Leere Köpfe, leere Aktentaschen, werden durch die kalten Straßen getragen. Nichts spricht, stumm schleppt sich das Leben fort. Die Reise ins Nichts. Ins freie Inhaltslose ohne Schall, ohne Form, ohne Sicht oder Licht. Die Armut ist weit verbreitet. Schwere Maschinen in den Gängen, dichte, dicke Luft in den Zimmern und wütendes Ungeziefer welches herum hämmert und klopft. Das ist Gewalt gegen das Leben. Folterkerker der Moderne, mit lächelnden Henkern, gewinnenden Botschaften und der Gewissheit der Fortschritt ist gesichert. Drogen im Herzen, Krankheiten im Kopf, Asche in den Adern, Schmerz in den Zellen, Trümmer in allen Winkeln, in allen Lebenswelten. Wir sind Ruinen die durch Ruinen wandern. Das ist unser Elend, das ist unser Schicksal. Wir haben gewählt und wählen weiter, mit dem Schritt, mit jedem Tritt ins Gewohnte. Die Zukunft ist eine Hure, wie die Liebe, das Geld und der Mensch. Austauschbare nutzlose Schräubchen sind wir, die sich in den schmierigen klappernden Maschinen winden. Es wird gejammert, es wird getobt, unternommen aber, wird nichts was von Bedeutung wäre. Es kommt Freude auf wenn jemand Funken vor Raserei wirft und dabei spektakulär allein oder mit anderen stirbt. Abwechslung vom grauen Nichts. Routine, Alltag, Gleichschritt, der Ernst des Lebens. Wer träumt verliert. Wer verliert ist verloren, verloren in einer verlorenen Gesellschaft. Verloren im Weltall, treiben wir auf unserem Floss, versinken im Nichts. Das nennen wir Leben. Wer kommt dagegen an? Gibt es eine Idee? In allem steckt Chaos und Wahnsinn. Ignoriert wird das schlechte Gewissen, das schlechte Gefühl, dieser Geruch des Selbstbetrugs. Orientierungslose Schwachköpfe in hochtechnisierten Blechkisten auf Betonlandschaften, die sich auf erniedrigte Mitmenschen einen herunterholen um sich von ihrem eigenen erbärmlichen Elend für einen Schuss abzulenken. Immer wieder diese Wände und Ketten der Oberflächlichkeit. Stumpfsinn, Schwachsinn, Elend. Man wünscht sich die Flut die alles hinfort spült, diesen ganzen Dreck in den Leibern und Bauten. Aber nichts passiert. Hoffnungslos ausgeliefert, den beschränkten Sinnen, der unerbittlichen Natur, der Spirale Evolution. Das Leben erscheint als Gefängnis, was bleibt ist die Wahl der Zellenecke. Darum streiten wir, wer ist im Recht, wer ist gerecht, wo ist Orientierung, Sicherheit und Ordnung? Keine Zeit, wir brauchen Superstars, Superkanzler, Führung und Autorität, unseren eigenen Gedanken trauen wir nicht, so haben wir es gelernt. Alles ist die Sekte. Niemandem ist zu vertrauen. Vieleicht können wir bald für immer schlafen und alles vergessen was in den letzten Jahrtausenden passiert ist. Wir könnten wieder träumen von einem warmen Gefühl das beständig bleibt. Träumen von einer Welt ohne Neid, Zorn, Gier und Missgunst, ohne Vergewaltigung, Mord, Hunger und organisierten Irrsinn. Wer könnte uns dann noch wecken? Vielleicht passiert das wenn wir unter der Erde sind. Vielleicht passiert nie irgendetwas. Trotz aller Entwicklungen. Trotz aller Hoffnungen. Wir kennen uns nicht. Wir verstehen uns nicht. Und wir sind froh nicht daran erinnert zu werden. Es wäre schön wenn wir alle ohne es zu merken gemeinsamen Massensuizid zelebrieren würden, als die inkonsequente selektive Schlachterei und Quälerei in der Historie.
Täglich verhungern tausende Menschen, tausende Armutsflüchtlinge ersaufen vor Europas Küsten und das mit der Unterstützung von Milliarden Lohnarbeitern und erneuten Milliarden Investitionen. Ohne die tagtägliche Initiative genannter Lohnabhängiger, wäre die dafür verantwortliche “Wirtschaftsordnung” nicht überlebensfähig und sie wäre auch gar nicht in dieser Form existent. Aber in den Köpfen der Massen ist z.B. über die Medien davon nicht mehr als der moralische Zeigefinger vorzufinden.
Problematisiert wird ein Schnäppchenjäger Wulff, die Zockerei mit Lebensversicherungen, irgendwelche Unternehmer die als “verantwortungslose Heuschreckenschwärme” auf Märkten agieren, sittenwidrige, “schweinische” Löhne, die irgendwie krank machen, Altersarmut, Kinderarmut, “Pleite-Griechen“, Hartz IV “Drückeberger“, aber nie gibt es sachlich differenzierte Analysen, die komplexe Zusammenhänge präzise auf den Punkt bringen. Es existiert quasi nie eine Verbindung zwischen all diesen Themen. Emotionale, vorurteilsbeladene, selbstherrliche und scheinheilige Debatten werden angestossen, verkürzt kritisiert und durchs Dorf getrieben bis der nächste Skandal kommt, wobei Details und der Schein alles dominieren und das große Ganze niemanden zu interessieren scheint. Davon lassen sich alle inspirieren und prägen. Niemand ist sicher und niemand ist unbeteiligt. Sowohl an den Stammtischen als auch bei Videoportalen wie Youtube oder am Arbeitsplatz, wird sich engagiert über das aktuellste Thema abreagiert, ohne fundiert zu analysieren oder irgendeine Konsequenz daraus zu ziehen. Hier nimmt man es offensichtlich nicht so genau mit den Gründen für die Probleme unserer Gesellschaft.
Was stattdessen ganz genau zählt ist die Wahrung der Ordnung, des Scheins und hier ist jedes Detail wertvoll. So soll der eigene Wagen gewaschen sein, wenn schon das halbe Weltmeer mit radioaktiven Müll verstrahlt wird. Schliesslich will man gegenüber Freunden, Bekannten und den Kollegen nicht blöd da stehen. Eine aufgeräumte Wohnung ist ebenfalls enorm wichtig, gerade wenn man schon Europas Müll in Afrika ablädt, mit dem sich deren Kinder dann vergnügen können. Die halbe deutsche Bevölkerung sitzt in über 43 Millionen Fahrzeugen und betrachtet es als Ausdruck individueller Freiheit tausende Menschen dabei zu töten. Es ist nur fair, sich in diesem Zusammenhang und im selben Atemzug als vorbildlich in Sachen Umweltschutz zu bezeichnen. Wichtig ist in Deutschland natürlich die Kompetenz am Arbeitsplatz mit den entsprechenden Tugenden von Fleiß, Disziplin, Belastbarkeit, Flexibilität, Teamfähigkeit, um im Unternehmen einer Ökonomie zu dienen, die lieber Millionen an heilbaren Krankheiten verrecken lässt, anstatt ihnen Medikamente kostenlos zur Verfügung zu stellen. Leistung kann sich eben nur dann lohnen, wenn überhaupt gearbeitet wird, bzw. eine Infrastruktur vorhanden ist, in der man als Lohnsklave seine Lebenszeit zu Arbeitszeit pervertieren kann. Das ist soziale Marktwirtschaft, der Tauschwert triumphiert über den Gebrauchswert.
Alle gucken weg, wollen ihre persönliche Beteiligung am alltäglichen morden, zerstören, vergiften usw. ausblenden und verleugnen. Probleme sind zwar da, aber woher sie kommen, who knows, who cares?! Schreien wir solange bis sich einer drum kümmert. Oder: Man kann es nicht ändern, also gehen wir arbeiten und danach feiern. Ignoranz und Selbstverleugnung als Lebensinhalt. Das alltägliche Geschrei und die Raserei in Arbeits- und Freizeit hilft dabei nicht allzu sehr ins Grübeln zu geraten. Kaum hat man sich über irgendwelche Schädlinge der Menschheit ausgelassen, lässt es sich auch viel leichter weiterarbeiten und vorallem die Alternativlosigkeit akzeptieren. Denn wo keine Analyse da auch keine Vision einer anderen Gesellschaft. Fatalismus ist genauso normal wie Pedanterie in Deutschland. Es ist zwar alles im Arsch, aber ordentlich arbeiten muss man natürlich trotzdem, denn es gehört sich so, warum auch immer. Das kotzt einem tagtäglich entgegen, in teuren Anzügen, gern auch im modischen Kleidchen, mit betroffener Mimik, mit Gekicher, als wäre die Welt kein Schlachtfeld mit Millionen Toten pro Jahr, die für eine Ordnung gerichtet wurden und werden, welche von kaum einen als fundamentales Problem erachtet werden. Stattdessen werden die Leichenberge als Teil des Panoramas akzeptiert, bestiegen und höchstens schockiert fotografiert.
Breivik denkt den Nationalismus zu Ende. Er sieht überall Feinde der eigenen herrlichen Nation. Dazu gehören angeblich integrationsunwillige Moslems, die selbstverständlich nur in Norwegen leben um ihre “faschistische Religion” zu verbreiten und wehrlose Norweger vampirartig zu missbrauchen. Obendrein Teil der Achse des Bösen: Die Marxisten, die diese Moslems dabei unterstützen würden. Beide Sorten von Schädlingen der Nation müssten laut Breivik ausgerottet werden. Ihm ging es mit Blei und Sprengstoff um den schnellen Akt der Säuberung des norwegischen “Genpools”. Er hätte also nur vernünftigerweise und als Ausdruck von “Güte” in Notwehr gegen die angebliche Islamisierung durch bärtige Islamisten und Marxisten in Europa gehandelt. Als man ihm eine paranoide Schizophrenie und damit eine fehlende Zurechnungsfähigkeit während der Tatzeit diagnostizierte, war er entsprechend beleidigt. Er sah die Größe seines für ihn so rationalen und vernünftigen Werks in Gefahr. Wo liegen die Ursachen für ein derartiges Weltbild?
Fahnungschef Mæland billigt Breivik eine “rechtsextreme, christlich-fundmaentalistische Haltung” zu. Sozialwissenschaftler Gule charakterisiert ihn als nationalkonservativ, mit konservativer, christlicher Ideologie. Allerdings widerspräche laut Oda Lambrecht und Christian Baars seine Gleichgültigkeit gegenüber den 77 Opfern essentiellen Glaubensinhalten. Er würde vielmehr “kompromisslos bestimmte konservative Werte” vertreten. Politikwissenschaftler Hafez behauptet, dass die “Mainstream-Diskure über die angebliche islamistische Bedrohung” den Anschlag mit verursacht hätten. Psychiater Leygraf behauptet Breivik würde an einer individuellen Krankheit leiden, daher müsse man alle seine Ausführungen unter diesem gesundheitlichen Aspekt betrachten. In diesen verschiedenen Einschätzungen liegt überall ein gewisser wahrer Kern.
Im internationalen Konkurrenzkampf des Kapitalismus setzt sich die Atomisierung und Zersetzung des Individuums fort. Die Identifikation mit Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien bilden die stärkste charakterliche Prägung des modernen Menschen. Das Berufsleben isoliert und zementiert die soziale Rolle in der Gesellschaft. Man definiert sich über den Beruf, betrachtet Arbeit als Lebensinhalt. Diese Konzentration des Lebens auf wirtschaftliche Aspekte, ist von zentraler Bedeutung, da der Konkurrenzkampf das egoistische Individuum bildet. Und das egoistische Individuum will seine Vorteile soweit wie möglich realisieren, auch wenn das im harten Konkurrenzkampf für die breite Masse kaum möglich ist. Es gibt also erstens kaum noch verlässliche Bezugspunkte zu anderen Menschen und Gruppen mit denen man sich identifizieren, groß und mächtig fühlen kann und zweitens gibt es einen enormen Drang danach sich groß und mächtig zu fühlen.
Hier bietet sich die Herkunft als ideale Möglichkeit an, dem Geltungsdrang der vernachlässigten Identität nachzugehen und das Gefühl von Bedeutungslosigkeit damit zu füllen. Deutschlandfahnen wehten nicht zum Spaß bei irgendwelchen Sportereignissen in ganz Deutschland. Der Jubel und Trubel um die eigene Nation, lässt eigene Nöte, Schwächen und Zweifel in den Hintergrund rücken. Man gewinnt wieder Hoffnung, schöpft Kraft für die nächste Etappe im internationalen Konkurrenzkampf auf den globalen Märkten, kann wieder über die politischen Fehlentscheidungen hinwegsehen und so weiter. Breivik identifiziert sich stark mit seiner Nation, ihrer wirtschaftlichen, kulturellen Stärke und überhöht sie derart, dass ihm andere Nationen insbesondere islamisch geprägte Nationen fern, fremd und gefährlich erscheinen.
Er fand schnell ein Fundament für seine Vorurteile, so wie die sogenannten normalen Kritiker des Islams, die dieser Religion Faschismus unterstellen. Täter gibt es überall auf der Welt. Breivik war zwar ähnlich paranoid, unsachlich und atomisiert wie sämtliche Patrioten, Nationalisten und Konservativen heutzutage, aber er wollte nicht einfach nur darüber klagen, dass angeblich seine Herkunft und damit seine Identität durch fremde Einflüsse beschmutzt oder gar vernichtet werden. Er wollte handeln statt reden um die eigene Nation vor wirtschaftlichen und ökonomischen Schäden zu verteidigen.
1. Du gibst also offen zu, dass Dir die Kinder in Afrika scheißegal sind und darauf bist Du auch noch stolz denn Du glaubst damit kein Heuchler zu sein. Ganz im Gegensatz zu anderen Leuten, denn denen sind laut Deiner Aussage zwar diese Kinder ähnlich scheißegal, aber wollen dies nur nicht zugeben.
Deine eigene Haltung ist eindeutig menschenverachtend und es wird nicht besser indem man derartiges zugibt. Man ist nur dann besser als jene die man kritisiert, wenn man Ignoranz, Intoleranz, Lethargie, Ahnunglosigkeit, Vorurteile und Naivität aktiv bekämpft. Du vertrittst in diesem Video, wie auch schon bei anderen Videos, gefährliches Halbwissen, was im folgenden auch nachgewiesen werden wird. Vorausschickend: Du erreichst mit Deinem YT-Channel hunderttausende von Menschen und trägst damit auch eine wesentlich größere Verantwortung als gewöhnliche Menschen, die nur ein paar hundert Menschen mit ihren Äußerungen und Verhalten beeinflussen. Man hält Dich für intelligent und eloquent, erwartet daher auch Substanz in Deinen Thesen und übernimmt sie schliesslich auch auf Schulhöfen, im Beruf oder bei Freunden, Bekannten, gerade wenn man noch ziemlich jung und unerfahren ist. Du verbreitest mit Deinen Videos also Deine eigenen Vorurteile, die mitunter rassistisch sind (“Aidsverreckende Schokobabys” ist keine Satire), ohne Dir über die Konsequenzen im Klaren zu sein.
2. Es folgt Deine Kritik der Funktion von Spenden hierzulande, die das Gewissen kurzfristig erleichtern würden, weil wir uns damit einreden würden, etwas gegen die Armut usw. zutun, was Deiner Ansicht nach gar nicht stimmen soll.
2-3 Cent (“Ficks”) wären uns egal und selbst wenn wir die ganze Tasche voller “Ficks” hätten, würde es uns dennoch nicht wirklich interessieren was die Hungernden angeht. Das erklärst Du mit Egoismus. Es ist allgemeinbekannt das Spenden tatsächlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, aber dennoch helfen sie tausenden von Menschen unverzüglich und das ist mehr wert, als wenn man gar nichts macht oder einfach nur Videos dreht in denen man völlig unqualifiziert Spenden kritisiert. Jede Spende ist wichtig, weil dadurch Menschen vor Krieg, Hunger, Krankheit oder Analphabetismus gerettet werden können. Wer Spenden generell für wirkungslos hält und ihre einzige Funktion in der Gewissenserleichterung von westlichen Bürgern sieht, der verkennt völlig wieviele Menschen durch sie gerettet werden konnten.
3. Du beklagst anschliessend die Betroffenheitsorgien, die durch Trailer von Hilfsorganisationen ausgelöst werden und die Macht der Kulturindustrie mit ihren Movie-Blockbustern, die die Menschen wieder vergessen lässt, was in anderen Teilen der Welt abgeht. Es folgen Sprüche wie “Wir sind Arschlöcher die Glück haben in der ersten Welt zu leben”. Unsere Sorgen seien nur Handyrechnungen, “was abends in der Glotze läuft”, fehlendes Klopapier. “Wir hatten Glück und die Anderen halt nicht.”
Hier wird klar wie oberflächlich Du vorgehst. Es ist unzureichend zu glauben das die Medien oder die Lust auf Medien einzig und allein verantwortlich für den fehlenden Aktionismus gegen den Hunger in der Welt ist. Vielmehr liegt es an der Sozialisation, Tradition, der Politik und Ökonomie warum Menschen nicht unverzüglich den Kampf gegen Hunger, Krieg und Ungerechtigkeit aufnehmen. Wir sind von Geburt an danach erzogen Leistung im Konkurrenzkampf zu erbringen und ziehen daraus unser Selbstwertgefühl, unsere Identität! Darauf basiert auch unsere Ökonomie und unser Nationalstaat. Individuen in Haushalten, Konzernen und Nationen konkurrieren gegeneinander um Profite, Macht und damit um indirekte Befriedigung real unstillbarer egoistischer Bedürfnisse, die sich aus der bereits angesprochenen Sozialisation speisen. Der von Dir beklagte Egoismus ist eine fundamentale Säule des Kapitalismus. Wären wir nicht egoistisch erzogen, könnten wir nicht in der Schule oder im Beruf funktionieren. Wäre diese Funktionsweise nicht vorhanden, wie es bei einigen Individuen oder Staaten der Fall ist, droht der soziale Abstieg, Arbeitslosigkeit, Defizite im Staatshaushalt. Mangelnde egoistische Konkurrenzfähigkeit geht also mit dem Verlust von Lebensqualität einher, wodurch sich die Menschen im Laufe der Zeit immer stärker auf Monetäres bzw. Materielles fixieren, weil diese ökonomischen Erfolg symbolisieren und mitunter sogar garantieren. Dieser Konkurrenzkampf ist es übrigen auch, der die Armut in Afrika überhaupt erst möglich macht und Millionen Menschen von den Gütern ausschliesst, die sie für ihr Überleben benötigen. Menschen verhungern nur, weil sie ihre Nachfrage nicht finanzieren können, und weil sie nicht zahlen können, werfen wir die frischen Lebensmittel lieber weg, als sie zu verschenken.
Die Menschen kennen also weltweit keine andere Welt als die egoistische, kapitalistische Welt. Daher ist das beklagen oder eingestehen von Egoismus und der sich daraus ergebenden Lebenshaltung albern, sofern daraus keine tieferen Erkenntnisse und Aktionen folgen, wie es bei Dir der Fall ist. Menschen haben in ihrer Reduziertheit als konkurrierendes, atomisiertes Individuum bloss ihre egoistische Eindimensionalität. Aus diesem charakterlichen Mangel folgt seelische Leere. Menschen bringen sich um, laufen Amok, saufen sich tot, töten sich mit anderen Drogen, Medikamenten, erkranken also an Depressionen, Borderline, Burnout, Schizophrenie, andere Persönlichkeitsstörungen usw. Kurzum: Millionen Menschen sind traumatisiert und wissen keine Lösung aus der anerzogenen Eindimensionalität. Sie wissen nicht wie sie ohne Egoismus leben, denken oder fühlen sollen. Das ist ein Phänomen der kapitalistischen Gesellschaft, einzelne Individuen flüchten sich angesichts dieser Realität nunmal gerne in Musik, Film und Fernsehen, weil das wesentlich einfacher ist als in die Untiefen der Psyche vorzudringen. Sie wissen keinen Ausweg, weil ihnen einerseits die Nerven, die Zeit und andererseits die Fantasie bzw. das Interesse an Theorie fehlt.
Wenn Du also von Arschlöchern sprichst, dann meinst Du damit wohl eher traumatisierte, missbrauchte, missverstandende, vernachlässigte Individuen, die nach Jahrzehnten im Kapitalismus von dessen Anforderungen völlig aufgerieben und zerrissen worden sind. Du beschimpfst also Opfer, anstatt auf sie einzugehen. Diese Opfer empfinden das von Dir bezeichnete westliche “Glück” als auswegslose Hölle, die z.B. aus einem endlosen Berufsleben im Hamsterrad, voller Kontrollverlust und Unsicherheit besteht. Die allerwenigsten Menschen können sich den Luxus leisten, irgendwelche Videos zu drehen oder sorgenvoll ans Klopapier zu denken. Offenbar sind Dir aufgrund Deiner jungen Jahre die Härten dieser Realität völlig unbekannt. Millionen verharren in Perspektivlosigkeit, Stress, (Zukunfts-)Angst, Unzufriedenheit, materiellen Mängeln, anderen seelischen Qualen und finden keinen Halt oder eine Perspektive die echte Lebensqualität beinhalten würde. Hier nun anzukommen und zu sagen, helft doch mal denen in Afrika, ist absurd. Zerstörte Menschen sollen hungernden Menschen helfen, das funktioniert bestimmt. Der westliche Mensch ist ein von der Politik und Ökonomie zerstörter Mensch, der wie ein Junkie als Lösung seiner Probleme immerzu Heroin wählt, dabei aber alles nur noch verschlimmert. So läuft es auch in Deiner Geisteshaltung. Du findest keine Lösung, also spuckst Du anderen in die Suppe, giesst Öl ins Feuer und erwartest freudig die sich darausergebende Katastrophe. Da könnte man sicherlich den Vergleich zu deinem geliebten Joker in Batman ziehen, auch wenn Du mir noch eher als der Oliver Pocher von Youtube vorkommst.
4. Weitere Sprüche von Dir folgen: “Was soll dieses Rumgelaber?”. “Es kümmert uns nicht, weil es uns nicht betrifft” behauptest Du.
Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, das die Armut in Afrika nichts mit unserem Leben in Europa zutun hat. Wir leben in einer globalen kapitalistischen Ökonomie mit Handelsbeziehungen ohne Grenzen. Rohstoffe werden von Afrika nach Europa, Elektroschrott, Atommüll von Europa nach Afrika transportiert. Wir Europäer profitieren von der Armut in Afrika, da sich dadurch einerseits die Preise für Rohstoffe kontrollieren lassen und andererseits keine “wehrhafte Demokratie” wie in Deutschland zu erwarten ist, die mehr verlangt, als das Ersatzteillager und Müllhalde der westlichen Welt zu sein. Die Destabilität Afrikas ist die Mine des Reichtums für Europa. Je größer man also Afrika für die geopolitischen Interessen der eigenen Nation ausnutzen kann, desto höher auch die Lebensqualität der eigenen Bürger. Es gehört mittlerweile auch zur Normalität, dass wir die Küsten vor Afrika leer fischen und dann billigeres Fleisch als auf deren lokalen Märkten verkaufen, wodurch wir gleich doppelt deren Infrastruktur und Lebensqualität vernichten. Es herrscht ein permanenter Wirtschaftskrieg zwischen Europa und Afrika. Man darf auch nicht vergessen, das Europa eine Festung für Hungerflüchtlinge aus Afrika ist. Diese lässt man regelmäßig einfach absaufen, diese von Dir vorgeführte “Scheiß egal” Mentalität ist also bereits politische Praxis.
Es gibt demnach knallharte ökonomische Gründe warum es uns betrifft. Diese Fakten werden verdrängt, aus bereits in Punkt 3 genannten Gründen. Es fehlt Zeit, Nerven, Geld, Gesundheit, Identität, Mut und Wissen diesen Zusammenhang zu sehen und entsprechende Alternativen zu erarbeiten und zu erkämpfen.
5.Würde eines der Afrika-Kinder hierzulande geboren sein, würde es sich genauso wenig darum kümmern was in Afrika passiert, wenn wir die Hungernden dort wären.
Natürlich hängt es immer auch von der Sozialisation ab, wie man mit anderen Menschen umgeht. Näher wurde das ebenfalls in Punkt 3 erläutert.
6. 2-3 Cent Spenden würden uns nicht weniger zu Arschlöchern machen, die nur an sich denken.
Der Akt des Spendens signalisiert ein Mindestmaß an Mitgefühl und macht uns in der Tat ein wenig mehr zu Menschen als zu “Arschlöchern”.
7. Du bezeichnest es als utopisch wenn es “jedem auf der Welt gut” ginge. Es sei obendrein “nicht unser scheiß Problem” wie es anderen geht.
Angesichts der unglaublichen Produktivitätssteigerungen der letzten Jahrzehnte könnte man jeden Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen. Es scheitert bislang bloss an der gesellschaftlichen Organisation sämtlicher individuellen Interessen und Bedürfnisse. Ideen liegen z.B. im Anarchismus vor und wurden auch bereits praktisch erfolgreich ausprobiert (Spanien, Ukraine usw). Wir produzieren für ca. 12 Milliarden Menschen Lebensmittel, ein Großteil davon wird aber weggeschmissen oder an Tiere verfüttert, die wir später essen. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein Resultat der Bewusstlosigkeit der konkurrierenden Subjekte im Kapitalismus. Denn wie immer gibt es Mangel an Zeit, Geld, Nerven, Gesundheit, Identität, Stabilität im sozialen Gefüge usw usf, die einen Prozess der Bewusstwerdung über Mängel im eigenen oder gesellschaftlichen Verhalten ermöglichen würden. Würde man bspw. den Fleischkonsum, die Nutzung von Kraftfahrzeugen einschränken, liesse sich genug Energie und Rohstoffe sparen um schneller sämtlichen Menschen die Lebensqualität zu bieten, die wir in Europa seit Jahrzehnten kennen. Dies alles mag utopisch erscheinen, doch war selbst unsere heutige Demokratie lange Zeit völlig utopisch, was man z.B. in Zeiten des Absolutismus sieht.
Wer sagt, es sei “nicht unser scheiß Problem” wie es anderen Menschen auf der Welt geht, propagiert menschenverachtende Ansichten und bekundet damit seine Unkenntnis über gesellschaftliche Zusammenhänge und Möglichkeiten.
8.”Wenn ich Politiker wäre, wäre mein Slogan wählt Julien für ein egoistisches Deutschland.”
Hitler wollte genau das. “Deutschland über alles”. Aber natürlich bist Du kein Nazi, das war reine “Satire”, wie schon bei den “an aidsverreckenden Schokobabys”.
9. “Wir geben den Griechenland keine Milliarden, wenn wir selbst 2 Billionen EUR Schulden haben.”
Die Milliarden an Griechenland sind keine Geschenke, sie fliessen mit Gewinn an Deutsche Banken zurück. Vielleichte sollte man nicht darauf bestehen das Griechenland deutsche Rüstungsgüter in Milliardenhöhe erwirbt? Nein, besser nicht, das steht doch dem “egoistischen Deutschland” im Weg. Der Übergang zwischen Faschismus und Nationalismus ist übrigens fliessend, wie wir im zuvorigen Punkt bereits erkannt haben.
10. “Wir kümmern uns nur um uns selbst, weil wir im besten Land der Welt wohnen. Alle anderen sind uns scheißegal”
Und wieder eine These in bester “Deutschland über alles”-Manier. Deutschland ist nur deshalb so erfolgreich weil es einerseits Millionenfach die Löhne drückt, damit billige hochwertige Produkte erzeugt und schliesslich gewinnbringend im Ausland absetzt. Der Erfolg und Reichtum Deutschland basiert also auf der Nachfrage und dem Konsum in den Nachbarländern (u.a. auch Griechenland, wie bereits angesprochen). Dir sollten “alle anderen” besser nicht “scheißegal” sein. Wieder wird deutlich das Du keinen Schimmer von Politik oder Ökonomie hast.
11.”Deutschland gemessen an anderen Ländern natürlich ziemlich gut, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten geht es uns beschissen. Weil wir andauernd an irgendwelche anderen Spacken denken und Almomsen verteilen, die sowieso nichts bewirken!”
Im Rahmen unserer Möglichkeiten? Träumst Du von der Weltherrschaft Deutschlands? Wer ist eigentlich dieses “uns”? Vorhin war es per se negativ gesprochen, nun wird behauptet eine deutsche Gemeinschaft hätte irgendwelche Nachteile aufgrund “irgendwelcher Spacken” obwohl es genau umgekehrt ist, wie ich in Punkt 10 nachgewiesen habe. Man kann sich nur fassungslos angesichts dieser absurden Thesen zeigen, die eindeutigen Realitätsverlust belegen.
12. “Aus der Dritten Welt wird nie die Erste Welt. Warum sollte man das Geld für sowas verbrennen?”
Warum nicht? Man hat Billionen verbrannt um eine Ökonomie aufrechtzuerhalten, die den Hunger bzw. das Elend in der gesamten Welt ermöglicht. Warum sollte man das Geld nicht einmal für etwas vernünftiges, nämlich für den Kampf gegen Hunger, Krieg usw. einsetzen? Weil es sich nicht rechnet oder was?! Woher kommt die Gewissheit, dass es niemals zu einer grundlegenden Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse kommen wird? Das ist reine Spekulation, die aufgrund halbgarer Sprüche geführt wird.
13. “Die Leute da unten haben nie etwas anderes gekannt. Und dann kommen da irgendwelche heiligen Samariterwichser an und geben ihnen Hoffnung. Mich kotzt diese Scheinheiligkeit an.”
Nun ist es bei Dir also verboten hoffnung zu geben. Wer sind denn die “heiligen Samariterwichser”? Ist das eine Kritik an NGOs? Sollen die ihre Arbeit einstellen und stattdessen lieber Deine Videos angucken? Alles scheißegal, lass die Leute ruhig verrecken und anstatt zu spenden, geht lieber Kippen und Alkohol kaufen. Was ist denn das Resultat Deiner ganzen Thesen? Was ist das Ziel dieses Videos? Man erkennt hier deutlich wieviele falschen Thesen zu einem verachtenswerten Weltbild führen. Schlimmer macht es nur noch die hohe Verbreitung dieses geistigen Abfalls.
14. “Wenn es Euch nicht scheißegal ist, dann fliegt doch darunter in den Dreck, nehmt ein Kind mit und ermöglicht ihm ein schöneres Leben hier in Deutschland oder was weiß ich. Kein einziger von Euch würde das machen. Und das ist auch in Ordnung. Gebt einfach zu, dass es Euch scheißegal ist. Oder lebt weiter in eurer Seifenblase weiter und tut so als würdet ihr euch für irgendwen anders interessen als euch selbst. Es ist mir scheißegal und ich steh dazu. Was ist mit Euch?”
Wieder wird das menschenverachtende Weltbild als vernünftig dargestellt. Als ob man einem Nazi auf die Schulter kloppft wenn er sagt “Ich hasse Ausländer und ich steh dazu”. Es ist absurd. Jeder Mensch muss sich hierzuland um sein ökonomisches Überleben kümmern. Die Lebenshaltungskosten sind genauso immens wie der globale Konkurrenzkampf. Wer hier verliert, verliert schnell Familie, Wohnung, Auto, Perspektive, Lebensqualität und Lebenslust. Das ist das von Dir reichlich naiv umjubelte Glück der ersten Welt. Man kann schon rein aus den gesellschaftlichen Verhältnissen heraus nicht einfach nach Afrika fliegen und zehntausende Menschen retten, denn dazu müsste man reich sein und wer ist schon reich? Eine Minderheit und die ist nur so reich, weil sie alles für sich behält. Wenn man das mal durchdenkt was Du hier sagst, kommt man erneut zu dem Schluss, dass es hier keine großartige Auseinandersetzung mit der Thematik gegeben haben muss.
Ein ausgesetzter Hase hoppelt mir mitten im lebensfeindlichen Industriegebiet entgegen. Er hält inne, beäugt mich während ich an ihm vorbei ziehe. Zwischen donnernden Maschinen, die mobil wie immobil unaufhörlich Abgase austoßen, den Betonklötzen, Asphaltwüsten und Abfallresten aus den umliegenden Konsumtempeln, wirkt dieses Aufeinandertreffen mit einem derart unschuldigen Geschöpf surreal auf mich. Es wirkt so unnatürlich in dieser Welt, weil sein Lebenszweck nicht darin besteht andere Lebewesen zu ersticken. Mich rührt diese Begegnung und beschliesse mit Karotten wieder zu kommen, um ihm ein gewohntes, sicheres Umfeld in meiner bescheidenen Unterkunft zu bieten. 5 Minuten brauche ich für die Karotten, 5 Minuten für den Weg, aber ich war zu spät. Irgendwie hatten mich die wohlgenährten Hüften dieses weissen Haushasen dazu verführt zu glauben, er wäre faul, langsam und daher in der Nähe des letzten Treffpunktes. Aber er war weg. Ich suchte unter Autos, Lkws, in erbärmlich kargen Gebüschen, die mit Fastfoodtüten vollgekotzt worden sind und lief einige hunderte Meter herum. Zunächst war nirgends eine Spur von ihm, doch plötzlich sah ich ihn unter einem abgestellten Anhänger in einer Seitengasse. Er lebt nun vorübergehend bei mir und berate bei einem Tierschutzverein wie es mit dem Hasen weitergehen wird.
Was sind das allerdings für Menschen die dieses Tier wie Müll aus ihrem Leben warfen, direkt zu den Abfallresten, Blechdosen, Fastfoodtüten und -bechern? Offenkundig machen sie sich keine Vorstellung davon wieviele Reifen diesen Hasen zermalmen möchten, wenn sie ihn schlicht und einfach in einem Industriegebiet aussetzen. 2-3 Kilometer weiter war übrigens sogar ein Tierheim. Da stellt man sich vor, wie ist das wohl abgelaufen? Ein Familienvater der sich in seinen Van mit dem Hasenkäfig und dem Tier setzt, ein paar Kilometer ins industrielle Exil fährt, wo die Kinder normalerweise nicht herumspringen, und diesen dann aus eben solchen Behältnis nervös und eilig herausschüttelt, um mit ordentlichen Druck aufs Gaspedal sich vom Tatort zu entfernen. Und dann ab zur Tierhandlung und einen Ersatz erwerben um den Haussegen irgendwie aufrechtzuerhalten. Wer mag schon dicke, ältere Hasen, wenn man die ganz jungen, quitschig süßen Viecher haben kann?! Vielleicht sollte ich ein Schild aufstellen und Aussetzer von Tieren darüber belehren, dass es einem Todesurteil nahekommt, das Tier derart zu behandeln. Aber warum sollte es Tieren anders ergehen als Menschen, die in dieser Gegend im Müll nach Pfandflaschen suchen, um damit ihr Überleben zu bewerkstelligen?
Wenn Menschen zu Humankapital bzw. Humanresources also auf reine ökonomische Funktionen wie ein Zahnrad reduziert werden, sie dies systematisch über Jahrzehnte gelehrt und vorgelebt bekommen, dass sie nur als primitive, kalte Egoisten überleben können, wie sollte also irgendeine Seele auf die Idee kommen, einen winzigen scheinbar bedeutungsloseen Hasen solange zu schützen, zu stützen und zu lieben, wie es jedes Lebewesen verdienen würde? Offenkundig ist das moderne atomisierte Individuum im internationalen Konkurrenzkampf des Kapitalismus derart aufgelöst, aufgerieben und entfremdet, dass es nicht einmal mehr unschuldige Geschöpfe für schützenswert hält. Ich weiß nicht ob es bei diesen Hasen um ökonomische Nutzen und Kosten Attribute oder schlicht um die bereits angesprochenen ästhetischen Bedürfnisse ging, aber dieses Verhalten ist eine klare Aussage darüber, wie diese Menschen ihr Leben in Beziehung zu anderen Lebewesen verstehen. Was nicht mehr gebraucht wird, wird in die Tonne getreten, gleichgültig ob es fühlen kann oder ob es sich um einen Gegenstand handelt. Sie handeln so, wie sie selbst behandelt wurden und sie verdrängen all das um weiter funktionieren zu können. Und die Menschen, die nun sagen: “Scheiß doch auf den Hasen, es gibt Schlimmeres!” Denen kann ich dieselbe Diagnose ausstellen.
All die Streitereien zwischen Angestellten und leitenden Angestellten sogenannten Chefs sind offenkundige Kleinigkeiten, die aber das Zünglein an der Waage sind, wenn es um die Zukunft des Angestellten oder des leitenden Angestellten oder der jeweiligen Niederlassung oder gleich der gesamten Firma geht. Zukunft insofern als das bei allen natürlichen wie juristischen Personen das ökonomische Überleben davon abhängt, ob sie weiterhin mit allen Mitteln so profitabel wirtschaften können, wie es das Dogma der Betriebswirtschaftslehre vorschreibt. Und wirtschaftliches Überleben heisst bei Menschen immer auch das Überleben selbst. In dieser Realität steckt eine Logik die eine große Entwürdigung für sämtliche Menschen bedeutet. Zu spät kommen, zu wenig Leistungsbereitschaft, zu wenig Überstunden, Unflexibilität, fehlende Stressresistenz, mangelnde Teamfähigkeit, sind die üblichen charakterlichen Attribute die also schnell in Ungnade fallen und zu Abmahnungen und Kündigungen führen können. Insbesondere unterschiedliche Auffassungen wie ein Betrieb, ein Team zu führen oder ein Problem gelöst werden soll, können zu ähnlichen Konsequenzen führen. Zuviel Denken und zuviel Eigenständigkeit ist nicht erwünscht, sofern es sich nicht in Zahlen positiv messen lässt.
