Monatsarchiv: März 2008

Kapitel 4

Wir hatten also Grün gegen Grau getauscht. Wir lebten ab sofort in einem Industriegebiet. Autos, LKWs, Flugzeuge rund um die Uhr. Und da wir direkt in einer Spedition lebten, gab es die Größte Ruhe nur zwischen 0 und 4 Uhr. Ansonsten war immer Betrieb, die Fahrer füllten und leerten ihre LKWs an den Rampen. Es gab Geschrei und Unfälle. Sie lassen die Motoren laufen und werfen Müll und Flaschen mit ihrem Urin ins Gebüsch nahe des Gebäudes. Sprich es war ein radikaler Umschlag. Gerade für mich war es ein richtiger Schlag.

Ohne großartige Pause ging es auf die neue Schule. Sie lag verwinkelt mit ein paar Bäumen etwas am Rande der Kleinstadt. Der Direktor war ein 1,70 Meter großer älterer Herr mit Glatze und minimalen grauen Flaum hinter den Ohren. Er begrüßte mich krächzend und wünschte mir alles Gute, mein Vater war dabei sagte dasselbe und ehe ich mich versah stand ich vor 30 neuen Gesichtern die mich alle musterten und mit kritischer Mimik verurteilten. Gegen 9 Uhr musste ich aufstehen und mich vorstellen. Dies war meine Chance, ich dachte, ich könnte alle Zweifel und Vorurteile aus den Köpfen stossen, wenn ich wie früher meine Mitmenschen zum lachen bringe und ihnen meine tolle Art zeige. Aber die Antwort war Stille, als ich heiterer Stimme meinen Namen, meine Herkunft und meine Zuversicht äußerte.

Ich hörte die Uhr ticken, Füsse auf den Boden tippen und die spürte die mitfühlende Lehrerin mit ihrem besorgten Blick. Nichts passierte. Mein Herz schlug schnell und aufgeregt. Ich war völlig überfordert und am Boden zerstört. Tapfer stand ich weiter und blickte hoffnungsvoll in ein paar pubertäre Gesichter. Wie sie aussehen, dachte ich. Die Eine hatte sich wild geschminkt, sie sah wie ein weiblicher Krieger aus, vorallem weil sie sehr knapp gekleidet war. Ein paar Jungs hingen cool in ihren Stühlen, starrten auf den Tisch und spielten mit irgendwas in ihren Händen. Ein paar schauten mich an, aber wenn ich sie ansehen wolle, schauten sie weg. Die Lehrerin brach letztlich die Ruhe und bedankte sich bei mir. Sie fuhr mit dem Unterricht fort und ich konnte mich setzen.

Einerseits war ich erleichtert, aber auf der anderen Seite wußte ich, dass dies nur die erste Schlacht des Krieges war. Ich begann damit, mein Leben als Krieg zu betrachten. Ich sah mich als Isolierter, Unverstandener und Außenseiter. Es machte mich stumm, traurig und zornig. Ab und zu begann ich die darauf folgenden Wochen noch Kontakte zu knüpfen, aber ich verlor immer mehr jegliche Hoffnung und auch jegliches Interesse an meinen Mitschülern. Ich vergrub mich in eine Fantasiewelt. Hing stundenlang vor dem Rechner. Eines Tages fand ich in einem Kiosk eine Zeitschrift die über harte Metal Musik berichtete. Es war wohl so eine Arz Szenemagazin und ich hatte gerade ein paar Münzen dafür übrig.

Ich betrachtete sehr genau die Gruppen die darin abgebildet waren. Es gab auch eine CD mit verschiedenen Hörbeispielen. Ich mochte nicht alle Stücke darauf. Aber manche Interpreten gaben mir Bestätigung. Fortan begann ich mich ernsthaft für die diese Musikrichtung zu interessieren. Ich ging in einen größeren Musikladen und schaute mir ein paar CDs an. Von meinem geringen Taschengeld kaufte ich mir hier und da etwas. Ich ging nur nach den Abbildungen auf den CDs. Was mir künstlerisch gefiel, von der Aufmachung oder der Zeichnungen her kaufte ich letztlich auch. Einige Stücke verstand ich erst nach mehrmaligen höhren. Ich begriff nach und nach die Empfindungen der verschiedenen Musiker und fand mich in einer ganz bestimmten sehr besonders wieder. Ich fühlte mich dabei unheimlich frei und geborgen. Mein neuer Freundeskreis war geboren.

