Monatsarchiv: November 2007

Ich soll Dankbar sein!

Meine Arbeit ist mein Leben. Über die Ungerechtigkeit dieser Situation kann ich nicht genug schmerzvolle Gefühle empfinden und Worte verlieren die mich noch weiter in die tiefe Enttäuschung gesellschaftlicher Vorstellungen treiben.

Die Umsetzung geschieht täglich und ich stolpere dahin und gerate mehr und mehr in Zwänge deren Herkunft ich nicht zu erkennen vermag.

Das Schlimmste ist die Hilflosigkeit. Ich kann nicht fliehen, ohne meine Zukunft gesellschaftliche wegzuwerfen. Ich hätte keine Zukunft ohne Beruf. Ich bin der Zivilisation ausgesetzt, ohne Wahl und ohne Möglichkeit auf Eigenständigkeit. Ich muss mich aus ihr nähren, aus ihr lernen um irgendwie zu überleben.

Ich bin traurig. Ich fühle mich krank. Ich bin geplagt von Unsicherheiten. Wie so gut wie alle Menschen verfing ich mich früh im Netzwerk der Menschheit. Kindergarten; „Hör auf zu träumen!“ Schule; „Sei endlich still!“ Ausbildungsstelle; „Wie Sie gehen schon?“; Bundeswehr „Sie sind selber schuld […]“

Man was war ich jahrelang so unglaublich optimistisch. Ich hab Schönheit ausgestrahlt. Vielleicht tue ich das noch immer. Aber ich fühle mich gewiss nicht mehr so wohl dabei wie früher. Es findet nicht die besondere Beachtung. Womöglich bin ich zu dumm für diese Welt. Irgendwie scheine ich das alles verdient zu haben.

Ich hätte ja auf alle hören können. Ja, aufhören zu träumen, sofort. Sofort bin ich still! JA! Jawohl! Ich bleibe noch 5 Stunden und arbeite mich gerne tot für Nichts! Selber schuld; mit Sicherheit, ich will mich bei allen schlecht machen und mich zerstören!

Aber wie sollte ich denn in den entscheidenden Momenten darauf kommen, was richtig oder falsch ist? Ich habeimmer das getan wonach mir war. Mit großer Leidenschaft und ehrlicher Bestimmtheit. Für den Moment war ich da. Die Zukunft war für mich nur der nächste Tag. Was ich werden sollte, war mir immer egal. Wieso sollte man sich festlegen? Das Wetter ist alleine schon ein Beispiel für diese Natur aus wechselhaften Welten.

Wie war ich glücklich, als man mich alleine in der Natur spielen lies. Ich tobe herum mit oder ohne Altersgenossen. Sie hatten sicher schon ferne Berufswünsche. Polizist und sowas. Ich fand das Spielerei. 100 Jahre noch entfernt; aber jetzt schon planen?

Ich denke mich haben die aktuellsten Momente mehr bewegt als die Zukunft, oder die denkbare Zukunft. Keine Ahnung was sich die Menschen so denken; aber ich denke häufig nicht daran was es mir bringt, wenn ich das oder das beruflich mache. Geld ist für mich uninteressant. Die Tätigkeit muss mich erfüllen Und da finde ich nichts, weil man mich immer wieder für zu gewöhnlich einstuft.

Ja, ich könnte für irgendwelche Träume kämpfen! Bis ich sie erreicht habe bin ich alt und meine Ideen und Ziele sind längst verblasst, alt und unförmig. Von Anfang an erhielt ich also das volle Programm. Ärztliche Versorgung. Erziehung durch die Gesellschaft. Nahrung produziert von der Gesellschaft. Polizei. Feuerwehr. Infrastruktur. Alles gestellt und gesponsert von der Gesellschaft.

Ich soll nicht nur Dankbarkeit zeigen sondern auch die Gesellschaft tatkräftig mit einem Beruf in eben jener Gesellschaft und daraus resultierenden Steuern unterstützen. Um somit das laufende Rad weiter in Bewegung zu halten. Viel Lieber würde ich mich um meine Projekte kümmern, aber davon kann ich nicht leben.

Undatierter Text von Jazariel.