Nun sind das Dinge die man unter privaten Verhältnissen durchaus in einem klärenden Gespräch lösen könnte. Man kann die gegenseitigen Vorurteile, Missverständnisse durchaus ausräumen, sofern genug Zeit, Nerven, Sachlichkeit und ein entsprechender Wunsch zur gemeinsamen Fortführung der (in dem Fall beruflichen) Beziehung besteht. Wir wären im alltäglichen Konkurrenzkampf innerhalb des Kapitalismus eigentlich sogar dazu gezwungen uns miteinander zu solidarisieren, da er uns irrationalen, allgemeinen wie individuellen Entbehrungen und Zerstörungen aussetzt, aber aufgrund der Sozilisation die während dieses permanenten Kampfes stattgefunden hat und weiter stattfindet, herrscht mal offen mal unterschwellig oder versteckt: Egoismus, Missgunst, Misstrauen, Neid, Ignoranz und Intoleranz. Es gibt im alltäglichen kapitalistischen Vewertungslauf und des permanenten Überlebenkampfes sämtlicher Menschen auf allen Märkten zum Beispiel keine oder nur eine sehr geringe Toleranz von Fehlern oder Individualität, weil ökonomische Vorstellungen von Wachstum, Leistung und Wettbewerb in der Mehrheit der Köpfe verankert sind, die im Widerspruch dazu und auch zu Solidarität, Brüderlichkeit oder Gegenseitiger Hilfe stehen. Solidarität zahlt sich im Konkurrenzkampf des atomisierten Individuums nicht sofort messbar aus, also zieht es demgegenüber Vorstellungen und Handlungen vor, die mit Sicherheit zumindest einen Lohn zur Folge haben, wie also eine disziplinierte, fleissige, flexible, stressresistente berufliche Tätigkeit am Arbeitsplatz. Es kommt aus diesem Grund zu einer ständigen Verschlimmerung der üblichen menschlichen Probleme.
Kleine Fehler die Menschen nunmal stetig machen, weil niemand alles überblicken kann, entscheiden besonders im Beruf unter gnadenlosen “Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten” über die Lebensqualität des einzelnen Menschen insgesamt. Es gibt genug andere Marktteilnehmer die man verheizen kann, wenn der aktuelle Angestellte nicht sofort gemäß der Firmeneigenen bzw. nationalen, wirtschaftlichen Pseudophilosophie entspricht, auch wenn diese nur geringe oder nur kurzfristige Verbesserungen leisten können, schliesslich ist keiner vor den Belastungen und Entbehrungen des Berufslebens im Kapitalismus sicher. Kosten und Nutzen gelten als faire und gerechte Gesichtspunkte, obwohl das menschliche Gegen-, Zwischen- und Miteinander ausgeblendet wird beziehungsweise grundsätzlich diesem Prinzip untergeordnet und davon bestimmt wird. Es ist zwar mittlerweile modern zu sagen, wie kann ich als Chef meine Mitarbeiter motivieren, wie fördere ich die Identifikation des Mitarbeiters zu “seinem” Unternehmen, wie kann ich Krankheitsfälle vermeiden, usw. Aber diese Menschen werden trotzdem sofort ins Nichts und den sozialen Abstieg geworfen, wenn sie nicht so funktionieren wie es aufgrund eines theoretischen Ideals verlangt ist, welches obendrein nur gilt weil sich kaum einer traut es zu hinterfragen. Es wird niemals die Frage gestellt woraus eigentlich die ständigen Konflikte im alltäglichen Wirtschaften entstehen folgen können. Warum die Millionen Arbeitslosen? Warum leisten die Besitzer eines Arbeitsplatzes Überstunden, warum riskieren sie ihre Gesundheit, entfremden sich von sich selbst, ihrer Familie, der Gesellschaft und der Umwelt, wenn Millionen Arbeitslose die gesellschaftlich notwendige Arbeit unterstützen könnten? Offenkundig möchte man sich das aufgrund der dadurch einbrechenden Profite nicht leisten, mal abgesehen davon, dass es dem Konzept unserer Ökonomie grundsätzlich widerspricht Arbeit zu minimieren, was man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss!
All das wird gemeinhin als normal und als Errungenschaft der Zivilisation abgetan, obwohl es sich hier um den ultimativen Wahnsinn handelt. Man setzt auf Kündigungen statt auf Dialog, schliesslich sind die auch wesentlich günstiger. Gespräche binden Arbeitskraft und Arbeitszeit, wer kann sowas gebrauchen, zumal es keine Sicherheiten für qualitative Verbesserungen in der Leistung des vermeintlichen Störenfriedes geben kann. Ignoranz und Intoleranz gehören dazu wenn man Profite erwirtschaften will. Man muss aggressiv sein, sich durchsetzen und ohne Rücksicht auf Verluste agieren. Was zählt ist das Wohl der Profite der juristischen Person, das Wohl einer Sache oder vielmehr eines Prinzips, welches in der gesamten Gesellschaft rauf und runter idealisiert wird. Menschen werden entlassen egal ob das für sie einen Verlust ihrer Lebensqualität bedeutet. Es ist gleichgültig ob sie sich selbst oder ihre Familien nicht mehr ernähren können, ob sie sich nichteinmal den mickrigen Jahresurlaub an der Ostsee leisten können oder ob sie für das Alter etwas zu Seite legen können. Menschen werden in Berufsverhältnisse eingestellt von denen sie nicht einmal leben können und selbst wenn sie davon bloss überleben können, so doch nicht davon leben, schliesslich bedeutet ein Arbeitsplatz heute nicht Friede, Freude, Eierkochen, sondern unter anstrengenden, krankmachenden Zuständen Malochen bis zum Schlaganfall.
Das wird in den Medien zwar durchaus genauso beklagt, wie mehr oder weniger öffentlich in den Betrieben. Aber es erfolgt kaum eine genauere Analyse über die Ursachen. Dieses kurze Aufbäumen verliert sich schnell wieder indem einfach so weiter gemacht wie bisher. Diese Ideenlosigkeit, diese unglaublich fantasielose, systemhörige Herdenmentalität ist es, die den Hunger in der Welt genauso ermöglicht, wie die Millionen Heere an Arbeitslosen und Billigjobs, die sklavenhafte Unterordnung und religiöse Bejahung des gesamten gesellschaftlichen Lebens unter einem wahnhaften Dogma der Profitmaximierung. Darüberhinaus herrscht der totale Irrglaube Arbeitsplätze würden Zukunft bedeuten. Dabei sind sie Ausdruck einer unreifen, gedanklichen Totgeburt. Wir werden immer produktiver, wir machen uns quasi als Arbeiter selbst überflüssig und reagieren damit nur mit noch größerer Produktivität von dessen Früchten wir nicht naschen können, weil die Profite an die Anteilseigner unserer Arbeitsplätze fliesst. Anschliessend wird mit großem Erstaunen der Niedriglohnsektor oder die Entwicklung der Abstaltung von Vermögen und Länder in reich und arm wahrgenommen.
Man wird als Mensch heutzutage wie eine Ware behandelt, benutzt, gebraucht und nachdem man ausgebrannt ist, wird man ausgekotzt und kann sehen wo man bleibt, scheißegal was man geleistet hat. Als Angestellter bzw. Lohnabhängiger der um seines Überleben willen sich wie eine Hure verkaufen und derart erniedrigen lassen muss, darf sich dann einen neuen Freier suchen der ihn solange missbraucht, bis ihm dessen Qualitäten nicht mehr ausreichen. Es gibt keine Solidarität, Anstand, Vernunft, Gerechtigkeit oder gar eine erstrebenswerte Zukunft in so einem Verhältnis. Millionen menschliche Beziehungen sehen so aus, was nicht nur Rastlosigkeit aufgrund der Intensität und ständigen Flexibilisierung und Rationalisierung der Arbeit bedeutet, sondern auch Stress, Anfälligkeit für Krankheiten, mangelnde Lebensqualität weil man seine Lebenszeit hauptsächlich mit derart widerlichen Situationen verschwenden muss. Davon sind bloss einige glückliche Millionäre insoweit ausgeschlossen, alsdass sie sich eben nicht auf dem Arbeitsmarktstrich verkaufen müssen. Genauer muss man aber sagen das wirklich jeder Mensch auf der Welt im Kapitalismus eingebunden ist. Meine Kritik ist also an nahezu alle Menschen gerichtet, auch jene die in ihre Freier verliebt sind oder dem Arbeitswahn für den einzig wahren Lebensinhalt erachten.
Warum lässt die gesamte Menschheit zu, dass Menschen tagtäglich verhungern, sie sich mit ihrer Industrie, ihren regelrecht wahnhaften Glauben an Markt, Leistung, Kapital und Staat ihrer eigenen Lebensgrundlagen beraubt? Jeder weiß: Wachstum ist auf einem begrenzten Planeten unmöglich und doch schreit ein Jeder vom Kind bis zum Greis, vom Pöbel bis zum Präsidenten nach Wachstum! Wachstum bringt Arbeitsplätze! Bringt Reichtümer! Aber doch sind permanent Millionen von diesen Reichtümern ausgeschlossen, egal wie hoch die Wachstumszahlen auch sein mögen. Es ist nämlich das Millionenheer von Menschen die diese Reichtümer mit ihren Knochen und ihrem Hirn erarbeiten müssen, weil sie andernfalls ihr Leben nicht bestreiten können. Viel zu viele von ihnen identifizieren sich positiv mit ihrem Arbeitsplatz der sie knechtet und foltert! Der internationale wie nationale Konkurrenzkampf ist ein Hindernis für die Emanzipation der gesamten Menschheit. Hat uns dieser Kampf mit hohen Opfern zwar die unglaublichen Produktivitätssteigerungen gebracht, so scheinen heute kaum noch größere Steigerungen möglich. Tausende Firmen liefern dieselbe Dienstleistung, dieselben Produkte nur mit minimalen Unterschieden und konkurrieren auf Kosten ihrer Mitarbeiter bis zum totalen Untergang! Dieser ist garantiert, die Flut an Waren vermüllt den Planeten zusehens! Kein Produkt ist günstig genug, kein Lohn zu niedrig, kein Profit zu hoch, die Grenzenlosigkeit dieser Idiotie konnte bisher noch nicht dazu führen, dass die Menschen ebenso grenzenlos wütend wurden und sich in Massen- und Generalstreiks solidarisierten! Und das obwohl psychische, physische Erkrankungen genauso exponentiell zunehmen wie die Zerstörung der Umwelt und der Artenvielfalt! Es ist so als ob die Menschen die neue Gesellschaft, die ihnen manches Mal auf der Zunge liegt (Occupy/Gorleben/S21) lieber erschrocken ausspucken, um den alten Gewohnheiten mit bekannten Schmerzen zu frönen! Sie halten fest an einer Ordnung die in Wahrheit Chaos für das Leben auf dieser Welt bedeutet. Die Krisen wechseln sich in immer kürzeren Abständen und in immer größerer Intensität ab, sodass kaum einer mehr ohne Schwindelgefühl zu erkennen vermag worin ihre Ursachen zu liegen scheinen. Woher soll der Mensch auch noch die Zeit nehmen sich auf den steinigen Weg der Erkenntnis zu begeben, wo er doch Tag ein Tag aus, jahrelang von der Lohnarbeit geknechtet wird und wurde? Jeder von uns sinkt nach diesen alltäglichen ekelhaften Stunden am Arbeitsplatz völlig erschöpft in den Sessel, da öffnet man die Flasche Freizeit doch nur um sie in höchster Süße zu verköstigen, als sie mit erneuter Arbeit, nämlich dem Kampf und Widerstand gegen diese Zustände zu verbittern!
Aber genau hierfür plädiere ich. Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von einem ökonomischen, politischen Prinzip, das in der heutigen Zeit derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht auf 3 oder noch mehr verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker, verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Thesen, Theorien und Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken! Die Antwort auf eine Revolution wie in Nordafrika kann nur eine Revolution sein die sie ergänzt und erweitert, denn Leben heißt die permanente Revolution anzutreiben um künftigen Generationen Qualen zu ersparen! Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen. Die heutige Staatengemeinschaft dient dem Kapital, den reichsten Familien dieser Welt, dient Interessen die die Emanzipation der lohnabhängigen Massen blockieren und verhindern will und muss qua ihrer innewohnenden Funktionen! Kein Arbeitgeber mag Gewerkschaften! Kein Staat mag Demonstranten gegen Atomendlager oder Bahnhöfe! Und doch sind diese Demonstrationen, diese Organisationen extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit von diesen ihnen feindlich gesinnten Strukturen und Konstrukten! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt weder die Natur noch die Lohnabhängigen Menschen insoweit, als dass sie geschützt wären vor dem Verwertungszwang des Kapitals, als dass die Menschen die Möglichkeit hätten sich aus ihrer Perspektivlosigkeit und Entfremdung selbst zu befreien, die sich eben aus der Situation der Lohnarbeit und des Gesetzgebers ergeben hat! Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuum konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelcher Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diese Selbstgeiselung beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten, durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, vertreten, diskutieren, hinterfragen und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkter Demokratie auf Solidarität und Bedürfnisproduktion beruht! Die technischen Möglichkeiten (Liquid Democracy) sind längst gegeben!
Im Berufsleben gibt es keine Gnade. Menschliche Emotionen, Zweifel und Eigenheiten sind nur dann am Arbeitsplatz, für den Chef, für den Kunden, für die Firma relevant, wenn sie die Profite erhöhen. Milliarden gehen täglich zur Arbeit. Es ist der ganz normale Wahnsinn. Wie selbstverständlich prostituieren sich die Massen am Strassenstrich, genannt Markt, um einen Hungerlohn oder fette Boni einzusacken. Gleichgültig in welcher Branche, gleichgültig welcher Konzern, ob Millionen Angestellte oder in Selbstständigkeit, alle Menschen konkurrieren gegeneinander auf dem Strassenstrich, um Freier, um Kunden, um Konsumenten, Absätze, Zukunft und Lebensqualität. Wenn sich indische Bauern umbringen, weil sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen können. Wenn sich klassische Prostituierte von Zuhältern prügeln lassen und pro Nacht 5 Freiern den Arsch hinhalten. Wenn für Coltan, Eisen, Öl und Gold tausende Kubikmeter Erde entweder mit blossen Händen oder gigantischen Baggern umgegraben werden. Wenn Händler an der Börse mit Lebensmitteln spekulieren. Wenn man sich als Bürohengst mit einem PC-System, schreienden Kunden und fordernden Chefs herumschlagen muss. So haben wir überall denselben Hintergrund. Sie alle brauchen Profite um in diesem System überleben zu können. Sie brauchen jemand, der bereit ist, für ihre Dienstleistung zu bezahlen. Die Unterschiede mögen gewaltig sein, aber da jeder Mensch auf dem Strich steht, gibt es automatisch Gewinner und Verlierer, schliesslich kann nicht jeder jeden Tag 10 Freier abkriegen.
Angebot und Nachfrage stehen für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit in der Ökonomie. Es steht jedem frei unter einer Brücke zu schlafen, dem Armen und dem Reichen. Wenn die Nachfrage nach der eigenen Dienstleistung nicht da ist, dann ist man selber schuld, dann hat man offensichtlich nicht genug getan, um von Freiern als wertvoll genug erachtet zu werden. Wer nicht den Vorurteilen einzelner Entscheidungsträger in Schlüsselpositionen entspricht, der kann unter Umständen schnell den sozialen Abstieg vollziehen, ohne jemals nachhaltige Hilfe von irgendjemanden erwarten zu können. Im Gegenteil, der deutsche Staat streicht Förderungen und Unterstützung, zwingt die Arbeitslosen indirekt dazu jeden Job anzunehmen. Einzig die Familie kann ein wenig helfen, aber wenn die nicht über genug finanzielle Mittel oder Kontakte verfügt, ist auch sie völlig machtlos gegenüber der Logik des Marktes. Wer ein paar Mal zu spät kommt, wer nicht freundlich Kunden bedient oder Vorgänge, Aufträge, Befehle, Anweisungen und so weiter angemessen erfüllt, der wird keine Woche überleben. Es gilt als normal sich dem allgemeinen geschäftlichen Treiben zu ergeben, denn Individualität, Zweifel oder gar Kritik haben hier keinen Platz, wenn sie nicht irgendwie Erträge liefern können. Die Brutalität die hierin steckt ist eindeutig. Wer nicht passt, muss sich passend machen, flexibel sein, Weiterbildung betreiben, trainieren, an sich arbeiten, um irgendwann einmal wieder Konkurrenten am Strich ausstechen zu können. Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen, ja sicher lieber Kant, aber nicht wenn das den von Dir selbst hochgejubelten Konkurrenzkampf* behindert!
Jede Handlung seit der 3.Klasse in der Schule dient dem Konkurrenzkampf, den Leistungsprinzipien des kapitalistischen Systems. Mit jeder guten Note schlägt man einem Schüler mit schlechteren Betragen in die Fresse, denn durch diesen Beleg der eigenen Leistungsfähigkeit weist man die künftigen Bedürfnisse des Schlechteren als weniger legitim zurück. Aber das passiert nicht weil man es persönlich so gewollt hat. Es passiert weil das System Menschen so bewertet und behandelt. Schlechte Noten, schlechter Abschluss, schlechte Berufsausbildung oder sogar gar keine Berufsausbildung, bedeutet eine schlechte berufliche Karriere, mit geringen Einkommen und damit letztlich schlechter Lebensbedingungen, die kaum lebenswert erschienen und einen noch stärker für jeden verdammten Dreck in der Welt anfällig machen. Menschen die ihre Leistung nicht bringen, haben es in diesem System also “verdient” schlechter zu leben als andere. Dagegen können andere Menschen in Afrika, Indien, Indonesien, China, Brasilien, Peru und hunderten anderen Regionen und Orten der Welt schuften wie sie wollen, sie erhalten trotz harter Knochenarbeit einen nur Hungerlohn. Ihr Spielraum für Protest, Widerstand oder gar kritischer Reflexion ist quasi nicht vorhanden. Denn ihre Nation, ihr Wirtschaftsstandort ist schlicht nicht konkurrenzfähig im internationalen Wettbewerb, der sozusagen auf einem internationalen Strassenstrich stattfindet, auf dem sich Nationen nochmal extra mit ihren Exporten und Importen prostituieren.
Die haben eben Pech gehabt. Genauso die Hungernden in dieser Welt. Jeden Tag verhungern Tausende und es gellt kein Aufschrei durch die Massenmedien oder die Bevölkerung. Zuletzt nur mal kurz wegen Somalia, aber dann war auch wieder Ruhe, die nächste Katastrophe war wichtiger. Wir alle sind damit beschäftigt uns im System nach oben zu treten. Wenn hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ersaufen oder aufgrund der Überproduktion die Umwelt zerstört und vergiftet wird, dann ist das kaum mehr als eine bedauerliche Bemerkung wert. Es veranlasst niemanden dazu über diese Gesellschaft und die notwendigen Hintergründe zu reflektieren, die solche menschenverachtenden Zustände möglich machen. Trotz der Proteste die immer wieder in den letzten Jahrhunderten aufgeflammt sind und auch in der jetzigen Dekade erneut aufflammen, ging es immer weiter mit diesen Prinzipien und der sozialen Kälte in den menschlichen Beziehungen. Auch wenn man sich engagiert, solange man am Berufsleben festhält, überwiegt eben die Unterstützung der Zerstörung der Welt und menschlicher Werte und Beziehungen!
Jeder hat seine eigene Wohnung, seine eigene Küche, seinen eigenen Fernseher, seinen eigenen Wagen, lebt vereinzelt, vereinsamt neben anderen Menschen her. Nur noch wenige Menschen haben tatsächlich einen großen Freundeskreis, weil ihnen schlicht die Zeit für so etwas fehlt. Und weil ihnen die Zeit fehlt, verlernen sie völlig den Wert solcher Beziehungen. Die Beziehungen werden oberflächlich und orientieren sich immer stärker daran, ob man davon etwas hat. Das geht bis in die größte Intimität die ein Mensch eingehen kann. Viele kennen gar nicht den genauen Charakter und Empfindungen ihres Sexualpartner, sie interessieren sich in erster Linie für dessen äußerliche Hülle, seine berufliche und gesellschaftliche Stellung. Das wird als Selbstverständlichkeit behandelt, schliesslich vögelt man ja nicht dessen Charakter, heißt es. Und aus solchen Konstellationen entstehen Schwangerschaften mit Kindern, die teilweise völlig unter dieser Oberflächlichkeit zu leiden haben. Aber auch sie werden lernen die Fresse zu halten, sich auf dem Strich zu prostituieren, sich dem allgemeinen Wahn, dem Stress, dem Profit, dem Staat hinzugeben. Denn das Kind wird sich von seinem eigenen Gemüt abspalten, weil nur die Befehle und Ansprüche der Eltern und der Äußeren Umwelt zählen. Es wird der Ideologie des Marktes, des Kapitals und des Staates so gut entsprechen wie es nur kann und die Hoffnung vieler Milliarden Konkurrenten teilen, es einmal besser zu haben als die Eltern. Verrat an den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen ist ganz gewöhnlicher Alltag in dieser Gesellschaft. Man verliert sich jeden Arbeitstag ein Stückchen weiter und ist am Ende völlig verzweifelt und verstört. Das nennt man dann “Midlife Crisis”, Burnout oder Depressionen, wobei es freilich noch mehr Krankheiten und Symptome gibt. Es ist eine Selbstverständlichkeit keine grundsätzliche Kritik oder Widerstand zu leisten, denn die Massen funktionieren und machen mit, weil sie nicht zu sich selbst stehen wollen oder können. Wer es dennoch tut, geht in der Regel den sozialen Abstieg und wird auch noch Hohn und Spott als Quittung erhalten.
* = Kant schrieb folgendes 1784 in der ‘Berlinischen Monatsschrift‘: “Ohne jene, an sich zwar eben nicht liebenswürdige, Eigenschaft der Ungeselligkeit, woraus der Widerstand entspringt, den jeder bei seinen selbstsüchtigen Anmaßungen notwendig antreffen muß, würden in einem arkadischen Schäferleben, bei vollkommener Eintracht, Genügsamkeit und Wechselliebe, alle Talente auf ewig in ihren Keimen verborgen bleiben: Die Menschen, gutartig wie die Schafe die sie weiden, würden ihrem Dasein kaum einen größeren Wert verschaffen, als dieses ihr Hausvieh hat; sie würden das Leere der Schöpfung in Ansehung ihres Zwecks, als vernünftige Natur, nicht ausfüllen. Dank sei also der Natur für die Unvertragsamkeit, für die mißgünstig wetteifernde Eitelkeit, für die nicht zu befriedigende Begierde zum Haben, oder auch zum Herrschen! Ohne sie würden alle vortreffliche Naturanlagen in der Menschheit ewig unentwickelt schlummern. Der Mensch will Eintracht; aber die Natur weiß besser, was für seine Gattung gut ist: sie will Zwietracht. Er will gemächlich und vergnügt leben; die Natur will aber, er soll aus der Lässigkeit und untätigen Genügsamkeit hinaus, sich in Arbeit und Mühseligkeiten stürzen, um dagegen auch Mittel auszufinden, sich klüglich wiederum aus den letztern heraus zu ziehen.“
Die Anschläge auf die Infrastruktur Berlins wurden von linken antiautoritären Vorstellungen inspiriert. Die Anschläge der Bundeswehr auf die Bevölkerung Afghanistans wurden von den westlichen Wertvorstellungen autoritärer Staaten inspiriert. Die Anschläge der Taliban wurden von religiösen autoritären Vorstellungen inspiriert. Nachdem also, um ganz vereinfacht zu beginnen, autoritäre Staaten mithilfe ihrer terroristischen Staatsdiener Menschen zerfetzt haben, rächten sich religiöse Terroristen ähnlich willkürlich, worauf der deutsche Staat, um seine innere Sicherheit im Sinne der freien Verwertung des Kapitals zu schützen, mit pflichtbewussten, bewaffneten Staatsdienern und Bomben geantwortet hat. Weil letzteres nun sein 10. Jubiläum feierte, dachten sich einige Individuen, inspiriert von linken Thesen, es sei nun an der Zeit innezuhalten, die Bevölkerung zu “entschleunigen” und mithilfe diverse Brandsätze, medientaugliche Rache an dem militärischen Komplex unserer Gesellschaft durchzuführen. Was haben all diese Zerstörungen gemeinsam?
Der Krieg im Irak, in Afghanistan, ob ausgehend von Amerika oder Deutschland ist zweifelsohne Destruktivität. Der Terror der von Al Kaida ausgeht ist ebenfalls eindeutig destruktiv. Und nun antworten linksinspirierte Individuen auf all diese Zustände mit Destruktivität! All diese verschiedenen Formen von Destruktivität scheinen also von verschiedenen Ideologien inspiriert zu sein. Der Staatsdiener in Form eines Bürgers in Uniform, identifiziert sich mit dem autoritären Zwangskollektiv genannt Staat und Nation. Akzeptiert daher seine Werte, die sich daraus speisenden Vorstellungen von Recht und Unrecht. Diese stehen im völligen Widerspruch zu dem religiösen Zwangskollektiv genannt Islam, welches eigene Werte, Vorstellungen von Recht und Unrecht mit sich bringt. Natürlich ist das Christentum genauso ein Zwangskollektiv wie der Islam. Obendrein kommen die rachsüchtigen Taten linksinspirierter Täter hinzu, mit ihrem eigenen Bild von Recht und Unrecht, die wohl eher antiautoritären Vorstellungen nachgehen. Bricht man das also derart herunter, stehen sich verschiedene Weltbilder gegenüber, die sich gegenseitig mithilfe ihrer Träger, den individuellen Menschen gegenseitig bekämpfen. Es scheint also ein Krieg der Vorstellungen und Traditionen zu sein, der letztlich den Planeten verwüstet, Menschen tötet und gefährdet.
Während die Thesen des Bekennerschreibens regelrecht tragisch an den Kern der gesellschaftlichen Probleme vorbeischiesst und daher mit Destruktivität antwortet, ist den Taliban und den Soldaten, Politikern nicht einmal im Ansatz klar, warum sie sich mit der Religion oder dem Staat identifizieren und ihm Gehorsam und Pflichtbewusstsein bis in den Tod entgegenbringen. Fehlende Empathie mit den eigenen persönlichen Bedürfnissen, Wünschen und Sehnsüchten und aller anderen Lebewesen auf der Welt, ist eine der grundlegenden Gemeinsamkeiten von Terroristen des Staates, der Religion und dieser linksinspirierten Aktivisten. Wieso sind soviele Menschen fähig anderen Menschen Schaden hinzuzufügen oder wie es im Fall der linksinspirierten Aktivisten ist, zumindest dieses Risiko einzugehen, dass Menschen verletzt werden? Es ist fehlende Empathie. Grundsätzliches Unvermögen sich in die Lage anderer Menschen hinein zu versetzen und deren Schwierigkeiten zu erkennen, sich selbst in diesen anderen Menschen zu erkennen. Die Taliban, die Soldaten, Politiker, die Aktivisten sind getrieben von Selbsthass und Antworten, das hat die Geschichte bewiesen, mit Hass, mit Destruktivität, mit Gewalt und Zerstörungswut. Daraus folgt weiteres Unverständnis, weitere Anfeindungen und eine Hineinsteigerung in Ideologien, die die Individuen letztlich noch weiter abstumpfen, vereinzeln und voneinander abspalten.
Wie aber ist diese fehlende Empathie und dieser Selbsthass möglich? Woher kommt dieser Hass? Warum antworten Millionen Menschen auf Destruktivität mit weiterer Destruktivität? Wie haben die Menschen gelernt ihre individuellen Empfindungen zu verdrängen, sich in den Staat, die Religion, den Militarismus, also den Ideologien einzureihen und unterzuordnen? Offensichtlich muss hier bereits in der Kindheit eine Abspaltung stattgefunden haben, in der man schon als Kind lernte, die eigenen Vorstellungen, Empfindungen und Sehnsüchte zurück zu stellen, weil es die Eltern, die Schule, der Staat, der Kapitalismus verlangten. Entweder man entspricht als Kind fremden, autoritären Vorgaben oder erfährt Zurückweisung, Ablehnung und Liebesentzug, wenn man eigene Autonomie praktizieren will, also ein “schwieriges” und “anstrengendes” Kind ist. In beiden Fällen sondert man bereits als Kind das eigene innere Gemüt ab, um von der äußeren Umwelt anerkannt, geschätzt und geliebt zu werden. Selbst wenn man rebelliert, entspricht man den Negativvorstellungen der Eltern bzw. der Gesellschaft und wird abgelehnt. Es sind also vor allem die Eltern, die gesellschaftlichen Umstände selbst, mit ihren Vorurteilen, Konditionierungen, die aus einem autoritären Weltbild stammen, die das Kind, die uns alle als Kind maßgeblich dazu zwang, sich selbst für seinen eigenen Drang zur Autonomie von Gefühlen, Vorstellungen und Handlungen zu hassen. Denn die eigenen Eigenschaften schienen ja dafür verantwortlich zu sein, dass die Eltern einen ausschimpften oder bestraften.
So übernimmt man nach einiger Zeit die Position der Eltern, verdrängt die eigene Individualität, hasst sie mitunter das ganze Leben, woraus sich Selbsthass und Hass auf andere Menschen entwickelt, der wiederum Abspaltung und Ausgrenzung von anderen Individuen impliziert. Die Staatsdiener grenzen also andere Menschen aus, indem sie ihrem Zwangskollektiv dienen, indem sie sich mit ihm identifizieren und ihn für einen Teil ihrer eigenen Individualität und Freiheit halten. Die Übernahme von Ideologien ist seit dem elterlichen und schulischen Machtkampf zum Überlebensmotto geworden. Wer sich nicht anpasst verliert. Aber wer sich anpasst, verliert seine Individualität. Dieser Widerspruch ist unerträglich für Menschen die sich mit Ideologien ein funktionierendes Leben aufgebaut haben, daraus ihr Empfinden von Recht, Ordnung, Verantwortung, Freiheit und Liebe definiert haben. Für sie ist es lebensbedrohend wenn ihre Ideologie, ihre Identifikation mit dem Zwangskollektiv Staat oder Religion hinterfragt, kritisiert und angegriffen wird. Darauf reagieren sie mit äußerster Brutalität, so zum Beispiel mit Terrorakten. Mal werden Bomben in U-Bahnen gezündet, um die Ungläubigen zu belehren, zu vernichten, zu überzeugen, um sie dazu zu bringen, die Größe der eigenen Ideologie anzuerkennen und damit auch die eigene völlig durch die Abspaltung von Empathie und der eigenen Individualität verdrehte, krank- und wahnhafte Persönlichkeit zu respektieren. Dann werden Familien mit deutschen Bomben in Afghanistan zerfetzt, um die Freiheit und Sicherheit des eigenen Zwangskollektivs zu sichern und ebenfalls das Signal zu senden, respektiert unsere Macht und alle dahinterstehenden Individuen, die sich damit identifizieren. Beide Ideologien, ob religiös oder staatlich, fußen also in entfremdeten Menschen, die jederzeit manipulierbar und zu neuen Schandtaten verführbar sind.
Und die besagten linksinspirierten Aktivisten haben anscheinend auch keine andere Idee, als darauf ebenfalls mit Bomben zu antworten, diesmal aber als Rache, als Kritik an das Bombenwerfen in aller Welt mithilfe der deutschen Waffenindustrie. Darin ist eindrucksvoll ihr empathieloses, entfremdetes Unverständnis gegenüber der Destruktivität anderer Menschen in Staaten und Religionen dokumentiert, obwohl ihre schemenhafte Analyse im Bekennerschreiben einige korrekte Ansätze aufgewiesen hat. Die Antwort von linken Aktivisten sollte eben nicht die Gewalt, welche neue Feinde, Unverständnis und Destruktivität hervorrufen wird, der Selbsthass, welcher immer neuen Hass produziert und in die Welt setzt, sein. Denn Gewalt und Hass melden beide eigene Machtansprüche an. Es sollte stattdessen mit Liebe, Mitgefühl, Solidarität, Kommunikation und Organisation reagiert werden. Dabei ist auf dezentrale, antiautoritäre und undogmatische Durchführung zu achten. Das freie Individuum in seiner Ganzheit und Individualität soll anerkannt sein und so als Maßstab für eine bessere Welt dienen. Die Antwort auf all die Zerstörung der Welt, ausgehend von erwachsenen Kindern, die sich noch immer ungeliebt und unakzeptiert fühlen, die sich in Ideologien und deren Zwangskollektiven geflüchtet haben, sich aktuell im Kapitalismus in Leistungswahn und Konkurenzkampf erschöpfen, dabei den Planeten zerstören, sind also nicht Brandsätze und daraus erhoffte kurzfristige “Entschleunigung”. Daraus erfolgt keine Inspiration der entmündigten, geschundenen, ausgebeuteten Individuen, die sich durch den Alltag schleppen und sich dafür hassen, sich selbst nicht entfalten zu können, geschweige denn zu erkennen, worin ihre eigentlichen, ursprünglichen Sehnsüchte und Bedürfnisse stecken! Das müssen die Revolutionäre dieser Welt zu allererst lernen. Wer den Hass, die Ausbeutung und Zerstörung, die Herrschaft des Menschen über den Menschen in aller Welt beenden will, muss zunächst einmal das Trauma seiner eigenen Kindheit erkannt, verarbeitet und überwunden haben!
Die Wiesn ist ein Megaevent in Bayern und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Die Besucherzahlen der letzten Jahre belaufen sich regelmäßig im Millionenbereich. Dementsprechend profitieren finanziell einige zehntausend Menschen von den überteuerten Preisen in den Zelten und Fahrgeschäften, im Personenverkehr, in Hotels, bei Stadtrundfahrten usw. Die Beachtung dieses traditionellen Sauffestes ist weltweit gigantisch. Nun stellt sich schon die Frage warum diese Wiesn derart groß geworden ist und wieso es derart viele Menschen gerade in der örtlichen Umgebung dort hin zieht. Die grosse Menschenmasse, die ein gemütliches Schlendern erschweren, die bereits angesprochenen saftigen Preise, können ja wohl kaum die Attraktivität der Wiesn ausmachen. Viele Menschen werfen sich extra für diese Veranstaltung in hunderte Euro teure Trachten um darin ordentlich einen über den Durst zu saufen. Warum?
Das regelmäßige kollektive Besaufen steht für ein grundsätzliches Symptom von Entfremdung in der kapitalistischen Gesellschaft. Es ist ja nicht nur die Wiesn, die dazu einlädt zu feiern. Fußballspiele, Weihnachten, Ostern, Silvester, Vatertag, Geburtstage, die Heirat von selbsternannten Mächtigen und tausende Clubs, Bars, Pubs, bieten quasi permanent landauf landab die Möglichkeit sich mit dem Nervengift Alkohol und diversen anderen legalen wie illegalen Substanzen abzuschießen. Und diese Möglichkeit wird gerne wahrgenommen. Die Alkoholleichen gehören zum ganz gewöhnlichen Bild auf der Wiesn und überall in Europa und in der Welt. Offensichtlich scheinen nicht nur ein paar Millionen auf der Wiesn etwas miteinander zu teilen. Offenbar teilt die gesamte Weltbevölkerung den Hang sich auszutoben, sich gehen zu lassen, sich von etwas zurückzuziehen und das gemeinsam mit Freunden und Fremden zu praktizieren. Viele Menschen sterben aufgrund des übermäßigen Konsums dieser Drogen. Aber es soll hier nicht der Zeigefinger erhoben werden, es geht darum die Hintergründe des Partyhungers der Bevölkerung näher zu beleuchten.
Manipulation und Konditionierung in der Schule und im Beruf, im Sinne der inneren Logik des Systems
Die Art wie wir leben hängt eindeutig mit der Art zusammen wie wir arbeiten. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir auf der Arbeit. Zuvor haben wir einen Großteil unseres Lebens damit verbracht, in der Schule die besten Noten zu erhalten. Der Leistungsdruck und die Prinzipien des Wettbewerbes konnten wir so verinnerlichen. Ein Großteil der Menschheit identifiziert sich also mit dem Konkurrenzkampf in der Welt. Die Schwierigkeiten die daraus hervorgehen sind im Grunde genommen offensichtlich, wenn man einfach mal hinsieht. So sieht man bereits in der Schule und sicherlich auch aus eigener Erfahrung von damals, was schlechte Noten mit einem Menschen anrichten können. Fehlendes Selbstbewusstsein als Folge des Liebesentzuges durch die Eltern, weil die das Kind nur dann hochjubeln und offen als wertvoll erkennen, wenn es zum oberen Notenfeld der Klasse gehört. Natürlich mag es auch tolerante Eltern geben, die ihr Kind nicht maßregeln, ausschimpfen wenn es den Vorgaben in der Schule nicht entspricht. Aber wir wissen wie es in der Regel läuft. Es geht schliesslich “um dein Leben”, “Du lernst für dich, nicht für mich”, “Wenn Du dich nicht anstrengst, wirst Du dein ganzes Leben unglücklich sein”. Jeder hat da seine Individuellen Erfahrungen gemacht, wie mit schlechten Leistungen im elterlichen Haus umgegangen wurde. Die Folgen sind ähnlich individuell.
Manche Menschen kriegen am Ende noch die Kurve, schreiben einen Abschluss der sich halbwegs sehen lassen kann. Andere hingegen werden im Laufe der Zeit zu regelrechten Musterschülern. Der ganze Rest hat verloren. Die Schule ist eine Institution, die die Schüler unter Druck setzt. Der Lehrstoff wird innerhalb kürzester Zeit durchgezogen. Der Lehrplan orientiert sich nicht an der Individualität der Kinder, sondern an den Vorgaben des Staates, der die Anforderungen des Marktes im Blick hat. Die Schule trennt die Menschen also von einander, indem sie via Schulnoten sortiert wer einmal eine wertvolle Arbeitskraft sein wird und wer weniger wertvoll, also leicht austauschbar sein wird. Die große Masse wird später eine Ausbildung in den verschiedenen Betrieben machen und die ganze Brutalität der Lohnarbeit als Selbstverständlichkeit annehmen. Einige machen eine akademische Ausbildung und weisen schliesslich jene an, die eine berufliche bzw. minderwertigere Ausbildung gemacht haben. Der Rest bleibt in Arbeitslosigkeit oder hangelt sich im Niedriglohnsektor von einem miesen Job zum nächsten. Nachdem man also als Kind gelernt hat seine Spontanität und Individualität zurückzustellen, um später einen Job zu erhalten, von dem sie mehr oder weniger gut leben können, steigert sich mit der Zeit der Druck, den man aus der Schule kennt. Ganz still und leise wird man als Auszubildender mit immer mehr und schwierigeren Aufgaben betraut. Man lernt Verantwortung für das Unternehmen zu tragen, wie es so schön heisst.
