Gewöhnlichkeit des Autors

So, was will dieser lausige Text, für welchen Zeit verschwendet wurde und immer noch wird? Ba-ha! Wer erlaubt sich so zu beginnen, sollte nicht höchst eloquent und schleichend der Leser mit Honig beschmiert werden!? Sollte ich denn nicht lieber, als plötzlich selbsternannter Autor irgendeiner Schrift, in irgendeiner Rubrik, auf irgendeinem Medium, nicht tatsächlich gelungener inzenzieren und vorallem manipulieren? Genug der Fragen von solcherlei Aspekt(en). Ich rede von Verschwendung! Von totaler Verausgabung! Von verbrauchten Existenzen! Ich rede, schreibe von ihnen, und verschwende mich dabei selbst.

Mir fallen schon die Haare aus, und das in meinen Alter; da sagt man sich doch, man würde es doch immer versuchen, immer erstreben, hart im Nehmen zu sein und absolute Gefühlsarmut vorzutäuschen, um sich großartige Freiheiten in der lausigen Gemeinschaft zu verschaffen. Ich bin vom Zerfall gezeichnet, aber nicht wegen meines Verhalten, oder meinem Denken, meinen Emotionen oder wegen; was will mir noch alles einfallen – meinetwegen meinen Empfindungen die aus Erlebnissen und Wagnissen stammten, die durch und durch durchdrungen sind vom Abschaum der mich gebar, mich austrug zur Welt brachte, mich groß zog und mir mit einem Messer tagtäglich und auch gerne nächtlicher Zeiten in den Rücken fällt. Oh wär ich dabei doch nur fähig Schmerz zu empfinden; wie es lausige Zeitgenossen dürfen, welche den Wert seiner Gesellschaft und Gegenwärtigkeit nicht einmal im kühnsten Moment der Befreiung erahnen könnten.

Nun mag mir auch noch in den Sinn kommen, ich solle den Sinn des ganzen Theaters erklären, ja sogar in diese Sprache mit verständlicher Wirkung verzeichnen. Ich bin vom Zerfall gekennzeichnet wegen meiner Gedanken zu allem was mir nutzloserweise in den Sinn und in die Quere kommt. Sie entstehen genau wie in diesem Moment als Perlen, als glänzend kleine strahlend-einnehmende Kugeln in meinem von Dunkelheit zerfressenen Gehirnkämmerchen. Und jede Kugel folgt der nächsten und nächsten. Sie sind aneinandergereiht wie eine neumodische Perlenkette und Würgen somit meine Atemwege, um wohl zu verhindern, dass ich diese Luft einatme, die so vermute ich einfach mal; sehr schädlich für mich sein muss. Nun wohl wahr, es kann auch an diesen Geistern liegen, die um mich herumtanzen, ihre Gesicher verformen, lustige Mundbwegungen mit Sprechblasen aus Teer vollführen und mit den Händen im Wind kämpfen und welche mir wie erwähnt, gerne mal mit einem Stichwerkzeug in den Rücken fahren, manchmal sogar mit einem Lächeln auf den blassen Lippen, das für deren Verderblichkeit steht. Ja und ich lache lauthals dabei. Ich muss aber nun passen, was dieserlei Sinnesfrage anbelangt. Denn es ist eine Detailfrage für mich, ob dies was ich tue und wie ich es tue von Sinn, von Wert, ja von Stärke besetzt ist. Denn wie ich mir schon öfter dachte, ist die Fäulnis überall und steckt in jedem. Da schließlich alles dem großem Vergessen gewidmet sein wird, und wir Zufallsprodukte eines unvorstellbaren, gigantisch großen Experimentes sind, wird man meiner Treiberei nicht viel mehr Beachtung schenken wenn ich ihr eigenmütigerweise einen Sinn vorgäbe oder vorträume. Vielleicht landen meine Ergüsse mal auf den Schulbänken als Negativbeispiel für irgendetwas. Nun ja. Zurück noch kurz zu dem was ich wie folgt preisgebe.