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Ungleichheit der Menschen

Die Menschen sind böse; eine traurige und fortdauernde Erfahrung erübrigt den Beweis; jedoch, der Mensch ist von Natur aus gut, ich glaube, es nachgewiesen zu haben; […] Man bewundere die menschliche Gesellschaft, soviel man will, es wird deshalb nicht weniger wahr sein, dass sie die Menschen notwendiger Weise dazu bringt, sich in dem Maße zu hassen, in dem ihre Interessen sich kreuzen, außerdem sich wechselseitig scheinbare Dienste zu erweisen und in Wirklichkeit sich alle vorstellbaren Übel zuzufügen.

Wikipedia sagt: „Nach Rousseaus berühmter Schilderung des Naturzustandes waren ursprünglich alle Menschen gleich und gut. Sie lebten alleine und wurden von der Natur mit dem versorgt, was sie zum Überleben benötigten. Als die Menschen sich jedoch vermehrten und auch durch äußere Umstände dazu gezwungen wurden, näher zusammenzurücken, entwickelten sich Familien. Jede Familie begann, Land für sich zu beanspruchen. Aus der Landnahme und ihrer allgemeinen Akzeptanz entwickelten sich Zwist und Kampf. Mit dem Getreideanbau und der Metallverarbeitung entstand Arbeit, die man nicht ausschließlich für sich selbst und alleine erledigte. Aus dem Zusammenarbeiten vieler Menschen an gemeinsamen Ressourcen ergaben sich besondere Besitzverhältnisse; wenige Personen eigneten sich die Erträge aller an. Um ihren Besitzstand zu schützen, errichteten diese wenigen Staatswesen in Form einer Oligarchie. Sie erzählten den übrigen, dass die politische Ordnung (établissement politique) notwendig sei, um deren Freiheit zu schützen. Nur durch Zustimmung der Unterworfenen konnte sich der unnatürliche Zustand verfestigen. Zuletzt verließen die großen politischen Körper selbst den Naturzustand; es entstanden Kriege zwischen den Nationen.

Es ist also die Gesellschaft, die den Menschen verdirbt. Rousseau ging davon aus, dass sich dieser Zustand weiterhin verschlimmern wird, bis dass sich die Gesellschaft in grauenvollem Despotismus auflöst und zuletzt ein neuer Naturzustand eintreten kann.“

source: wikipedia.

http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/highlights/download/h33-ebadi.pdf

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Bekenntnisse

Ich bin Gott.
Ich bin Satan.
Ich bin das Licht und die Dunkelheit.

Ich hasse mich.
Ich liebe mich.
Ich bin tausend Seelen schwer und trotzdem federleicht.

Ich bin ungebildet.
Ich bin gebildet.
Ich bin ein Nigger, ein Weißbrot ein Schlitzauge und ein Mensch.

Ich bin männlich.
Ich bin weiblich.
Ich bin keine Definition, keine Realität, keine Fiktion.


Lasst Euch nicht von meinem Äußeren blenden.
Lasst Euch nicht von meinem Verhalten blenden.
Lasst Euch nicht von meinen Worten blenden.

Addiert Gemüt und Kopf und ihr werdet wissen, wer ich bin.

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Warum wir kämpfen – Die Kriegsgeschäfte der USA

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Brief des Indianerhäuptlings Seathl an den Präsidenten der USA aus dem Jahre 1855

Der große Häuptling in Washington läßt uns wissen, daß er unser Land kaufen will. Er sagt uns dazu Worte der Freundschaft und des guten Willens. Dies ist sehr freundlich von ihm, da wir wissen, daß er kaum auf unsere Freundschaft angewiesen ist. Wir werden uns aber euer Angebot überlegen, da wir wissen, daß, wenn, wir es nicht tun, der weiße Mann vielleicht kommen mag, um uns unser Land mit Hilfe von Gewehren wegzunehmen. Was Häuptling Seathle sagt, kann der große Häuptling in Washington mit der gleichen Sicherheit als wahr nehmen, mit der unsere weißen Brüder mit der Wiederkehr der Jahreszeiten rechnen können. Meine Worte sind wie die Sterne, sie gehen nicht unter.

Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen – wie die Wärme des Landes? Diese Idee scheint uns sehr merkwürdig. Wir besitzen auch die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht! Wie könnt ihr sie da von uns kaufen? Jedes Stück dieses Bodens ist meinem Volk heilig. Jede schimmernde Kiefernnadel, jedes sandige Ufer, der zarte Dunst in der Dunkelheit der Wälder, jede Lichtung und jedes summende Insekt ist der Erinnerung und dem Erleben meines Volkes heilig.

Wir wissen, daß der weiße Mann unsere Art und Weise nicht versteht. Das Schicksal seines Landes ist ihm so egal wie das eines anderen, da er in der Nacht kommt und vom Land nimmt, was immer er braucht. Die Erde ist nicht sein Bruder, sondern sein Feind. Wenn er den Grund erobert hat, zieht er weiter. Er läßt die Gräber seiner Väter zurück und zerstört rücksichtslos den Boden für seine Kinder. Sein Appetit wird die Erde verschlingen und nur eine Wüste zurücklassen. Der Anblick euerer Städte schmerzt die Augen der Rothäute, aber vielleicht nur deshalb, weil der Rote Mann nur ein Wilder ist und nicht versteht ……..

Es gibt in den Städten der Weißen keinen Ort der Stille, keinen Ort, dem Singen der Frühjahrsblätter oder dem Knispeln eines Insektenflügels zu lauschen. Aber vielleicht deshalb, weil ich ein Wilder bin und nichts verstehe, erscheint meinem Ohr der Lärm so Schmerzhaft. Was ist das für ein Leben, wenn ein Mensch den lieblichen Ruf des Whippoorwill nicht hören kann oder die Stimme der Frösche um einen nächtlichen Tümpel. Ein Indianer liebt den weichen Klang des Windes sehr, wenn er über das Gesicht eines Sees streicht, und dem Duft des Windes, wenn er von einem Mittagsregen reingewaschen ist oder von einer Pininkiefer mit süßem Geschmack beladen ist. Die Luft ist dem Roten Mann teuer, deshalb, weil alle denselben Atem haben: Die Tiere, die Bäume, die Menschen. Der Weiße Mann scheint die Luft die er atmet, gar nicht zu merken; wie ein Mensch der tagelang dahinstirbt, ist er für den Gestank empfindungslos.

Falls ich mich entscheiden sollte, dem Angebot zuzustimmen, werde ich eine Bedingung zu stellen haben: Der Weiße Mann muß alle Tiere des Landes als seine Brüder behandeln. Ich bin ein Wilder, und verstehe es nicht anders. Ich habe schon tausende verwesende Büffel auf der Prärie gesehen, von Weißen Männern zurückgelassen, die sie von einem vorbeifahrenden Zug aus abknallten! Ich bin ein Wilder und verstehe es wirklich nicht, wie das rauchende Eisen-Pferd wichtiger sein kann als der Büffel, den wir nur töten um zu leben. Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wenn alle die Tier nicht mehr da wären, würde der Mensch an der großen seelischen Einsamkeit sterben, denn alles was den Tieren wiederfährt, trifft auch die Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden. Was immer der Erde zustößt, stößt auch den Söhnen der Erde zu!

Vielleicht könten wir verstehen, wenn wir wüßten, was der große Traum des Weißen Mannes ist, welche Hoffnungen er seinen Kindern an langen Winterabenden erzählt, welche Visionen er ihnen in den Geist brennt, daß sie es sich für morgen wünschen. Aber wir sind Wilde. Die Träume des Weißen Mannes sind uns verborgen. Und weil sie uns verborgen sind, gehen wir unsere eigenen Wege. Wenn wir zustimmen, dann deshalb, um wenigstens die Reservation, die ihr uns versprochen habt, zu retten. Vielleicht dürfen wir dort unsere kurzen Tage noch so verleben, wie wir es wollen. Wenn der letzte Rote Mann von der Erde verschwunden sein wird, wenn die Erinnerung nur noch dem Schatten einer Wolke gleicht, die über die Prärie zieht, werden jene Ufer und Wälder dennoch die Seelen meines Volkes festhalten, da sie dieses Land so lieben, wie ein Neugeborenes den Herzschlag seiner Mutter liebt. Wenn wir euch unser Land verkaufen, liebt es so, wie wir es geliebt haben. Sorgt euch darum, wie wir uns gesorgt haben. Haltet fest in euerem Gedächtnis, wie das Land aussieht, wenn ihr es nehmt.

