Zitate

 

 

»Der Widerspruch des bürgerlichen Charakters besteht nun gerade darin, dass diese von ihm geschaffenen Produktivkräfte, diese akkumulierten Reichtümer für die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse sich ihm gegenüber verselbständigt haben, sie ihm gegenüber fremd geworden sind. Aus dieser Trennung der Produzenten von den Produkten entsteht jenes früher beschriebene Phänomen der gesellschaftlichen Entfremdung, entsteht aber gleichermaßen jenes Gefühl der Ohnmacht des einzelnen dem bestehenden System gegenüber, was ein Teil der herrschenden Verdinglichung und Entfremdung des einzelnen darstellt.

Dieses “Gefühl der Ohnmacht” (Fromm) ist im bürgerlichen Charakter der Individuums im wesentlichen unbewusst. Durch den tagtäglichen Produktionsprozess, durch die tagtägliche Funktionalisierung des einzelnen durch die Gesellschaft, wird diese Haltung des einzelnen vertieft, wird neurotisiert zu der tiefen Überzeugung von der eigenen Ohnmacht, von der Machtlosigkeit. Aus dieser Neurose entsteht die Unfähigkeit, sich in der Welt zurech zu finden, sich in ihr zu erkennen, für sich einen richtigen sinnvollen Platz in der Welt zu finden. Die so entstehende Hilflosigkeit, ob nun in der einer fremden Stadt oder in einer neuen Klasse, liefert das Individuum den herrschenden Mächten aus, macht es jederzeit fungibel, verwertbar für die Herrschaftsbedürfnisse des Kapitals.«

(Rudi Dutschke)

 

Bis jetzt war die ganze Geschichte der Menschheit nur ein beständiges und blutiges Opfern von Millionen armer menschlicher Wesen für irgendeine unerbittliche Abstraktion: Götter, Vaterland, Staatsmacht, nationale Ehre, geschichtliche Rechte, juristische Rechte, politische Freiheit, öffentliches Wohl. […] Dass die Theologen, Politiker und Juristen dies sehr schön finden, ist klar. Als Priester dieser Abstraktionen leben sie nur von dieser beständigen Opferung der Volksmassen. […]

Dass aber selbst die positive Wissenschaft bis jetzt das gleiche Bestreben zeigte, müssen wir feststellen und beklagen. Sie konnte es nur aus zwei Ursachen tun: einmal, weil sie, außerhalb des Volkslebens stehend, von einer bevorrechteten Körperschaft vertreten wird, und dann, weil sie sich selbst bis jetzt als absolutes und letztes Ziel aller menschlichen Entwicklung aufgestellt hat, während sie aufgrund bedachter Kritik, die sie anzuwenden fähig ist und die sie sich letzten Endes gegen sich selbst anzuwenden gezwungen sehen wird, hätte verstehen müssen, dass sie nur ein notwendiges Mittel zur Verwirklichung eines viel höheren Zweckes ist: das der vollständigen Humanisierung der wirklichen Lage aller wirklichen Individuen, die auf der Erde geboren werden, leben und sterben.

Michail Alexandrowitsch Bakunin

Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung […] all dies ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.

Michel Houellebecq

Die freie Wahl der Herren schafft die Herren oder die Sklaven nicht ab.

Herbert Marcuse

Politik ist nicht wirklich real an Lösungen interessiert. Genauso wenig wie die Medien. Politik ist eine Simulation, die Lösungen vorgaukelt, die Medien simulieren die Aufdeckung dieser Simulation und manipulieren dadurch auf ihre Art. Christoph Schlingensief

Eigentum ist Diebstahl.

Pierre Joseph Proudhon

Man redet umsonst von Gerechtigkeit, solange das grösste der Schlachtschiffe nicht an der Stirn eines Ertrunkenen zerschellt ist.

Paul Celan

Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Theodor W. Adorno

Die Tage werden unterschieden, aber die Nacht hat einen einzigen Namen.

Elias Canetti

Idioten und Wahnsinnige erzählen gewöhnlich die Wahrheit.

Robert Burton

Wahrheit wird niemals durch Gewalt widerlegt.

Erich Fromm

Nicht wer viel besitzt, ist reich, sondern wer viel gibt.

Erich Fromm

Das Einzige, aus dem Menschen sich etwas machen sollten, ist Freude am Leben, Dankbarkeit für das Leben; aber die bekommt man nicht durch Liebe. Im Gegenteil, Liebe ist die Peitsche.

Knut Hamsun

Das Leben ist eine Leihgabe, ich danke fürs Leihen.

Knut Hamsun

Natürlich kann nur einer, der der Masse angehört, den Drang empfinden, sich von der Masse abzuheben. Wer sowieso nicht der Masse angehört, braucht keinen bunten Plunder und wirre Frisuren. Wer nicht der Masse angehört, wird sich hüten, sich irgendwie auffällig zu gebärden, um von der Masse nicht völlig in den Abgrund getrieben zu werden. Max Goldt

Die Wehrpflicht ist ein Zwangssystem, und beraubt die Wehrpflichtigen wesentlicher Freiheitsrechte. Man braucht gute Argumente, um Menschen ihre Freiheit zu rauben. Das kann man nicht einfach nur machen, um Geld zu sparen.

Sven Regener

Frieden und Freiheit können nur dann unter uns sein, wenn jeder jeden zufrieden und frei sein läßt.