Nach Übernahme in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis steht man also Tag für Tag seinen Mann oder seine Frau am Arbeitsplatz. Die immer selben Probleme treten auf. Kunden beschweren sich, Abläufe funktionieren nicht, müssen optimiert werden, der Chef will Rationalisierungen durchsetzen, Überstunden fallen an und auch das Privatleben gerät immer mehr unter Druck, weil die Eltern ihre Unterstützung Stück für Stück zurückziehen, nachdem sie ihr eigenes Kind fast 2 Jahrzehnte unterstützt haben. Man wird also als ganz gewöhnlicher Lohnabhängiger mit der Routine konfrontiert, die der Kapitalismus schon seit Jahrzehnten praktiziert. Millionen von Menschen kämpfen in den Büros, Baustellen, Lagerhallen dieser Welt um ihren Platz in der Gesellschaft. Es geht ständig darum die eigene Position im Unternehmen und damit auch am Markt zu sichern und erfolgreich auszubauen. Das bedeutet man muss sich als Angestellter gegenüber anderen Angestellten durchsetzen. Damit sind nicht nur die Kollegen in der eigenen Firma gemeint, sondern auch die Kollegen in anderen Firmen. Wenn der Chef Rationalisierungen durchsetzen will, dann um die Konkurrenz für einige Wochen abzuhängen oder zumindest zu ihr aufzuschließen. Überstunden sind wie ein Schlag ins Gesicht für die Konkurrenz, denn die muss da mindestens gleichsetzen, um ihre Anteile am Markt nicht zu verlieren. Natürlich gibt es effizientere Konzerne, bei denen das nicht zutrifft, die also ihre Angestellten nicht zu Überstunden zwingen müssen, damit sie als Konzern am Markt profitabel sind. Aber es geht hier lediglich um eine vereinfachte pointierte Darstellung der ökonomischen Normalitäten.
Wenn man also Überstunden schiebt, dann müssen andere Menschen nachziehen. Wenn ihr Unternehmen die geleistete Arbeit dann nicht in Profit umsetzen kann, war die Mehrarbeit für den Arsch und man gehört für diesen Tag oder u.U. für dieses Quartal zu den Verlierern. Generell wird erst nachdem produziert worden ist, am Markt, beim Verkaufen und Kaufen von Waren festgestellt, inwieweit die eigene Arbeitskraft etwas wert ist. Nicht selten kommt es zu Überraschungen. So können ineffiziente Ausbeuter der Lohnarbeit leicht pleite gehen. Andersherum können Lohnabhängige die keine Überstunden leisten wollen, die sich nicht genug für das Unternehmen einsetzen, die nicht flexibel genug sind, aus dem Unternehmen geworfen werden und durch ein willigeres Humankapital ausgetauscht werden. Wir haben Millionen Arbeitslose, daher ist das überhaupt kein Problem und jeder kennt diese Angst jederzeit rauszufliegen, nicht gut genug zu sein. Man findet diese Ängste bereits in der Schule. Als Kind glaubt man zu wenig wert zu sein und das setzt sich schliesslich im Job fort. Man wünscht sich Anerkennung und die erhält man nur durch Leistung, bzw. Leistung die gesellschaftlich anerkannt wird. Und diese anerkannte Leistung kann man vorwiegend nur am Arbeitsplatz erwirtschaften. Arbeitslose sind nichts wert in dieser kapitalistischen Gesellschaft, sie kosten der Gesellschaft sogar etwas und dementsprechend minderwertig fühlen sich Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind. Das ist alles Teil einer sektenartigen Gesellschaft. So gut wie alle Menschen glauben an die Arbeit, an die Firma, an den Staat, der all diese Zustände gesetzlich legitimiert und jeden einzelnen von uns in den Schulen indoktriniert hat, genau so zu denken, zu fühlen und zu handeln.
Was hat das mit der Wiesn zutun?
Wenn man also aus dem Großteil seines Lebens die Erfahrung gemacht hat, dass man nur dann etwas wert ist wenn man Leistung am Arbeitsplatz bringt und das die Anerkennung oftmals viel zu gering ausfällt, beziehungsweise oft nur ihren Ausdruck in der monatlichen Überweisung findet. Dann fühlt man sich schlecht. Dann fühlt man sich minderwertig. Dann glaubt man immer zu wenig zu liefern, zu wenig zu sein. Daraus bilden sich bei tausenden Menschen psychische Störungen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Millionen von Menschen unter Depressionen und Burnout leiden. Sie fühlen sich chronisch minderwertig und haben chronisch zuviel gearbeitet. Ich unterstelle das sie aufgrund dieser Minderwertigkeitsgefühle und dem Konkurrenzkampfwahn an den nationalen und internationalen Märkten so empfinden und gehandelt haben. Sie sind aufgrund des Kapitalismus und diesem Staat und nahezu allen anderen Staaten weltweit dazu getrieben worden, sich und andere Menschen zu zerstören. Nachdem sie zehntausende Stunden im Job den Anforderungen und Vorgaben entsprochen haben und sie oft übererfüllt haben, fühlen sie sich immer noch nicht glücklich. Auch finden die Anforderungen und Vorgaben vom Markt in Form des Arbeitgebers kein Ende. Wer will, der kann 200 Jahre arbeiten und wird selbst danach immer noch jede Menge aufgebürdet bekommen. Denn das Kapital hat immer eine Aufgabe für seine überlebenswichtige, wertschöpfende Kreatur, namens Lohnabhängiger.
Man stellt sich also zurück wenn man im Job tätig ist. Nur ganz wenige Menschen gehen in ihrem Beruf auf, lieben den Stress, die Routine, die Beschimpfungen der Kunden, die Schwierigkeiten in den Abläufen und die stetig steigenden Anforderungen und Vorgaben am Arbeitsplatz. Viele nehmen diese ganzen Zustände als Normalität hin. Sobald psychische oder physische Schwierigkeiten aufkommen, sehen sie das Problem bei sich selbst und nicht der Art und Weise wie Arbeit in dieser Gesellschaft organisiert wird. Um diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen oder ihnen vorzubeugen, wird in der sogenannten Freizeit der Ausgleich gesucht. In der Freizeit wollen die Menschen so sein wie sie wirklich sind. Nur hier dürfen sie auch so sein wie sie sein wollen. Sie müssen hier nicht profitabel tätig sein, auch wenn viele Freizeitaktivitäten mittlerweile exakt diesen Charakter angenommen haben. Sport ist da ein sehr gutes Beispiel. Der Konkurrenzcharakter ist dort extrem im Vordergrund. Jeder will der Beste sein und sich profilieren, Anerkennung ergattern. Anerkennung die man im Beruf oder in der Schule nur ungenügend gefunden hat. Und genau diese Mentalität, die dem Konkurrenzdenken in der Firma bzw. am Arbeitsplatz entspringt, findet sich selbst im Konsum wider. Wer kann sich welche Produkte leisten? Wer kann am meisten Alkohol trinken?
Die Wiesn ist also einerseits eine Möglichkeit sich zu profilieren. Man kann sich die teure Maß leisten und man kann auch etliche davon trinken, ohne gleich kotzen zu müssen. Das soll das andere Geschlecht bzw. generell alle Menschen beeindrucken. Dabei ist es nur Ausdruck von Entfremdung. Entfremdung ist ein Begriff den Karl Marx und Erich Fromm gebraucht haben. Es geht mir in diesem Zusammenhang darum zu zeigen, warum die Wiesn für viele Menschen so wichtig ist. Denn andererseits erhält man nämlich als entfremdeter Lohnabhängiger bei solchen Events, wie der Wiesn, die Möglichkeit sich den Verwertungslogiken, die mittlerweile in fast allen Lebensbereichen wirken, für wenige Stunden zu entziehen. Es gibt nämlich neben der Möglichkeit sich beim Saufen zu profilieren, auch die Möglichkeit sich abzuschießen und damit nicht mehr so zu funktionieren, wie es die Gesellschaft seit der Kindheit an von den Individuen traditionell verlangt. Ich habe also Verständnis für die Alkoholleichen, für die Suchtprobleme in dieser Gesellschaft. Sie sind ein klares Symptom und Indiz für eine Gesellschaft voller Individuen die “im Falschen” (Adorno) lebt. Dennoch lösen die Individuen ihre Schwierigkeiten nicht, wenn sie jede Möglichkeit wahrnehmen, sich abzuschießen oder sich beim Konsum von Waren zu profilieren.
Die Atomisierung der Individuen findet durch den vom Staat und dem Kapital organisierten Konkurrenzkampf an den Arbeitsplätzen, in den diversen Konzernen und Branchen weltweit statt. Nahezu alle Menschen konkurrieren gegeneinander um einen Bruchteil der Profite, um damit ihre grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig, weil nur so die Profitmaximierung stattfinden kann. Nur gewerkschaftliche Organisierung, Generalstreiks, die darauffolgende Steigerung der Kenntnisse bezüglich der ökonomischen Widersprüche, Zerstörungen und der damit einhergehenden Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung, die Abschaffung des Kapitalismus und des Staates, kann diese Zustände, die den eigentlichen Bedürfnissen der arbeitenden Masse entgegenstehen, nachhaltig abschaffen. Die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen sind mit dem Kauf von Waren nicht vollständig zu befriedigen. Zwar erhalten die Massen eine gewisse Sättigung, denn die Qualität der Produkte im Einzelhandel oder der Unterhaltungsindustrie konnten in den letzten Jahrzehnten, auch durch die Steigerung der Produktivität, ständig verbessert werden. Doch fühlen sich viele Menschen einsam, wie eine Maus im Laufrad, also ständigem Druck, Zwängen und Vereinnahmungen ausgesetzt. Zivilisationskrankheiten machen seit Jahrzehnten die Runde. Millionen sind nachwievor von den Reichtümern der Gesellschaft ausgeschlossen. Darunter auch die Menschen in Afrika, ganz akut in Somalia, die zu tausenden tagtäglich ihr Leben lassen müssen, nur weil sie für die grundlegendsten Bedürfnisse, die hierfür nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen können.
Die Revolutionen und Revolten in Nordafrika sollten uns in Deutschland, Europa und generell in den gesamten Industrienationen dazu aufrütteln, eine Weiterentwicklung der politischen und wirtschaftlichen Organisierung voranzutreiben. Denn der Parlamentarismus, die Vertreterschaft in der Politik, die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft bzw. Ware Mensch, ist nicht im Interesse unserer eigentlichen Bedürfnisse und Individualität. Wir treten tagtäglich mit dem Antritt in Schule und Beruf, unsere eigene Identität mit Füßen, wir blockieren die Entfaltung unserer Persönlichkeit, wie die Persönlichkeit aller Individuen weltweit. Was uns seelischen Qualen aussetzt und letztlich an den Bodengrund einer Alkoholflasche führt. Wir sollten saufen wenn wir wirklich etwas zu feiern haben. Wenn tausende tagtäglich verhungern, Millionen Arbeitslos sind, Milliarden in Lohnarbeit versklavt sind und nur eine Minderheit von all diesen Zuständen parasitär profitiert, dann haben wir nicht zu saufen und zu feiern, sondern dagegen zu kämpfen! Wir müssen uns solidarisieren, organisieren und darüber reflektieren wie wir als Gemeinschaft leben wollen!
Wie lange leben wir schon zwischen, mit den und in den Maschinen, die unaufhörlich Abgase in die Atemwege aller Lebewesen pusten? 40 Millionen Kraftfahrzeuge alleine in Deutschland. Man könnte ganz Deutschland in diese Fahrzeuge setzen und es wären noch Plätze frei für Waren aus Baumarkt- und Lebensmitteldiscountern, Fastfoodrestaurants, die der Landschaft besonders in den Städten und Vororten jegliche Individualität und Geschichte verdrängen. Abgepackte, normierte, massenhaft produzierte und via Massenmedien vermarktete Ware, die den Verbraucher verführen soll zu kaufen und immer mehr zu kaufen. Oft kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen. Die Hälfte aller Lebensmittel werden weggeworfen. Viele funktionierende Elektrogeräte erfahren ein ähnliches Schicksal. Verschwendung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Desinteresse, Lethargie, Hektik, Stress prägen unsere Gesellschaft. Es erscheint völlig alternativlos die Massenproduktion von Waren umzugestalten, ähnlich wie es unmöglich erscheint, die Nutzung von Autos zu vermindern. All das macht uns krank und nur wenige Menschen schaffen es daraufhin wieder gesund zu werden und ihr Leben nach dieser bitteren Erfahrung umzugestalten.
Früher hat man Autos für die Ewigkeit gebaut, heute wechselt man das Auto alle paar Jahre. Meine Arbeitskollegen haben immer dieselben Themen. Autos, Fußball, Feiern, der Stress im Job. Nie ging es darüber hinaus und ich wette so sieht es auch in 80 Prozent aller Gespräche an Deutschlands Arbeitsplätzen aus. So sieht heute Individualität aus. Überall Autobahnen, Hauptstrassen, Nebenstrassen, Nebengassen, man kann nirgends mehr herumlaufen, nirgends mehr mit dem Fahrrad spazieren fahren, ohne von Blechsardinen gefüllt mit gestressten, hektischen und leicht reizbaren Menschen zu begegnen. Hupen, aufheulen des Motors, laufende Motoren, Schaltung, Wolken von Abgasen, Fahrzeuge quietschen, piepen, knarren, scheppern, poltern, rattern, röhren, dröhnen, zischen, klappern zu Tages- und Nachtzeit, ob LKW, Smart, Mini, Van, Sportwagen, Motorrad, Limousine, ärmlich oder dekadent, jeder verdammte Arsch vergiftet, zerhämmert mir meine und die Lebensqualität vieler anderer Menschen und all das wird von den Verkäufern dieser Waren als Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung verkauft. Dabei fahren die meisten Leute mit diesen Karren zur Arbeit, kommen von der Arbeit oder fahren Einkaufen, Saufen, in den Urlaub nach 11 Monaten Arbeit oder fahren einfach nur spazieren um gesehen zu werden oder die in Beton und Müll ersaufende Natur wenigstens im vorbeifahren noch zu erwischen. Wo steckt denn hier bitte die Individualität? Da kann man auch gleich Fahrgemeinschaften gründen! Fette Geländewägen von luxoriösen Marken parken mittlerweile auch vor Discountern. Man fragt sich wofür es so ein Gefährt braucht, wenn man sowieso höchstens im Urlaub unberührte Natur zu Gesicht bekommt. Tagtäglich fahren Menschen andere Menschen mit Autos tot. Die Verkehrstoten weltweit belaufen sich auf 1,2 Millionen jährlich. Das sind eben Unfälle, warum sollte man daher dieses Transportmittel hinterfragen?
Es stecken hunderte Rohstoffe in einem Auto, tausende Leute haben daran gearbeitet eines zu gestalten, zu produzieren, zu transportieren und kein einziger kommt auf den Gedanken ob es überhaupt Sinn macht noch mehr Autos auf den Markt zu werfen. Stattdessen wird über die Problematik gejammert, das der deutsche Markt mittlerweile nicht mehr die höchsten Absätze einfährt. Dafür wollen nun auch die Chinesen alle Auto fahren, sie halten das für dasselbe Statussymbol wie die Mehrheit der westlichen Bevölkerung, obwohl es aus meiner Sicht einfach nur Ausdruck von größter Verblendung und Blindheit ist. Kein feinfühliger empfindsamer Mensch kann diesem Wahnsinn zustimmen. Aber es reicht wenn es die Regierung, die Industrie, die Arbeiter tun, die immer bloss die Profite, Macht, Einfluss, ökonomische Perspektiven, Sicherheit usw. sehen. Das sie hierbei die Lebensgrundlagen aller Lebewesen gefährden wissen sie zwar auch irgendwo, aber dafür gibt es die Marketingabteilung und die betreibt dann hübsch Green Washing, macht allen ein super gutes Gefühl beim kaufen und fahren. Natürlich werden hier und da Filtersysteme eingebaut, die Abgase reduziert, aber unterm Strich ändert das nichts an der Vergiftung und Zerstörung. Das Elektroauto ist eine Katastrophe, es ist allen bekannt wie umweltschädlich, giftig, ineffizient und schwer Batterien sind und wie wenig sich dadurch die eigentliche Problematik mit der Massenproduktion von diversen anderen Autoteilen verändert. Und wen kümmert es? Ja, jeder weiß Bescheid aber was wird unternommen? Gar nichts. Zwar steigt die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber die Leute sind den Großteil des Tages damit beschäftigt der Regierung und dem Kapitalismus zu entsprechen, der in den einzelnen Firmen weltweit praktiziert wird. Nur wenige Individuen hinterfragen allgemein das horrende und meist sinnlose Verkehrsaufkommen, erörtern Alternativen. Man glaubt man hat alles im Griff, mit dem Lenkrad, mit dem Job, aber in Wahrheit vergiftet man in beiden Fällen die Lebensqualität aller, weil man die Umwelt verpestet wenn man Autos produziert oder fährt, gleichzeitig muss man am Arbeitsplatz immer nur gegen sich selbst arbeiten, weil man immer nur einen Bruchteil der erwirtschafteten Profite erhält und die Nutzniesser andere Menschen sind, glaubt aber das die eigene Karriere Ausdruck von Willenskraft und Selbstbestimmung ist.
Neben den Autos gibt es noch die Züge, die Flugzeuge, die Schiffe, die alle die Umwelt verpesten und das vor allem deshalb in diesen Ausmaßen tun, weil auf den globalen Märkten massive Unterschiede in den Einkommensverhältnissen, den Arbeitsbedingungen, den Entwicklungsgraden der kapitalistischen Produktionsweise, Herrschaftsformen und gesetzlichen Vorgaben herrschen. Es ist oft viel billiger Obst durch die halbe Welt fliegen zu lassen, alleine weil die Arbeitskraft derart billig ist. Die Not in etlichen Teilen der Welt, ist um ein vielfaches größer als in Europa. Welche Waren kommen denn nur noch aus der Region? Es dürfte bloss ein äußerst geringer Bruchteil sein. Was für ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn das ist, spielt dabei keine Rolle, eher noch wird all das als Fortschritt bezeichnet, den es zu befördern gilt. Auch hier zählen nur die Profite. Permanent werden Betonlandschaften ausgebaut, der weltweite Verkehr wird ständig gesteigert und es bleibt immer weniger Platz fürs eigentliche Leben, für Spontanität, für die Natur, für frei und wild lebende Tiere. Tiere werden sowieso generell plattgefahren, angefahren und liegen gelassen. Sie werden brutal aus dem Leben gerammt, weil Mensch nichts mehr mit seiner Umwelt zutun hat und zutun haben will oder zutun haben kann. Müll liegt überall neben den Straßen verteilt, die Kommunen kommen kaum hinterher was die Aufräumarbeiten angeht. Jeden Tag und vor allem an den Wochenenden strömen zig Millionen Menschen in die Einkaufshallen dieser Welt, um noch mehr Produkte zu kaufen, noch mehr LKWS, Flugzeuge, Schiffe, Züge auf die Reise mit Produkten und Produktionsteilen zu schicken, noch mehr Müll zu produzieren, um weiterhin verdrängen zu können, nicht verstehen zu können, welche Lebensweise sie hier praktizieren, was sie hier zerstören!
Ich empfehle jedem einfach mal sich in eine Innenstadt zu setzen, mit Blick auf Eingänge von großen Konsumtempeln und mal zu zählen wieviele Leute da rein und rausrennen. Es sind irre Massen und man fragt sich wirklich ob die den ganzen Krempel wirklich unbedingt brauchen, ob da wirklich gerade ein lebenswichtiges Bedürfnis befriedigt wird. Längst wird einfach alles abgegriffen was man abgreifen kann, was einem gerade trendy erscheint, was eben nicht Ausdruck der eigenen Vorstellungen vom Leben ist, sondern bloss die Umsetzung eines Kaufbefehls aus den propagandistisch perfekten Spots der Aufmerksamkeitsökonomie, diverser Werbefritzen, die einfach nur ihren Job machen. Und jedes Jahr werden neue Leute auf den Markt geworfen die weitere Produkte erfinden sollen, die die Menschen massenhaft wie die Irren kaufen sollen. Es werden permanent Bedürfnisse geschaffen die nicht befriedigt werden können. Kein Mensch ist trendy genug, hat nie genug Produkte gekauft. Wer etwas auf sich hält kauft diese Marke, fährt diese Sorte, zerstört mit dieser Ware sich und andere, kommt sich dabei besonders modern und vernünftig vor. Setzt Euch auch mal auf eine Autobahnbrücke und zählt die Fahrzeuge, schnuppert den Dreck den sie ausstoßen, lauscht dem lärmenden Treiben. Oder wie wäre es mit einer Visite eines Flughafens? Ständig landen und starten Jets und pusten tonnenweise Treibstoff in die Umwelt. Das ist sicherlich alles unglaublich gesund und entspannend. Alles wird ausgebaut. Jede Stadt will ihren wirtschaftlichen Standort für Investoren, Konzerne, Politik und Bewohner attraktiv machen. Alles bedingt sich gegenseitig, die gesellschaftlichen Strukturen erwirken wechselseitige Steigerung von Entscheidungen, die letztlich eine Ausweitung von Zerstörung, Vergiftung und Vermüllung bedeuten. Prioritäten werden entgegen von Mensch, Tier und Umwelt gesetzt. Die Verantwortung wird immer abgeschoben an die politischen Vertreter diverser überforderter Parteien. Dabei wird all das nur durch die bedingungslose Teilnahme von Millionen Menschen möglich.
In der Tat, es ist schlimm was mit der tagtäglichen Abholzung, der Zerstörung von Tierarten, der militärischen Nutzung, der Vermüllung, Überfischung von Weltmeeren und ganzen Landstrichen, dem fahren von Kraftfahrzeugen, dem fliegen, und der generellen Massenproduktion und Konsumtion von Waren vollzogen wird, aber persönlich will man sich darin nicht verwickelt sehen. Dabei finanziert, legitimiert, erweitert jeder Kauf eines Produktes diesen Wahnsinn. Jeder ist mitverantwortlich. Wir sind alle Täter und Opfer. Denn kaum ein Konzern hat tatsächlich Nachhaltigkeit als obersten Grundsatz, was natürlich völlig ungewöhnlich wäre, denn Konzerne überleben nur dann wenn sie Profite abwerfen, alles andere ist erst einmal irrelevant für die Produktion. Die gesamte Wirtschaft ist in der nachhaltigen Hinsicht völlig jungfräulich. Man betreibt lieber Augenwischerei, anstatt Kapital zu investieren. Man wartet auf die Konkurrenz. Das konnte man jahrelang an der Automobilindustrie beobachten. Zögerlich arbeitet man nun am Elektroauto, welches wie gesagt eine totale Farce ist. Aber es gibt genug andere Branchen die ähnlich agieren. Wieviele Lebensmittelskandale gab es in der Vergangenheit? Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Gammelfleisch, Kot im Fleisch, Keime die resistent sind gegen Antibiotika, sind nicht die einzigen Indizien für den Wahnsinn, der in der Massentierhaltung und dem irren Konsum von Fleisch steckt. Mittlerweile werden die Fakten der Fleischproduktion mit Stacheldraht, Kameras und Sicherheitsdiensten gesichert, damit die heile Welt des Werbeimages dieser Industrie gegenüber den Verbrauchern aufrecht erhalten werden kann.
Nun gibt es wieder den Wahn der Wiesn, ein Massenevent, in der sich tausende Feierhungrige überteuerte Waren geben und teilweise letztlich betrunken in der S-Bahn landen. Was geben sie den nüchternen Fahrgästen zu Protokoll? “Ich will endlich einen fetten Burger mit allen Zutaten!” Ein Betrunkener ist quasi die personifizierte Konsumentenseele, die im Eindruck von Alkohol, die überwältigende Lust auf deftiges Fleisch verspürt. Viele werden das aus eigener Erfahrung kennen. Rationalität ist auch beim Nüchternen seltenst vorhanden. Man reflektiert nicht darüber was man anrichtet, wenn man kauft. So als ob die eigene Existenz im luftleeren Raum stattfindet, schreit man wie ein Kleinkind nach der stillenden Flasche mit dem begehrten Gut! Der Erwachsene begreift sich also heutzutage vielmehr als einzige relevante Instanz, deren Bedürfnisse überhaupt noch zu gelten haben. Blöd nur wenn die eigenen Bedürfnisse sich bloss auf das Primitivste reduziert haben und kein Stück an die Folgen und Zusammenhänge gedacht wird. Die Folgerungen die aus der persönlichen Verantwortung der Konsumenten und Produzenten dieser Produkte enstehen müssen, liegen auf der Hand. Mit einem kapitalistischen Staat und einer kapitalistischen Produktionsweise, lässt sich die Umwelt nicht nachhaltig schützen, weil unendliches Wachstum logischerweise mit einer endlichen Welt im Konflikt steht. Die Lohnabhängigen haben nicht die Kontrolle über den Staat, der Bundestag mit all seinen Parteien ist voller schöner Reden, aber die Gesetze formulieren eben nicht 82 Millionen, sondern ein paar Hundert, die von Lobbyistensprüchen betrunken sind. Man kann bloss lernen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu übernehmen, jenseits von Kapital und Staat. So etwas kann freilich nicht innerhalb von einigen Monaten geschehen, sondern ist vielmehr ein langer komplizierter Prozess der einige Jahrzehnte benötigt, um ausreichend wirksam zu werden. Inwieweit die fahrende, saufende, arbeitende Masse, die sich selbst und ihrer Umwelt in zerstörerischer und selbstzerstörerischer Weise fremd geworden ist, diesen Lernprozess willentlich erkennen und angehen kann, bleibt jedoch völlig offen.
Paradoxerweise hungern 1 Milliarde Menschen, weil 50 Milliarden Tiere jährlich geschlachtet werden. Die Tiere der ersten Welt, essen den Menschen der Dritten Welt die Nahrung weg. Die westliche Welt wirft die Hälfte ihrer Lebensmittel weg, die in der Regel noch sehr gut schmecken würden. Jährlich werden 130.000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde davon unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne den Ausstoß von giftigen Abgasen. Die Industrie bläst und pumpt ihr Gift in irren Ausmaßen in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18.000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Es sollen sich bereits mindestens 100.000 Tonnen radioaktiver Müll in den Weltmeeren befinden. Und hierzulande regen sich Menschen über Hundekot oder zu hohe Benzinpreise auf. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert.
Mehr als 1 Millionen Menschen bringen sich jedes Jahr freiwillig um. 2,9 Millionen Menschen sterben jährlich an AIDS. 1,6 Millionen jährlich an Tuberkolose. Zehntausende verhungern tagtäglich. Tausende sterben an diversen heilbaren Krankheiten oder verunreinigtem Wasser. Alleine die Durchfallerkrankungen Cholera, Typhus und Ruhr raffen jedes Jahr 2,1 Millionen Menschen dahin, wobei hauptsächlich Kinder betroffen sind. 2,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch Alkohol. Etwa sechs Millionen Menschen sterben an den Folgen des Tabakkonsums. Weltweit sterben jährlich etwa 740.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen von Waffengewalt. Allein Hecklar & Koch hat seit 1949 mehr als 11 Millionen Kleinwaffen hergestellt. In Deutschland haben sich die Genehmigungen für Ausfuhren von Rüstungsgütern im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 1 Milliarde EUR auf 8,7 Milliarden EUR erhöht. Rund 650 Millionen kleiner Waffen gibt es gegenwärtig weltweit, davon alleine 30 Millionen in der Krisenregion Sub-Sahara Afrika. Laut Unicef sind “Kleinwaffen die wahren Massenvernichtungswaffen unserer Zeit”. Weltweit soll es mehr als 300 000 Kindersoldaten geben. Laut dem Proliferation-Report von 2007 der Stiftung Carnegie Endowment for International Peace gibt es mehr als 28 000 Atombomben auf der Welt. Davon sollen mindestens 30 US-Atombomben in Deutschland lagern.
Mit dem eigenen Arbeitsplatz ist die Zerstörung der Umwelt, der Tierwelt und der Menschheit gesichert. Egal ob Kaffee, Schokolade, Bananen, Autos, Motorräder, Haushaltsgeräte, Computer, Handys, die Konsumenten und Produzenten von Gütern dieser Welt, befeuern die Umweltzerstörung, die Armut, den Hunger und die Entfremdung auf allen Kontinenten. Wir alle sind für diese Zustände verantwortlich, denn wir erhalten mit unserer Arbeitskraft schließlich ständig dieses Schweinesystem! Wir passen uns an, bringen Leistung um jeden Preis und wofür? Um damit Geld zu verdienen, um letztlich unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Sämtliche Lohnabhängigen dieser Welt führen kein selbstbestimmtes Leben. Sie arbeiten für fremde Vermögen, für ein abstraktes Prinzip, welches nichts mit Rationalität oder Vernunft zutun hat! Die Intelligenz der Menschheit wird dem Prinzip des Konkurrenzkampfes und Profitmaximierung untergeordnet und geopfert! Die kapitalistische Produktionsweise mit ihren Wachstumszwang zwingt Milliarden Menschen zur exzessiven Produktion von Gütern, die letztlich den gesamten Planten vermüllen, Menschen und Tiere ausbeuten, vergiften und zerstören. Wir konkurrieren tagtäglich gegeneinander um uns gegenseitig Marktanteile abzutrotzen, wovon wir wiederum als Lohnabhängige nur einen geringen Bruchteil erhalten. Zwei Prozent der Weltbevölkerung besitzen mehr als 50 Prozent des weltweiten Vermögens, was mehr als 47.000 Milliarden Euro entspricht. Doch sind nicht einfach nur die Reichen und Eigentümer von Arbeitsplätzen für all diese Entwicklungen verantwortlich, wir entscheiden uns tagtäglich mitzumachen. Anstatt uns mit diesen Themen zu befassen schieben wir die Verantwortung an Regierungen ab, dabei konnten sie niemals all diese Schwierigkeiten bewältigen, geschweige denn den Bedürfnissen und Vorstellungen aller Menschen entsprechen. Der Parlamentarismus ist unfähig die gewaltigen Schwierigkeiten der Menschheit zu bewältigen, eigene Initiative und Selbstverwaltung muss daher dringend erfolgen!
Anstatt die Regierungen und damit die Staaten dieser Welt abzuschaffen, sie durch basisdemokratischen Rätesysteme zu ersetzen, in denen nur noch das zählt was die Bevölkerung will, wird den alljährlichen leeren Versprechen bei Wahlen geglaubt. Kein Parteiprogramm dieser Welt kann Millionen Individuen berücksichtigen und genau deshalb sind alle Wahlen weltweit reine PR Veranstaltungen für Parteien, sind die Nutznießer von Wahlen eine absolute Minderheit, die gegenüber der Masse horrende Vorteile wahrnehmen können! Wenn man als Mensch der Zerstörung der Menschen, der Tiere und des Planeten entgegentreten will, muss man also für eine radikale Abschaffung des Kapitalismus und sämtlicher Nationalstaaten eintreten, da von ihnen die theoretische und praktische Grundlage, Legitimierung und Absicherung dieser Lebens- und Produktionsform ausgeht. Die Interessen des Staates und des Kapitals, sind nicht die Interessen der Bevölkerung! Die Menschen verhungern weil sie kein Geld haben, weil sie sich nicht am globalen Markt ausbeuten lassen können. Sie sind ausgeschlossen von den Reichtümern dieser Welt, weil die eigenen Bedürfnisse nur dann etwas wert sind, wenn man auch bezahlen kann. In diesem System werden Lebensmittel lieber verbrannt, anstatt den Hungernden übergeben. Man muss hier von einem tagtäglichen Massenmord sprechen! Diese Sauerei muss aufhören! Milliarden Menschen schuften 10 und mehr Stunden täglich, sehen ihre Familie nicht, können sich nicht über ihre Bedürfnisse und Probleme klar werden, obwohl es in den letzten Jahrzehnten gigantische Produktivitätssteigerungen gegeben hat. Das Kapital zwingt die Menschen nicht ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen zu entsprechen. Millionen Menschen leiden mittlerweile an Depressionen, Burnout, diversen anderen psychischen Erkrankungen, weil sie permanent den Anforderungen am Arbeitsplatz bzw. den Anforderungen des Marktes und damit des Kapitals entsprechen müssen.
Sämtliche Menschen sind also dazu aufgerufen ihre Charaktermasken zu erkennen und zu vergessen, durch das zu ersetzen was sie sein wollen! Wir müssen uns engagieren, vernetzen und solidarisieren! Alle Ideen der Menschheitsgeschichte müssen hierzu eingebracht werden. Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus bieten ideale Ansätze für die theoretische Auseinandersetzung und praktische Erprobung. Man muss nur zugreifen und darüber debattieren! Es kann sofort damit begonnen werden die Bedürfnisse der Menschen über die Produktion von Gütern zu stellen. Generalstreiks erzwingen die Gründung von basisdemokratischen Entscheidungsgremien, welche die profitortientierte Logik der Produktion ersetzen. Aufgrund technologischer Fortschritte wie dem Internet könnte mittlerweile jedes einzelne Bedürfnis effizient berücksichtigt werden. Niemand muss verhungern, niemand muss an heilbaren Krankheiten sterben, geschweige denn tausende von Stunden jährlich am Arbeitsplatz die Zerstörung der Menschheit und der Welt vorantreiben! Atomkraftwerke gehören abgeschafft, sämtliche Waffen und Waffenfabriken dieser Welt zerstört. Generell muss die Zerstörung der Umwelt verboten werden, was sich leicht durchsetzen wird, wenn die Menschen nicht mehr finanziell von der Rodung ihres Urwalds oder der Überfischung der Weltmeere oder der Produktion von Kraftfahrzeugen abhängig sind! Staaten sind vorallem dann nutzlos wenn die Menschen aufhören gegeneinander zu konkurrieren. Damit sind auch sämtliche Armeen dieser Welt überflüssig, wodurch Millionen Menschen sinnvollere Dinge tun können.
Allein in Deutschland sind mehr als 7 Millionen Menschen von der Sozialhilfe abhängig und können nur schwer ihre Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen, weil sie zu den Verlierern der kapitalistischen Gesellschaft gehören. Ohne den Kapitalismus und ohne den repressiven Staat, ist eine Freisetzung diese Menschen und damit Unmengen von Zeit möglich. Diese Zeit kann in die menschlichen Beziehungen fliesen, psychische und physische Erkrankungen lindern oder sogar völlig abschaffen! Wenn jeder Mensch nur noch 3-4 Stunden am Tag für die Befriedigung der gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisse investieren muss, bietet das Raum für grundsätzliche Veränderungen und qualitative Steigerungen der Lebensqualität aller Menschen. Durch die Maximierung der Freizeit können sich mehr Menschen mit der Lösung von Problemen kümmern, d.h. es werden nicht mehr bloß ein paar tausend Politiker sich um die Belange der Menschheit kümmern, sondern alle Menschen! Dies setzt alle Potentiale der Menschheit frei und wird selbstverständlich Kriminalität, Rassismus, Terrorismus, sämtliche Konflikte und Missverständnisse mildern, wenn nicht sogar beseitigen! Der Aufbau Afrikas und sämtlicher Völker mit großer Armut wird nicht mehr nur NGOS und ein paar Spenden überlassen, es können sich hunderttausende Menschen aktiv mit ihrer Arbeitskraft einsetzen. Anstatt sich also mit den leeren Versprechen abzugeben, sollten wir alles daran setzen diese Utopie zu erkämpfen, zu erdenken und zu entwickeln. All das sind bloße Ansätze die reichtlich unzureichend und quasi aus der Hüfte heraus formuliert wurden. Das ist ein Appell sich stärker mit Theorie und Praxis des Widerstands gegen das kapitalistische System zu engagieren. Es gibt eine Welt zu gewinnen!
Der Mensch ist unglücklich weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. In unserer heutigen zivilisierten Welt, besteht das Unglück des Menschen in seiner Unkenntnis, in welchen Zuständen und Strukturen er sich befindet. Millionen Arbeitnehmer schuften allein in Deutschland an ihren Arbeitsplätzen, für ihr eigenes Glück, so glauben sie es zumindest. Aber sie dienen nur zuletzt sich selbst. Zu allererst dienen sie dem Unternehmen und dessen Profitstreben. Sie dienen dem Staat, in dem sie seine Autorität und Obrigkeit, mit Steuern und Einhaltung der Regeln stützen und schätzen. Der Großteil eines Menschenlebens wird damit verbracht, einer Ordnung zu dienen, eine Struktur auszubauen, die nicht den Bedürfnissen der Mehrheit innerhalb der Weltbevölkerung entspricht. Milliarden Menschen arbeiten, ein paar Millionen Menschen profitieren davon. Während der Arbeiter sich weiterhin mit seinem mickrigen Lohn abgibt, brav Überstunden schiebt, seinen Körper und Geist permanent im Dienste des Kapitals verausgabt, zählen die Eigentümer von Arbeitsplätzen eifrig Unsummen von Profiten. Die Arbeiter sind gesetzlich dazu verpflichtet so zu funktionieren, genauso sind die Eigentümer verpflichtet sie nicht zu sehr auszuquetschen. Aber das läuft nicht immer ganz sauber. Es gibt Discounter wie Netto oder FastFood Ketten wie Subway, die dann öffentlich angeklagt werden, für ihre “unmenschliche” Handhabung der Ausbeutung von Arbeitskraft. Das dahinterstehende Prinzip selbst wird nie beklagt oder gar hinterfragt. Es gilt immer die Vorstellung, es ginge nicht anders und damit basta.