Eins wissen wir, und der Weiße Mann wird es vielleicht eines Tages auch entdecken: Unser Gott ist derselbe Gott. Ihr mögt jetzt denken, daß ihr ihn so besitzt, wie ihr auch das Land besitzen wollt. Aber das könnt ihr nicht. Er ist Gott für alle Menschen. Und sein Mitleid für die weissen und die roten Menschen ist dasselbe. Ihm ist die Erde wertvoll, und die Erde zu verletzen heißt, Verachtung auf den Schöpfer zu häufen. Macht weiter, euer Bett zu beschmutzen, und eines Nachts werdet ihr in euerem eigenen Müll ersticken. Wenn die Büffel alle abgeschlachtet sind, die wilden Pferde alle gezähmt, die heimlichen Winkel des Waldes schwer vom Geruch vieler Menschen und der Anblick der reifen Hügel von ratschenden Weibern verdeckt ist, wo ist dann das Geheimnis des Dickichts? Es ist fort. Wo ist der Adler hin? ER IST FORT!

Mit all eurer Kraft, mit all eurem Mut und mit ganzem Herzen bewahrt es für euere Kindern und liebt es so, wie Gott uns alle liebt. Eines wissen wir: Unser Gott ist derselbe Gott. Die Erde ist ihm wertvoll.

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Grau in Grau

Stille ist etwas wunderbares, wenn einem der Kopf vor lauter Grau dröhnt. Seit einigen Wochen rette ich mich vor diesem Grau in den Schlaf.

Meine Gedanken bringen mich nicht weit. Nur die Bilder in meinen Träumen, lassen mich erahnen zu welcher Schönheit ich fähig bin.

Meine Realität empfinde ich als mattes, dunkles Grau. Es herrscht Kälte selbst wenn die Sonne scheint.

Ich bin dankbar genug für mein Leben, sodass ich mich wohl nie umbringen könnte. Welche Aufgabe soll ich mir geben?

Ich bin ein blindes Lämmlein in einem Heer von Tieren. Ich suche nach Schutz, nach Geborgenheit und Liebe.

Einige tausend Kilometer bin ich bereits gewandert, getaumelt und geflüchtet. Wer ist mein Hirte? Wer ist mein Glaube, mein Wissen und meine Zukunft?

Jämmerlich, erbärmlich und falsch erscheinen mir meine Leistungen, Hoffnungen und Wagnisse. Ich verzweifle in grauen Schleiern.

Nur in meinen Träumen erahne ich die glatte, weite Ebene der Freiheit.

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Warum? Scheiße, nein!

Warum können wir nicht wie jede andere Spezies auf diesem Planeten auch, einfach nur fressen, saufen, ficken und schlafen?

Reicht es denn nicht mehr nur demotiviert zu sein?
Muss ich denn immer irgendwas tun?
Brauche ich denn überhaupt immer Bestätigung?

Ach, was liegt in mir brach.
Was, abernach hab ich mir abverlangt?
Glänzend,
glühend,
diese Steine hinter der Nase,
hinter den Augen,
hinter dem Verstand.
Zerreiberei, alles qualmt vor Schreierei.
Nicht ganz dicht,
nicht ganz dicht,
dieses Gesicht.
Hallo Wahnnsinn,
Hallo, hallo Du mein lieber Wahnsinn!

Irre, ganz irre ströme ich dahin.
Da kann ich ganz wirre,
Klagestimmen brummen.
Darüber, worüber, na dass ich;
nicht will oder kann oder oder
warum ich will doch nicht wie die sein
das chaos, die wahnsinnige form,
ist gestalt in mir.

WURSTsaft speichelt mich aus!
Ich bin nicht immernoch da.
Souverän in den Abgrund gegafft,
erhöre ich meine Wehen,
was für dramatische Szenen.

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