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Fernsehen macht blind

Fernsehen hat Verantwortung. Es muss die Wahrheit senden. Tut es das nicht, verdreht es der Bevölkerung den Kopf. Nur wenige Beispiele des aktuellen Sendewahnsinns:

Die schönsten Bahnstrecken, Sturm der Liebe, Marienhof, Verbotene Liebe, Wer wird Milionär, Brisant, Jackass, DSDS, Big Brother, Sam, Punkt 12, Dr. House, Law & Order, Germanys Next Topmodel, Hausmeister Krause, Richterin Babera Salesch, Britt – Der Talk um Eins, Zwei bei Kallwass, We are Familiy, Lenßen & Partner, Pokémon, Die Nanny!

Wird in irgendeiner dieser Sendungen ganz klar über wirklich relevante Themen diskutiert? Werden ernsthafte gesellschaftliche Probleme beleuchtet? Werden in irgendeinerweise konstruktive Konzepte erarbeitet bzw. gesendet?

Nein, nein und nochmals nein! Wenn wir ehrlich sind, ist das Alles purer Bullshit! Es ist Zeitverschwendung, es verblödet maßlos, es hat nichts mit der Realität zutun. Augenwischerei ohne jedes Gewissen! Es macht praktisch blind!

Das Fernsehen spielt nur nach, es kopiert, es verherrlicht, es verdreht aber es bringt im Prinzip keine Ergebnisse, die sich als positiv-richtungsweisend bewerten lassen.

Es berieselt uns 24 Stunden, jeden Tag mit gedankenlosen Informationsbomben. Das Fernsehen versucht uns einzuwickeln und uns zu fesseln. Oft wird unterschwellig die heile Welt tituliert, indem die harten Themen einfach kaum oder nur beiläufig angesprochen werden.

3sat, Phoenix und Arte darf man als die letzten Sender mit echten Inhalten bezeichnen. Zwar gibt es auch dort immer wieder Fehltritte, aber sie zeigen regelmäßig wahre Größe.

Fazit

Das Fernsehen muss reformiert werden, es muss die Bevölkerung gnadenlos mit der Wahrheit konfrontieren und ein klares Bewußtsein für echte Werte schaffen, Ziele zeigen oder diskutieren.

Die Gesellschaft muss lernen sich selbst in Frage zu stellen. Das Fernsehen kann hierfür das entscheidende Medium sein. Bisher macht dies das Fernsehen entweder unfreiwillig, verkrampft oder zu unmöglichen Sendezeiten!

Damit dies passiert sollten wir uns permanent einsetzen, indem wir kritisieren und sagen was stattdessen sein sollte.

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Mit Job bist Du auch Nutzlos

Kälte steigt ihm in die Nase, in die Glieder, angestrengt widmet er sich seinem Fahrradschloss. Er zerrt daran, der Schnee hat es eiskalt gemacht und es klemmt herrlich nervig. Als es endlich geöffnet war, schwingt sich der Junge auf das Rad, er weiss was er tut, denn er hat ein Ziel. Die Kristalle unter den Rädern brechen, es ist dunkel und andere Fahrzeuge rauschen an ihm vorbei. Er achtet darauf nicht. Er versucht sicher und eindeutig zu fahren. Er fährt an zwei dunkle Gestalten vorbei, beachtet sie nicht weiter, er hat ein Ziel und erkennt nichtmal ihre Gesichter. Hin und wieder wechselt er die Strassenseite, fährt auf dem Gehweg, oder nimmt die große Strasse für die Autos und LKW’s. Der Wind pustet ihn von links und rechts voll, als ob er ihn Frische in die trägen Gedanken pusten will. Der junge Mann fährt ein paar Kurven entlang, achtet auf den Verkehr, er will nicht umgefahren werden, keine Verletzungen erleiden, er will nicht sterben, denn er hat ein Ziel.