Wüssten also die Arbeitnehmer, die Lohnabhängigen weltweit, inwieweit sie tagtäglich von Staaten und Konzernen ausgebeutet werden und gegeneinander am Markt aufeinander losgelassen werden, würden sie vielleicht auch etwas daran ändern wollen. Und sie würden sich nicht damit zufrieden geben, dass bisherige Versuche es anders zu machen, brutal scheiterten, schliesslich war auch die französische Revolution der Aufklärung eine blutige, schliesslich ist die sogenannte soziale Marktwirtschaft, der Kapitalismus eine gesellschaftliche Grundordnung die tagtäglich tausende Menschen systematisch ermordet, indem sie sie verhungern lässt und indem sie sie anhand von heilbaren Krankheiten verenden lässt. Das heutige System wurde und wird mit Bomben, Waffen, Schlagstöcken und Pfefferspray verteidigt. Vietnam, Kuba, Venezuela, Irak, Afghanistan, die Liste der militärischen Auseinandersetzungen, im geheimen wie im offiziellen, ist lang, nur noch übertroffen durch die Liste der unschuldigen Opfer dieser Kriege und militärischen Konflikte für die freie Welt der Ausbeutung. Diese Ordnung ist keine Ordnung, sie ist entfesseltes Chaos. Sie mordet, sie unterlässt Hilfeleistung, sie erstickt Leben, Vision und Hoffnung. Überall gibt es Millionen Arbeitslose, deren Leben sich nicht entfalten kann. Es gibt hunderte Millionen die in Armut leben und ihr Leben nicht entfalten können. Es gibt Milliarden Menschen die ihr Dasein in Fabriken, Büros und auf Plantagen verbringen. All das ist nicht nötig. Keiner muss hungern, keiner muss leiden, keiner muss ausgebeutet werden oder für irgendeine Wirtschaftsordnung oder Ideologie oder Führerfigur sterben.
Würde man die Staaten, Militärs, Geheimdienste, den Kapitalismus, das Konkurrenzprinzip abschaffen, wären mit einem Schlag Unsummen von Arbeitskraft frei. Man könnte sich um die Hungernden kümmern, man könnte zerbombte Städte und Länder in Afrika und anderen Entwicklungsländern aufbauen. Die Hilfe wäre nicht mehr nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie die Spendenindustrie heutzutage. Wir würden Afrika nicht einen Tropfen Wasser geben und einen Bissen Brot, und gleichzeitig ihr Land mit unserer Industrie vergiften und zerstören. Wenn also erstmal die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Menschen auf dem Planeten wichtiger sind als das Kapital oder die staatliche Gewalt, die sogenannten Vertreter des Volkes. Dann kann sich auch unverzüglich und real um die Probleme dieser Welt gekümmert werden, ohne dass das Ergebnis ständig vernichtet wird. In Indonesien, Brasilien, China und Russland werden tausende Fußballfelder täglich abgeholzt, weil es profitabel ist. Es ist profitabel obwohl es unschätzbare Werte zerstört, nämlich die Artenvielfalt, uralte Stämme die in diesen Wäldern lebten und so weiter. Wer glaubt denn ernsthaft, das die NGOs die Staaten und Konzerne zur Vernunft bringen können? Dollar zählen mehr als vernünftige Appelle. Deshalb muss mit dem Prinzip Profitmaximierung und der staatlichen Autorität gebrochen werden, weil sonst niemals diese Erde und diese Menschheit zu retten ist.
Wenn sich die Menschen also sofort organisieren würden, wie in Spanien, Griechenland, Irland, Nordafrika und wie in vielen anderen Ländern in der Geschichte. Könnten sie, während sie streiken und protestieren, darüber verhandeln wie eine andere Gesellschaft zu machen ist. Wie eine Welt aussehen müsste, in der die Bedürfnisse der gesamten Menschheit anerkannt und befriedigt werden können. Es ist möglich ohne Kernkraft zu leben, es ist möglich alle Hungernden zu ernähren, alle heilbaren Krankheiten zu heilen, allen Menschen Wissen zu schenken, ihnen ein selbstbestimmtes Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Betrug zu ermöglichen. Dazu braucht es Strukturen mit möglichst flachen Hierarchien, mit viel Transparenz und basis-demokratische Mechanismen. Jeder Mensch sollte in seiner Kommune bestimmen dürfen, wofür gearbeitet wird, warum bestimmte Projekte initiiert werden sollten und so weiter. Das gegenwärtige System verprügelt alle Menschen die über Projekte mitbestimmen wollen. Man sieht das die heutigen Strukturen weder transparent, noch demokratisch genug sind. Sie sind von der Wirtschaft bestimmt, es geht z.B. bei Stuttgart 21 nur darum, den Wirtschaftsstandort Deutschland und Stuttgart für die Zukunft global attraktiv für Investoren zu machen. Wem die Umwelt und das alte Umfeld lieb ist, der hat eben Pech gehabt. So kann es nicht weitergehen. Es kann auch nicht sein, das trotz der Katastrophe in Fukushima, unsere Atomkraftwerke jahrelang weiterlaufen. Sie müssen sofort gestoppt werden, weil sie sonst noch mehr radioaktiven Müll produzieren.
Es muss zu einem Umsturz der Verhältnisse kommen. Die Rohstoffe, die für diese verschwenderische Ordnung überlebensnotwendig sind, gehen mehr und mehr zuneige. Es wird zu weiteren schweren militärischen Auseinandersetzungen kommen, wenn wir uns als Bevölkerung nicht organisieren und darüber reflektieren was real und täglich dagegen zu unternehmen ist. Es wird bald nicht mehr nur um Öl oder Metalle gekämpft, auch Wasser wird bald ein Kriegsgrund sein. Wenn wir die heutige parlamentarische Demokratie nicht in eine höher entwickelte Demokratie, freiere, transparentere und selbstbestimmtere Demokratie verändern können, wird das für viele Menschen, Tiere und Quadratkilometer Umwelt das sichere Ende mit den besagten Methoden und Umständen bedeuten. Die bekannten politischen Parteien im Parlamentarismus sind überfordert oder korrupt, sie können die Gefahren und Konflikte der Welt nicht umfassend erkennen und bewältigen. Auch die NGOs sind zu wenig gegen das Prinzip Profitmaximierung und Konkurrenzkampf. Es gilt Aufklärung zu betreiben, es muss gnadenlos der Zustand der Welt benannt und angeklagt werden. Es muss eine Offensive aller Menschen geben, die sich der katastrophalen Zustände bewusst sind. Sie müssen aktiv werden um mehr Menschen auf die Probleme aufmerksam zu machen. Es braucht mehr Menschen die sich ihrer unglücklichen Situation bewusst werden, damit sie selbst bestimmt ein Leben jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung und Chaos führen können. Mit dem Kapital und dem Staat ist das nicht zu machen. Leere Versprechen sollten nicht länger ausreichen, um ein gedemütigtes und geschundenes Dasein zu fristen.
Wie kann man die Welt von Armut, Hunger, Umweltzerstörung, Knechtschaft, Ausbeutung und Unterdrückung befreien? Praktisch kann jeder sofort damit anfangen diesen Planeten zu einem besseren Ort für alle Lebewesen zu machen. Man braucht nicht auf den großen Knall, den großen Führer, die große Bewegung warten oder laufend herumjammern wie schlimm doch alles ist. Es ist auch nicht sonderlich kompliziert sofort aktiv zu werden. Alles was man braucht ist einen entsprechenden Willen dazu. Das Internet bietet uneingeschränkte Informations- und Kommunikationsfreiheit, man kann sich alles aneigenen was man meint zu brauchen, um die Probleme dieser Welt zu erkennen und Lösungsansätze zu finden, genauso wie man mit Milliarden von Menschen darüber kommunizieren kann. Bislang wird das Internet viel zu wenig in dieser Hinsicht genutzt!
Wenn erst einmal klar ist, inwieweit die Parteien sich gegenseitig blockieren und grundsätzlich nur den Staat bzw. den Kapitalismus erhalten können, und damit auch die Ausbeutung und Unterdrückung von Millionen legitimieren und aufrechterhalten, darf man sich nicht mehr für ihren Erfolg einsetzen. Parteien gehören zum Staat, gehören zum Kapitalismus, keine Partei die tatsächlich fähig wäre sie zu stürzen oder aufzulösen wäre genehmigt. Die letzte Partei der man unterstellte, sie könnte etwas ändern, wurde in den 1950ern verboten! Die derzeitigen Wahlen dienen bloss dazu den Leuten vorzumachen, sie hätten irgendetwas relevantes zu entscheiden. Man kann wählen zwischen Pest und Cholera und bis zur nächsten Wahl hat man die Klappe zu halten oder man kann sich bei Protesten von Polizisten die Augen wegspritzen lassen. Aber das Gewaltmonopol, den Staat oder den Kapitalismus kann man nicht abwählen. Deshalb hilft es nichts seine Appelle an die Regierung, an Parteien oder an Konzerne zu richten, sie alle haben Interessen, die mit denen der Bevölkerung absolut unvereinbar sind. Sie werden sich nicht durch nette Worte und den Druck der Straße davon abbringen lassen, es braucht mehr Bewusstsein, Struktur und zielgerichtetere Aktivitäten seitens der Benachteiligten dieser Welt.
Wie wir alle Wissen müssen alle Konzerne weltweit ihre Profite maximieren, um am Markt überleben zu können. Es ist auch gemeinhin bekannt, wer am meisten von diesen Erträgen profitiert. Die breite Bevölkerung schuftet ihr ganzes Leben, endet in Altersarmut, psychischen und physischen Krankheiten, hatte obendrein nie die Möglichkeit in irgendeiner Form relevante Dinge zu entscheiden. Man kann jammern, kündigen und bei anderen Ausbeutern anheuern, vereinzelt vor Gericht klagen, aber die eigentliche Grundlage der Ausbeutung bleibt unberührt. Damit die Macht der Parteien, der Regierungen, Staaten, Konzerne und Reichen dieser Welt über die Lohnabhängigen gebrochen werden kann, sollte man aufhören zur Wahl zu gehen, sollte man aufhören zur Arbeit zu gehen und sollte man aufhören Steuern zu zahlen. Die Wahlen legitimieren die Parteien neue erpresserische und verlogene Gesetze zu verabschieden, die ein “Weiter so!” für die Konzerne und Behörden bedeuten. Die Arbeitskraft der Massen mehrt die Reichtümer von Minderheiten, die Überproduktion von unnützen Produkten und die Zerstörung der Umwelt und Lebewesen weltweit. Die Steuerabgaben finanzieren Behörden die Menschen autoritär, repressiv behandeln, finanzieren Polizei, Militär, Kriege und machen damit Missbrauch, Gewalt, Mord und Massenmord möglich.
Natürlich kann keiner von uns derart radikal sein und aufhören zu arbeiten und Steuern zu zahlen. Ersteres mag kein Problem darstellen, die Wahlbeteiligung sinkt bereits seit Jahren, aber nicht mehr zur Arbeit gehen? Der soziale Abstieg wäre sicher und er wäre umso rapider, je weniger Steuern gezahlt werden. Das ist jedoch der radikalste Ansatz und der sollte gesagt werden. Er muss nicht vollzogen werden, weil er die höchsten Opfer verlangt. Aber wer dazu in der Lage ist, sollte nicht zögern, schliesslich wird dadurch auch eine Menge Zeit für Aktivitäten gegen die Unterdrückung und Ausbeutung frei. Es gibt in allen großen Städten Deutschlands Strukturen die ein solches Leben erlauben. Eine etwas weichere Form des aktiven Verwandelns der Gesellschaft zu einer tatsächlich freien Gesellschaft durch individuelle Aktivitäten, ist der alltägliche permanente Aktivismus neben dem Beruf, der Schule, dem Studium, der Familie usw. Statt sich den Frust über den monotonen Arbeitsalltag, die Ausweglosigkeit der eigenen Situation und Verlogenheit der Politik usw. aus der Seele zu feiern, zu saufen, zu kotzen, sollten Bücher gewälzt, sollten Gruppen gebildet werden, beispielsweise aus Freundeskreisen oder aus der Familie, die die Basis für die künftigen Rätedemokratie und Gewerkschaften in der freien Welt darstellen sollen. Heutige Gewerkschaften haben sich längst dadurch ausgezeichnet, nicht mehr für die Arbeiter und deren Bedürfnisse und Ziele zu kämpfen, sondern für ihre Organisation und ihren Machterhalt. Das kann nur gestoppt werden, wenn eigene Gewerkschaften gebildet werden, die solch einen Verrat niemals begehen würden.
Räte sind seit den Thesen Lenins und der ersten bis vierten Internationale sicherlich auch keine überraschende Neuheit. Sie lassen sich überall bereits jetzt aufbauen. Egal ob in der Politik, in Konzernen oder bei Behörden. Es spielt keine Rolle. Überall kann man sich zusammenschliessen, dokumentieren was passiert, darüber diskutieren was man selbst entscheiden würde und für die Zukunft Thesen und Strategien im Umgang mit diesen Problemen entwickeln. Es wird keinen friedlichen Umsturz des Staates oder des Kapitalismus geben, wenn so eine aufreibende, komplizierte und ausdauernde revolutionäre Aktivität nicht ständig aufrechterhalten und praktiziert wird. Denn ohne ein entsprechendes antikapitalistisches, antiautoritäres Bewusstsein, kann es keine bessere Welt geben. Die bisherigen Errungenschaften sollten nicht durch Gewalt, Wut und destruktiven, übereilten Forderungen und Handlungen verspielt und zunichte gemacht werden. Das Ziel muss die reale Umsetzung der Menschenrechte weltweit sein. Für dieses Ziel braucht es ein offenes wirtschaftliches und politisches System, welches alle Meinungen und Ideen einschliesst, welches die gesamte Intelligenz der Menschheit einbezieht. Die Menschen sollten nicht mehr gegeneinander konkurrieren, sie sollten kooperieren um das beste für alle hervorzubringen.
Arbeitsgruppen können gegründet werden, die sich mit einzelnen Themen in der Gesellschaft auseinandersetzen und später dann in Räten eine Fortsetzung finden. Bereits jetzt gibt es unzählige Initiativen und Organisationen die sich mit Menschenrechten, Tierrechten, Umwelt, Wirtschaft und Politik beschäftigen. Amnesty International, Human Rights Watch, Greenpeace sind vielleicht nicht in jeder Hinsicht positive Organisationen, aber sie machen vor was möglich ist. Man sollte nicht über die fehlende Gerechtigkeit jammern, sondern sich für sie einsetzen und aktuelle Verstöße aufzeigen, anklagen und bekämpfen. Selbstverständlich fehlt Amnesty, Greenpeace, WWF usw. der revolutionäre Ansatz. Sie haben nicht das Ziel die Staaten oder den Kapitalismus abzuschaffen, ihnen scheint es auszureichen sich um die Symptome zu kümmern und richten unermüdlich Appelle an die Regierungen. Ich finde ihre Aktivitäten bewundernswert, aber eben leider unzureichend. Daher sollte es in Zukunft eine zunehmende Radikalisierung, d.h. eine stetigere Tendenz hin zu den Wurzeln der Probleme in allen Bereichen der bisherigen Aktivisten geben. Anders werden humanitäre Katastrophen und Umweltkatastrophen nicht aufzuhalten sein. Es muss sich etwas konkret im alltäglichen Handeln der Menschen ändern.
Nicht die Staaten und Konzerne sollten die alleinige Macht haben, den Planeten zu beherrschen. Grundsätzlich muss Herrschaft als solche aufgehoben werden. Die Ohnmacht der Menschen existiert nur, aufgrund der horrenden Macht der Konzerne und Staaten. Die Menschen haben lange Zeit den leeren Versprechen geglaubt, sich verführen lassen und mit den eigens produzierten Waren betäubt. Die Bewusstlosigkeit und Entfremdung der Massen speist sich aus dieser Ohnmacht. Der Planet ist unsere einzige Heimat. Niemand hat das Recht die Umwelt, Tierwelt oder Menschen zu verletzen, sie zu unterdrücken, auszubeuten oder zu zerstören. Dennoch wird es jeden Tag gemacht, aufgrund bestimmter Machtverhältnisse, Kapitalinteressen in Politik und Wirtschaft. Wenn die Macht der Staaten und anderer verschiedener Konzerne gebrochen und den Individuen zurückgegeben wird, durch die Weiterentwicklung des Bewusstseins der Massen, werden die Kapitalinteressen nicht mehr existieren, weil Profitmaximierung und kein Konkurrenzkampf als dummes Zeug verworfen werden. Dadurch können alle Lebewesen und der Planet aufatmen, sich regenerieren und endlich frei entfalten. Keiner muss dem Kapital, einer Partei, einer Organisation oder einem abstrakten Zweck dienen. Alle Menschen sind frei geboren, sind einzigartig und besitzen unveräußerbare Rechte. Darauf muss die künftige globale Rätenetzwerk aufbauen.
In den Betrieben wird basis-demokratisch in Verbindung mit den Bedürfnissen der Bevölkerung entschieden was, wieviel und in welcher Form produziert wird. Es wird grundsätzlich nur noch nach den individuellen Bedürfnissen produziert. Die Bedürfnisproduktion wird weltweit den Hunger abschaffen, bereits jetzt können wir ca. 12 Milliarden Menschen ernähren, bislang erhalten die Hungernden dieser Welt keinen Zugang zu diesen Lebensmitteln, die wir momentan tonnenweise tagtäglich wegwerfen, weil sie kein Geld besitzen. Gleiches gilt für fehlende Medikamente, fehlende Bildung, all das kann innerhalb weniger Wochen völlig verändert werden, wenn erst einmal die Macht der Konzerne und Staaten, durch die Interessen und Bedürfnisse der Bevölkerungsmassen ersetzt wurde. Alles was hierfür nötig ist, ist die ständige Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen. Es muss uns interessieren was in der Politik und in der Wirtschaft schief läuft. Keiner von uns hat die Lösung parat, wie es laufen muss. Aber es gibt auch keine Strukturen in der Gesellschaft die breite gesellschaftliche Debatten, frei von Macht- und Kapitalinteressen ermöglichen. Der permanente Konkurrenzkampf hat uns geprägt. Wir können uns eine andere Welt kaum noch vorstellen, in der man den anderen nicht misstrauisch, neidisch, zornig gegenübersteht.
Diesen erbärmlichen und für alle erniedrigenden Zustand muss endlich Einhalt geboten werden, indem wir uns von allen Ideologien und Glaubensbekenntnissen der Parteien, der Staaten, der Konzerne, des Kapitals, der Religionen freisprechen. Weil keiner von uns jemals eine Lösung wissen kann, die auf alle Probleme der Menschheit einwirken kann, braucht es eine Gesellschaft die sich dessen bewusst ist. Die Politiker, Wissenschaftler, Kapitalisten sind so ahnungslos wie alle Menschen. Daher soll auch kein Mensch über den anderen Menschen herrschen oder entscheiden. Es gibt keine Legitimation für Herrschaft. Selbiges gilt auch für den Parlamentarismus. Künftige Rätesysteme müssen also frei und jederzeit wählen und abwählen können, was sie wollen oder nicht wollen. Im Grunde liegt also die derzeitige Gesellschaft gar nicht so weit Weg von der Möglichkeit eine freiere Gesellschaft zu schaffen. Es hängt vom Engagement der einzelnen Menschen an, wie lange noch Menschen verhungern müssen, für Staaten, Rohstoffe und Vormachtstellungen sterben müssen, für das Kapital ihre Leben verwerfen, vergiften und vernichten müssen. Wir alle sind gefordert die Zustände nicht länger hinzunehmen und permanent dagegen anzukämpfen. Wichtig ist dabei immer wieder der hohe Anspruch: Niemals etwas tun was die Ausbeutung, Unterdrückung und Zerstörung unterstützt. Ständige Selbstreflektion, Selbsthinterfragung, Respekt und Solidarität gegenüber allen Menschen sind notwendige Grundelemente hierfür.
Der besagte Discounter ist nur die Spitze des Eisberges, die anderen Konkurrenten am Markt agieren nicht anders, genauso wie generell sämtliche Konzerne nach demselben Prinzip agieren und funktionieren. Es geht grundsätzlich nur um den Profit, danach wird sich vielleicht auch um alles andere wie Menschenrechte, Umwelt, Nachhaltigkeit und Sinn der Produktion gekümmert. Da der Druck am Markt aber immer heftiger wird, je näher man der Grenze, der möglichen Ausbeutung von Arbeitskraft und der möglichen Senkung von Kosten, angelangt ist, wachsen auch die Risiken und die Zerstörungen in jeder Hinsicht. Als Konzern geht man noch rigoroser gegen Mitarbeiter vor, die nicht alles geben, man fordert generell mehr von allen Mitarbeitern und gleichzeitig erwartet man das Lohnsenkungen ins Bodenlose akzeptiert werden. Bei Lidl wurden die Mitarbeiter jahrelang ausspioniert, Betriebsräte wurden verfolgt und rausgeworfen, Netto agiert hier kaum anders, will laut Frontal 21 sogar wissen was bei Ver.di so besprochen wird. Die Mitarbeiter arbeiten selbst bei Krankheit, bürden sich unheimliche Lasten auf, weil sie es als Mensch nie anders gelernt haben. Wer zuetwas kommen will, der muss auch ranklotzen, der muss auch zeigen das er will und kann, der muss das Jammern sein lassen und entsprechend wie gefordert funktionieren. Das ist aber grundsätzlich falsch! Die Mitarbeiter sollten nicht funktionieren, sie sollten streiken und protestieren. Dazu fehlt ihnen aber leider das entsprechende Bewusstsein, schliesslich haben sie ihr ganzes Leben nur gearbeitet und selbst in der Schule haben sie nur systemkonformes Zeug gehört und auswendig gelernt. Also wird alles nur noch schlimmer, auch weil die Manager es nicht anders kennen, die im Beitrag als die bösen Buben dargestellt werden. Diese versuchen doch bloss den eigenen Konzern an die Spitze zu bringen. Gesetze stören bei der Profitmaximierung natürlich nur, daher schreit dieser Frontal 21 Beitrag genauso wie die Mitarbeiter nach dem Staat: Er soll doch bitte diesen Konzern zähmen und zwingen die Regeln einzuhalten. Aber das löst nicht die Quelle der Probleme. Die Ahnungslosigkeit über die eigene Befindlichkeit, die eigene Rolle im globalen System könnte nicht größer sein.
Von systematischer Ausnutzung durch ihren Arbeitgeber berichten Mitarbeiter und Führungskräfte bei Netto Marken-Discount. Nach ihren Worten herrscht dort ein brutales Klima der Angst und Unterdrückung. Netto Marken-Discount – nicht zu verwechseln mit der dänisch-deutschen Firma NETTO – ist ein Tochterunternehmen der Edeka-Gruppe, der Marktführerin im deutschen Lebensmittelhandel. Die Expansion werde auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben, so der Vorwurf der Gewerkschaft Verdi. (Text & Quelle:ZDF)
Die Finanzkrise hat bewiesen worauf es in dieser Gesellschaft wirklich ankommt und wofür sich die Menschen entscheiden wenn sie am Abgrund stehen. Man hat innerhalb kürzester Zeit, egal ob in Amerika oder in Europa, gigantische Summen in die Fortsetzung eines System gesteckt, welches weltweit Milliarden Menschen knechtet, entmündigt und verhungern lässt. Die Menschen haben Angst vor dem eigenen Abstieg, Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen und vor Ablehnung, also gehen sie, und zu allererst die Politiker, diesen Weg der Zerstörung. Die Mehrheit weiß um den katastrophalen Zustand unseres Planeten und unserer Gesellschaft, aber was tut sie dagegen? Was tut sie gegen Hunger? Was tut sie gegen Krieg? Was tut sie gegen Aids, Krebs oder Depression? Sie bleibt hinter den Erwartungen und den eigenen Ansprüchen zurück. Aber wenn das System gefährdet ist, woraus Hunger, Krieg und Krankheiten entspringen, wird innerhalb kürzester Zeit alles getan um es aufrechtzuerhalten. Man spendet 2-3 Milliarden für die Armen, aber für die Ursache dieser Armut gibt man hunderte Milliarden und jammert obendrein wie schlecht die Welt doch ist, so als ob es nicht in unserer Macht läge daran etwas zu ändern. Tagtäglich gilt es als das Normalste der Welt, im permanenten Konkurrenzkampf gegen andere Mitmenschen, seine unendlich wertvolle Lebenszeit für die kapitalistische Produktionsweise zu verkaufen. Jeder Arbeitsplatz ist ein Schauplatz für Überlebenskämpfe. Ein Arbeitsplatz gilt als Lottogewinn unter den Lohnabhängigen, obwohl sie in diesem Spiel, mit oder ohne Arbeit, nicht gewinnen können. Jeder ist ersetzbar, jede Nachlässigkeit kann zur Kündigung führen und die Gehälter bleiben stets zu gering. Es scheint uns wichtiger unserer Arbeit nachzugehen, als nach den Quellen dieser Zerstörungen, der Krisen und den Toten zu fragen. Die steigenden Anforderungen, der Leistungs- und Zeitdruck lässt die Menschen einen Lebensstil entwickeln, welcher es für besser hält zu funktionieren anstatt zu reflektieren und zu rebellieren. Der Alltag ist schon genug mit Melancholie, Depression, mit Tragödien und anderen hässlichen und ekelhaften Situationen, Dingen und Personen befüllt, da will man als gequälter Mensch nicht auch noch die geringe Freizeit für tiefere Gedankengänge durch diese widerlichen Realitäten vollziehen. Es käme einer Wiederholung der Qualen gleich, einer Wiederholung, die man auch noch selbst veranstaltet hat. Eine Wiederholung, welche man hätte vermeiden können. Wegsehen, weghören, ausblenden, nicht aussprechen was einen bedrückt und peinigt, dies ist Ausdruck des Gefängniswärters in uns. Das ist die Selbstzensur, dies sind die Wände, Gitter und Stahltüren unseres selbstgeschaffenen Gefängnisses, dessen Schlüssel wir ständig in der Hand halten. Wir haben gelernt uns von der Kindheit an anzupassen, so zu funktionieren wie es unsere Mitmenschen erwarten, wir wurden bestraft wenn wir es nicht genug taten und daraus speist sich auch die Art und Weise wie wir heute denken, handeln, wirtschaften, wählen, lieben und es auch in Zukunft tun werden. Seit unserer Kindheit wird die Unvollkommenheit unseres Lebens angeklagt und beklagt. Immer muss mehr getan werden, muss mit größter Anstrengung die Liebe der Eltern und die Anerkennung der Mitmenschen erkämpft werden. In den Schulen gibt es Lernbedingungen, die die Schüler systematisch scheitern lässt. Es gibt weder genug Zeit für den Lehrstoff, noch gibt es für die Schüler die Möglichkeit selbst zu bestimmen womit sie sich beschäftigen wollen. Ihnen wird jegliche eigene Meinung im vorhinein abgesprochen, ihnen wird vorgekaut was sie zu denken, zu glauben und was sie zu lieben und zu verabscheuen haben. Erste Reflexe und Konditionierungen werden installiert. Autoritäten sind zu beachten, nicht zu hinterfragen oder abzulehnen. Still sein, fleißig mitarbeiten, besser sein als andere, so wird eine erste Version von einer Charaktermaske gebildet, die später in höherem Detail benötigt wird. Noten trennen die Schüler in gut und schlecht, spucken auf ihr Selbstbild und vergewaltigen ihre Seele. All das nur um sie auf ihr Leben als Leistungsträger vorzubereiten, um sie zu einem funktionierenden Fachidiotien mutieren zu lassen, um sie als Konkurrent auf den Markt zu jagen, um den Planeten im Dienste des Kapitals zu verwüsten und auszuschlachten. Die Schüler lernen unter Anweisung der Lehrer und des Lehrplans etwas von gerechten Kriegen, lernen den Kommunismus mit Gulags gleichzusetzen und huldigen die per se gute eigene Nation, Lebensweise, Ernährungsweise, die freiheitlichen Demokratie, die heilige sozialen Marktwirtschaft. Die Schüler werden mit ihrem erfolgreichen oder nicht so erfolgreichen Abschluss, schlicht mit Propaganda im Schädel auf die Realität losgelassen. Wir alle sind seit unserer frühesten Kindheit gequält worden um als Lohnabhängige auf den Arbeitsmärkten, in den Branchen dieser Welt ausgebeutet zu werden. Wir haben gelernt so zu funktionieren wie es dem Kapital gut tut. Egal ob als Staatsdiener, in der Verwaltung, als Soldat, Polizist, oder als Journalist in den Medien oder in der Lebensmittelindustrie oder als Selbstständiger, was zählt sind die Profite, nicht die Werte die von tausenden Generationen mühsam erdacht, erarbeitet und letztlich Stück für Stück mit Blut und Schweiß durchgesetzt wurden. Es erscheint uns normal und richtig, selbst wenn wir dadurch krank werden, massenhaft Betonlandschaften, Blechlawinen, Lebensmittelskandale, Plastik-, Elektronik- und Müllberge produzieren, tonnenweise frischer Lebensmittel wegwerfen, während tausende Menschen tagtäglich verhungern, Lebensmittel immer billiger werden müssen, Millionen Tiere fürs exzessive Fleisch fressen leiden und sterben müssen, Kriege für unsere Sicherheit und Handelswege geführt, tausende Menschen ermordet werden und so weiter. Dies ist der ganz normale Wahnsinn. Es war schon immer so. Also was tun? Die Verantwortung schieben viele Menschen an die Politik ab und daher richten sie auch an jede Anklage und jeden Protest an sie, dabei ist die Bundesregierung, sämtliche Parteien und der Staat eine der Hauptverantwortlichen für diese Katastrophen. Die Parteien, die Regierung und die Staaten tun nur das wozu sie sich wirklich gezwungen sehen und das sind in erster Linie Sachzwänge, die sich permanent aus dem Kapitalismus speisen. Die Politiker haben keinen Überblick darüber wozu der Kapitalismus die Menschen verführt und manipuliert, denn sie werden selbst verführt und manipuliert, sie sind selbst Marionetten des Kapitals, Marionetten einer Ideologie, die sie genauso wie alle anderen seit ihrer Kindheit als die Realität anerkannt haben. Es muss schon ein Glücksfall wie in Fukushima passieren, damit die Regierung das tut worauf Proteste schon seit Jahrzehnten pochen. Es mussten tausende Menschen sterben, damit ein paar billige Lippenbekenntnisse gemacht werden, um bei den Wahlen nicht völlig nackt dazustehen. Die ganze Erbärmlichkeit und der ganze Zynismus unseres politischen und wirtschaftlichen Systems, lässt sich anhand der letzten Jahre wunderbar ablesen. Die erste revolutionäre Tat ist es, die Realität klar und deutlich zu benennen. Es darf kein wegsehen, weghören, ausblenden und bedingungsloses funktionieren als Lohnabhängiger mehr geben, weil sonst alles gefährdet ist, was das Leben überhaupt lebenswert macht. Es wird niemanden geben der uns hierin etwas abnehmen wird. Weder der Staat, die Parteien, die Regierung, die Gewerkschaften und die NGOs können oder wollen die Realität tatsächlich benennen und tiefgreifend verändern. Alle diese Organisationen mögen ursprünglich irgendwelche Rechtfertigungen für ihr Bestehen haben, aber gelöst haben sie weder den Hunger, noch die Lohnabhängigkeit, noch die ganzen anderen Ungerechtigkeiten dieser Welt, weil sie offenkundig die Quelle nicht benennen und wirksam bekämpfen. Der Kapitalismus muss weltweit weg und damit auch die Staaten, denn nur so sind die Probleme der Menschheit tatsächlich zu lösen. Nur wenn nicht mehr gegeneinander sondern miteinander gearbeitet wird. Wenn Kooperationen statt Konkurrenzkampf die Regel sind, können sich andere Strukturen in der Welt entwickeln, die nicht von Angst, Depression, Minderwertigkeitskomplexen dominiert sind. Nur wenn wir uns die Hand reichen, nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen angehen. Es kann nicht sein das jeder Mensch darauf hin arbeitet sein eigenes Haus, sein eigenes Auto zu haben, das ist ökologischer Wahnsinn, mal abgesehen davon wieviele tausend Stunden man sich dafür opfern muss. Wohngemeinschaften, Fahrgemeinschaften sind die Zukunft, denn sie machen das Leben leichter, verbrauchen und zerstören weniger. Selbiges gilt für Staaten, wenn sie erst einmal aufgelöst sind, braucht es auch keine Billionen Euro teuren Armeen, Rüstungskonzerne mehr die sich gegenseitig für nichts und wieder nichts bekämpfen. Die Beteiligten können sich sinnvolleren Dingen, wie der Bildung und der Bekämpfung von Armut, der Unterstützung von anderen Menschen zuwenden, anstatt sie mit Waffen und Bomben zu ängstigen, zu quälen und zu töten. Seien wir mutig und nehmen auch in der Politik statt Vormundschaft, Autorität und Vertreterschaft die Dinge selbst in die Hand. Räte bzw. Kommunen können statt der Parteien, Regierungen, die alltäglichen Probleme übernehmen. Wir brauchen keinen bürokratischen Überbau, keine Behörden die uns missachten und mit Vorschriften quälen und bei Missachtung verklagen, obwohl sie eigentlich für uns da sind. Weg mit der Agentur für Arbeit, weg mit den ineffizienten Steuerverfolgungsbehören, die gute Beamten sogar bestrafen anstatt zu belohnen, weg mit den Vermögenden, den Armen, wir wollen die Menschen nur noch nach ihrem Charakter und ihrem Tun für andere Menschen bewerten! Es soll keine Nation, kein großes Ganzes mehr geben welchem gedient werden soll. Wen interessiert Deutschland, wen interessieren Landesgrenzen, wen interessieren wachsende Zahlenkolonnen, wenn man das Leben ohne sie viel besser genießen kann? Was wir brauchen sind mehr Arbeitslose statt weniger Arbeitslose! Wir brauchen die reale Anerkennung aller Menschen als würdevolle, liebenswürdige Kreaturen und nicht leere Versprechen in Gesetzen und Regierungserklärungen! Wir brauchen effizientere Maßnahmen gegen Korruption, Machtmissbrauch, Ausbeutung und Unterdrückung. All das geht nur mit Strukturen die nicht autoritär und hierarchisch funktionieren, die jenseits von Profitmaximierung und Konkurrenzkampf stehen. Die Obrigkeitsgläubigkeit, die duckmäuserische Art vor der Politik, den Konzernen, der Justiz muss aufhören. Denn sie helfen uns nicht ein würdevolles Leben zu führen welches tatsächlich alle Bedingungen und Möglichkeiten hat um sich frei zu entfalten. Und diese Entfaltung soll nicht nur für Amerikaner, Europäer gelten, denn manche werden einwenden, sie könnten doch bereits alles tun was sie wollten, diese Entfaltung soll für alle Menschen gelten! Also auch für jene die tagtäglich Hungern müssen, die auf Müllbergen ihr Dasein fristen müssen und so weiter. Unser scheinbarer Reichtum speist sich aus deren Not und aus der Not der Arbeitslosen, der Niedriglohnjobber, der Verschuldung von Millionen Menschen. Es kann nicht in unserem Interesse sein, ein Haus und ein Auto auf Leichenbergen von Hungertoten und anderen Verlierern dieser Gesellschaft zu haben. Wir sind nicht frei wenn wir für Geld arbeiten, denn wir arbeiten für eine Systematik die uns die Lebensgrundlagen entzieht!
Martialisch gekleidete Polizisten prügeln friedlichen Demonstranten ihre Forderungen nach einem besseren Leben aus dem Leib. Das Gewaltmonopol des spanischen Staates zeigt was deren Wünsche und Nöte tatsächlich wert sind. Ihre Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit wird mit Schlägen, Tritten und Drohungen beantwortet. Das wahre Gesicht der Demokratie äußert sich in dieser rohen Gewalt. Kommunikation, Dialog, Transparenz, Solidarität, Gerechtigkeit, Perspektive, Sicherheit all das fehlt nicht nur in Spanien. Auch in Griechenland gehen seit Monaten tausende Menschen auf die Straße. In Nordafrika brodelt es nachwievor. Während die spanischen Demonstranten auf ihren Plätzen bemerkenswerte Visionen für eine andere Gesellschaft entwickeln, wie beispielsweise die basis-demokratischen Abstimmungen zu allen Themen der Gesellschaft, und ihre Konsensbereitschaft einfach praktizieren, wirkt der Staat wie ein ängstliches Monster, welches wild und wahllos auf alles einschlägt, was auch nur im Entferntesten gefährlich oder bedrohlich sein könnte.
In solchen Momenten weiß man als Kritiker der bestehenden Verhältnisse, des Staates und des Kapitalismus, man hat mit seinen Zweifeln und Befürchtungen von Anfang an Recht gehabt. Man weiß wie wichtig es ist die Durchsetzung von Menschenrechten zu fordern und dabei nicht auf eine Regierung, Parteien, Gewerkschaften oder Konzerne zu warten. Die Spanier ergreifen ihre Chance, eine Chance die für alle Völker der Welt seit Jahrzehnten und in jedem Moment greifbar ist: Die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, ohne Profitmaximierung und Konkurrenzkampf. Wobei man auch ganz klar sagen muss, ganz so radikal sind sie nicht, die Spanier. Sie protestieren weil sie keine Jobs haben, sie protestieren weil zu wenig bezahlt wird. Sobald ihren Forderungen in dieser Richtung entsprochen wird, was nicht leicht sein wird, werden sie brav zurück an ihre Arbeitsplätze gehen, Profite auf ihre Kosten maximieren und sich politisch so gering engagieren, wie sie es die letzten Jahrzehnte, seit Franco getan haben. Man mag es nicht glauben, es gab in Spanien jahrelang landesweit gelebten Anarchismus! Wären sie nicht von autoritären Kommunisten und Faschisten eingekesselt worden, hätte dieser Anarchismus noch heute bestand, davon bin ich überzeugt. Der Anarchismus enthält alles was die Spanier auch heute fordern!
