich fing wieder an zu schreien.

Schließlich wurde ich krank. Ich hatte eine Innenohrentzündung und sie war tatsächlich sehr schmerzhaft. Es fühlte sich an, als ob mehrere Bohrmaschinen in unterschiedlicher Intensität und Richtung in mein Gehör bohrten. Der Schmerz war wie Lärm, den nur ich hören konnte. Mein Geschrei wurde zu Gebrüll, wie jemand der drohte zu ersticken. Meine Eltern begriffen schnell das etwas anders war und gingen mit mir zum Arzt. Der diagnostizierte richtig und ergriff entsprechende Maßnahmen. Gegenüber Ärzten empfand ich seither immer ein gewisses Vertrauen. Sie waren für mich echte Helfer, sie taten was sie konnten und waren nicht passiv.

Als kleines Baby sah ich alles mit großen Augen und mächtiger Bewunderung. Praktisch alles was ich wahrnehmen konnte zog mich an. Ich strotzte vor Energie und Leben. Ich fühlte meine Umgebung.  Jeder Gegenstand, jeder Windstoss, jedes Schwanzgewedel eines Hundes nahm ich in meinem Innersten auf und lernte mich daran zu erfreuen. Meine Panik verfiel bei dieser Begeisterung immer weiter und ich gewann eine gewisse Sicherheit. Ich schrie weniger und wurde älter.

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