Er will etwas einkaufen, kurzfristig hatte er Lust auf Orangensaft bekommen. Das ist sein Ziel, einkaufen worauf er Lust hat. Nun ist er mit seinem Drahtesel endlich angekommen. Schön deutlich und penetrant starren ihn die Leuchtreklamen an. Viel Licht für ein bisschen Nahrung. Er stellt sich auf seine Beine und sperrt sein Rad ab. Er schlürft zum Eingang und beachtet weiter Nichts. Obst lacht ihn an, eine alte Dame weicht ihm aus, will wohl ihre Ruhe. Ein anderer Junge, nur viel jünger, läuft quer an ihm vorbei, denn auch er hat ein Ziel. Wahllos greift unser junger Mann mit dem Fahrrad in die Regale, nimmt irgendwas, denn er weiss er kann es bezahlen. Am Ende nimmt er den Orangensaft den er eigentlich haben wollte. Er geht zur Kasse. Es ist eine junge Frau, die da sitzt in ihrer Uniform. Sie ist hübsch, glatte Haut, gepflegtes Äußeres, die dunkelbraunen Haare nach hinten gebunden. Flink guckt sie ihn an, erkennt ihn als Kunden, sagt Guten Abend und schnappt sich die Produkte die er haben will. Hält sie alle über das Lesegerät. Sie schaut ihn nicht an, sie hat Routine und freut sich bereits auf den Feierabend. Aber die Freude ist nicht groß, eher eine Art milder Anflug von Freude getrübt durch die Tatsache morgen wieder an dieser Stelle zu sein.

Der junge Mann ist erfreut sie zu sehen, lächelt geheim, sie bekommt es nicht mit oder besser tut so als sei sein Lächeln vollkommen nutzlos. Unbeeindruckt sagt sie wieviel das alles kostet, er gibt ihr einen mittel großen Schein, und kramt dann die Produkte in seinen Beutel. Sie fragt ob er nicht Kleingeld hätte, und er verneint verlegen. Sie sagt daraufhin nichts und stellt die Quittung aus, gibt das Rückgeld und wünscht einen Schönen Abend. Gleichfalls, meint der junge Mann und denkt er muss ganz schnell weg. Die Kälte kroch ihm in die Seele. Er dachte plötzlich ich bin nutzlos, ich bin nicht so fleissig wie sie. Sie wußte es, darum war sie so kühl zu mir. Oder war es einfach weil ihr Ziel wichtiger ist als meins? Ich bin verloren, genau wie sie, nur ich bin mir dessen bewußt. Niemand ist nutzlos weil er nichts tut, dachte er und verteidigte seinen Wunsch nie wieder zu arbeiten.

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Joanne K. Rowling kriegt den Hals nicht voll

Mehr als 1 000 000 000 US-Dollar auf dem privaten Konto reichen Joanne nicht. Sie kämpft vehement gegen die Buch-Veröffentlichung eines Harry Potter Lexikons durch einen Fan:

Der Verlag, der sich mit der Veröffentlichung des komplexen Harry Potter Lexikons trägt, wurde von Warner Brothers und der Autorin J.K. Rowling angeklagt, obwohl die Autorin die dazugehörige Website für eigene Recherchen benutzt haben soll. Der Termin wurde wegen der kurz bevorstehenden Publikation des Buches vorgezogen. Warner & Rowling ersuchen wegen der Urheberrechtsverletzungen eine einstweilige Verfügung, um den Vertrieb des Lexikons komplett zu unterbinden. “ (Quelle)

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Kapitel 3

Als ich 13 Jahre alt war, empfand ich die Jahre meines Lebens als spannend, aufregend und unendlich Vielfältig. Ich fand immer mehr Spaß an der Schule, fast jeder in der Schule kannte mich und umgekehrt. Mit jedem Menschen hatte ich etwas erlebt. Es gab irgendwie immer eine Verbindung oder eine Vertrauensbasis. Auch mit den Lehrern. Dadurch gab es eine gewisse Sicherheit. Nichtsdestotrotz gab es wie bereits erwähnt genug Schwierigkeiten.

Eines Tages, als meine Leistungen besonders stagnierten gab es ein Treffen mit meinem Klassenlehrer, jener Lehrer der sich hauptsächlich für die Klasse verantwortlich zählt. Meine Eltern, der Lehrer und ich trafen uns in einem idyllischen Cafe mitten in der sonnigen Altstadt. Mein Lehrer sah ein bisschen aus wie ein alter Albert Einstein, mit grauen Schnauzer und Halbglatze. Für mich war er damals schon die ultimative Intelligenz in der Schule. Ich hatte die Vorstellung, es gäbe kaum einen Menschen der schlauer war als er. Alles was er sagte schien mir Hand und Fuß zu haben.