Man mag also hoffen, es würde alles anders. Man mag hoffen, es würde sich diesmal anders entwickeln, angesichts der erschreckenden Brutalität des Staates gegenüber “seiner” Bevölkerung. Eine Sicherheit auf grundlegende Veränderungen gibt es nicht. Die Bevölkerung hat sich spontan zu diesen Protesten entschieden. Ob diese Spontanität reicht um eine bessere spanische Welt aufzubauen? Solidarität darf nicht an den Landesgrenzen aufhören. Deutsche Arbeiter, Arbeitslose, Schüler, Rentner usw. sollten sich solidarisch erklären und ebenfalls am Alexanderplatz, Marienplatz, an den großen Plätzen in den größten Städten campieren und zwar solange, bis auch hier klar ist, wir wollen dieses System nicht mehr, weil es uns erstickt und daran hindert das Leben zu entfalten. Aber darauf kann man in Deutschland lange warten. Wir würden keine Revolution machen, dazu müssten wir den Rasen betreten. Solange wir mit den über 50 Mio. Fahrzeugen in Deutschland herumkurven, den Versprechen und Verführungen der Lebensmittelindustrie, der Modeindustrie, Unterhaltungsindustrie usw. mehr glauben schenken als unserem Gewissen, solange lassen wir Menschen in Afghanistan im Auftrag unserer profitorientierten Regierung töten, leisten wir unterlassene Hilfe bei den tausenden Hungertoten täglich, lassen Energiekonzerne den Planeten verstrahlen und vergeuden unser Leben am Arbeitsplatz.
Wir arbeitsgeilen, autoritätsgläubigen Kapitalsoldaten, uns ist es wirklich scheißegal was die Spanier, Griechen und Afrikaner wollen. Wir hoffen weiterhin das Flüchtlinge nicht nach Europa kommen, hübsch vorher absaufen und brav mit ihren Familien verhungern, genauso wie wir hoffen das die Spanier, Griechen, Portugiesen und Iren nicht auf den Gedanken kommen wer eigentlich von ihrer Perspektivlosigkeit und Armut profitiert. Es sind nämlich vornehmlich deutsche Menschen, mit ihren deutschen Banken, mit ihren deutschen Anlegern und so weiter. Und was tun wir, als kritische Zeitgenossen und Deutsche dagegen? Wir gucken zu und hoffen niemals betroffen zu sein oder besser noch von dem Leid zu profitieren. Ist das nicht pervers? Wir haben überhaupt nichts gelernt. Gelernt haben wir bloss zu funktionieren. Wie Soldaten. Der Wahnsinn ist jedoch sicher nicht nur deutsch. Es geht mir ja um den Kapitalismus, welcher international, unabhängig von der Nationalität funktioniert. Aber sollten wir angesichts unserer Geschichte nicht irgendwas gelernt haben? Warum prügelt die Kanzlerin auf die angeblich so faulen Griechen ein, anstatt ihnen die Zinsen günstiger zu gestalten, damit sie auch eine Chance haben? Wohin führt bloss diese egalitäre, kalte Sicht der Dinge und woher kommt sie? Die Profitmaximierung und der Konkurrenzkampf werden uns alle ohne Zweifel, früher oder später alles kosten was wir uns aufgebaut haben. Dieser permanente Weltkrieg saugt die Menschen aus. Alle versuchen zu nehmen was sie kriegen können. Seelenlose Arbeitsdrohnen und Konsumzombies scheinen diese westliche Welt zu bevölkern.
Die Sonne scheint, es gibt nichts zu sehen, also weitermachen! Diese Spanier sind doch bloss irre Träumer! Wir haben unsere stolze Ignoranz, soll uns doch einer beweisen wie falsch wir liegen, solange machen wir weiter! Immer weiter! Produzieren wie die Wahnsinnigen Waffen, Autos, Handys, Kühlschränke, Computer, Lebensmittelskandale, verstrahlte Gewässer und Gebiete. Keine Katastrophe erscheint katastrophal genug um endlich konsequent dagegen zu Handeln. Die eigenen Interessen, die anerzogene Profitorientierung verdirbt jede Hoffnung. Wir haben die Rolle des Staates verinnerlicht, wir prügeln verbal und physisch auf Andersdenkende, Protestierende und Verlorene genauso ein, wie die spanische Polizei. Arm ist nicht nur das spanische Gewaltmonopol, jede Nation ist arm dran, egal wie hoch das Vermögen oder Bruttosozialprodukt auch sein mag. Alle funktionieren nach kapitalistischen Prinzipien. Kein Land dieser Erde ist frei vom Gegeneinander, vom Gift des egoistischen Strebens nach mehr und immer mehr. Die Menschheit ist krank. Und kaum einer strebt danach dies zu erkennen oder zu genesen. Die Lüge, der Selbstbetrug, lebt sich inmitten des Massenmordes trotzdem ganz gut. Denn alle lügen, alle betrügen sich selbst. Massenmord ist normal. Egal ob Hunger oder Krieg, es ist wie einkaufen oder Party machen, es gehört zum freiheitlich-demokratsichen Leben dazu. Manche verlieren, andere gewinnen, shit happens! So ist es nunmal, warum darüber nachdenken, es ist eh nicht zu ändern.
Obama inszeniert sich als friedlichen Menschen, während er Menschen im Irak oder Afghanistan ermorden lässt, während er Osama anklagt und entgegen der Werte seiner Nation hinrichten lässt. Gibt es darüber großartige Verwunderung? Er ist wirklich ein idealer Stellvertreter einer Welt, die voller verlogener Menschen ist, die alle grinsend, freundlich, korrekt, ihr Recht durchdrücken, ihre Familien auf den Leichen von Verhungerten großziehen. Natürlich sind nicht alle Menschen dumm oder schlecht, aber die Mehrheit scheint es doch zu sein, denn sie wählt Parteien die ihnen nichts nützen, Bremen wählt z.B. seit Jahrzehnten SPD. Die Mehrheit scheint dumm oder schlecht, schliesslich arbeitet sie für Konzerne, die ihr nichts bringen, außer überflüssige Güter, zerstörte Beziehungen, vermüllte Landschaften und geistigen sowieso kulturellen Nonsens. Jede Stadt gleicht immer mehr einem Kaufhaus und nur eine Minderheit scheint sich daran zu stören. Uns geht es einfach zu gut.
Ich weiß nicht wann es zuletzt soviele Kommentare unter einem Artikel bei Indymedia gab. Man sieht das diese Aktion etliche Leute gepackt hat und somit zu Reflexionen geführt hat. Leider sind viele Kommentare extrem undifferenziert. Natürlich ist es nicht schön, wenn Krankenhäuser ihre Arbeit nicht tun können, Menschen durch das erhöhte Verkehrsaufkommen verletzt werden oder sogar gestorben sind. Nur sterben jeden Tag tausende Menschen an Hunger, tausende an fehlenden Medikamenten oder frischem Wasser. Wieviele Millionen Menschen leben in totaler Armut? 800? 900 Millionen? Wieviele Menschen sind in Lohnarbeit und können ihre persönlichen Bedürfnisse und Träume nicht entfalten oder gar erkennen? Seht ihr denn nicht in was für einer Welt wir leben? Deutschland ist privilegiert, aber nur auf dem Rücken von Millionen armer Menschen. In Deutschland gibt es den größten Niedriglohnsektor, er setzt nicht nur die Lohnabhängigen in Deutschland unter Druck, sondern Millionen von Lohnabhängige in ganz Europa. Warum wohl wird Griechenland von Merkel als faul beschimpft? Es herrscht Krieg auf diesem Planeten, nur findet dieser Krieg nicht unbedingt nur auf Schlachtfeldern wie in Lybien oder Afghanistan statt, sondern vor allem in den Fabriken und Bürogebäuden dieser Welt. Es geht darum wer die höchsten Profite erstreitet und wer sich langfristig gegen andere Nationen durchsetzen wird. Macht die Augen auf, wir haben nicht die Kontrolle über unser Leben. Die Wahlen sind seit Jahrzehnten, wahrscheinlich sogar seit der Ermordung von Liebknecht und Luxemburg, eine einzige Enttäuschung und Alibiveranstaltung. Die Konzerne beuten seit Jahrzehnten ungehindert ihre Angestellten aus, und die freuen sich auch noch darüber oder lassen sich zumindest willig auspressen. Echte Streiks sind hierzulande verboten, fragt Euch warum. Warum wird das Bildungssystem immer stärker auf Konzerne abgestimmt? Warum lässt man tausende Flüchtlinge vor den Mauern Europas ersaufen, anstatt ihnen zu helfen ihr Leben zu entfalten? Wieso stellt ihr Euch nicht die berechtigten Fragen, die auch in diesem, angeblich so naiven, Bekennerschreiben angesprochen werden? Wieso seht ihr nur das was die Politiker und Medien Euch diktieren?! Was muss denn noch passieren damit ihr es passiert? Die Kinderarmut, Altersarmut wächst weltweit, nicht nur in Deutschland. Während auch die Vermögen einzelner Familien ins unermessliche wachsen. Es wird früher oder später zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen, wenn wir als Bevölkerung nicht endlich die richtigen Fragen stellen. Warum sind wir nicht glücklich im Beruf? Warum gibt es seit Jahrzehnten Millionen von Menschen, die in Arbeitslosigkeit ein Schattendasein führen müssen? Warum ähneln sich die Parteien immer mehr? Warum akzeptieren wir die korrupten Politiker und Bosse? Warum akzeptieren wir die Lobbys, die Ohnmacht, Apathie und Lethargie in unseren Köpfen und Reihen? Natürlich ist es leicht etwas zu zerstören, anstatt etwas zu schaffen. Aber diese Aktion hat zumindest mal ein paar Lohnabhängige aufhorchen lassen. Auch wenn diese Aktion destruktiv ist, weil sie immer von den falschen Mächten instrumentalisiert und definiert wird, sollte es doch einige Menschen inspirieren zu den richtigen Büchern zu greifen und friedlichen, konsequenten Widerstand zu leisten.
Ich hab im April 2010 darüber berichtet an einem eigenen Buch zu schreiben. Ich will einen kleinen Statusbericht abliefern. Momentan sind etwa 40 A-4 Seiten geschrieben, welche ca. 120 000 Zeichen enthalten. Es hätte mehr werden können, aber es gab soviel zutun und ich habe immer wieder zwischenzeitlich hier einzelne Beiträge geschrieben, auf Emails reagiert und in Diskussionen im persönlichen und virtuellen Umfeld agiert. Die Form des Buches ist weiterhin unklar. Soll es etwas fiktives oder etwas reales sein, Roman oder Bericht, es ist nicht klar. Vielleicht wird es beides, ein fiktiver Bericht. Ein Art gefundenes Tagebuch, wie es Hermann Hesse in Steppenwolf gemacht hat. Ich mische damalige Erlebnisse mit theoretischen Analysen, Beiträgen von dieser Webseite und es sieht momentan schwer nach einem sehr langen Beitrag aus, der auch in diesem Blog hätte erscheinen können. Natürlich gehe ich sehr stark auf meinen eigenen Weg ein, was hier überhaupt nicht besprochen wird. Es gibt viele Herausforderungen. Ich muss tausende Tage und Erkenntnisse irgendwie auf den Punkt bringen. Mein Ziel ist es, dem Leser zu helfen, in seiner Position, ihn vor bitteren Erfahrungen zu schützen. Berlin war für mich wohl eine der bittersten Erfahrungen überhaupt. Ich habe Menschen sterben sehen. Gesehen wie sie sich mit Gewalt, Drogenkonsum und Drogenhandel das Leben zerstörten. Wer einmal durch Berlin gegangen ist, mit offenen Augen, weiß wovon ich spreche. Diese Stadt ist voller Abgründe und einige habe ich beschritten, ohne selbst infiziert zu werden. Aber es hat mich beeinflusst, hat mich ein Stück weit der Realität näher gebracht. Wer glaubt denn das eine Prostituierte oder ein Mörder fähig für die andere Welt ist? Das sind praktische Fragen. Wie kann man diesen Menschen helfen? Ist es überhaupt möglich? Die Welt hat sich weiter gedreht während ich versuchte dieses Buch zu entwickeln. Viele Sachen die ich geschrieben habe, sehe ich mittlerweile wesentlich differenzierter. Die Grundlagen sehe ich aber immer noch so. Es ist erstaunlich, wenn ich Texte aus den Jahren 2002 oder 2003 ansehe, kann ich dem immer noch weitgehend zustimmen, auch wenn die Ausführungen recht spartanisch ausgefallen sind. Insgesamt bin ich weiterhin zuversichtlich, dieses Buch wird mir gefallen, auch wenn es ein echtes Megaprojekt ist und es ziemlich anstrengend ist. Das regelmäßige Schreiben auf dieser Webseite hat mir gut getan, ich kann in der vergangenen Erkenntnissen blättern und Brücken zur Gegenwart bauen. Daher wird diese Webseite noch lange weiter bestehen, egal wie populär sie ist. Es war ohnehin nie der Anspruch tausende Besucher täglich zu haben. Die Menge der Gefolgschaft sagt nichts über die Qualität aus. Und folgen soll mir ohnehin niemand.
Hunderte Menschen entladen ihre Emotionen im Internet, über eine Person die sie persönlich nie getroffen haben. Sie beschimpfen sie ungehalten:
“Was ein blöde Tussi.. der gehört mal ordentlich eine verpasst damit sie wieder gerade läuft…”
“was für ne fotze”
“blei für die alte!!”
“lena is ne dumme verwöhnte schlampe”
“Das allerletzte .Wie dumm und respektlos ist das denn ? Das soll ein Vorbild sein ? Eine Schande . So ein Verhalten …Wenigstens hat sie mit der Nummer ihr Ansehen verloren . Armes Deutschland ,sowas auftreten zu lassen !”
Gleichgültig wie dieser alberne Contest ausgehen wird, kann man am Beispiel von Lena ganz gut erkennen welche Industrie hinter der Musik steckt und welche Folgen das für Konsumenten und Künstler haben kann. Von Anfang an war Raab, die Fernsehanstalten ARD und ProSieben darauf aus möglichst viel Profit aus dem Erfolg ihres jungen und unerfahrenen Künstlers zu schlagen. Letztlich wurde ihre Persönlichkeit und Leichtigkeit vollständig von Kapitalinteressen aufgesaugt. Als sie gewann, kündigte Raab innerhalb kürzester Zeit die diesjährige Teilnahme an und hatte damit vor allem die eigenen Interessen im Blick, möglichst groß Kasse zu machen und größtmöglich in der Geschichte dieses Wettbewerbs zu stehen. Sein persönliches Verhältnis zu diesem Wettbewerb, welcher angeblich mehr als 125 Mio. Menschen erreicht, ist allgemein bekannt.
Die Liebe zur Musik bleibt auf der Strecke, wird völlig von den materialistischen Interessen verdrängt. Der Contest kostet die ARD 12 Millionen EUR. Viele Menschen wollen verdienen und Lena gilt als wichtige Schlüsselfigur nach ihrem unerwarteten Sieg im letzten Jahr. Würde Lena wieder siegen, müsste die ARD wieder mindestens 12 Millionen EUR ausgeben um den Contest zu veranstalten und keiner von den Verantwortlichen traut Lena zu, die Nation erneut in Euphorie zu bringen, wie es letztes Jahr war und entsprechende Profite zu erwirtschaften. Sie ist tatsächlich ziemlich verheizt worden und das wird nun immer mehr Menschen klar, indem sie die ständigen Wiederholungen in den öffentlichen Auftritten von Lena erkennen. Dank der Überdosis Lena schlägt die Euphorie der Leute in blanken Hass um.
Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab
Lena ist nach ihrem Sieg kaum zur Ruhe gekommen, hetzte von Termin zu Termin, von Interview zu Interview, so wie man das gewöhnlich von bekannteren Künstlern kennt. Eine großartige Reflektion über das was mit ihr passiert, was sie eigentlich will, wird sie kaum geschafft haben und so haben das Typen wie Raab für sie übernommen. Stets waren alle Augen auf sie gerichtet und sie musste so sein wie man es von ihr gewohnt war, lustig, frisch und natürlich. Aber nach hunderten von Interviews, Terminen und Drehtagen, merkt man ihr heute an, das sie an die Wand gedrückt ist. Sie ist Teil einer Maschinerie, sie ist ein Produkt von Konzernen die sie auspressen wollen, so wie sie jeden Angestellten auspressen wollen um maximale Profite zu machen. Die Medien haben tausendfach über Lena berichtet, haben jede Regung seziert. So auch im obigen Interview mit Frank Elstner. Elstner war schlecht vorbereitet, wußte nicht wie der Contest hies, behauptete Lena sei allein auf der Bühne, sprach in der Vergangenheit von einem Fußballstadion, welches auch in Zukunft eines sein wird und zwang Lena förmlich dazu Leuten dafür zu danken das sie einfach nur ihren Job machen.
Für die Medien und überbezahlten Typen wie Schmidt, welcher schon seit langem ein absolutes Schattendasein führt, schon alleine weil er erst mit Pocher zusammenarbeitet und ihn hinterher öffentlich zusammentritt, ist das natürlich ein gefundenes Fressen um ihre Sendungen vollzukriegen. Alle geiern nach Quote, Anerkennung und Aufmerksamkeit, ihnen ist jedes Mittel recht, auch wenn das auf Kosten einer jungen Frau geht. Erst wird sie hochgejubelt, nun wird sie fallengelassen und offen beschimpft. Man muss sich schon sehr wundern. Plötzlich soll sie arrogant und abgehoben sein, wo sie doch vorher als natürlich und bodenständig galt. Einiges wird außer acht gelassen. Sie hatte nämlich in ihren Bemerkungen gegenüber Elstner völlig recht. Die ganze Aufregung im Internet und der Spott von Harald Schmidt zeigen wie gelangweilt und kaputt dieses Land ist. Anstatt sich mal um Themen zu kümmern die von tatsächlich bedeutsamer Relevanz sind, trampelt man auf dieser jungen Frau herum, die einfach nur Musik machen will und das zufällig nunmal beim ESC macht.
Die Bundeswehr ermordet in Afghanistan und überall in der Welt Zivilisten und repräsentiert eine repressive Außenpolitik unserer Bundesregierung, worüber sich kaum einer so sehr aufregt, wie über Lenas Kontras gegen Elstner. Die Steuergelder die wir für Krieg und Mord verheizen spielen keine Rolle mehr, wenn Lena den Wohlfühlpatriotismus nicht mehr adäquat ausfüllt. Jetzt reicht es den Leuten nicht mehr das sie frech und sexy ist, sie muss auch noch einem Elstner und diversen Journalisten in den Arsch kriechen und noch mehr als im letzten Jahr sich für alles bedanken, dessen Ursprung eigentlich im Hype einer Industrie steckt, die nur auf Kohle aus ist. Wie widerlich ist so eine Industrie eigentlich, die einer Wirtschaft angehört die alles zur Ware macht? Darüber wird nicht gesprochen. Lena ist das Problem. Lena muss weg. Aber nicht die Bundeswehr, nicht der Staat oder der Kapitalismus. Lena macht uns die Freizeit kaputt, unseren Stolz auf eine Nation die überall Nummer Eins sein will, egal ob im Fußball, in der Musik oder im Welthandel. Es ist eine beängstigende Reaktion der Massen, die man im Internet besonders gut beobachten kann. Mit welchem Hass sie auf eine völlig unschuldige Lena reagieren, die nichts weiter tat als ihren Neigungen und Vorstellungen zu entsprechen. Zu was ist unsere Nation eigentlich fähig, wenn solche Kleinigkeiten, derartige Ausbrüche hervorrufen können?
Eigentlich müsste Lena davonlaufen und alles hinschmeißen und lauthals protestieren gegen dieses enge Korsett der Profitmaximierung. Stattdessen hält sie still und gibt seltsam brav Interviews. Sie sollte wesentlich offener ihre eigentliche Haltung präsentieren. Ich bin sicher das sie nichts mit dieser Industrie zutun haben will, denn ihre Liebe zur Musik, wird genauso wie die Liebe aller Menschen zur Musik oder bestimmen Künstlern instrumentalisiert. Die Charts werden anhand von Verkaufszahlen ermittelt, alles andere zählt erstmal nicht. Ob Bushido oder Sido jemals einen konstruktiven Wert oder kulturellen Mehrwert für diese Gesellschaft bilden interessiert die Plattenlabels genauso wenig wie es die ARD oder ProSieben interessiert. Es muss sich verkaufen, das ist alles. Sie wird froh sein wenn sie heute verliert und der Rummel endlich aufhört. Und wir werden es auch sein, denn dann stürzen sich die Medien, Konzerne und geldgierigen Bastarde auf neue naive Opfer. Die nächste Generation von Menschen wartet schon darauf aufgesaugt und ausgekotzt zu werden.
Man kann nicht sagen die Parteien und Konzerne seien allein verantwortlich, für die Katastrophen in Form von Hunger, Lohnabhängigkeit, Umweltzerstörung, Artensterben und so weiter. Wir alle als Individuen sind verantwortlich. Wir legitimieren Parteien mit unserer Wählerstimme, wir unterstützen Konzerne mit unserer Arbeitskraft und unserer Lebenszeit. Seit Jahrzehnten wird akzeptiert das die Zerstörung weitergeht. Auch jene die sich engagieren, ob in Parteien oder NGOs, haben die Rolle dieser Organisationen im System nicht begriffen. Keine Partei oder NGO kann den Kapitalismus stürzen, genausowenig wie die Steinewerfer und Bombenzünder. Wie kann man das auch glauben? Den Großteil des Tages verbringt man damit als Lohnabhängiger zu funktionieren, treibt also den Hungernden und sich selbst Messer in den Körper und ein paar Stunden in der Woche versucht man daraufhin mit Medikamenten diese Taten ungeschehen zu machen. So ist das Gewissen beruhigt, aber das sind letztlich nur Tropfen auf dem heißen Stein, ähnlich wie Spenden, die gewöhnlicherweise besonders zu Weihnachten populär sind, als ob es den Rest des Jahres kein Elend gäbe. Es ist nicht mehr als Soforthilfe, die die Ursachen der Probleme nicht beheben wird, ergo Sisyphusarbeit.
Es reicht nicht, sich lediglich beiläufig zu engagieren, man kann nicht beiläufig die Probleme der Menschheit anpacken oder begreifen. Es ist wie in jeder Sache, will man etwas lernen, muss man sich voll konzentrieren, will man etwas bewegen, muss man sich voll reinhängen. Ich kann auf keiner Ebene und in keiner Facette der Gesellschaft, so eine Haltung erkennen. Man verliert sich in Grabenkämpfe, spottet, höhnt und zelebriert sich als Aktivist, wie ein Fan eines Fußballclubs seine Gruppe oder seine Gedankenwelt und das obwohl von vorneherein klar ist, wie wenig daraus konstruktiv entstehen wird. Ja, es ist anstrengend seine ohnehin schon geringe Freizeit für die Lektüre von Theorie oder gewerkschaftliche Seminare einzusetzen. Es gibt aber keine Alternative. Wer tatsächlich leben will, wer wirklich das Leben feiern will, der muss nunmal erst die Arbeit erledigen, die hierfür die Grundlagen liefert. Wie kann man denn feiern gehen, während ringsherum Menschen verhungern, im Müll nach Essbaren suchen, auf der Straße leben und hinnehmen, das weder Parteien noch Konzerne seit Jahrzehnten keine Lösungen für diese Probleme finden? Wie kann man als Individuum so etwas zulassen?
Es darf sich nicht darauf verlassen werden, das die innere Ablehnung oder die geringen Stunden für andere Menschen ausreichen. Warum wohl sind Jugendliche heutzutage nicht erst seit Nirvana als Generation X bekannt, die keinerlei Begriff mehr davon hat, was sie empfindet, die auch keinerlei Träume oder Visionen verfolgen. Alles wartet darauf unerfüllt und unverstanden zu sterben. Seither hat sich nichts verändert, die Situation hat sich weiterhin zementiert und verschlimmert. Es mag Menschen geben die davon nie gehört haben, denen es nach eigenen Bekunden gut geht, die in einem wohlbehüteten Viertel mit entsprechend einfühlsamen, herzlichen und materiell unabhängigen Menschen groß geworden sind. Aber ich denke das ist eine absolute Minderheit, sowie der westliche “Reichtum” eine Minderheit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bildet. Wir mit unseren Autos, mit unserer Großindustrie, mit unserer überflüssigen Verschwendung, die die Orientierungs- und Bewusstlosigkeit, die innere Leere und Verzweiflung beruhigen und verdecken soll, stecken tief drin im Mantra der falschen Versprechen von illusorischen Ideologien. Keiner glaubt das die Wahlen etwas positives bewirken, keiner glaubt die Konzerne bewirken etwas positives, und trotzdem ist immer noch genug Irrglaube da, um Jahr für Jahr, Tag für Tag exakt diesen Luftschlössern nachzujagen.
Offensichtlich muss die entfremdete Menge von Menschen in der Mehrheit sein, sonst hätte sie längst ihre Ketten gesprengt die sie davon abhalten ihr Leben tatsächlich zu entfalten. Kein Arbeitstag wäre länger als 4 Stunden und kein Mensch müsste mehr Hungern oder durch die Gewalt der Staaten und Konzerne sterben. Aber es ist uns zu anstrengend, zumindest der Mehrheit. Es lebt sich leichter, gewisse Illusionen aufrecht zu erhalten, gewisse Lügen ewig zu glauben, damit das Gewissen und die Sehnsucht nicht so sehr schmerzt. Man müsste ja wirklich etwas riskieren, man müsste tatsächlich seinen Job, seine Wohnung, seine Familie und Freunde aufs Spiel setzen, wollte man nicht mehr bequem funktionieren und in Sicherheit als Herdentier mitlaufen. Es kann keiner mehr hören, diese schmerzlichen Fakten. Tausende Hungertote täglich, tausende Tiere werden geschlachtet, tausende Quadratkilometer verseucht, vermüllt und vernichtet, Millionen haben kein sauberes Trinkwasser, Zugang zu Medikamenten oder Bildung. Man rattert das herunter und sagt: Es war schon immer so, warum sollte es sich ändern? Wir können nichts tun, wir sind nur einzelne arme Menschen, wir sind der kleine Mann, der nicht gegen die großen Konzerne und Staaten ankommt. Man kennt diese Phrasen die sich über Jahre als gewöhnliche Ablehnung sich selbst zu engagieren installiert haben.
Dabei haben wir bereits Grundlagen die wir nutzen können um uns zu befreien. Bürgerentscheide müssen ausgebaut werden, es braucht mehr Direkte Demokratie. Es braucht mehr Konzerne die ohne Chef und Profitmaximierung funktionieren, wie sie es in Frankreich bereits gibt. Es braucht mehr Menschen die klipp und klar sagen was in ihnen vorgeht. Es gibt viel zu entdecken und zu schaffen, sofern man den Mut hat die Freiheit, die uns allen gegeben ist, wahrzunehmen und einzusetzen. Wir sollten uns ein Beispiel an Nordafrika nehmen und unsere Demokratie und unser wirtschaftliches System verbessern. Parteien und Konzerne wandeln sich oder zerfallen je nach unserer persönlichen Einstellung und Vorstellung. Es muss nicht alles eine Ware sein, weder der Mensch, noch das Tier, noch die Umwelt. Wir müssen uns klar machen das es so nicht mehr weitergeht und entsprechend streiken, Alternativen erdenken die man daraufhin ausprobieren kann. Es ist legitim Häuser zu besetzen, wenn die Mieten und die Anzahl der leerstehenden Gebäude steigt. Arbeitslose sollten sich organisieren und mehr Arbeitslose fordern. Das Ziel einer Gesellschaft sollte nicht mehr Arbeit sondern mehr Freizeit sein. Es braucht mehr freie Zeit für die Dinge im Leben, die jenseits der Produktion irgendwelcher Güter funktioniert. Würde der Kapitalismus gestürzt, würden auch genug Hände für Nützlicheres frei. Ich kann für genaueres Horst Stowasser empfehlen. Wir sollten alle mehr Zeit für Kunst, Kultur, Liebe, unseren Nächsten und Hobbys haben. Es ist ein Hundeleben dem Profit hinterher zu rennen und gegen Menschen zu konkurrieren, mit denen man eigentlich ordentlich einen saufen gehen sollte.
Wir sind seit unserer Geburt daran gewöhnt zu hören wie die Menschheit am Abgrund steht. Menschen verhungern, Kraftwerke und Industriegebiete vergiften und verstrahlen den Planeten, Verkehrsunfälle, Suizide, Morde, Vergewaltigungen, Korruption, Lug und Trug scheinen zu unserem Naturell zu gehören. Wir scheinen die Zerstörung zu brauchen, wir atmen die Abgase der Industrie, der Verkehrsströme ein und stossen sie mit einem Giftcocktail der Zigarette wieder aus. Wir sind umgeben von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Gefahren. Teilweise hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaften vor so mancher Gefahr gerettet. Wir konnten die Pest, die Pocken, Aids und viele andere Krankheiten entweder fast ausrotten oder zumindest in Schach halten. Auch Krebs kann bei rechtzeitiger Entdeckung wirksam bekämpft werden. Wir können mit Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen weite Strecken überwinden, können mithilfe des Internets jederzeit in Echtzeit miteinander kommunizieren, wir scheinen zusammenzurücken und uns unserer Fehler und Probleme stärker als jemals zuvor ausgesetzt zu sein. Andererseits hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaft neue gefährliche Entwicklungen gebracht.
Tausende Waffentechnologien und keine Perspektive
Wir werfen hochmoderne Bomben aufeinander und haben innerhalb von Sekunden Bilder von zerfetzten Leichen und trauernden Menschen. Wir können zum Abendessen, nach der Arbeit, sehen wie andere Menschen sich den Krieg erklären, wir können sehen wer verliert und wer gewinnt, was die Staatengemeinschaft davon hält und wie sich alles im Kreis zu drehen scheint. Wir könnten theoretisch alles auf unseren 3D Fernsehern sehen. Mittlerweile werden jedenfalls Informationen und Bilder verstärkt zur Manipulation und Kontrolle der Massen eingesetzt. Vietnam war der letzte Krieg der ungefiltert betrachtet werden konnte. Was hört man schon von Afghanistan oder dem Irak? Ab und zu werden Tote, Aufstände, Attentate gemeldet, aber die tatsächlichen Zustände bleiben seltsam unbekannt und fremd. Was bewegt denn die Einheimischen und Soldaten? Wie sind die Perspektiven? Was will man denn wirklich verändern, um das morden zu beenden und eine Zukunft für diese Menschen zu ermöglichen? Es gibt keine Antworten. Es herrscht Schweigen, welches das Morden legitimiert. Man hat sich damit abgefunden. Es wird kaum diskutiert, mit viel größerer Begeisterung werden Waffen produziert.
Soldaten sind Mörder in unserem Interesse
Die Soldaten morden im Auftrag der Regierung und die Regierung hat vorallem die Rohstoffe und die internationalen Beziehungen im Blick. Gleichzeitig wird der Bevölkerung erzählt, wie tapfer sich unsere Soldaten für unsere Interessen opfern. Man redet uns seit Jahrzehnten ein was für Interessen wir haben sollen, für ebenwelche unsere Soldaten morden. Wohlstand, Arbeitsplätze und Sicherheit kosten Menschenleben. Es wäre besser wenn wir lieber alle arm, arbeitslos und schutzlos sein wollten, als einen Krieg zu unseren Gunsten zu akzeptieren. Aber dazu fehlt uns der Mut. Es fehlt auch der Wille sich anzusehen was auf diesem Planeten abgeht. Dieses fehlen von Empathie und Engagement ist das Ergebnis jahrzehntelanger Unterdrückung und Ausbeutung. Dies ist Ausdruck von Entfremdung und Bewusstlosigkeit. Wir sind wie Kinder, die von ihren Eltern geschlagen wurden und nun selbst schlagend durch die Welt laufen. Wir sind blind für die Bedürfnisse anderer Menschen und je blinder wir sind, desto heftiger schlagen wir zu. Die Regierungen bekräftigen uns darin, denn es stärkt die eigene Nation in ihren ökonomischen und politischen Interessen, während es andere Nationen und damit Millionen andere Menschen schwächt. Diese Schuld lähmt uns und je länger wir Regierungen und Konzerne gewähren lassen, desto schlimmer wird es. Wie sehen denn unsere Interessen aus? Brauchen wir wirklich jeden Monat neue Autos, Handys, Computer, schlicht Produkte? Müssen wir denn jeden Tag das Rad neuerfinden? Es ist doch eine horrende Verschwendung von Rohstoffen, Lebenszeit und Kraft Dinge zu produzieren die unser Leben entweder kaum oder gar nicht verbessern. Wer kann bestätigen das ein paar PS mehr im Wagen tatsächlich das Lebensglück erhöhen? Vielleicht kurzfristig bis es zu einem Crash mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kommt oder ein Rendezvous mit einem Baum passiert. Ist es nicht langsam Zeit ein wenig mehr Bescheidenheit zu leben um auch anderen Menschen ein würdevolleres Leben zu ermöglichen?
Es gibt seit tausenden von Jahren Krieg, Elend und Zerstörung, warum sollte sich das in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten ändern? Wir leben die Zerstörung und die Vergewaltigung des Planeten, mit all seinen Facetten und Lebewesen. Wir finanzieren als Steuerzahler die in aller Welt mordende Bundeswehr, so wie fast alle Menschen ihre Militärs unterstützen. Keiner kann das als eine gerechte Sache deklarieren. Mord bleibt Mord. Gewalt muss erneute Gewalt auslösen. Jeder kennt diese Weisheit, aber es führt zu keinerlei Konsequenzen. Es gibt keine konsequente Forderung danach, für Krieg keine finanziellen Mittel mehr beizusteuern. Man sieht nicht einmal mehr den ökonomischen Nutzen, der sich daraus speisen würde. Statt Geld in Waffen und Befehlsgewalt zu investieren, könnte man das Geld in Schulen oder Pflegeheime einsetzen, dort wo es tatsächlich Menschen hilft. Es liegt aber nicht in unserem Interesse, sagt die Regierung. Wer schützt uns denn dann vor anderen Nationen? Wir misstrauen unseren staatlichen Nachbarn, wie wir als Individuen gegenüber den eigenen Nachbarn, entweder Misstrauen oder Desinteresse praktizieren. Der sogenannte pädophile Maskenmörder und Vergewaltiger, der über Jahrzehnte Kinder in seiner Wohnung einlud, konnte vergewaltigen und morden, weil bspw. die Vermieterin sich damit begnügte, pünktlich ihre Miete zu erhalten. Alles andere war ihr “egal”, wie sie in zahlreichen Interviews betonte. So wie die halbe Nachbarschaft von dessen Neigungen wusste, so gleichgültig war es ihr auch, welches Leid sich daraus speisen musste. Sie hatten alle wohl besseres zu tun, zum Beispiel: Geld verdienen. Vor lauter ökonomischer Hetzjagd nach Anerkennung und Lohn im Job, verlieren die Leute die eigentlichen Werte völlig, falls sie sie jemals hatten.
Welche Werte steuern unser Leben und unsere Gesellschaft?
Dieses Desinteresse gegenüber anderen Mitmenschen, gegenüber anderen Nationen und Kulturen ist die eigentliche Gefahr. Daraus kommt das Misstrauen und z.b. die Unterstellung, der Islam sei eine gefährliche faschistische Ideologie, die jeden Ungläubigen brennen sehen will. Es gibt mittlerweile europaweit einen richtigen Trend hin zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, so etwas kommt nicht spontan oder von ungefähr. Die Angst der Leute ihre vertraute Welt könnte zusammenbrechen, nur weil andere Menschen mit anderen Vorstellungen zuwandern, ist ein deutliches Signal für deren geringes Selbstbewusstsein gegenüber ihrer eigenen Kultur, ihren Werten und ist darüberhinaus ein Attribut für die fehlende Weisheit ihrer Ansichten. Anstatt sich zu fragen, warum man gegen Moslems ist, nur weil es unter ihnen, wie in allen Denkrichtungen, Extremisten gibt, werden hunderte Millionen Menschen von vorneherein verteufelt und entmenschlicht. Sie werden wie die Juden damals auf Ratten und instinktgesteuerte Bestien reduziert. Dabei besteht in jeder Ideologie dasselbe Problem wie im Islam. Die Demokratie ist eine heilige Kuh, wer daran rüttelt ist ein Extremist. Beim Kapitalismus genauso, wer daran rüttelt ist ein Fanatiker, ein Träumer, Chaot, Kommunist, was auch immer, in jedem Fall Jemand, dem man misstrauen und bekämpfen muss, da er die vertraute Ordnung gefährdet und entsprechend einen Hinterfragungs- und Zersetzungsprozess der eigenen Ideologie und Vorstellungen antreibt. Es gibt überall diese knallharte Distanzierung von Andersdenkenden, überall bietet sich ein potentielles Konzentrationslager für Querdenker und Leute, die nicht so funktionieren wollen und können, wie es eben gerade im Zeitgeist und innerhalb der Nation/Glaubensgemeinschaft Vorschrift ist. Genau das erleben wir doch auch mitten in Deutschland, wie weltweit. Millionen Menschen sind arbeitslos, können nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oder nur sehr eingeschränkt. Sie werden nicht gebraucht, sind quasi menschlicher Abfall, der der arbeitenden Bevölkerung lediglich als asozialer Parasit negativ auffällt. Das ein ranghoher Politker namens Westerwelle ungestraft die Verlierer und Ausgestoßenen dieser Gesellschaft als dekadent beschimpfen darf, obwohl er selbst ja die Dekadenz und der Parasit in Persona ist, und sie damit zu Freiwild erklärt, ist ein deutliches Zeichen für die dramatisch grassierende Bewusstlosigkeit und Ahnungslosigkeit der Bevölkerung.