Robert Walser

Einer muss den Frieden beginnen, wie den Krieg.

Stefan Zweig

Literatur kann in jeder Hinsicht großartig sein, aber es ist einfach Unterhaltung.

Thomas Coraghessan Boyle

Der Tod bleibt immer gleich, doch jeder Mensch stirbt seinen eigenen Tod.

Carson McCullers

Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.

Christa Wolf

Ich habe keine Begabung zum Chef, auch nicht zum Gefolgsmann.

Fernando Pessoa

Da wir dem Leben keine Schönheit abzuringen vermögen, sollten wir zumindest versuchen, unserem Unvermögen Schönheit abzuringen.

Fernando Pessoa

All unser Wissen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ein Nichts im Vergleich zu dem, was wir niemals wissen werden.

Konstantin Eduardowitsch Ciolkovskijr

Der Tod gibt dem Leben seinen Sinn. Es sind die Religionen, die das umdrehen, all diese menschenvernichtenden Religionen. Alle. Das ist der Lärm, der mich so ankotzt. Ich vertraue darauf, dass die Menschen eine Religion haben. Als Individuen, nicht als Gruppe. Wie bitte, man muss zu einem Club gehören, um etwas glauben zu dürfen? Das Einzige, was man mit Sicherheit sagen kann und worin sich die Wissenschaft und die Religion einig sind: Wir werden sterben. Wenn wir den Tod akzeptieren als die einzige wirkliche Veränderung in unserem Leben, dann haben wir auch die Möglichkeit, ein paar Antworten darauf zu finden, was wir mit unserem Leben anfangen sollen.

Sean Penn

Diese wunderbare Welt, in der wir leben, ist eher erstaunlich als bequem, eher schön als nützlich, eher ein Gegenstand der Andacht als der Ausbeutung. Die Ordnung der Dinge sollte daher geändert werden: der siebte Tag sollte der Tag der Arbeit sein, der Tag, an dem wir unseren Lebensunterhalt im Schweiße unseres Angesichts verdienen. Die übrigen sechs Tage sollten festliche Tage der Liebe und der Seele werden – eine Zeit, in der wir durch diesen weiten Garten streifen, um uns den sanften Einflüssen und subtilen Eingebungen der Natur zu überlassen.

Henry David Thoreau

Ich hätte gern eine Welt, in der das Ziel der Erziehung geistige Freiheit wäre und nicht darin bestünde, den Geist der Jugend in eine Rüstung zu zwängen, die ihn das ganze Leben lang vor den Pfeilen objektiver Beweise schützen soll. Die Welt braucht offene Herzen und geistige Aufgeschlossenheit, und das erreichen wir nicht durch starre Systeme, mögen sie nun alt oder neu sein.

Bertrand Russell

Türen sind Mauerlöcher zum Ein- und Ausgehen. Man geht aus, um die Welt zu erfahren, und verliert sich dort drinnen, und man kehrt heim, um sich wiederzufinden, und verliert dabei die Welt, die man erobern wollte.

Vilém Flusser

Was nicht kommuniziert wird, ist nicht, und je mehr etwas kommuniziert wird, desto mehr ist es.

Vilém Flusser

Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.

Albert Einstein

2 Antworten zu Zitate

  1. JeanJean

    Ich surfe zu so später Stunde weil ich auch “leide”, dass das Leben einem so viele Schmerzen bereitet wobei es doch unverständlicherweise doch so harmonisch sein könnte.

    Jazariel, ich denke, dass dein Geist viel zu sehr in Gedanklen schwelgt, eben die Vorstellung an eine perfekte, liebliche Welt. Nun könnte ich vielerlei Worte über jenes Thema verlieren, aber das mag ich nicht. Warm auch?

    Konfuzius könnte für dich von Intresse sein. Er lehrt, wie eine harmonische Gesellschaft von Familie, über Gesellschaft bis hin zur Staatlichkeit doch voll harmonisch funktionieren könnte. Beachtlich ist auch, dass seine Lehren frei von religioösen Ansichten hält und somit eine gewisse seriöse Allgemeingültigkeit wahrt. (grob angedeutet)

    Nun was anderes..Das Leben ist leiden. Im Buddhismus geht es darum frei von jeglichen Leiden zu werden. Ich für meinen Teil glaube an die Wahrhaftigkeit des Buddhismus, dass ich irgendwann, oder nach unzähligen Leben, mein egozentrisches Ich aufgebe und so ewigen Frieden & Glückseeligkeit erreiche.

    • Die Welt ist bereits perfekt, wir Menschen wissen das nur noch nicht, weshalb wir alles tun um sie perfekt zu machen, obwohl das freilich illusorisch ist. Wir selbst schaffen die Hölle auf Erden mit unseren Gedanken und Handlungen. Ich bin sehr daran interessiert das zu stoppen. Ob es ein zu sehr “in Gedanken schwelgen” gibt, weiß ich nicht. Ich denke eher das es immer zu wenig ist, aufgrund meiner Unvollkommenheit. Trotzdem betrachte ich das Leben nicht als leiden, man leidet nur weil man sich von Illusionen abhängig macht. Lässt man los, ist alles gut. Wir haben nichts anderes zutun als das Leben zu genießen. Die materiellen Möglichkeiten sind da. Die Ignoranz in diesem Punkt ärgert mich einfach. Viele sind unzufrieden, weil sie nicht wissen das sie glücklich sind.

      Danke für den Tipp.

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