So kam in diesem besonderen Gespräch die Dinge heraus, die sowieso klar waren. Er sagte ich könnte ein viel besserer, wenn nicht sogar herausragender Schüler sein, wenn ich mich nur endlich hinsetzen und lernen würde. Ehrfürchtig nickte ich und beobachtete ihn, wie nach gesagten Satz an dem Tässchen nippte. Meine Eltern sahen das genauso und man brabbelte weiter um dieses Thema herum. Ich sagte dabei nicht viel, ich habe eigentlich nur zu gehört und meine Umgebung gefühlt.

Meine Noten wurden auch ein bisschen besser und als besondere Krönung darf ich mein ausgezeichnetes Referat über ein Buch von Jules Verne bezeichnen. Ich liebte das Buch und ich verschlung jeden Buchstaben darin. Man konnte mir Nichts über ihn erzählen was ich nicht schon wußte. Ich erhielt die beste Note und hatte eine fröhliche Schülermeute vor mir, die laut applaudierte und jubelte. Das war für mich einprägend und sehr positiv. Ich began in Ansätzen zu verstehen, dass Schule nicht unbedingt mein Feind sein musste, mir nicht die Nerven, die Zeit und die Vielfalt nahm, sondern eine Art und Weise war gewisse Dinge kategorisch nachzuvollziehen.

Es vergingen ein paar Wochen und es wurde Herbst. Meine Mutter begleitete mich ungewöhnlicherweise mit in die Schule. Sie fuhr mich sogar die vielen Kilometer hin. Sie sagte sie müsse etwas mit meinem Klassenlehrer klären und ich würde mit ihr auch zurück fahren. Es war sowieso ein kurzer Schultag für. Der Unterricht ging nur bis 11:20 Uhr. Das Ende des Unterrichts konnte ich nach wie vor kaum erwarten und ich war sehr glücklich als ich meine Mutter für die Rückfahrt begrüssen durfte. Sie wirkte etwas angespannt als ich sie wieder traf. Sie schaute auf den Boden und fing dann leise an, es würde eine große Veränderung in unserem Leben geben. Ich hing zwischen meinen Gefühlen, was sollte nun kommen? Was sollte so schwerwiegend sein?

Sie sagte wir würden wegziehen. Nicht weit, ich könnte meine alten Freunde schon besuchen. Ich war geschockt und hielt es für einen Witz. Ich sagte nichts, nur kurz dass ich das nicht will. Sie sagte auch sie wolle das nicht. Die Entscheidung hätte mein Vater allein getroffen. Er war unzufrieden mit den Nachbarn. Es gab immer wieder Ärger. Soweit ich als Kind dies mitbekam, gab es mal ein Problem am Wochenende. Mein Vater arbeitete viel und er kam Samstag früh nach Hause und hatte die Nacht durchgearbeitet. Er wollte sich ausruhen und eine Runde schlafen. Wir wohnten in einem mehrstöckigen Gebäude, an einem hohen Berg mit vielen anderen Häusern, mit mittelgroßen bis großen Gärten. Wir hatten unsere Wohnung ganz oben, mit einem Balkon und einem minimalen Dachgeschoss.

Ein Stock unter uns lebte ein Rentner der sehr gerne Klavier spielte und einen kleinen weissen Hund hatte. Welche Rasse dieser war, weiss ich nicht genau. Jedenfalls spielte dieser alternde Mann jenes Samstag Morgens auf seinem Klavier. Er klimperte irgendetwas, ich konnte es nicht genau nachvollziehen. Ich hörte diese Klänge aber gerne. Auch am Morgen wenn ich davon wach wurde. Es war eigentlich angenehm, nicht sehr laut aber gut hörbar. Nach einigen Minuten hörte ich wie im Nebenzimmer mein Vater aufstand und ins Wohnzimmer ging. Er stellte die großen Boxen unseres Soundsystems mit den Lautsprechern nach unten auf den Boden und drehte voll auf. Meine Mutter machte die Tür des Wohnzimmers zu, als sie sah das ich wach wahr und lachte etwas verlegen.