Offensichtlich hat die westliche Welt keine ehrvollen Werte, denn seit Jahrzehnten wächst der Einfluss des Geldes, des Kapitals, der Gesetze des Marktes, die überhaupt nichts mit dem Wesen des Menschen und dessen Bedürfnisse gemein haben. Das was am ehesten noch zählt, sind die Interessen der Kapteileigentümer, was natürlich zum Nachteil der Lohnabhängigen sind, sie brauchen Geld um überleben zu können. Lohnabhängige und Kapitalisten stehen sich unversöhnlich gegenüber, solange der Kapitalismus nicht überwunden ist. Diese Wahrheit muss als Gewissheit in den Köpfen wachsen. Alles was wir mal als Anspruch hatten, wie z.b. die Nächstenliebe, trotz Kreuzzüge und Pädophilie im Christentum, schwindet aufgrund des tagtäglichen Konkurrenzdenkens und -lebens der arbeitenden, lohnabhängigen Massen. Niemand hat mehr Zeit für andere, geschweige denn für sich selbst, denn der Konkurrenzkampf wird immer heftiger, die Arbeit am Arbeitsplatz immer intensiver, jede Minute im Job muss maximal ausgeschöpft werden, sonst ist sie für den Arbeitgeber, für den Konzern, für den Kapitaleigentümer eine verlorene Minute. Und je mehr ausgebeutet wird, je intensiver rationalisiert wird, desto schlimmer wird es in der Zukunft werden. Wir versuchen uns daran genauso zu gewöhnen, wie wir uns an die Hungernden, Vergewaltigten und Unterdrückten gewöhnt haben, zu denen wir teilweise selbst gehören. Wir versuchen unser Los zu akzeptieren. Wir sind nunmal geboren um ausgebeutet zu werden und ab und zu mal zu wählen, wer uns ausbeuten darf und wer bestimmen darf, inwieweit das geschehen soll und geschehen darf. Kapitalisten und Regierungen arbeiten grundsätzlich Hand in Hand. Selbst wenn die Linke mehr gewählt werden würde, würde sich daran niemals etwas ändern. Diese Partei will wie alle Parteien an die Macht, an die staatliche Macht, an die Macht eines Staates der den Kapitalismus braucht und mit Gesetzen, Justiz und Gewaltmonopol legitimiert und durchsetzt. Der Wille zur Eroberung der politischen Macht, ist ein Glaubensbekenntnis für die Ausbeutung von Milliarden Menschen, für die Unterdrückung der Bedürfnisse und Wünsche der Weltbevölkerung. Im Grunde genommen kann man die Parteien, ähnlich wie Westerwelle und andere Politiker, als personifizierte Bewusstlosigkeit auf den Punkt bringen. Denn sie stossen der Bevölkerung, in Form von Gesetzen, die Säbel in den Leib, obwohl sie es verhindern könnten und eine Infragestellung und Umwälzung vorantreiben könnten. Entweder machen sie das bei vollem Bewusstsein, was man dann wohl nur noch als kriminell bezeichnen muss oder sie sind tatsächlich völlig ahnungslos was sie da eigentlich den ganzen Tag machen. Beides ist eine Katastrophe für die Lohnabhängigen, sie müssen sich endlich gegen diese Funktionäre des Kapitals wehren.
Anstatt sich zu fragen warum täglich tausende Menschen verhungern, stellen wir uns lieber die Frage warum Einwanderer hin und wieder Einheimische zusammenschlagen. Schockiert fragen Journalisten und Politiker: Wohin soll das nur führen? Was machen wir nur mit den Ausländern? Während unzählige Konzerne den Planeten vergiften und Menschen für Profite vergewaltigen, stellen wir uns die Frage: Ob Kate ihren William wirklich liebt und ob sie der großen Verantwortung gerecht werden kann. Ihr Kleid kostet soviel, es könnte hunderte Menschen in Afrika wochenlang ernähren. Aber es interessiert uns nicht. Uns interessiert wie der FC Bayern spielt, ob der Sarrazin aus der SPD fliegt, mit wem Popsternchen XY vögelt, welcher Modetrend gerade in ist, usw. usf. Wir funktionieren so gut als Zombies einer ignoranten, zynischen, kapitalistischen Realität, wir wissen gar nicht das wir als Lohnabhängige ausgebeutet werden, und wenn wir es wissen scheuen wir uns davor die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Wir müssten sofort unsere Konzerne, Staaten und Parlamente zum Teufel jagen und individuell, direkt Verantwortung für unsere Handlungen und Vorstellungen übernehmen. Stattdessen holen wir uns einen darauf herunter, das die Nordafrikaner die “Freiheit” entdeckt hätten und sich nicht länger unterdrücken lassen würden, als ob die parlamentarische Demokratie und der Kapitalismus genau das bedeuten würden. Dabei sind sie nur von einem Käfig in den nächsten gewandert und wir applaudieren in unseren Käfigen.
Mal abgesehen davon, das man sich tagtäglich von den Medien einreden lässt, was man zu denken hat, worüber man sich aufzuregen hat, lässt man sich von der Politik und den Konzernen tagtäglich einreden sie wären nur für die Wähler und die Lohnabhängigen da, dabei ist es genau umgekehrt. Wir werden manipuliert und ausgeraubt von der Politik und den Konzernen. Man jammert über den Niedriglohnsektor und sagt, das ist Ausbeutung, das ist gegen die Menschenwürde, dabei wird in diesem Bereich bloß die kapitalistische Grundordnung konsequent ausgelebt. Wenn in Bangladesh Näherinnen für ein paar Dollar am Tag oder in der Woche für C&A, H&M, Kik und auch Edeldesigner ackern, damit wir was schickes für unsere oberflächliche Individualität zum austragen haben, dann ist das nichts anderes als konsequent gelebte Betriebswirtschaft. Je stärker, heftiger und gnadenloser man die Lohnabhängigen ausbeutet bzw. ausquetscht desto besser ist das für den Staat und die Konzerne. Natürlich muss man darauf achten die Leute nicht tot zu quetschen, hierfür ist der Staat da. Und worüber redet man in den Medien, in der Politik und in den Konzernen? Über faule Arbeitslose, mangelnde Fachkräfte, schlägernde Jugendliche und Deutsche in der Minderheit, alles Themen die auch wichtig sind, aber die die eigentlichen Probleme dieser Gesellschaft ausblenden und verschleiern. Nicht selten sind diese Themen nur Symptome für die eigentlichen Probleme.
Unser größtes Problem ist der Kapitalismus und der Parlamentarismus, weil die Menschen unmöglich darin tun können was sie eigentlich wollen und weil sie dazu gezwungen werden einer primitiven Logik zu folgen, die in letzter Konsequenz den Planeten zu einem menschenfeindlichen Ort machen wird und bloß einer Minderheit erlaubt so zu leben, wie sie es für richtig hält. Der Kapitalismus zwingt uns alle, egal ob Arbeitsloser, Ausländer, Zeitarbeiter, unbefristeter Angestellter beim Staat oder in der Wirtschaft, Rentner, Kinder, Polizisten, unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse gegeneinander auszuspielen. Wir müssen egoistische Arschlöcher sein, um etwas für uns und unsere Liebsten zu fressen zu haben. Wir müssen dafür sorgen das jemand anderes an unserer Stelle verliert. Im Kapitalismus muss immer irgendjemand verlieren, damit ein anderer gewinnen kann. Und je höher man steigen will, desto mehr Menschen müssen verlieren. Wenn man sich anschaut wie riesig die Vermögen der Reichen sind, und die Armut der Massen entgegenhält, wird es einem schlagartig klar. Man kann unmöglich durch eigene geistige oder körperliche Arbeit Milliarden verdienen, das wird nur durch massenhaften Betrug und Ausbeutung möglich. Das was für Privatpersonen gilt, gilt für Konzerne ebenso. Die Konzernvermögen wachsen und die Löhne stagnieren. 90 Prozent von uns haben keine Chance jemals der Lohnabhängigkeit zu entrinnen. Wir werden immer der Willkür der Konzerne und Staaten ausgesetzt sein. Wir werden immer in Angst, Unsicherheit und Entfremdung verharren müssen bis uns der Tod endlich von dieser Entmündigung erlöst. Vorausgesetzt natürlich, wir wehren uns nicht.
Arbeit ist scheiße und daran wird sich niemals etwas ändern, weil so wie die Arbeit organisiert ist, kann sie niemals unseren Bedürfnissen und Interessen dienen. Wir dienen als Lohnabhängige zuerst dem Kapital und den Interessen der Kapitaleigentümer. Das sind alles keine großartigen Neuigkeiten, aber trotz all der tagtäglichen Katastrophen, scheint es kaum einen von uns wirklich dazu zu veranlassen handfest dagegen vorzugehen. Stattdessen wird weitergemacht wie bisher, man folgt dem Klatsch und Tratsch, geht wählen, geht arbeiten, gebährt sogar Kinder in diese Maschinerie hinein, als ob man Zeit für sie hätte, als ob man ihnen eine lebenswerte Welt bieten könnte. Es ist doch absoluter Wahnsinn angesichts der unzähligen Taten gegen die Menschenwürde untätig zu bleiben und sogar alles dafür zutun, damit es noch schlimmer wird, indem man den Gesetzen des Marktes und des Staates folgt. Es kann doch kein “Weiter so” geben, wie die Parteien immer so phrasenhaft daher schwafeln. Und doch geht es genauso weiter. Weil letztlich immer die Isolation vorgezogen wird. Man entscheidet sich immer für das Geld, für die Karriere im Krebsgeschwür, weil es leichter ist. Denn fängt man erstmal an die Probleme tatsächlich nicht als Problem der Politiker oder der Konzerne zu sehen, sondern als persönliches Problem, als Problem der eigenen Nachkommen, muss man alles in Frage stellen und eigene Fehler eingestehen, sein Leben umkrempeln und von Zeit zu Zeit radikaler gegen die Verbrechen vorgehen. Und weil die meisten von uns genau das wissen, überlassen wir es lieber den Anderen und beschimpfen sie hinterher als unfähig, korrupt und so weiter, was ja auch zutreffen mag, aber eben durch unser Handeln und unsere Vorstellungen unterstützt und überhaupt erst möglich wird.
Anstatt sich hinzusetzen, sich zu informieren und sich zu organisieren, macht man sich lieber etwas vor und nährt damit alle nur erdenklichen Katastrophen. Tagtäglich wird millionenfache unterlassene Hilfeleistung praktiziert, weil der Irrglaube vorherrscht, man könne sich nicht ändern und man könne das System nicht ändern. Wir geben die Kontrolle über das Leben ab, indem wir als Lohnarbeiter und Wähler funktionieren, wir machen uns zu Opfern und Tätern, indem wir unsere Zeit und Kraft für die Profite opfern und unsere Stimme zur Legitimierung der Gesetze, die die Art und Weise der Ausbeutung und Unterdrückung festlegen, abgeben. Natürlich ist es nicht nur Ignoranz und Apathie. Wir sind auch gebunden an unsere Jobs, die wie Ketten an uns hängen und jeden moralischen Fortschritt in der Menschheit verhindern. Wir empfinden große Abhängigkeit gegenüber dem Zwang Geld verdienen zu müssen, denn es wurde seit Jahrhunderten kaum anders praktiziert. Alles ist die Sekte. Die Schule, die Familie, die Nachbarschaft, die Medien, Konzerne und Staaten. Alle redeten sie uns ein, es sei gut sich unterzuordnen und zu funktionieren. Alles nur um einem Zweck zu dienen: Profitmaximierung. Wir arbeiten so hart, wir dienen so hart diesem Zweck, wir haben kaum Zeit über etwas anderes nachzudenken. Die Leere und Verzweiflung wächst. Jahrzehntelang hat man sich mit Medien, Party und Hobbys ablenken können. Man hat sich bis zu einem gewissen Grad etwas vormachen können. Die Frage ist: Wie lange noch? Wann werden die üblichen Unruhen und Katastrophen außer Kontrolle geraten? Vielleicht sind Fukushima und Gaddafi Vorboten einer Menschheit die sich heftiger als jemals zuvor selbst zerfleischen wird.
Auch dieser Text wird bestenfalls zu fruchtlosen Debatten und billigen Anschuldigungen führen, denn keiner will tatsächlich etwas verändern. Wir ereifern uns lieber in Grabenkämpfen und kleinlichen Streitereien, anstatt uns auf die wesentlichen Probleme der Menschheit zu konzentrieren. Wir sind satt und müde. Wir sind froh nicht hungern zu müssen. Es genügt uns die Universität besuchen zu dürfen und als Lohnabhängiger zu funktionieren. Es ist okay betrogen, unterdrückt und ausgebeutet zu werden, wenn für uns genug dabei abspringt. Wir sind fette Sklaven, die dank der Produktivitätssteigerungen noch fetter werden. Und wir werden anderen Sklaven jedes Gramm Zucker, jeden Kinofilm und jeden sorgenlosen Nachmittag am sonnigen See verweigern, weil wir wissen, das unser Wohlstand nur ein Wohlstand auf Zeit ist. Bald haben wir uns in die Steinzeit gefressen, gearbeitet und gekämpft. Man möchte dieser uneinsichtigen, selbstsüchtigen Masse den letzten Tritt geben, welcher sie in den Abgrund fallen lässt. Wir als glattrasierte, nikotinrauchende, blechkübelfahrende Affen haben es wohl nicht anders verdient. Unser Raumschiff brennt und die Sonne explodiert. Wir hatten unsere Zeit. Was mag bloss als nächstes kommen?
Unglaublich! Indymedia, die Rote Hilfe und Blogsport wurden nach jahrelangen Recherchen als Quelle für Informationen und Solidaritätsaktionen enttarnt. Phänomenal diese journalistische Meisterleistung. Dies wird mit Sicherheit die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems verschleiern. Was sind schon zehntausende Hungertote täglich, gegen das Anzünden von überteurten Abgasschleudern?
Irgendjemand muss ja mal Front machen gegen diese “Gewaltorgien” der “linken Chaoten”, die sich “hochprofessionell” gegen staatliche und kapitalistische Repressionen wehren, indem sie ihre Rechte wahrnehmen und verteidigen. Wer ist für diese Hetze denn besser qualifiziert als der Springer Verlag? Man hat doch schon in den 60ern linke Aktivisten in den Wahnsinn getrieben. Und gerade wenn der zottelige Teufel höchstpersönlich, Rudi Dutschke, das Netzwerk Selbsthilfe mitbegründet hat, dann kann es sich doch nur um eine Vereinigung blutrünstiger Attentäter handeln, die nur darauf warten die ganze Nation anzuzünden!
Und wer die Interim verkauft ist sowieso ein irres Monster, denn nur weil die Bundeswehr, im Auftrag der Bundesregierung und auf Kosten des Steuerzahlers, in Afghanistan Zivilisten über den Haufen schiesst, heißt das noch lange nicht das andere Staatsbürger das auch dürfen! Die “ideologischen Phamplete” werden bei der Interim kritisiert und was ist mit den hunderten anderen Zeitschriften die allein der Springer Verlag jeden Tag rauswirft, in denen ein System hochgejubelt wird welches tagtäglich Menschen knechtet und umbringt?!
„Viele Juristen fühlen sich ideologisch berufen, bei der Roten Hilfe mitzumachen“, sagt Robbin Juhnke, der für die CDU im Ausschuss für Verfassungsschutz sitzt. „Und sie hat viel Geld. Es gehört in manchen Kreisen zum guten Ton, für die Rote Hilfe zu spenden.“ (Zitat aus dem BZ-Artikel)
Wieviele Juristen legitimieren denn mit ihrer Rechtsverdreherei im Bundestag oder in Konzernen die Ausbeutung der Arbeitskraft, die Unterdrückung von Millionen Arbeitslosen, die Kinder- und Altersarmut usw.?! Wieviele von denen erhalten Unsummen um ihren Verstand und ihr Gewissen zu verdrängen? Nicht ohne Grund sind die meisten Politiker Anwälte, damit sie sich schön aus der Verantwortung herauswinden können. Und das ausgerechnet ein CDU Politiker sich als Hüter der Freiheit aufspielt, ist angesichts der horrenden Spendenskandale dieser Partei, der jahrzehntelangen Legitimierung von bspw. radioaktiver Profitmacherei zuungunsten von Millionen Menschen reichlich verlogen.Man könnte vieles hinzufügen zu solch verblendeten Betrügern.
„Die linke Szene ist so abgeschottet, dass es selbst für Polizei und Justiz schwer ist, die wirklichen Akteure ausfindig zu machen“, sagt Politologe Jesse. (Zitat aus dem BZ-Artikel)
Die Szene ist also abgeschottet? Und was war denn in Heidelberg als ein Spitzel des LKA aufgeflogen ist? Wieviele von diesen Spitzeln gibt es denn noch, die auf Demos oder in irgendwelchen Initiativen den Agent Provocateur mimen? Wie schaut denn die rechtliche Legitimierung solcher Einsätze eigentlich aus? Wieso wird nicht darüber geschrieben? Warum gibt es eigentlich so selten dämliche Politologen wie Jesse? Ist ihm denn nicht klar wo die eigentlichen Verbrecher der Gesellschaft stecken? Wie hoch war denn sein Honorar für so einen Unsinn? Fragen über Fragen, die wohl unbeantwortet bleiben.
Es ist nicht verboten, was die „Selbsthilfe“, der „Ermittlungsausschuss“ oder andere Gruppen tun. Dass sie aber wissentlich Leuten helfen, die Polizisten ins Krankenhaus befördern, die ohne zu zögern Unbeteiligte gefährden, für die das Eigentum ihrer Mitbürger nichts und die egomanische Verteidigung ihrer eigenen Lebenswelt alles ist – diese Menschenverachtung kann und muss man ihnen vorwerfen. (Zitat aus dem BZ-Artikel)
Das Eigentum bedeutet den Reichen, den Kapitalisten, den Konzernen und Staaten mehr, als die Bedürfnisse von Milliarden anderen Menschen. Da bleiben verzweifelte brutale Aktionen gegen so eine zynische und menschenverachtende Egomanie und Grundordnung nicht aus, ihr dämlichen Schnarchnasen von der BZ! Es ist übrigens auch nicht verboten was Polizisten auf Demonstrationen so treiben und sie werden in der Regel auch dann nicht bestraft wenn es dokumentiert ist:
Demonstranten zünden die Republik an
Alles in allem ein katastrophaler Artikel. Es ist mir schleierhaft wie man als gelernter Journalist so einen Müll abliefern kann, scheint aber bei Springer durchaus willkommen zu sein. Es bringt Auflage Ängste zu schüren indem man Straftäter und in der Szene sowieso als zweifelhaft erachtete Ansichten und Aktionen unendlich aufbläht und dramatisiert. Das hat nichts mit Aufklärung zutun, das ist pure Stimmungsmache um von den eigentlichen Problemen dieser Gesellschaft abzulenken. (via)
Da versauern Millionen von Menschen an ihren Arbeitsplätzen und warten darauf in den Abgrund gezogen zu werden. Weltmeere werden verstrahlt, von Müllinseln beglückt, Tiere und einzigartige Ökosysteme verheddern, versinken und ersticken in der industriellen Pest. Wir unterhalten uns über Politik, Wirtschaft, Sport und diskutieren was richtig ist. Sehen untätig zu wie der Planet ungenießbar wird. Schuld sind grundsätzlich die anderen Menschen. Wir sind nämlich vernünftig. Ständig werden Kinder geboren, geschlagen, missbraucht und das ganze Leben lang abgetrieben. Wenn sie nicht rebellieren sind wir alle verloren, denn Priester sind Pädophile, Politiker und Manager korrupt, es regiert das Ego, der Prügelstock und das Kapital. Der Wahnsinn ist der freundliche, unscheinbare Nachbar von nebenan, wie Du und ich. Das Leben ist eine Seuche geworden. Konzerne manipulieren und missbrauchen Menschen, saugen sie aus, bis sie nichts weiter als Konsumzombies und Automaten sind.
Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn. Tausende Menschen erhalten keine Medikamente, tausende Tiere werden nur geboren um als Bifi, Chicken McNugget oder offenfrische Tiefkühlpizza zu enden. Wir nennen Tierkadaver nicht Tierkadaver, sondern Salami und verniedlichen Massenmord. Wir karren dieses Kadaver tausende Kilometer, verbrauchen liebend gerne jedwede Energie für den genüßlichen Gaumenkick, aber der Hunger der anderen ist uns fremd. Keine Sensation, keine Veränderung, kein Ende. Wir ergötzen uns am Elend des modernen internationalen Holocaust und warten gierig auf neue Katastrophen, über die wir schockiert aber tatenlos protestieren und jammern können. Leichenberge in den Entwicklungsländern und Schlachthäusern dieser Welt, wir profitieren davon und drehen die Popmusik auf, ficken unseren Partner und fühlen uns gut. Wir masturbieren zu Explosionen im Fernsehen und betrachten tausende Verkehrstote als normal, den Islam natürlich als Gefahr, verkaufen tonnenweise Waffen in Krisenregionen und verbieten unseren Kindern nach 18 Uhr draußen zu spielen. Wir sind schizophrene Wärter des globalisierten Konzentrationslagers, wir sind Häftlinge und Tyrannen in einer Person. Wir zünden die Welt an und schreien nach Hilfe.
Die Erde wird geplündert und vermüllt damit wir den neusten Wagen, das modernste Handy, die neuste Erfindung von tausenden Konzernen haben können. Auf allen Kanälen, in Zeitungen, im Radio, Fernsehen und Internet wird geworben, wie toll doch alles ist und wie frei und glücklich wir uns fühlen sollten. Jeder weiß das unser Leben eine Lüge ist. Aber wir gehen gerne zu Ostern, Weihnachten, Geburtstagen und an jeden erdenklichen Tag froh einkaufen um uns davon abzulenken. Wir rauchen Tabak, welcher von armen Kindern und deren Familien angebaut und zu Dumpingpreisen verkauft wurde. Auch der Tabak macht uns krank. Dann trinken wir Alkohol um zu vergessen, was uns schmerzt und was uns hilft, bis wir vom nächsten Arbeitstag vergewaltigt werden. Manchen gefällt die Maschinerie der Zerstörung, sie steigen auf. Werden Chef, bis sie an einem Herzinfarkt sterben oder von ihren Kindern, die mittlerweile Teenager geworden sind, als Rabenväter beschimpft werden. Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn.
Ein Eisbär ist gestorben und manche Menschen vermuten besorgt einen Mord, während all die anderen Tiere in Zoos und Zirkusse aufzeigen müssen, wie beschränkt der Mensch ist. Sie werden begafft und beklatscht, während gierig Tierkadaver in Form von Bockwürsten und Dönern verschlungen werden. Es schmeckt so gut. Es ist Tradition. Wir riechen gerne Benzin. Wir haben Benzin im Blut. Funktionieren wie Maschinen, glauben an Zahlen und verleugnen unsere Gefühle. Wir asphaltieren die Erde mit Beton. Wir ersticken unsere Nachkommen mit Qualm, Dreck und Gewalt. Die Lüge ist zur Wahrheit geworden, unser Heroin ist der Arbeitsplatz, jeder der diese Ordnung stört ist ein Chaot, ein Träumer, ein Spinner, der kein Konzept hat, der unsere Sicherheit und unsere Zukunft aufs Spiel setzen will. Wir lieben unsere Peiniger, die Schreie der Hungernden, den Sound eines Sportwagens, weil wir die Entfremdung leben.
Wir sortieren unsere Klamotten, halten Wohnung und Toilette peinlich genau sauber, aber wir haben kein Problem mit dem atomaren, chemischen Müll auf dem Planeten, kein Problem mit den Hungertoten, den Kinderarbeitern, den Menschenhändlern, den Korrupten in Politik und Wirtschaft. Wir haben kein Problem damit tagtäglich in etwas zu investieren was den Planeten und alles darauf existierende zu vergiften, denn wir definieren uns als eine kranke lebensunwerte Spezies. Jeder der Vorschläge bringt ist ein Feind der systematischen Zerstörung und muss entsprechend bekämpft werden. Wir warten auf das Ende, wir freuen uns auf den Abgrund und bis dahin greifen wir ab was wir kriegen können. Unsere Kinder sind Totgeburten, sie leben weil wir zu ängstlich waren sie abzutreiben. Wer wirft schon aus Liebe, einen Menschen in so eine vermüllte, verstrahlte Welt voller untätiger, uneinsichtiger Menschen. Wohl nur Menschen die selbst untätig und uneinsichtig sind.
Was tun?
Jegliches Engagement gegen diese Zustände war mehrheitlich nichts weiter als blinder Aktionismus, eine Rennerei zu Führern, Vertretern und Betrügern. Die Wahrheit ist doch das kein Mensch, keine Partei, kein Konzern und keine Religion vollständig versteht was auf diesem Planeten passiert und was dagegen zu tun ist. Sie alle geben jedoch stehts vor es zu wissen und verkaufen Lösungskonzepte, die nichts weiter liefern können als neue Probleme. Ich brauche nicht erwähnen wieviele Menschen alleine im Kampf der Religionen um die Deutungshoheit der „Wahrheit“ starben. Also werde ich als Betrachter dieser Zustände nicht denselben Fehler begehen. Der einzige mögliche Weg ist ersteinmal mit diesen Betrügereien aufzuhören. Wir müssen endlich mal kapieren, dass die Demokratie, wie sie heutzutage als Parlamentarismus vorherrscht, eben nicht höchster Ausdruck von Freiheit ist. Die Parteien behindern sich seit Jahrzehnten gegenseitig und verpauschalisieren die Bedürfnisse und Vorstellungen von Millionen von Menschen. Parteien können schon alleine aufgrund der Organisation der Strukturen nicht den Willen der Wähler erfüllen, näheres habe ich schon in früheren Beiträgen formuliert und ist auch unter Demokratiekritikern keine Neuigkeit.
Der Kapitalismus funktioniert nicht, weil er der Profitmaximierung und nicht den Bedürfnissen der Menschen folgt. Insofern ist der Spruch aus dem Volksmund: Geld regiert die Welt, klarer Ausdruck unserer wirtschaftlichen Realität. Ich bin sicher, darüber herrscht in der Bevölkerung Einigkeit. Demzufolge muss nur noch eines erfolgen, eine breite Debatte wie man vergangene Fehler ausräumen und Alternativen aufbauen kann. Da der menschliche Verstand immerzu beschränktes hervorbringen kann, sind auch all seine Theorien über die Welt und die Wirklichkeit beschränkt. Ideologien egal ob aus Politik oder Religion müssen ins Chaos, in Verwüstung und Elend führen, je stärker sie verfolgt werden, denn sie gehen nicht mit der unendlichen Wirklichkeit konform. Man sieht es aktuell mal wieder am aktuellen Wahn, wie ich in den ersten Absätzen formuliert habe. Wenn man sich die Geschichte anschaut sind die Menschen ständig irgendwelchen „plausiblen Lügen“ gefolgt, es wird Zeit erwachsen zu werden und sich loszusagen von irgendwelchen geschlossenen Konzepten und deren Priestern.
Uns alle eint Individualität und verschiedene Grundbedürfnisse. Jeder braucht gesunde, frische Nahrung, ein Dach übern Kopf, Medizin und die Möglichkeit sich nach seinen Vorstellungen und Fähigkeiten auszudrücken. Es ist absolut möglich die Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse der Leute dezentral, ohne Führerkult, ohne Herrschaftscliquen, ohne Gewalt und Betrug zu organisieren. Alles ist eine Frage der Kommunikation und des Willens. Aufgrund der hohen Produktivität und der Massen an Arbeitslosen, gibt es die Chance allen Menschen Lebensmittel, Medizin, Lebensraum und Platz, Sicherheit und Nährboden für sein Leben zu gewährleisten. Man muss sich beispielsweise nur mal ansehen wieviele Tonnen tagtäglich an Lebensmitteln weggeworfen werden! Die heutigen Gemeinden und Kommunen können den Staat als Vorreiter einer Räterepublik übernehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften können die Organisation und Produktionsintensität in den Konzernen bewerkstelligen und regulieren. Größere Entscheidungen über die politische und wirtschaftliche Zukunft können von allen Menschen entschieden werden, ohne Bevormundung irgendwelcher Experten oder Vertreter.
Es wäre sofort Schluss mit den hohlen Phrasen der Politiker und Bosse. Keiner der ernsthaft bei Verstand ist hat ihnen jemals geglaubt. Es wäre Schluss mit dem Hunger in der Welt, der Umweltzerstörung und der Entfremdung der Massen. Weil alle Menschen dazu gebracht werden sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen und nicht stets durch die wirtschaftlichen und politischen Machtzentren in die Passivität gedrängt werden. Es wird Zeit laut über Alternativen nachzudenken. Das Leben ist zu kostbar um länger diesen Wahnsinn mit Verstand und Körper zu unterstützen. Es wird Zeit für branchenübergreifende Streiks und nationenübergreifende Generalstreiks. Es muss eine Wiederbelebung der revolutionären Theorien geben, die jenseits des Bürgertums, des Kapitalismus und der parlamentarischen Demokratie funktionieren. Wir brauchen offene Konzepte, in denen neue Ideen und neugeborene Menschen sich unkompliziert und unbürokratisch einbringen können. Wir brauchen die gesamte Kreativität und Kraft um die Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Es darf keine Tabus oder Denkverbote geben die dem Fortschritt der Menschheit im Wege stehen.
Der Anarchismus ist beispielsweise so ein offenes Konzept. Es gibt keine Herrschaft durch Menschen über andere Menschen, stattdessen hat jeder die Möglichkeit seine Individualität frei auszuleben. Das ist aber kein Paradies für Mörder, denn auch Anarchisten kennen Ethik und Recht, hier muss selbstverständlich eine breite Debatte geführt werden um in der Praxis keine neuen Opfer zu produzieren. Es ist klar, das jeder Mensch der sich ausleben will, Regeln befolgen muss, aber eben Regeln die einen Sinn ergeben und uns allen zugute kommen. Wer glücklich leben will darf die Umwelt nicht vergiften und andere Menschen nicht manipulieren, damit man günstig an ihre Arbeitskraft herankommt. Wir wissen alle das der heutige Rechtsstaat mit allem zu tun, aber sicher nicht mit der Gerechtigkeit. Er ist Erfüllungsgehilfe der Ausbeutung und Unterdrückung. Ein Werkzeug der Manipulation und Kontrolle. Solche Verbrecherinstitutionen haben in einer freien und offenen Gesellschaft überhaupt nichts verloren! Insofern mal wieder der Aufruf sich für den Anarchismus, Sozialismus oder Kommunismus stark zu machen, auch wenn ich mich damit sicherlich erneut für die Staatsdiener interessant mache.
Die Jugendlichen wissen nicht was auf sie zukommt. Sie jubeln mit ihren Freunden in den Clubs, S-Bahnen, Bahnhöfen und Seitengassen darüber, die letzte Woche überlebt zu haben. Ausgelassen und voller Energie toben sie sich mit Alkohol und verbalen wie physischen Tätigkeiten aus. Wir alle waren einmal so. Wir schritten über Grenzen um uns zu testen, um andere zu testen, um zu beeindrucken, um zu schockieren und um ein Zeichen zu setzen. Voller Erwartungen waren wir, wie die Jugendlichen heute, optimistisch das Leben voll auskosten zu können. Ja, man kann von einer Gier nach Leben sprechen, die blind für die Gefahren macht, was für unerfahrene Jugendliche besonders fatal enden kann. Manche von uns sind immer noch so, denn dieses Partyvolk wird nicht nur von Jugendlichen bevölkert, nein, auch von jung gebliebenen Erwachsenen, die immer noch ihren Spaß haben wollen. Es gibt regelrechte Industriegebiete die sich nur zu diesem Zweck gebildet haben. Es ist gilt als cool in Fabriken zu feiern, in Fabriken in denen früher die Arbeitskraft ausgebeutet wurde. Es gilt als cool zu feiern, obwohl tagtäglich tausende Menschen verhungern, tausende keinen Zugang zu Medikamenten oder sauberen Wasser haben, tausende schlicht in Armut verrecken. Und obwohl dieses mörderische Prinzip des Kapitalismus auch für uns gilt, also auch für die feiernden Jugendlichen, wird so getan als hätten wir keine Probleme und somit nichts anderes zu tun, als uns mit Drogen und musikalischen Lärm zu betäuben.
Tausende Menschen verhungern & wir feiern ausgelassen den Feierabend
Nun stellt sich die Frage warum Millionen von Menschen ihre Freizeit damit verbringen, in ihrem Erbrochenen zu liegen, Gehirnzellen mit mit dem Nervengift Alkohol abzutöten, durch stumpfes, dämliches Gelaber und Gegröhle aufzufallen und sich in überfüllten Räumen, zu grellem, flachen Elektroschmodder zu bewegen. Eine Sehnsucht von Freiheit mag sie in das Getümmel treiben, die Lust nach der Grenzenlosigkeit, das Eintauchen in eine Welt, die scheinbar jenseits des Leistungs- und Konkurrenzgedankens funktioniert. Im Rausch muss man keinen Befehlen gehorchen, man folgt dem eigenen Empfinden, ist endlich wieder ein bisschen spontan, atmet frei und kann sich loslösen vom engen, grauen und rauen Alltag. Aber selbst wenn dieser Idealfall eintritt und das tut er mit der Zeit immer weniger, prügeln die Montage die bittere Erkenntnisse in die Köpfe der Partyhungrigen hinein: “Ihr seid nicht frei, ihr dürft nicht spontan sein und ihr dürft schon gar nicht Befehlsverweigerung üben!” Befehlsverweigerung meint Generaltstreik, meint Überwindung des Kapitalismus zugunsten der eigenen Bedürfnisse.
Die Clubs als Konsumtempel der Zerstörung
Die Clubs funktionieren wie jeder kapitalistische Betrieb, sie wollen dazu animieren möglichst viel Geld auszugeben. Man lockt die Mädels mit freiem Eintritt, sodass sie gleich noch ihre Freundinnen bzw. Freunde mitbringen. Jede Frau bringt ungefähr 5 Kerle, sagen sich die Clubbetreiber. Die Verführung der Jugendlichen bzw. der Menschen generell ist alltägliche Praxis. Die Anklage mancher Parteien oder Journalisten hilft da wenig, auch wenn jede Woche Betrunkene andere mit dem Auto überfahren, oder überfahren werden, wenn es zu Alkoholvergiftungen kommt und so weiter. Alkohol ist ein Rohstoff der viel Geld einbringt und ist obendrein gesellschaftlich anerkannt, was wiederum für Gras, Koks und Heroin nicht gilt. Es konnte sich in der Geschichte nie eine Industrie etablieren die vom Staat akzeptiert wurde. Nikotin ist ähnlich wie Alkohol eine enorme wirtschaftliche Kraft, legal und gesellschaftlich anerkannt. Nikotin und Alkohol beruhigen die Massen. Ähnlich wie man mit einer morgendlichen Tasse Kaffee den Tag startet und so besser ertragen und überwinden kann, so existieren Zigarette und Bier als wichtige Motivationshilfen und Ruhigsteller.
Das Partyleben ist Ausdruck von Ausbeutung
Es ist illusorisch zu glauben, ein bisschen Alkohol, Musik und Sex würden das Leben lebenswert machen. Jeder hat es durchgemacht, am Anfang ist es aufregend und dann verliert sich irgendwie die Magie. Warum ist das so? Es muss etwas mit der beruflichen und schulischen Tätigkeit der Individuen zu tun haben, die alles erdrückt und zerstört. Die Sogwirkung der Clubs und Drogen speist sich aus einem Alltag, der nicht befriedigend ist. Man quält sich unermüdlich für einen Platz an der Sonne im Kapitalismus. Da Milliarden Menschen sich um diesen Platz bemühen und dieser Platz sowieso begrenzt ist, verschärft sich der Konkurrenzkampf, je mehr Arbeitnehmer sich in den Markt mit Arbeitsleistung und Zeit einbringen, je mehr sie von diesen Attributen investieren. Ergebnis dieses Kampfes ist eine ständige Arbeitsintensivierung, wir müssen mehr tun, in immer kürzeren Zeitabständen, die Arbeitskraft wird immer stärker ausgepresst, damit sich der Arbeitsplatz und die kapitalistische Produktion überhaupt noch rechnet. Diese Intensivierung äußert sich für uns in Stress und manchmal sogar in Depressionen, Herzerkrankungen und vielen anderen mittlerweile weltweit bekannten Zivilisationskrankheiten. Um einen Ausgleich zu haben, betreiben wir entweder erfüllende Hobbys oder gehen eben saufen, um wenigstens ein bisschen das Leben zu genießen. Jugendliche beschreiben es auch schlicht als “Spaß haben”. Das Leben ist kurz und alles ist scheiße, also brauchts mindestens das Wochenende um davor zu flüchten. Trotz der unendlichen Möglichkeiten der Unterhaltungsindustrie, von Kino, Musik über Clubs, reicht das einigen nicht mehr und sie empfinden großen Überdruss. Die große Sinnlosigkeit hinter all dem lauten und amüsierten Treiben der Massen wird offenbar.
Feiern, um unerträgliche Zustände zu ertragen
Man kann sich das leicht selbst veranschaulichen, in dem man das Partyvolk beobachtet und hört was sie so von sich geben. Im Prinzip ist darin eine große Leere zu erkennen. Sie feiern um zu feiern, sie lachen um zu lachen, es ist wie als würden sie einen bekannten psychologischen Kniff anwenden, den einige Soldaten ganz gut kennen. Wenn man als Soldat großer Ungerechtigkeit oder großem Leid begegnet, in Form von Kinderleichen oder dem Tod eines guten “Kameraden”, dann verarbeitet man das am besten wenn man lacht. Ich denke das Partyvolk jubelt, feiert und lacht um ihr gequältes und geschundenes Leben zu ertragen, welches sich nicht befreien und entfalten kann. Sicherlich sind die Leute auch einfach glücklich und feiern deshalb, aber auch nur weil sie keine Ahnung von den Problemen dieser Gesellschaft haben. Anders ist es nicht zu erklären. Wie kann man denn feiern, wenn tagtäglich Menschen sterben, nur weil sie kein Geld haben? Wie kann man denn feiern, wenn sich Milliarden Menschen in Lohnarbeit aufarbeiten, während sich eine elitäre Minderheit an perversem Reichtum ergötzt? Die Mechanismen hinter solchen Entwicklungen werden nicht erkannt und nicht hinterfragt.