Wie üblich gehe ich zu Bett. Schlafe wirr. Stehe auf, erzwinge Körperpflege um meine faulende Seele zu verkleiden. Und dann treibt mich irgendetwas zwiespältiges dazu, zur Sklavenbucht wie ein verlorenes Schiff zurückzukehren, und ich schmecke dabei in meinem Mund, die kleine Hand des Poltergeistes, welcher nur eine meiner vielen Parteien in mir ausstrahlt. Dieser Geschmack lässt sich ungefähr mit verbrannter Erde, Kohle oder evtl. vllt. auch mit üblichen Staub beziffern, er ist dabei vorallem sehr warm und klebrig. Dieses zwiespältige Gefühl lässt sich wie folgt darstellen. Und zwar bin ich in dieser Darstellung Teil eines Baumes, – was nun auf dem Spaltstamm liegt. Es fliegt mir eine Axt entgegen, die im Begriff ist, meine Gedärme zu vervielfältigen. Es ist zwar eine schöne, silberne und noble sowie kalte Spaltaxt, aber sie spaltet mich eben, ohne das ich die Kräfte dahinter je verstehen könnte. Auch dann wenn ich als üblicher -Normmensch- dann endlich im Geschehen, im Büro, neben Telefon, strahlenden Computern auf einem ungemütlichen Stuhl sitze, bleibt der Geschmack und dieses irre Gefühl, als ob ich in kürze Robert Steinhäuser nachahmen würde, in fixer Rolle. Noch bin ich nicht verwirrt genug, um mich der Arbeiterei hinzugeben, meine Normgedanken tendieren zu erlebten Dingen, welche mich einst mit Zufriedenheit füllten, und einst mit Ekel erzürnten. Ich sitze in diesen Momenten der Erinnerung ziemlich apathisch auf mir selbst, als hätte ich meine Beine auf die Schultern geworfen. Ach, und dann tauchen wieder diese Gespenster auf, – was soll der Scheiß: Dann verfolgen mich die blicke dieser gewöhnlichen Missnaturen, die hochstolzierend auf einem 1-2mm hohen Podest lächelnd die Flagge ihres Helden schwingen, die ihre Fehler feiern, die zig Äxte im Leib haben müssten und mir die zweifelhafte erteilen, ihr Mitmenschen, ihr Bruder, ja ein Teil von ihnen zu sein. Ich spreche pausenlos von diesen Menschen um mich herum. Ich kann mich gar nicht mehr auf mich selbst konzentrieren, geschweige denn auf das was mir wichtig erscheint. Meine Gewöhnlichkeit, meine von Fehlern durchsägte wilde Natur, verliert sich selbst, entfernt sich von den Menschen, wird dabei aber immmer mehr Teil von ihr. Ich stelle eine absolut gewöhnliche Person dar. Bin seit meiner Geburt dabei mich selbst aufzusaugen und zerfalle (s.o.) so vor mich hin. Dieses eigenmütige Geblubber meinerseits wurde nicht veröffentlicht, weil ich irgendjemanden verändern will, sei es aus eigennützigen und perfiden Gründen, um ihn seine kälte, leere und Unbestimmtheit wegen erst recht zu belächeln. Nein, nein. Es geht hier nicht um mich. Es geht auch nicht um dich, deine Saufkumpanen/Freunde/Freundinnen/Bekannte/Kinder/Glaubensbrüder/Verbündete/ Feinde/Lebenspartner/usw/usf, sondern einzig und allein um den existierenden Schlüsselpunkt, der nicht wirklich den Grund und mein Verlangen bildet und ausfüllt, sondern dir als Beruhigung gelten soll. Denn wohl wahr meine Gedanken fangen nichtan, wie ein Baum aufgebaut ist. Sondern zweigen längst vom Stamm ab. Daher wechsle ich die Themen in meinen künftigen Schriften ebenso nach Lust und Laune, als ob ich ein Tier sei, welches von Ast zu Ast und von Baumkrone zu Baumkrone springt. Wer mich nicht von Anfang an leiden kann, wer mich nicht vom allerersten Satz an nicht ertragen, erleiden oder fassen kann, der soll es gefälligst lassen mich mit seiner Existenz zu belästigen. Denn Ich kann durchaus besseres mit Fremden diskutieren und bereden, als wie meine eigenen Texte. Meine Texte sind mir selbst gewidmet. Ich verschwende mich pauselnlos, und diese paar Wörtchen mögen Euch allen kaum projekzieren können, wie es Sekunde um Sekunde in mir zugeht. Ich bin ein absoluter Vulkan, der ganz unruhig und versessen darauf wartet den öberflächig Oberflächlichen den Arsch zu verbrennen!

Momente des Schweigens verhüllen am wenigsten die Wahrheit, ich bin nicht nur deswegen Schweigsam wie ein Grab, – besonders in schlechter Gesellschaft! Denn ich will rein gar nichts mit diesen als ernstzunehmende Erwachsene verkleidete Clowns nicht mehr wahrnehmen, als ich sie wahrnehmen muss. Jede von ihnen erzeugte Emotion bei mir, lässt den Ekel zu ihnen und mir selbst wachsen. Ich kann und will nicht mit ihnen auskommen. Aber ich muss. MUSS! MUSS! MUSS! Es ist mir zur Pflicht, ja fast zu einem Zwang geworden, diesen Leuten ganz verspiegelt den Spiegel vorzuhalten, sie zu verwirren, ihnen die Ernegiequellen zu versalzen. Es ist mein Wille, es ist sein Wille, der mich zwingt, es sein zu lassen, den Leuten eine Chance, eine Belohnung oder eine Hoffnung zu schenken. Denn es ist, genau wie dies hier und jetzt, eine Investition die sich in Wahrheit Verschwendung nennt und damit ganz ordentlich glänzt.

Und Tag für Tag geht das so weiter: Man geht zu Bett, schläft wirr, steht auf, verkleidet sich, geht zwiegespalten zur Arbeit, hat wirre Gedanken, kehrt zurück und geht ins Bett… Das nebenbei, dieses Gelaber, welches ich trotz verstärkter Investitionen in die Abstinenz zur Bekämpfung der erhöhten Geschwindigkeit meines Zerfalls mitbekommen muss, man müsse seine Hülle mit Sport ausfüllen, mit Kosmetika beschmieren, den innerlichen Ausgleich aufzwingen, mit Drogen vollpumpen um die Angst zu ertragen, mit Mediengeilheit verpflichten usw und blablabla. Dieser Ganze Müll, den ich gerade eben in alter menschlicher Manier aufteilte, ist Unsinn und absoluter Schwachsinn, er ist nutzlos, und er ist belästigend, denn er stinkt, er zermürbt auf penetrante Weise. Er ist Produkt der Gesellschaft und die Gesellschaft wird zu seinem Produkt.

Anmerkung: Text entstand Anfang 2005

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