Aufgrund dieses und einiger anderer Ereignisse entschied mein Vater also mit seiner Familie wegzuziehen. Wir zogen in eine Kleinstadt die weitaus weniger Natur enthielt als das Dorf indem wir zuvor lebten. Es gab keine kleinen Flüsse, keine riesigen Wälder, kein Vogelgezwitscher und keine Nachbarschaft mehr. Stattdessen lebten wir nun in einer Hausmeisterwohnung einer Spedition, nahe einer Autobahn, einer Hauptstrasse und ein paar Feldern. Mein geschockter Zustand weitete sich aus, als ich zum ersten Mal die Büroartige Wohnung betrat. Ich wußte um die Chancen die dieser Umzug beinhaltete, ich wußte aber genauso um die Risiken. Meine Freunde und Freundinnen würden mich nicht besuchen kommen, es wäre zu teuer und zu zeitintensiv. Ich musste wie meine Eltern mit der neuen Situation klarkommen, egal wie. Mein Vater sagte, Menschen kommen und gehen, sei nicht traurig, daran musst Du dich gewöhnen.

Emotional war ich sehr mit meinen Freunden und Freundinnen verbunden. Ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen und dieses brach mir mit dem Umzug. Ich war zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall bereit für neue Menschen in meinem Leben. Der Umzug war anstrengend. Meine Mutter musste nebenbei für ihre Weiterbildung lernen und mein Vater war gesundheitlich vorbelastet, so war ich wohl die größte Hilfe bei der Schlepperei. Ich half wo ich konnte, setze mich aufopferungsvoll ein, auch wenn ich innerlich angespannt und verunsichert war. Man könnte die Gefühlslage wie einen leisen Anflug von Panik beschreiben, der sich aber Tag und Nacht behielt.

Wir waren sehr beschäftigt und ich konnte die letzte Zeit kaum noch geniessen. Am letzten Tag ging ich nocheinmal zu meinen Lieblingsstellen. An den Bach, in den Wald, an den Fußballplatz, an meinen Kindergarten und so weiter. Ich schoss ein paar Bilder die ich noch heute habe. Immernoch wollte ich nicht wahrhaben, dass das nun nichtmehr zu meinen Leben gehören sollte. Es war so friedlich, die Sonne schien trotz des Herbstes warm und glühend durch die Blätter der Bäume auf mich herab. Ein sanfter Wind versuchte mich scheinbar zu trösten, in meinen wehleidigen Gedanken.

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Kopfschuss für den Frieden

Wir züchten Millionen Lebewesen, geben ihnen Futter, ein Dach über den Kopf. Die Zeit geht ins Land und dann kommt der Schuss in die Fresse für jedes einzelne Geschöpf. Ihr Leben existiert nur in dunklen Kammern und letztlich um von uns ausgesaugt, zerschnitten, zerbissen, zerkaut, verdaut und ausgekotet zu werden. Was ist das für eine Existenz? Was sind wir für Wesen? Kann sich das Jemand erklären? Man kommt auf die Welt, oft schreiend, atmet unter Schmerzen, purzelt herum und lernt gehen, sprechen, denken, Dinge wagen, geht zur Schule und wird immer größer in der Sekte Mensch. Man ackert wie ein Sklave, für Noten, für Geld, für Positionen, für Ziele, für Frieden und Ruhe. Zwischendrin frisst, fickt, duscht, schlägt man sich durch die Masse und wird hart, alt, grau und müde bis man stirbt. Vor der Geburt war nur Schwarz nach dem Tod wirds genauso sein. Und außer Krawall und Panik war nichts gewesen.

P.S. Kopf in den Arsch, Salto in die Scheisse, darin drehen, winden, furzen und kacken!

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Erstickungstod

Die Menschheit würgt in jeder Phase ihrer Existenz neue Errungenschaften aus. Die Massen jubeln, gackern und schreien. Es herrscht Überfluss und Langeweile. Die Flucht nach vorn, in Verstand und Zukunft, ist alles was dieser Spezies geblieben ist. Ständig werden Entwicklungen, Stimmungen, Meinungen gebraucht, gewürzt, vollgepumpt und aufgespritzt damit die Abwechslung perfekt wirkt.

Es ist Tradition, Kultur und Realität. Es mutiert an allen Gliedern, im Inneren wie im Äußeren, es schwillt zu einem dramatischen Sammelsurium von belangloser Scheisse an und droht mit jeder Sekunde eher zu platzen.

Einige in den Massen haben dies begriffen. Erwartungsvoll werfen sie sich die Klippen hinunter oder fangen schon langsam an zu applaudieren, um die Kilometer hohen Wellen aus Kot und Gedärme zu empfangen. Die irrsinnige Hirnlosigkeit, die fanatische Selbstsucht, das trostlose vegetieren im Aktionismus haben das Leben auf der Erde erwürgt.

Das Röcheln können wir in unseren Körpern spüren. Das Ende ist nah, so nah..

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