Das Partyvolk kennt sich gar nicht, weil es sich nicht mit ihrer Umgebung auseinandersetzt. Und im Grunde ist das Partyvolk die personifizierte Bewusstlosigkeit, die mit schallenden Gelächter auf Kinderleichen herumtrampelt. Wer gegen das Partyleben spricht ist ein Spaß- bzw. Spielverderber, ein Langweiler, einer der das Leben nicht genießen kann. Statt inne zu halten und sich zu fragen was eigentlich los ist, wird mit Lärm und Schwachsinn jegliche Möglichkeit auf neue, revolutionäre Erkenntnisse abgetötet. Dies ist ein weiteres Armutszeugnis, welches sich für jeden Menschen offenkundig, jedes Wochenende erneut aufbläht.
Ihr denkt, wenn ihr brav zur Schule geht und alles stumpf auswendig lernt, werdet ihr einen sonnigen, flauschigen Platz innerhalb der Republikt erhalten? Ihr glaubt, wenn ihr Euch durch die Universität und den beruflichen Alltag quält, tagtäglich schwerste Opfer bringt, Eure Wünsche und eigentlichen Bedürfnisse vernachlässigt, werdet ihr bald in der Lage sein, Euch ein Leben zu erkaufen, welches frei von diesen Belastungen und Entbehrungen ist? Ich kann Euch enttäuschen, ihr werdet immer so vor Euch hinvegetieren. Ihr werdet auf den Traumprinzen warten, wie ihr auf den Traumjob wartet, oder sollte ich besser sagen, auf Eurer Traumausbeutungsverhältnis? Ich spucke auf Eure Naivität. Ihr glaubt jedes Jahr aufs Neue den Betrügereien der Parteien und Konzerne und jammert unter falschen, naiven Freunden, wie scheiße Eure Leben doch gerade gegen die Wand fährt. Jedes Jahr verhungern hunderttausende Menschen, meint ihr man macht vor Euch halt? Meint ihr, ihr habt ein Happy End verdient? Ihr werdet verheizt wie die Soldaten in Afghanistan. Man scheißt auf Eure Bedürfnisse, Wünsche und Euren Gerechtigkeitssinn! Ihr dürft alles erzählen, aber es wird niemanden interessieren, der die wichtigen Entscheidungen trifft. Was war denn mit Stuttgart 21? Schön habt ihr Schwäblezapfen Eure Proteste gemacht, die Politik scheißt auf Euch und baut das Teil trotzdem und zwar genau so wie es geplant war. Das ist Demokratie! Ihr wollte es so! Und was war mit der Atomkraft? Gorleben? Wieviele haben demonstriert? Nichts ist passiert, die Demonstranten wurden sogar zu Verbrechern erklärt, es mussten erstmal tausende Menschen in Japan sterben, damit die Politik ein paar oberflächliche Sprüche und in Aktionismus verfällt, aber auch nur weil die Wahlen anstanden.
Ihr seid nur Vieh, welches mit Angstmacherei dazu angetrieben wird wählen zu gehen, arbeiten zu gehen, Steuern zu zahlen, zu konsumieren, ja nicht zu demonstrieren oder etwas gegen diesen Wahnsinn zu organisieren! Was glaubt ihr denn wer ihr seid? Glaubt ihr den Versprechen der Werbespots? Liebt ihr wirklich Tierkadaver und Zuckerwasser? Glaubt ihr wirklich es ist elegant mit Blechlawinen die Umwelt zu verpesten, von der wir alle abhängig sind? Wollt ihr wirklich verstrahlte Lebensmittel, Kinder und Kontinente, nur weil der Atomstrom angeblich so billig ist? Wollt ihr Euren Kindern in Asphaltruinen erklären wie mal ein Baum aussah? Ist Euch das zu dramatisch? Hundertausende Tonnen Fleisch, mitsamt Kot und Antibiotika, werden jedes Jahr von Euch gefressen, als ob es nichts anderes gäbe. Ja, es schmeckt halt! Fickt Euch, es leiden Lebewesen, wie ihr es immer noch seid, dafür, ihr gedankenlosen Spasten. Ihr wollt geliebt werden, aber Tiere sind Euch scheißegal? Tiere sind nur Sachen, sagt unser Gesetz. Unser Gesetz sagt auch das Menschen, die nach Deutschland bspw. von Afrika aus fliehen, sich schön wieder in ihr Land zum Sterben verpissen können, sofern sie nicht gerade etwas mitbringen, was unseren Reichtum vermehrt, was übrigens für 99 Prozent gilt. Wart ihr schonmal in einem Flüchtlingslager? Nö, nie gehört! Warum stapeln wir denn jeden verdammten Tag die Hungertoten? Wir produzieren jedes Jahr einen verdammten Holocaust und keine Sau kümmert sich drum, stattdessen fragt ihr brunzdämlichen Konsumjunkies nach dem nächsten Handy, kritisiert Spielfilme oder wichst Euch einen auf 18 jährige Girls, die sich von perversen Geschäftemachern für ein paar Euros in alle Löcher ficken lassen. Ja, Gleichberechtigung, die Frauen kriegen immer noch nicht dieselbe Kohle wie Kerle, und der Unterschied zwischen Ost und West ist immer noch gegeben. Tja, Pech gehabt! Haltet die Fresse und macht weiter so! Ich bin das Arschloch! Man weiß gar nicht mehr wohin man greifen soll, überall nur Scheiße! Und was passiert trotzallem? Es wird millionenfach Bild gelesen, DSDS geglotzt und was noch viel schlimmer ist, ihr geht arbeiten und zur Schule als wären diese Katastrophen das Normalste der Welt. Denn Hitler, Stalin und Mao waren ja viel schlimmer. Heute leben wir ja in der modernen aufgeklärten Welt, heute kann das alles nicht mehr passieren. Blöd nur das wir die drei längst ums zehnfache überboten haben! Life fast, die young, who cares!
90 Prozent von Euch haben keine Chance auf ein schönes Leben, weil der Kapitalismus und die Demokratie strukturell bedingt Gewinner und Verlierer produziert. Es kann immer nur eine Minderheit gewinnen. Man sieht es doch im Sport, wieviele tausend Menschen trainieren für Olympia, nehmen daran teil und gewinnen letztlich? So läuft es auch in der Wirtschaft und Politik. Und jetzt könnt ihr Euch mal fragen ob das gerecht ist und was ihr dagegen tun wollt. Ich sage Anarchismus ist die Lösung.
Danke an Lars der mich zu dem Titel dieses emotionalen Ausbruchs inspiriert hat.
Wir brauchen mehr faule, asoziale Arbeitslose und Asylanten! Bringt sie zu uns, gebt ihnen sofort und ohne Knebelverträge Brot, Wohnung und Geld. Sie sind unsere Brüder und Schwestern und verdienen ein würdevolles Leben! Jagen wir die armen Teufel der Politik und Wirtschaft davon, sie haben ihr Leben mit Lügen und Illusionen vergiftet, sie lehren ihren Kindern sich selbst zu vergiften und zu verleumden. Dies muss als Angriff auf den Planeten, die Tiere und die Menschheit begriffen werden. Ich verlange das sie gezwungen werden arbeitslos zu leben. Sie sollen in spätrömischer Dekadenz die Zeit haben, sich mit den wirklichen Bedürfnissen der Menschen auseinanderzusetzen. Sie sollen sehen wie Menschen verhungern, ertrinken und vergiftet werden, nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie auf der falschen Seite des Planeten geboren wurden.
Der heilige Markt muss brennen, die Schulen, Konzerne und Parlamente müssen brennen. Deutschland muss angezündet und zerstört werden, es soll sich aus dieser Glut in unendlicher Güte Menschlichkeit erheben und blutige Massaker für immer verhindern. Hört auf Euch von der Peitsche des Kapitals züchtigen zu lassen, hört auf das Leben in militärischer Brutalität in Zeiteinheiten und Geldeinheiten zu pressen und hört auf als Ware zu funktionieren! Ihr seid keine Huren! Ihr habt Gefühle, Träume und Bedürfnisse! Kotzt Euren Eltern und Euren Vorgesetzten ins Gesicht, sie haben Euch belogen und betrogen! Sie waren es die Euch in dieses System und in diese Vorstellungen hineingeprügelt haben, mit Vorwürfen, Liebesentzug, Zeitentzug, Befehlen, Anschreien und Schlägen. Sie waren es die Euch behandelt haben wie Guantanamo Häftlinge, nur weil ihr freier wart als sie! Sie waren es die in ihrer unendlichen Stumpfheit Eure Seelen brachen! Ihr seid nunmehr nichtsweiter als seelenlose Konsumzombies und Kapitalsoldaten. Mittlerweile hasst ihr wieder Ausländer, Arbeitslose, die Schwachen und Ausgestoßenen, jene die es nicht geschafft haben sich restlos dem System anzupassen. Ihr seid das personifizierte Ekelpaket, welches schon Eure Eltern angetrieben hat Illusionen als Wahrheiten zu verkaufen!
Nun jammert ihr der Planet würde vergiftet, die Tiere würden nur geboren um von uns verspeist zu werden, man hätte ja keine Zeit mehr für die eigenen Hobbys! Oh, — wie seltsam! Dabei seid ihr es mit Euren schändlichen Taten, die diesen Wahnsinn und diese Katastrophen als gesellschaftliche Normalität etablieren. Wer kauft und verkauft denn all die Produkte die diese Zerstörungen anrichten? Wer macht sich keinerlei Gedanken darüber, was die eigene Lohnarbeit mit dem Planeten, den Tieren und den Mitmenschen anrichtet? Wer geht denn lieber saufen, ficken, konsumieren, anstatt zu reflektieren? Die Verantwortung liegt bei Euch und niemanden sonst, eure Eltern sind nun alt und klapprig oder selbst völlig erschöpft und verzweifelt, sie können gar nichts mehr, aber ihr könnt noch etwas bewegen, ihr könnt dafür sorgen Immigranten vor dem Ertrinken zu schützen, Hungernden vor dem Hungertod zu retten und Arbeitslose als die Vorreiter einer neuen Gesellschaft zu betrachten. Was wir brauchen ist nicht noch mehr Wachstum, sondern mehr Lebensqualität und die kommt nicht mit dem Kapitalismus, nicht mit der parlamentarischen Demokratie oder den diversen falschen Versprechungen die überall kusieren.
Ihr schuftet freiwillig bis ihr verreckt, Ihr wählt freiwillig wer Euch betrügt und ausbeutet, weil ihr glaubt es sei Ausdruck von Freiheit für Konzerne zu arbeiten und Parteien zu wählen. Ihr seid jederzeit korrumpierbar, jeder kann Euch kaufen, auch wenn das den Tod von Menschen, Tieren und der Umwelt bedeutet. Ihr unterstützt das Prinzip der Ausbeutung, welches Milliarden knechtet und eine elitäre Minderheit privilegiert, mit Eurer Schulbildung, Ausbildung, Karriere, Arbeitskraft, Bewusstlosigkeit, Apathie, Lethargie, Ignoranz und Schizophrenie. Ihr verschachert Euer einzigartiges, unendlich wertvolles Leben für Geld, es ist Euch egal was das bedeutet. Und selbst wenn: Eure Bedenken, Zweifel und Gefühle habt ihr längst verraten und verdrängen gelernt. Jetzt hungert ihr gelegentlich nach Leben, Zeit, Genuss, wertvollen Momenten und starken Freundschaften, wie all die anderen Verdammten dieser Erde, weil ihr eben doch nicht alles verraten, vergessen und verdrängen könnt. Ihr seid Menschen deren Träume und Bedürfnisse gelebt und wahrgenommen werden wollen.
Was wollen Konzerne?
Die Konzerne wollen Eure Arbeitskraft auspressen, das gilt immer und global, egal wie nett die Kollegen sind oder wie interessant die Arbeit ist. Daher interessiert sich der Konzern nicht für Eure Bedürfnisse, alles was ihn interessiert ist: Wie kann man möglichst effizient viel Zaster aus dem Humankapital holen. Natürlich funktioniert das auch indem man das Humankapital freundlich behandelt, es nicht mit Befehlen verschreckt und ein Dienstauto gewährt oder Überstunden bezahlt. Der Wolf kommt sozusagen im Schafspelz daher. Die Freizeit wird immer geringer und kann immer weniger ausgelebt werden, weil wir zu erschöpft aus der Arbeit kommen. Die Arbeit intensiviert sich mit zunehmender Entwicklung der Konkurrenzkämpfe an den weltweiten Märkten. Immer mehr Konkurrenten drängen auf den Markt und verkomplizieren den Verkauf von Waren, weil es zu viele Anbieter und zu wenig Nachfrage gibt. Daher gilt es z.B. auch als modern nach der Arbeit mit den Kollegen und dem Boss noch einen saufen zu gehen, dies dient dazu versteckte Arbeitskraft ausfindig zu machen, denn: Wenn man sich miteinander identifiziert, funktioniert man als Team auf dem Markt besser und hat folglich auch mehr Chancen auf höhere Profite. Nun stellt sich die Frage: Wo ist eigentlich der böse Kerl der uns auspresst? Kann man ihn gepflegt zusammenscheissen oder umstimmen? Der so genannte Kapitalist steckt mittlerweile in uns allen, aber vor allem in jenen Leuten die an Schlüsselpositionen des Kapitalismus sitzen und einfach nur ganz harmlos ihren Job machen. Das kann der Niederlassungsleiter sein, der Abteilungsleiter, die Vorstandsvorsitzenden und so weiter. Diese Leute schauen sich die ganze Zeit genau an wie die Zahlen sind und dann entscheiden sie was für den Konzern möglicherweise am besten ist. Müssen Leute rausgeworfen werden? Müssen die Leute angetrieben werden, damit sie schneller und mehr arbeiten? Wie kann man sie dazu bringen? Hierfür gibts ziemlich ulkige Lehrgänge für Führungspersönlichkeiten. Im Grunde ist das nur ein Seminar für moderne Sklavenhalter. Um die Frage zu beantworten ob man diese Leute umstimmen kann: Ja, sicher, aber das wird wahrscheinlich nur zu einer Pleite des Konzerns führen und würde das System nicht ändern. Firmenpleiten gehören zum Alltag.
Eine Welt voller Sklaven
Im Prinzip hängen also auch die Bosse und leitenden Angestellten am Busen des Kapitalismus. Ihre Jobs hängen genauso von den Profiten ab wie die Jobs aller anderen. Nur haben sie natürlich höhere Gehälter, damit auch mehr Sicherheiten, verfügen aufgrund ihrer Position über ein ganz anderes berufliches Netzwerk, welches sie in der Regel bei Insolvenz nicht in den sozialen und finanziellen Ruin führen wird. Außerdem sehen diese Führungspersönlichkeiten oft Monate vor der Insolvenz die tatsächliche Lage des Unternehmens und können entsprechend früh Maßnahmen für den weiteren Verlauf der Karriere ergreifen. Gewöhnliche Angestellte, Praktikanten, Azubis, 0 bis 400 Euro Jobber, Zeitarbeiter, Angestellte mit befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen haben da meist keine Chance. Es wird generell gern gehofft das sich alles “zum Guten” wenden wird. Der Konzern wird einen schon nicht rauswerfen, vor allem nicht nach all den Jahren, nach allem was getan und investiert wurde. Die Naivität der Leute ist gigantisch. Sie glauben nur weil sie ihre Arbeitskraft verkaufen, wäre Dankbarkeit und Solidarität seitens des Konzerns zwingend erforderlich. Aber das einzige was zählt ist der Profit und wenn Angestellte die Kohle nicht mehr reinbringen, haben sie sich ganz einfach ohne murren zu verpissen. Egal ob sie sich zukünftig vom Müll anderer Angestellte und Bosse ernähren müssen, ihren Lebenspartner, ihre Wohnung oder ihren Lebenswillen verlieren. Es gibt keine Gnade in diesem System und es gibt auch keine Reformen die das jemals ändern werden, denn dazu müsste man grundsätzliche Mechanismen der kapitalistischen Produktionsweise aufheben, u.a. die Profitmaximierung.
Das Elend hat unzählige Gesichter
Man muss sich nur ansehen wie Menschen in Chile, Indien, Afrika, Brasilien, China, Ukraine, Bangladesh bzw. generell Indonesien und in vielen anderen Ländern behandelt werden. Die Konzerne wandern in diese Länder ab, weil die Löhne sehr gering sind. Die Löhne sind u.a. so gering weil diese Menschen noch nie etwas von Menschenrechten oder Menschenwürde gehört haben. Sie wissen nicht welche Rechte sie als Menschen, als Angestellte haben. Es gibt keine Versicherungen oder zusätzliche Leistungen für Gesundheit und Alter. Das freut die leitenden Angestellten der diversen Konzerne und sie investieren in diese Regionen um mit höchsten Profiten ihre Ware an den heimatlichen Märkten zu verschachern. Viele Menschen sterben dort weil es keinerlei Sicherheit am Arbeitsplatz gibt, weil es Geld kosten würde so etwas einzurichten und weil es sowieso egal ist, denn jeder Angestellte kann jederzeit durch einen nächsten armen Lohnabhängigen ersetzt werden. Menschen in Japan bringen sich nicht selten um, wenn sie ihren Job verlieren. Sie haben sich so sehr mit dem Konzern identifiziert, sie glauben ohne Job seien sie wertlos. Diese Überidentifikation konnte möglich werden aufgrund der Lohnabhängigkeit und Entfremdung. Die Menschen drohen zu verhungern, drohen den Kontakt zur Gesellschaft zu verlieren, wenn sie kein Geld haben. Dieses Geld können sie nur erhalten wenn sie die Bedingungen der Konzerne akzeptieren. Sie müssen also den leitenden Angestellten gefallen, sonst haben sie keine Chance. Somit befindet man sich als Lohnangestellter immer in einer Erpressungsituation. Das gilt nicht nur für Kinderarbeiter oder in extremen Elend lebende Hungernde, sondern auch für den Hartz IV Empfänger, einem Rentner oder einem Schüler, für die eigenen Eltern hier in Europa oder Amerika.
Das Elend in Deutschland
Hartz IV Empfänger können nicht von den Sozialabgaben leben, sie werden von den Konzernen nicht gebraucht, die Medien, Politiker und Nachbarn inszenieren sie gerne als Asoziale, dabei sind sie nichts anderes als die Hungernden dieser Welt, sie gehören zu den Verlierern im System Kapitalismus. Beobachtet mal wieviele Leute an den Haltestellen oder Stadien nach Müll suchen. Es gibt keine Jobs für alle Menschen, das ist Systembedingt, denn Jobs sind teuer und minimieren Profite. Rentner können nicht mehr von ihrer Rente leben und müssen sich Zuverdienstmöglichkeiten erschließen, meist als 400 EUR Jobber, gehen putzen oder fahren Taxi und das nach vielen Jahren Lohnarbeit. Die Politik spricht davon wie toll das ist, denn der Staat profitiert natürlich davon wenn die Leute statt für ihr Recht und Geld zu protestieren lieber arbeiten gehen. Schüler müssen ihre Noten ständig optimieren um bei Bewerbungen positiv aufzufallen. Diese jungen hoffnungsvollen Menschen werden hier erneut auf Zahlen reduziert, obwohl kein Mensch in eine Schublade passt! Ich nenne das Alltagsfaschismus der kapitalistischen Bürokratie, die übrigens auch beim Staat gelebte Normalität ist, gerade was die Arbeitsagenturen angeht. Die eigenen Eltern müssen wie die meisten Lohnabhängigen im beruflichen Alltag diversen Repressalien und Widerständen trotzen. Motzende Kunden, Zeitdruck, Termine, Verpflichtungen, Meetings, immer wieder Probleme in den Abläufen, fehlende Unterstützung aufgrund von Rationalisierungen, ignorante und arrogante Sprüche von Oberen, eine sich tagtäglich wiederholende Zermürbung des einzigartigen menschlichen Wesen findet mit unendlich vielen Nadelstichen ihren bitteren rauen Ausdruck. Unsere Eltern müssen uns quasi nebenbei großziehen und erziehen. Sie leiden selbst darunter wenig Zeit für ihr Kind zu haben. Kinder sind überhaupt eine sehr teure Angelegenheit, wer kennt sie nicht? Die Angst beim Sex, ein Kind zu zeugen was man nicht bezahlen kann? Dies muss als Armutszeugnis dieser kapitalistisch geprägten Gesellschaft verstanden werden.
Ausbeutung der Tierwelt
Tiere werden im Kapitalismus ähnlich wie die Menschen lediglich als Quelle für Profite betrachtet. Deshalb gibt es diese sehr merkwürdige Entwicklung der Massentierhaltung. Tiere die zu tausenden in abgeschotteten Hallen auf ihre Schlachtung warten, Antibiotika und Fleisch in ihrem Futter akzeptieren müssen, und später als Bioqualitätsfleisch an den Konsumenten bzw. Lohnabhängigen verschachert werden sind ganz normale Zustände. Der Preisdruck treibt die “Fleischproduzenten” dazu immer mehr Tiere unter immer kosengünstigern, also schlimmeren, Bedingungen einzusperren. Es gibt natürlich gesetzliche Kontrollen, diese finden in der Realität aber viel zu selten statt. Egal ob in der Kosmetik- oder Textilindustrie, Forschung, Ausbeutung der Tierwelt ist allgegenwärtig. Die zunehmende Lust auf Fleisch und Milchprodukte sorgt für ein immer größer werdendes Heer von Schlacht und Melktieren und damit auch für eine wachsende Zahl von Tieren die großes Leid erfahren müssen. Die Palette der Grausamkeiten ist facettenreich, die Tiere werden bei lebendigen Leib geschlachtet, trotz aller Vorkehrungen, werden mit gebrochenen Beinen zur Schlachtung gezerrt oder müssen aus vereiterten Eutern Milch geben. Fast-Food-Ketten preisen mit ihren teuren Werbekampagnen ein sorgloses und harmonisches Verzehren ihrer Produkte an. Prominente, bei denen man nicht weiß aufgrund welcher wichtiger Leistungen sie prominent sind, starren mechanisch in die Kamera, machen auswendig gelernte Späßchen, die laut Marketingagentur am besten ankommen, zeigen ihre tolle Figur und beissen grinsend in Tierleichen. Propaganda ist allgegenwärtig, aber hier findet sie ihre absolute Vollendung u.a. auch mit einem manipulierenden Slogan der einem einreden soll was man liebt. Jeder weiß auf welche Kette ich hier anspreche, was für den Erfolg der Kampagne spricht, was wiederum viele tausend gequälte Tiere bedeuten wird. Die Menschen essen viel zu viel Fleisch, mehr als es ihnen gut tut, und uns tut nur sehr wenig Fleisch tatsächlich gut. Einmal im Monat würde so ein Burger völlig reichen. Mittlerweile haben sich die Fast Food Ketten aber wie eine Seuche verbreitet, sie finden sich in Stadtzentren, in der Nähe von Schulen, Bahnhöfen oder Stadien. Auch hier schauen sich Angestellte und Führungspersönlichkeiten die Zahlen genau an, wo können wir am meisten Geld machen? Ihre Kampagnen zielen ebenso nur darauf ab möglichst viele Menschen zu verführen. Es spielt ihnen in die Karten wenn die Menschen auf die Tiere und die Gesundheit scheißen, daran ändern ihre Alibi-Salate, glückliche-Kühe-auf-saftigen-Wiesen-Spots auch nichts.
Ausbeutung der Natur & Umweltverschmutzung
Wenn der Fleischkonsum steigt, steigt die Zahl der Tiere die geschlachtet werden müssen und damit steigt auch die Zahl der Futtermitteltonnagen. Wälder müssen gerodet werden damit Soja und ähnliches angebaut werden kann, um die Millionen Nutz- und Schlachttiere zu füttern. Würden wir in der westlichen Welt weniger Fleisch verzehren könnten wahrscheinlich tausende Menschen vor dem sicheren Hungertod gerettet werden, denn Soja könnte auch von ihnen gegessen werden. Aber da die Hungernden dieser Welt kein Geld haben, sind ihre Bedürfnisse für unser System irrelevant. Es macht mehr Sinn die Umwelt zu zerstören, Tiere mit Genen und Züchtung in immer kürzerer Zeit auf ein ertragsreiches Schlachtniveau zu bringen, ihr Fleisch und Futtermittel um die halbe Welt zu karren, horrende Energie zu verschwenden um am Ende Konsumenten mit zuviel von allem krank zu machen, die Gesundheitssysteme zu belasten und Kindern ihre Väter und Mütter zu rauben. Fettleibkeit ist eine Epidemie, die diverse Zivilisationskrankheiten auslöst. Herzrythmusstörungen, Asthma, Allergien, es gibt unzählige Beispiele. So bringt der Fleischkonsum auch eine zunehmende Verschmutzung der Umwelt mit sich. Das betrifft aber auch viele andere Produkte, egal ob Computer, Handys, Fernseher, Autos, Motorräder, diverse Lebensmittel von Kakao, Kaffee über Bananen usw. Was tagtäglich aufgrund unseres Konsumverhaltens durch die Welt gefahren, verschifft und geflogen wird, ist unermesslich. Der Ölverbrauch steigt von Jahr zu Jahr, der Hunger sämtlicher Industrienationen ist ähnlich unermesslich wie unsere Suche nach neuen Konsumerlebnissen. Wir langweilen uns weil wir unsere wirklichen Bedürfnisse nicht kennen, weil wir unglücklich sind im Job, in der Familie, in der Liebe oder mit uns selbst. Deshalb brauchen wir Ablenkung statt Lösungen. Dies führt unweigerlich zu Ölkatastrophen. Es gehört mittlerweile zum normalen Wahnsinn: Tiere die in Ölteppichen ersticken, hundertausende Liter Wasser werden zu einer giftigen Suppe die alles verklebt und abtötet. Regelmäßig laufen Tanker auf Grund oder sinken, Ölplattformen gehen in Brand oder Bohrlöcher sorgen für monatelange Verschmutzung. Wir brauchen Rohstoffe wie Öl um unsere Produktion aufrechtzuerhalten. Die Konzerne wollen jedes Jahr mehr Computer, Handys, Fernseher, Autos, Motorräder uvm. verkaufen. Dieser Energiehunger hat uns in die Atomkraft getrieben. Die Atomkraft sorgt in Fukushima für einen strahlenden Alptraum. Sogar das Meer wird nun verstrahlt. Die Technik ist nicht beherrschbar, Kritiker sagen das seit Jahrzehnten. Aber man ist verliebt in die Idee. Nachdem Milliarden investiert wurde, will man umso mehr Milliarden wieder heraus holen. Es gibt hunderte Atomkraftwerke und kein Endlager, es gibt Studien die eine Häufung der Krebserkrankungen rund um Atomkraftwerke belegen. Das sind eben Kollateralschäden. Tausende Tiere und Menschen sterben für den zweifelhaften Wohlstand der Massen. Dafür traten Politiker wie Merkel und Kohl ein. Die Zerstörung der Weltmeere, Wälder, Naturschutzgebiete, einzigartiger Lebenswelten wie auf Madagaskar gehören zur traurigen Normalität im Kapitalismus. Je mehr die Menschen sich von den Versprechen der Konzerne und Parteien verführen lassen, desto stärker werden die Bedrohungen und Zerstörungen ausfallen und fortschreiten.
Plädoyer
Wenn also Konzerne Menschen, Tiere und Natur für die Profite auf zerstörerische Art und Weise ausbeuten, bis sie nicht mehr überleben können, stellt sich doch die Frage warum all das weiter betrieben wird. Es gibt diesen Irrglauben, die Politik müsse das alles Regeln. Der kleine Mann sei ja völlig machtlos, obwohl er tagtäglich in den Betrieb rennt und seine Arbeitskraft investiert und damit die ganze Maschinerie legitimiert und am laufen hält. Manchmal denke ich: Es braucht nur einen einzigen Generalstreik und dann ist Schluss mit diesem ganzen Scheiß! Aber nein, die Leute reden sich ein, sie können es nicht ändern, glotzen daher lieber seelenlose Sport-, Sing- und Modelwettbewerbe, jammern wie dumm das doch alles ist, gehen saufen, ficken Menschen die sie nicht lieben, zeugen leere Kinder, wählen Parteien die diese ganze Situation mit Gesetzen legitimieren und prostituieren sich am Arbeitsmarkt für ein paar Kröten. Wieso machen die Leute Jobs die ihnen nicht gefallen? Warum machen sie miese Arbeitsbedingungen mit? Sie empfinden eine große Ohnmacht wenn sie die Katastrophen dieser Welt erleben. Die kapitalistische Gesellschaft hat die Individuen atomisiert. Jeder für sich, jeder gegen jeden, Ellbogengesellschaft, wir kennen die Schlagworte. Wir glauben keine Macht zu haben, weil wir bei den Wahlen unsere Stimme und am Arbeitsplatz unsere Individualität abgeben. Wir tun das aus Tradition, weil es bislang immer so gemacht wurde. Jene die dies hinterfragt haben mussten schwere gesellschaftliche Repressionen ertragen, denn die freiheitlich-demokratische Welt ist keine freie Welt. Warum musste Martin Luther King jr. sterben als er sich für die Rechte seiner Brüder und Schwestern eingesetzt hat? Oder Malcolm X? Warum musste Rudi Dutschke sterben als er beharrlich die Unbrauchbarkeit unseres politischen und wirtschaftlichen Systems anklagte und zu mehr zivilen Ungehorsam aufrief? Warum landen Anarchisten wieJörg Bergstedt im Knast, wenn er sich im Namen von uns allen gegen Genfood einsetzt? Warum werden Menschen in gesellschaftskritischen Projekten vonSpitzeln selbst in ihrem Bett überwacht? Warum erhalten dagegen Politiker wie Roland Koch, der in seinen Wahlkämpfen mit ausländerfeindlichen Parolen auffiel, das Bundesverdienstkreuz? Warum wünscht sich der bayrische Minister Seehofer Betrüger wie Guttenberg an der politischen Spitze? Es gibt ganz offensichtlich Interessengegensätze in dieser Gesellschaft deren Hintergründe nur in zeitintensiven Recherchen begriffen werden können. Meine Ausführungen können diesbezüglich nur unzureichend sein. Aber ich appelliere an jeden Leser sich undogmatisch und ohne Tabus die Zustände dieser Welt anzusehen und darüber zu reflektieren. Es muss unser gemeinsames Anliegen sein nachhaltige und wirksame Alternativen und Veränderungen voranzutreiben. Es kann nicht sein das die Ausländer, der Islam oder Sozialhilfeempfänger zum Problem erklärt werden, Hetze betrieben wird statt Aufklärung und Dialog, unser tatsächliches Problem ist ein globales, nämlicher der Kapitalismus und gegen ihn muss mit allen friedlichen Mitteln gekämpft werden.
Die FDP ist in einer Krise, heißt es. Sie hätten nur materielle Dinge in den Vordergrund gestellt, anstatt sich auf die Werte des Liberalismus zu besinnen, sich für Bürgerrechte und Freiheit einzusetzen. Nun möchte man diese Diskrepanzen damit lösen ein paar Köpfe auszuwechseln. Ein leere laufende Sprechblase wird durch eine andere ersetzt. Was natürlich gar nichts an den fehlenden Inhalten verändern wird, man sieht es an der “jungen Generation” in der FDP: Schmierölglatte Typen wie Lindner propagieren plötzlich den Atomausstieg, nachdem die Partei Jahrzehnte die AKWe akzeptierte. Ähnlich die CDU. Die sogenannten Mächtigen schielen auf die Profiteure von Fukushima: Die Grünen. Blöd gelaufen. Auch für uns, als arbeitende Bevölkerung werden wir weder von der FDP, CDU, den Grünen und den restlichen Parteien jemals eine Politik erwarten können, die zu einer Befreiung aus der Lohnabhängigkeit und Profitmaximierung führen wird. Alle wollen an die Macht, alle sehen kein Problem im Kapitalismus. Okay, außer vielleicht “die Linke”, aber man muss sich nur ansehen was die in Berlin angerichtet haben, sie unterscheiden sich kaum von anderen, wenn sie erstmal in der Regierung sind.
Und während tagtäglich tausende Menschen verhungern stellt man sich die Frage wie das Land ohne die FDP auskommen soll, wieso die Kanzlerin nicht einmal mehr die Verwaltung ihrer Kollegen und der diversen Themen auf die Reihe kriegt. Während Millionen Menschen unter den Leistungsprinzipien ächzen, erkranken und zerbrechen, stellen sich die Politiker und Manager nur eine Frage: Wie können wir dieses Land zu mehr Wachstum verhelfen, wie können wir noch mehr Profite erzielen? Die ganze degenerierte Gesellschaft hat nur noch diese Vorstellung im Kopf, alles wird darauf reduziert, es ist der größte gemeinsame Nenner, welcher alle Menschen und Zusammenhänge auf den Punkt bringt. Während Hartz IV Empfänger in ihren subventionierten Plattenbauwohnungen vergammeln, Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa absaufen, in wilden Plastikzelten auf “unserem Land” campieren, rascheln die Vermögenden der Welt mit den neusten Gewinnen und quälen sich mit der Frage: Wohin mit dem ganzen Zaster? Irrsinnige Zustände die ich schon unzählige Male angesprochen habe. Aber es passiert nichts. Es interessiert keine Sau ob Menschen verhungern oder ertrinken weil sie am falschen Ort geboren wurden und zufällig keine Möglichkeit haben ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Wir sind so sehr damit beschäftigt eigene Fortschritte im System zu machen, denn wir wollen Party am Wochenende, ein Auto, ein Haus, eine Frau, vielleicht sogar Kinder und 2-3 Mal im Jahr eine fette Urlaubsreise.
Wer ist schuld? Die inhaltslosen Parteien? Die Gesellschaft als solche, die sich stets selbst einredet wie wichtig Profite sind? Es ist eben nicht einfach. Es gibt keinen präzisen Bösewicht, man kann nicht sagen die FDP oder Merkel oder Ackermann ist an allem schuld. Natürlich tragen sie eine besonders hohe Verantwortung und entsprechend auch einen größeren Anteil an der jetzigen globalen Situation der Menschheit. Sie blockieren mit ihren Worten und Taten die Rettung von Hungernden, Ausgebeuteten und Unterdrückten. Sie sehen vorwiegend die Interessen der Konzerne, deshalb sind sie konservativ. Für sie sind Profite deshalb so wichtig, weil sie glauben dadurch liessen sich die Bedürfnisse der Menschen am ehesten befriedigen. Aber das entspricht nicht der Realität. Je mehr sie den Profiten Wert beimessen desto schwieriger wird es für die Menschen ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Kaum einer ist heute in der Lage Lebensmittel aus dem nahegelegenen Wald zu beschaffen oder simpler die Baumarten zu bestimmen, aber jeder kennt die Burger von den Fast Food Ketten, jeder kennt die Marken dieser kapitalistischen Welt. Ist das nicht eine klare Aussage darüber wie entfremdet wir bereits leben? Wenn Parteien und Konzerne keine andere Antwort als Wachstum, Leistung und Konkurrenzkampf kennen, dann spiegeln sie auch am deutlichsten wieder woran die Menschen glauben. Es ist schwierig einem Nazi seinen Rassismus auszureden, genauso schwierig ist es mit den Lohnarbeitern oder Kapitalisten. Wie will man ihnen erklären, in welcher Situation sie sich seit Jahren und Jahrzehnten befinden?
Viele haben sich mit ihrer Situation identifiziert. Als Schüler kämpft man noch damit, immer dieser Leistungsdruck, immer diese Prüfungen, warum muss das sein? Aber letztlich ergeben wir uns früher oder später und in den meisten Fällen, den Schuldzuweisungen und Bevormundungen der Eltern und Lehrer. Sie meinen es ja nur gut mit einem, auch wenn es letztlich die Katastrophen dieser Welt verschlimmert. Die Eltern und Lehrer haben es nicht begriffen, wie sollen es die Kinder begreifen? Es war schon immer so, Du kannst nichts ändern, Du bist ein Träumer, ein Idealist, Du solltest lieber etwas vernünftiges tun. Jeder kennt diese Sprüche wenn man grundsätzliche Probleme kritisiert. Wenn man sich wie die Eltern und Lehrer damit abfindet, haben die Hungernden und Lohnabhängigen dieser Welt einen Mitstreiter für ihre freie Entfaltung verloren. Die Schulen sind nichts weiter als eine Fabrik, die die jungen Menschen darauf abrichtet im späteren Berufsleben zu funktionieren. Dies funktioniert nur indem man die jungen Menschen bricht, diszipliniert und Befehle verteilt. Natürlich wird das immer auch mit einer verwässterten Pädagogik aus den 60ern verkauft, aber im Grunde genommen ist klar das man die besten Noten fordert. Alle die nicht ins Raster und in die Vorstellungen passen werden als kranke und unwillige Kreaturen bezeichnet, man schickt sie zum Psychiater, gibt ihnen Medikamente, setzt sie mit unzähligen Mitteln unter Druck. Und im Fernsehen wird verkündet: Leistung bringt uns alle nach vorn!
Wahr ist aber das die Politik und die Wirtschaft uns nicht weiterhelfen können. Profite führen nicht zu mehr Glück. Ist es ein Zeichen von Reife Flüchtlinge ersaufen und Hungerne verhungern zu lassen, während man genüßlich Döner isst? Ist es ein Zeichen von Reife einen BMW zu fahren und bereits nach einem weiteren Fahrzeug zu gucken? Gerade wenn man die beiden Fragen im Zusammenhang sieht kann man die Frage recht eindeutig beantworten. Wir müssen uns ganz persönlich fragen warum die Politik und Wirtschaft uns nicht weiterhelfen kann. Es macht keinen Sinn wählen zu gehen, genauso wie es keinen Sinn macht arbeiten zu gehen. Denn in beiden Fällen wird man betrogen, einmal auf das Recht die Gesellschaft nach den eigenen Bedürfnissen mitzugestalten und einmal um den vollen Reichtum der Gesellschaft. Politiker können unmöglich die Bedürfnisse von Millionen von Menschen kennen und umsetzen, dies ist Sache der Menschen selbst. Kapitalisten können unmöglich ihre Profite aufgeben, nur um den Menschen ein freies leben zu ermöglichen. Es wäre schlicht ihr Ende! Deshalb müssen sich die Menschen selbst organisieren, sie müssen sich politisieren, sie müssen sich verinnerlichen wie dramatisch ihre Lage und die Lage ihrer Brüder und Schwestern in aller Welt ist. Es ist schwierig aus der Perspektive des Konkurrenzkampfes herauszugelangen, schliesslich ist das Fernsehen und die Gesellschaft voller Wettkämpfe und Schaukämpfe. Auch die Branchen sind freilich voller Kampf, es geht stets darum den Schwachen zu prügeln um ihn sein Brot zu nehmen. Achtet darauf wenn ihr von der Arbeit nach Hause fahrt, wie Menschen im Müll nach brauchbaren suchen. Sie sind die Verlierer. Sie waren nicht stark genug für die Marktwirtschaft. Sie haben sich eben nicht genug anstrengt, aber ist es fair sie in unwürdigen Zuständen krepieren zu lassen?
Die Einsamkeit und Leere, die wir durchaus als gewöhnliche und alltägliche Gefährten kennen, wird nicht aufhören wenn wir uns nicht fragen warum wir soviel arbeiten und kämpfen müssen. Wir müssen uns fragen warum die Demokratie uns nicht das liefert was wir wollen. Natürlich müssen wir uns auch erst einmal klar werden was wir wollen.
Wenn man sich die Frage stellt, inwieweit unsere Demokratie noch funktioniert, so ist es vorallem wichtig sich nicht in Pauschalisierungen zu ereifern. Die Politiker lügen und betrügen, ja, aber nicht alle. Die Wirtschaft beutet aus, aber nicht nur. Die Wirtschaft hat uns in ihrer kapitalistischen Form materiellen Wohlstand gebracht, gleichzeitig ist dieser Wohlstand jedoch nur durch die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft möglich geworden, was ein hoher Preis ist. Wenn man davon spricht wie oberflächlich, krank und bewusstlos die Menschen sind, dann ist auch das nicht die volle Wahrheit. Vielen ist klar das die Demokratie konkrete Probleme nur punktuell und nicht sonderlich tiefgreifend löst. Atomkraftwerke werden nicht sofort abgeschaltet, weil ein Restrisiko besteht oder weltweit kein einziges Endlager existiert. Die Arbeitslosen und Hungernden dieser Welt bekommen keine Perspektive, keinen Job, kein Brot. Es gibt zahllose Problemherde die sich über Jahrzehnte und länger festgesetzt haben. Wahlen verändern daran nichts, warum eigentlich? Warum beutet die Wirtschaft Menschen aus? Warum wird Arbeit intensiver je mehr rationalisiert wird? Weshalb betrachtet man immer die anderen Menschen als Konsumzombies, ohne sich selbst einzuschließen? Es gibt hier ganz klare Verbindungen die nicht mit Vorurteilen oder wilden Verschwörungstheorien erkannt werden können. Die Politiker sind keine Übermenschen, die die Weltherrschaft an sich reissen wollen, um die Gesellschaft mit ihrem Gewaltmonopol für immer zu unterwerfen. In der Regel glauben sie einer guten Sache zu dienen, sie wollen das Gute, sie streben nach dem Guten. In der Wirtschaft denkt sich der Konzernleiter nicht haarklein aus, wie er seine Mitarbeiter noch mehr quälen und auspressen kann, um weitere überteuerte Konsumprodukte für den Privatgebrauch zu verwenden. In der Regel glauben auch die Bosse, einer grundsoliden guten Sache zu dienen. Wächst die Wirtschaft, gewinnen alle Menschen, ist der allgemeine Duktus unserer Ökonomie. Und was ist mit den restlichen Menschenmassen auf diesem Planeten? Sie wollen das beste aus ihrem Leben machen, es genießen und möglichst reich ausschöpfen, sodass sie am Ende sagen können, sie hätten wirklich gelebt.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Was ist gut? Ist es gut sich bei den Wahlen zwischen Parteien entscheiden zu können, die sich inhaltlich immer weniger unterscheiden? Alle Parteien gleichen sich immer mehr an, weil sie alle, sofern sie in eine Regierungsbeteiligung geraten, vor der Realisierung ihrer politischen Inhalte, den Haushalt konsolidieren müssen. Daher müssen erst einmal die finanziellen Aspekte geklärt werden, bevor die Parteisoldaten die Gesellschaft bewusst gestalten können. Die Politik räumt dem Kapital also die größte Bedeutung ein, sie legt ihre eigentlichen Inhalte beiseite um die wirtschaftliche Funktion der Konzerne innerhalb der nationalen Grenzen zu gewährleisten und sicherzustellen. Da sich diese Aufgabe in den letzten Jahrzehnten durch die Krisen immer weiter verkompliziert hat, rückt sie immer mehr in den Mittelpunkt und füllt mittlerweile das Hauptaugenmerk der Politiker aus. Erst kommt die Ökonomie, danach die Ökologie, das Soziale, die Kultur und so weiter. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt: Selbst wenn die Parteien ihre Inhalte besprechen und Stück für Stück umsetzen könnten, wird es immer Millionen von Menschen geben, die ihre Bedürfnisse als nicht befriedigt sehen müssen. Meinungen werden durch Parteien verpauschalisiert. Du willst sofort aus der Atomkraft aussteigen? Wähl die CDU, die will die Atomkraft auch abschaffen, aber eben erst in ein paar Jahrzehnten. Du willst keinen Krieg? Wähl die Grünen, die wollen auch keinen Krieg, aber nur solange er nicht wichtig für die Demokratie ist. Ständig werden konkrete Forderungen durch die politische Realität aufgeweicht und sogar ins Gegenteil verkehrt. Die Unterschiede zwischen Realität und Wunschvorstellung klaffen weitauseinander. Man sieht es bei jeder Wahl: Es wird alles versprochen was dem menschlichen Verstand logisch erscheint. Die Bürger gewinnen die Hoffnung endlich Erfüllung durch eine bestimmte Partei zu finden und dann, kaum ist die Wahl vorüber, wird beschwichtigend formuliert. Egal ob Steuern, Sozialsysteme, überall muss plötzlich ein Kompromiss gefunden werden, wie aus heiteren Himmel erscheint den Politikern die Lage viel schwieriger als noch vor Tagen oder Wochen. Man hat es auch in den letzten Wochen wunderbar am Beispiel von Kanzlerin Merkel erkennen können. Kaum explodiert ein Kernkraftwerk, hat sich für sie die Lage auf wundersame, plötzliche Weise verändert und Kernkraftwerke können unverzüglich abgeschaltet werden, was die letzten Jahre als Katastrophe für die Stromversorgung galt. Obendrein ist mindestens seit den 70ern klar, das Atomkraftwerke von Naturkatastrophen und Terroranschlägen heimgesucht werden können.
Diese üblen Verrenkungen finden deshalb statt weil Politiker eben ihre Prinzipien dem Kapital unterordnen müssen. Klar, es mag auch Politiker geben die das Kapital per se für eine gute Sache halten. Aber grundsätzlich müssen auch Kapitalismuskritiker in Parteien an der Regierung so verfahren, sonst können sie nicht regieren ohne das Land an die Wand zu fahren. Jedenfalls ist die Atomkraft vorallem deshalb so wichtig für dieses Land weil über Jahrzehnte enorme Summen durch den Steuerzahler verprasst wurden, und diese mit den horrenden Gewinnen der Konzerne über Steuereinnahmen zumindest teilweise und irgendwann zurückfliessen sollten. Daher erschien es Merkel sinnvoll die Verlängerung dieser riskanten Technologie zu beschließen. Natürlich ist ihr klar das jede Menge Risiken vorhanden sind. Helmut Kohl äußerte sich vor kurzem ganz ähnlich, Atomkraftwerke seien riskant, aber im Leben sei eben nichts ohne Risiko. Hier wird ganz offen mit der Sicherheit und Gesundheit von hunderten Millionen Menschen gespielt, um die Kapitalinteressen der Energiekonzerne und des Staates zu schützen und zu sichern. Es ist absurd eine solche Behauptung aufzustellen, denn Atomkraft ist ein Risiko welches vermeidbar ist, das Leben hingegen muss ertragen werden bis es sein Ende findet. Radioaktivität ist quasi eine menschliche Kopfgeburt die uns nun die saftige Landschaft in apokaylptische Wüsten zu verändern droht. Ich weiß nicht ob Merkel oder Kohl irgendein Prinzip haben, jedenfalls steht in der Partei CDU, welcher beide angehören, vorallem ein C für christlich bzw. das Christentum, für Nächstenliebe und so weiter. Wenn man mal von den Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und allerlei mehr organisierten Wahnsinn absieht, dürfte es uns allen doch reichlich schwer fallen Millionen verstrahlte Menschen und Quadratkilometer als Ausdruck von innerster Menschenliebe zu verstehen. Daher ist ganz klar diese Irrationalität an der Kapitalismusgläubigkeit festzumachen. Die Politiker gehen ungefähr demselben bereits genannten Trugschluss nach, wie die meisten Konzerne und die darin aktiven Menschen. Sie glauben in der Tat, wenn die Wirtschaft wächst gewinnen alle Menschen.
Das Problem dabei ist aber das die Wirtschaft nicht unendlich wachsen kann ohne die Menschen, die Tiere und die Umwelt auszubeuten und zu zerstören. Es ist ein Grundübel dieser Wirtschaftsweise die auch nicht durch die oberflächlichen Lösungen der Parteien gelöst werden kann. Am schlimmsten sind Parteien wie die Grünen die einen ökologischen Kapitalismus, einen grünen Kapitalismus propagieren, einen Kapitalismus der von Fairtrade schwadroniert und Konsumbewusstsein. Genau auf der selben schlimmen Ebene bewegen sich Konzerne wie Google die die Arbeitsplätze zu Spielhallen und Erlebnisparks machen um noch mehr versteckte Arbeitskraft ausfindig und nutzbar zu machen. Fakt ist nunmal das die Profitmaximierung eine Notwendigkeit in unserer globalen Weltwirtschaft ist. Es gehört zwingend zum 1 mal 1 so wenig wie möglich für Dinge auszugeben die die Profite nicht erhöhen. Am besten sollte man als Unternehmer keinen Cent für die Umwelt oder die Mitarbeiter ausgeben. Mit der gesellschaftlichen Entwicklung und Bewusstseinsteigerung kam es aber immer wieder zu schweren Kämpfen und Auseinandersetzungen die es fertig brachten Umweltschutz und Tariflöhne als Norm zu etablieren. Aber auch das befindet sich immer zur Disposition. Die Zerstörung und Ausbeutung war immer auf einem viel zu hohen Niveau, nach einigen Fortschritten befinden wir uns mittlerweile in einer Situation die als worst case definiert werden kann. Schlimmer kann es zwar schon noch kommen, aber wir sind andererseits auch auf dem besten Weg dieses schlimmste Szenario möglichst bald zu realisieren.
Der Regenwald wird genauso wie viele andere Wälder in den USA, Russland oder China ohne jegliche Nachhaltigkeit wild gerodet, weil die armen Menschen keine andere Möglichkeit zum ‘Überleben haben, als eben durch den Verkauf von uralten wertvollen Holz zu völligen Dumpingpreisen. Überall wird auf diesem Planeten nach Rohstoffen gebuddelt. Egal ob es um Gold, Silber, Coltan, Kupfer oder Öl geht, der Hunger nach Rohstoffen ist unbegrenzt denn diese bilden die Grundlage für die Produktion von noch mehr Produkten, um noch mehr Profite daraus schöpfen zu können. Es gibt unzählige illegale bzw. wilde Minen, Kaffee- und Kakaoplantagen in denen Kinder und Erwachsene für Hungerlöhne ihre Gesundheit ruinieren. Auch ist es mittlerweile üblich das tausende Menschen auf Müllbergen nach verwertbaren Resten kramen um sich irgendwie ihr geschundenes Leben zu sichern. Auf der anderen Seite gibt es uns Westeuropäer, wir gehören noch zu den Gewinnern des weltweiten Kapitalismus. Wir stehen auf der vermeintlich richtigen Seite. Trotzdem tragen wir unseren Teil zum Heer der Millionen Arbeits- und Perspektivlosen bei. Es gibt tausende die auf der Straße leben, von den Ämtern aus Kostengründen keine Hilfe erhalten, gerade bei Suchterkrankungen und schweren Schicksalsschlägen die nur durch jahrelange Therapie zu bewältigen sind. Es gibt Millionen Menschen die in Hartz IV Verhältnissen ihr bescheidenes Dasein verleben. Sie versinken in Verzweiflung, Einsamkeit, Apathie, Lethargie, Traumatas, den Verurteilungen der Politik und der für die Profite arbeitenden Bevölkerung. Sie gehen zu der Treberhilfe, zu den Tafeln, kramen im Müll der Wegwerfgesellschaft, lassen sich auf Ämtern und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erklären wie man zu arbeiten und zu leben hat. Sie mögen nicht verhungern, aber ihr Leben können sie nicht entfalten, genauso wie die Menschen die verhungern müssen, die keine Schule besuchen können, die an verunreinigten Wasser und heilbaren Krankheiten sterben. Ihr Leben ist umsonst geboren worden weil ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Und jene Menschen die das zynische Glück haben sich als willenlose Nutte auf den Märkten der Industriegesellschaften zu verkaufen ächzen unter den massiven Belastungen die das moderne Wirtschaftsleben mit sich bringt.
Ist ein gewöhnlicher Angestellter, ein Vorstandschef eines Dax-Konzerns eine willenlose Nutte des Kapitals? Selbstverständlich. Man könnte auch sagen das wir alle Kapitalsoldaten sind, oder hörige Gläubige des schnöden Mammons. Letztlich läuft es auf dasselbe hinaus, wir ordnen wie die Politiker als Wirtschaftssubjekte unsere Interessen und Bedürfnisse dem Kapital unter. Wir sehen im Dienst der Profitmaximierung auch die Befriedigung unserer Bedürfnisse, was eindeutig schizophren ist, denn immer weniger Geld für immer mehr Arbeit zu erhalten, kann nicht unser eigentliches Streben und im Interesse unserer Bedürfnisse sein. Warum aber machen wir es trotzdem mit? Es gibt außer dem sozialen Abstieg keine Alternative. Wer an der Gesellschaft wenigstens ein bisschen teilhaben möchte, der muss arbeiten, der muss sich verkaufen. Es gibt genug Menschen die sagen, Arbeit sei etwas positives. Wer arbeitet könne sich verwirklichen und gleichzeitig die Gesellschaft mitgestalten. Aber das ist eine illusorische und dreckige Lüge. Denn das Kapital bestimmt worin sich der Mensch verwirklichen kann, das Kapital sagt inwieweit eine Gestaltung möglich ist. Hast Du kein Geld kannst Du dir nicht Klamotten kaufen mit denen Du Individualität vorgaukelst. Bist Du nicht leistungsfähig, erhälst Du kein Geld und bist von Almosen der sogenannten Leistungsträger abhängig. Bei letzteren Beispiel wird Dir als Arbeitsloser sozusagen das Recht auf Selbstbestimmung genommen. Wir wollen unsere Firma nach vorne bringen, wir wollen das die Abläufe im Betrieb reibungslos funktionieren, wir wollen als Angestellte funktionieren damit wir stolz auf uns sein können. Wir leisten etwas und erhalten dafür Geld. Das sind die üblichen Glaubensbekenntnisse. Wenn man das ohne diese duckmäuserischen Phrasen betrachtet kommt folgendes heraus: Jeder Betrieb im Kapitalismus dient dem Kapital und damit auch alle seine Abteilungen und zugehörigen Angestellte. Alles wird präzise auf die Profitmaximierung abgestimmt. Jedes Bewerbungsgespräch belegt es eindeutig, der Personalchef guckt sich das junge Mädchen, das gerade aus der Schule kommt, genau an. Ist sie fleissig, ist sie zuverlässig, kann sie sich im Team einfügen, ist sie eine Person die zur Effizientsteigerung der Maschinerie beitragen kann? Das was in den Schulen schon mit dem lernen von Bewerbungsschreiben anfängt, nämlich das saubere pedantische Formulieren von wirtschaftlichen Fähigkeiten, soll letztlich im ausbeutenden Betrieb seinen vollen lebenslangen Ausdruck finden. Hat man es dann geschafft einen der begehrten Arbeitsplätze zu ergattern muss man sich 11 Monate des Jahres Tag für Tag stundenlang dem Profit unterordnen. Jede Tätigkeit im Betrieb ist darauf ausgerichtet möglichst schnell, ordentlich und kostenorientiert erledigt zu werden. Jede Pause, jedes private Gespräch, jeder Besuch auf einer privaten Homepage, jedes nicht begreifen eines betrieblichen Umstandes wird als Kostenfaktor betrachtet. Wer am Markt bestehen will muss seine Mitarbeiter im Griff haben, sie müssen sich täglich immer stärker an die Marktsituation anpassen. Sie müssen Kunden umgarnen und hinzugewinnen, Probleme unverzüglich mit Kollegen abklären und regeln, sie haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun als Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Kann man darauf als Angestellter stolz sein? Gestaltet man damit das eigene Leben so wie man es sich vorgestellt hat? Ist das die Realisierung der Wünsche, Träume und Bedürfnisse aller Menschen?
All das kann in den Branchen auf unterschiedlichste Art und Weise stattfinden, aber letztlich funktionieren sie alle nach dem selben Prinzip. Egal ob im Discounter als Verkäufer, oder als Mechaniker in der Werkstatt, oder als Manager in einer Bank, es gilt immer die Tätigkeit möglichst schnell, ordentlich und kostenorientiert zu erledigen, Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Und unterm Strich sagen sich die meisten Menschen in der Wirtschaft, wenn wir hart arbeiten gewinnen wir alle. Das ist aber nicht korrekt. Selbst wenn sich alle anstrengen, ihre Arbeitskraft und Arbeitszeit voll ausreizen, bedeutet das am Ende nicht eine Steigerung der Konzernerträge und Löhne oder eine Entfaltung der persönlichen Bedürfnisse und Vorstellungen. Es gibt unzählige Faktoren die ich nun nicht näher schildere, ich sage nur wie es letztlich Tag für Tag als Resultat für uns alle daher kommt: Es gibt Gewinner und Verlierer am Markt. Genau dieses Prinzip sorgt dafür das Menschen ihre Jobs verlieren, Betriebe ihre Niederlassungen schließen oder ins kostengünstigere Ausland verlagern, das der Niedriglohnsektor wächst, Arbeitslose arbeitslos bleiben, Profite an Minderheiten weitergereicht werden. Die Verlierer haben eben laut der unsichtbaren Hand des Marktes versagt, egal wie hart sie gearbeitet haben, oder wieviel der Manager studiert hat. Der Markt hat immer Recht, er ist quasi das Medium des Kapitals, durch ihn spricht das Kapital zu seiner Glaubensgemeinschaft. Das Kapital ist in ständiger Bewegung und führt ein unkontrollierbares Eigenleben. Es wird teilweise von Politikern wie Horst Seehofer ehrfürchtig „Monster“ genannt, welches man „irgendwie im Griff“ haben müsse. Das Kapital sucht sich den idealen Nährboden für das eigene Wachstum. Wenn viele Millionen Menschen in Hunger, Elend, Arbeits- und Perspektivlosigkeit leben, ohne Chance auf nachhaltige Veränderung, während gleichzeitig weitere Millionen zu Dumpinglöhnen und mittelmäßigen Löhnen zehntausende Stunden pro Leben schuften, gibt es natürlich auch eine Minderheit die als Gewinnerseite betrachtet werden darf. Sie hat es geschafft sich entweder aus einer prekären Situation zu befreien und aufzusteigen, was recht selten ist, schliesslich können nicht alle gewinnen, oder ihre vermögende Situation weiter auszubauen, entweder durch kluge Finanzanlagen, Erbschaft oder verstärkte Ausbeutung im Konzern. Dies ist es was ein Karl Marx als Klassengesellschaft definiert hat und sie besteht nach wie vor. Während Milliarden Menschen kaum etwas verdienen trotz horrender Produktivität, verdienen einige wenige Menschen Milliarden von Dollar indem sie die Produktivität der Menschenmassen über das Eigentumsrecht ausbeuten. Die Konzerngewinne steigen, aber die Löhne stagnieren. Während auf der einen Seite des Globus horrende Reichtümer gefeiert werden, verrecken andere im Nichts. Dies ist der normale Wahnsinn im Kapitalismus. Dies ist die Marktwirtschaft die alle Parteien mit ihrer Politik unterstützen, die alle Konzerne mit ihrer tagtäglichen Betriebsführung fortführen und verschlimmern. Alle wollen das Gute machen aber mit ihrem Handeln aber das genaue Gegenteil. Jeder liebe Kollege, jeder nette intelligente Chef, ist ein Zerstörer dieser Welt.
Vielen Menschen ist diese recht einfache Tatsache nicht bewusst. Manchen ist diese Tatsache vielleicht eher bewusst als anderen und noch weniger Menschen sprechen das letztlich auch einmal aus. Daher erscheint es oft so als ob viele Menschen die Situation einfach akzeptieren und ihr Leben recht willenlos vergeben. Aber ich denke das die Unzufriedenheit und Skepsis schon immer recht hoch war. Kein Schulkind mag die Schule, schon aus reinem Instinkt. Das Leistungsstreben gehört nicht zu unserer Natur. Natürlich wollen wir uns ausprobieren und Dinge ausreizen, aber wir brauchen nicht zum Sieger gekürt werden um uns glücklich zu fühlen. Kein Angestellter, kein Boss mag seine Tätigkeit aus dem selben Grund. Es mag Ausnahmen geben, aber auch diese Menschen werden bestätigen müssen, dass sie den Spaß an der Arbeit verlieren wenn es nur noch ums Geld geht. Und das geschieht ganz automatisch weil der Konkurrenzkampf sich im Verlauf der ständigen Wiederholung der kapitalistischen Produktion verstärken muss. Kein Profit ist hoch genug und keine Rationalisierung ist rational genug. Alles muss noch schneller, noch besser, noch kostenorientierter gemacht werden. Alle Kosten müssen noch mehr minimiert und alle Gewinne müssen noch mehr maximiert werden, denn nur so kann das wirtschaftliche Überleben eines Betriebes gesichert werden und damit auch der eigene Job, die Familie, das gesellschaftliche Miteinander und die Teilhabe an der Gesellschaft. In der Wirtschaft arbeiten wir den ganzen Tag nur gegeneinander und die Politik legitimiert das mit ihrem Staat, mit ihrem Gewaltmonopol und der Justiz. Im Kapitalismus wird es immer Krisen geben denn wir sind als Menschen nunmal nicht perfekt. Wir sind endliche begrenzte Lebewesen und können daher der Profitmaximierung niemals gerecht werden. Die Rohstoffe gehen zu neige, das wird automatisch auch endlose Krisen für die jetzige kapitalistische Produktionsweise geben. Vielleicht kommt irgendwann der „grüne Kapitalismus“, aber das wird nichts an der Profitmaximierung und der Ausbeutung der Menschen ändern. Es werden weiterhin Menschen verhungern nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie keine Arbeit haben. Die Massenmedien werden sich dieser Problematik weiterhin nur beiläufig widmen, schliesslich belebt es nicht gerade die Quote und den Konsum stetig die Hungertoten zubeklagen, auch wenn das dringend erforderlich wäre! Die Politik wird weiterhin vorwiegend darauf achten den Haushalt zu konsolidieren und die Wirtschaft als solche in die Zukunft zu führen. Eine grundlegende Veränderung wird durch die parlamentarische Demokratie niemals stattfinden, sie müsste quasi mit ihren Parteien über sich selbst hinauswachsen und bislang grundlegende Mechanismen und Machtstrukturen verlassen. Wir sehen anhand der letzten Jahrzehnte wie unmöglich es erscheint innerhalb der parlamentarischen Demokratie eine Überwindung des Kapitalismus zu realisieren. Denn leider ist der Staat elementarer Teil des Kapitalismus und verbietet sogar in seinen Gesetzen friedlich Veränderungen anzustreben. Wir können in der Politik schlussendlich wählen was wir wollen, die Entfaltung unserer Persönlichkeiten wird dadurch niemals realisiert werden können, damit ist der Hölle auf Erden weiterhin Tür und Tor geöffnet.
Das alles ist nicht richtig und kann nicht richtig werden. Wir dürfen das nicht mehr zulassen. Es ist wichtig dem eigenen Gewissen zu folgen. Lasst Euch nicht von Zeitfressern verführen. Das Fernsehen sendet auch gesellschaftskritische Beiträge, schaut lieber 3sat, Arte, Phoenix und Co. wenn ihr schon nicht völlig auf die Berieselung verzichten wollt. Es wäre zumindest ein Anfang. Macht kleine Schritte, nähert Euch vorsichtig Pionieren des antikapitalistischen und antiautoritären Denkens. Habt keine Vorurteile, keine Tabus, vertraut keinem Experten, keiner Ideologie, keinem Konzept das für alle funktionieren soll. Keiner hat das Rezept das uns alle heilen und retten wird! Der Weg unserer Zivilisation muss ein offener und experimenteller sein. Wir müssen jedem Menschen die Möglichkeit geben sich in dieser Gesellschaft frei und unkompliziert zu verwirklichen. Bislang stehen wir selbst uns im Weg weil wir einen Staat organisieren, legtimieren und dem Kapital folgen. Unsere Ohnmacht ist die Macht des Kapitals und des Staates. Wir sollten nicht akzeptieren das täglich tausende Menschen verhungern, Milliarden Menschen sich nicht verwirklichen können und der Planet immer mehr unbewohnbar wird. Es ist unsere Aufgabe den nächsten Bewusstseinssprung zu realisieren. Wir müssen dafür sorgen das nicht das Kapital sondern unsere Bedürfnisse die Gesellschaft regieren und gestalten. Wir müssen unsere Vorstellungen bewusst ergreifen und tatkräftig umsetzen und verteidigen. Niemand kann uns das abnehmen. Es ist daher erforderlich sich nicht in diesen Katastrophen einzurichten. Wer glaubt er könne glücklich sein zwischen Hungertoten, Müllbergen und verstrahlten Todeszonen der muss ein kranker, blinder Mensch sein, welcher dringend eine Psychotherapie benötigt. Wir sollten uns nicht mit den Rollen begnügen die aus reiner Tradition aufrechterhalten werden. Wir sind nicht einfach nur Angestellte, Schüler, Arbeitslose, Politiker, Manager, sondern grundsätzlich und zu allererst Menschen. Und als solche haben wir unseren Bedürfnissen zu dienen. Aber wie unsere eigentlichen Bedürfnisse aussehen muss erst noch auserkoren werden. Jeder von uns muss sich die Frage stellen was er zum Leben braucht. Ist es nötig 3 Fernseher, 2 Spielkonsolen, 10 Zigarettenschachteln, 2 Autos zu haben? Macht es glücklich im Büro sich von Kunden anschreien zu lassen? Ist es sinnvoll Arbeit nach den Profiten auszurichten? Ist es erforderlich den Politikern zu glauben, sie zu wählen obwohl man noch nie mit ihnen persönlich gesprochen hat? Es gibt etliche Möglichkeiten seine Bedürfnisse herauszufinden. Ich kann hier unmöglich eine Beschreibung darüber abliefern, es ist Euer Job oder vielmehr Dein Job, als Leser, als Mitmensch, als Zeitgenosse zu gucken was Dich reizt und belebt. Und ich bin sicher es ist nicht das unaufhörliche ausbeuten der Arbeitskraft für einen lumpigen Lohn, die Verschwendung der Lebenszeit mit unnützen Prüfungen in der Schule die nichts mit den Herausforderungen des Lebens gemein haben usw. Natürlich muss es eine Organisation geben in der wir uns auch herausfordern können, aber es sollte erlaubt sein das Leben mit faulenzen zu verbringen wenn es einen glücklich macht.
Frau Merkel und ihre Parteisoldaten bringen ein hartes Manöver um die nächsten 3 wichtigen Landtagswahlen zu ihren Gunsten zu bewegen. Der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg wird vollzogen. Auch wenn es sich eher um ein Pausieren als einen Ausstieg handelt, so wird ganz klar die Katastrophe für die eigene Sache instrumentalisiert. Einmal mehr wird offenkundig mit welchen Mitteln die „Mächtigen“ dieses Landes mit unserer Zukunft agieren. Sie erhoffen sich von ihrem Manöver eine entsprechende Zusage bei den Wahlen. Ja, wir sind so verantwortungsvoll und so verantwortungsbewusst, deshalb überprüfen wir die sichersten Atomkraftwerke der Welt nochmal. Für wie blöd halten die uns? Es ist doch klar das die Technik nicht immer hundert prozentig kontrolliert werden kann. In der Atomkraft wäre aber genau diese hundert prozentige Kontrolle notwendig, weil jeder Fehler im ungünstigsten Fall schreckliche Folgen für Millionen von Menschen hätte. Man will dem Wähler also sagen, wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst, also wählt uns doch bitte, auch wenn wir die letzten Jahre jeden Kritiker als Hysteriker oder Ökofanatiker bzw. Sicherheitsfanatiker hingestellt haben.
Ich würde nicht auf die kommenden Wahlen warten, ob die CDU und ihre Mutti gewählt werden, denn im Grunde genommen wissen wir doch alle das die Massen wieder das geringste Übel wählen um hinterher wie gewohnt jammern zu können, über die „da oben“. Denn immer noch gilt der alte Wahlslogan Adenauers: „Keine Experimente!“ Obwohl die Atomkraftwerke wohl als die größten Experimente des Landes gesehen werden müssen. Wir lassen die Dinger solange laufen bis etwas passiert. Denn das Geld lockt einfach zu sehr, gerade in den ständigen Krisenphasen des Kapitalismus. Dieses Land befindet sich am Abgrund, unser Reichtum basiert auf dem Elend und Leid von Millionen von Menschen und alles was in den kapitalgesteuerten Medienkonzernen wichtig erscheint ist lediglich die Frage ob nun vielleicht die Kernenergie ein Problem darstellt. Für jeden Menschen mit Schmalz ist das schon von der ersten Sekunde an klar! Wir haben doch regenerative Energien! Keiner braucht Atomkraft, genauso wie keiner den Kapitalismus braucht! Jedes Kind weiß das unendliches Wachstum nicht möglich ist, die Erde ist begrenzt, die Menschen sind es sowieso, ja Himmel wer kann denn da noch an diesen Unsinn festhalten?!
Täglich verhungern tausende Menschen, tausende kriegen keine ordentliche medizinische Versorgung, haben keine sauberen Sanitärenanlagen, tausende liegen auf der Straße, leben vom Müll oder leben auf Müllbergen, tausende können von ihrem Job nicht leben, tausende kriegen gar nicht erst einen, und selbst die die einen Job haben stöhnen über die hohen Belastungen und den Personalmangel. Es fehlt an Personal in der Pflege, in der Medizin, in der Schule, es fehlt an fähigen Personal in der Politik und obendrein ist die parlamentarische Demokratie nichts anderes als gelebter Stillstand! Wieviele der genannten Probleme wurden denn in den letzten Jahrzehnten wirklich gelöst? Es wurde immer nur drum herum geschwätzt während die Leute im Elend gnadenlos verreckt sind! Und wenn es Entscheidungen gab, dann waren die Entscheidungen zugunsten des Status Quo oder bedeuteten sogar eine Verschlechterung. Ich kann nur wiederholen was ich im letzten Artikel schon geschrieben habe: Widerlich und zum kotzen ist das alles, vor allem weil die Menschenmassen sich überhaupt nicht empören und engagieren, sie kaufen sich lieber Burger bei McDoof, 3D-Brillen beim Saturn und die BLÖD beim Zeitungsfritzen. Die Sonne scheint uns aus dem Arsch, als ob nix wäre!
Wie soll denn das weitergehen? Warten wir auf das nächste Erdbeben, den nächsten GAU bei unseren Nachbarn? Warten wir auf die nächste dumme Phrase der lebenden Sprechblasen (Politiker) die wir gierig für voll nehmen? Wollen wir uns wirklich mit jammern und warten zufrieden geben? Ist es nicht erforderlich seine Hobbys, seinen Job auf ein Minimum zu reduzieren, um möglichst viel Zeit mit der Recherche und Kritik am bestehenden System zu verbringen, um möglichst vielen Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen? Ich sage es hier ganz deutlich: Wir brauchen einen Umsturz. Wir brauchen einen Umsturz unseres politischen und wirtschaftlichen Systems. Wir brauchen ihn weil wir sonst nicht in der Lage sind den ökologischen und ökonomischen Wahnsinn zu stoppen. Wer will denn die Hungernden retten? Siemens? Die Bundesregierung? Es interessiert die doch einen Scheißdreck, sie haben ihre Zahlen im Blick und überhaupt werden sie behaupten nix damit zu tun zu haben. Natürlich, jeder distanziert sich vom Elend in der Welt. Die Hölle das sind immer die anderen, so etwas sagte schon Sartre. Aber ist das die Wahrheit? Ist man nicht selbst Teil einer Maschinerie die diesen Planeten vergewaltigt, vergiftet und missbraucht? Erniedrigen wir uns nicht tagtäglich selbst, wenn wir DSDS einschalten, Springerhetze lesen, dem Chef nicht die Meinung geigen oder streiken?
Wir sind Getriebene und uns geht die Puste genauso aus wie die Ressourcen. Depressionen, Burnouts sind mittlerweile Volkskrankheiten, gehören zum alltäglichen Gegeneinander wie die Rodung von Regenwälder und volle Terminkalender. Wohin soll uns der Leistungsdruck und der Wettbewerb führen? Wir wissen das es uns nicht glücklich macht, wir wissen es seit den ersten Jahren in der Schule, die nach genau denselben geistlosen und herzlosen Prinzipien funktioniert. Es gilt Widerstand zu leisten, es gilt nicht nur einfach zu protestieren, sondern auch zu streiken. Wir müssen aufhören zu glauben das es einen Sinn hat sich zwischen und in diesen Katastrophen einzurichten. Es ist unabdingbar dem eigenen Gewissen, Gefühlen und Vorstellungen zu folgen. Es ist zwingend notwendig die Parlamente der Welt durch Räte zu ersetzen. Die Menschen müssen ihr Leben endlich wieder bewusst in die Hand nehmen. Das Zauberwort heißt Selbstverwaltung! Die Kontrolle über die Menschen haben momentan die weltweiten Kapitalströme, alles wird von ihnen maßgeblich geprägt, die Menschen reagieren nur noch. Diese Kontrolle kann nur durch eine Brechung sämtlicher Staaten und Gewaltmonopol erreicht werden. Der Staat steht einem freien selbstbestimmten Leben genauso im Weg wie der Kapitalismus.
Wir brauchen keine Führer die uns sagen wie wir zu leben haben. Und wir brauchen garantiert auch keine Profitmaximierung um glücklich zu sein. Es ist also ein dringendes Einsehen erforderlich, eine radikale Denkweise muss entwickelt werden für einen gewaltfreien und langfristigen Umsturz der kapitalistischen Strukturen und Staaten. Der Staat ist nicht unser Freund, er schützt die Reichen, er prügelt die Armen. Er ist der Erfüllungsgehilfe des Kapitals! Es ist überall zwischen den Zeilen zu lesen, selbst in den kapitalorientierten Massenmedien. Und ich möchte dazu auffordern endlich die Aufmerksamkeit auf Dinge zu richten die eine Zukunft haben. Der Staat hat keine Zukunft, er hat kein Interesse an den Bedürfnissen der Menschen, ihm geht es wie den Konzernen nur darum die Profite zu ermöglichen und zu maximieren. Wo ist da denn das Recht auf ein würdevolles Leben? Es wird hierzulande genausowenig realisiert werden können wie irgendwo sonst, wo selbige Strukturen vorherrschen. Es ist also an der Zeit sich mit dem Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus, diesen ganzen antikapitalistischen Strömungen und Vordenkern auseinanderzusetzen. Ich kann nur immer und immer wieder dazu animieren endlich in diese Richtung zu streben. Die ganzen Parteien werden uns an die Wand fahren, genauso die Konzerne, das ist eine einzige bewusstlose Achterbahnfahrt ins Nirvana!
Während man hierzulande nicht weiß was man tanken soll verrecken auf der ganzen Welt Menschen im Elend. Sie verhungern auf Müllbergen, ersticken an giftigen Elektroschrott aus sämtlichen Industrienationen, ersaufen auf dem Weg ins gelobte Land Europa und verkaufen ihre Körper an widerliche Scheißkerle. Und all das findet nirgends die dringliche Anklage und Bekämpfung wie es notwendig wäre. Weder in den Medien wird angeklagt das noch immer kaum Bewegung gegen all diese Entwicklungen herrscht, es wird weder in der Politik, noch in weiten Teilen der Bevölkerung irgendetwas getan was von irgendeiner Bedeutung wäre. Was wird getan gegen die Plastikinseln auf den Weltmeeren, die Rodungen der Wälder, dem Artensterben und die Betonisierung der Landschaften? Alles was man von den Leuten zu hören bekommt ist wie traurig das alles doch sei und wie wenig man dagegen machen könne. Es wird alles gleichgültig hingenommen und akzeptiert. Kinderarbeiter auf Kakaoplantagen? Auf Kaffeeplantagen? In Coltanminen? Shit happens, bissl Schwund is immer, die Welt dreht sich weiter und überhaupt: Wir haben alle unsere Sorgen und Probleme, was solls! Mich widert das dermaßen an, ich kann jeden Amokläufer zutiefst nachempfinden warum er die Waffe gegen seine Nachbarn richtet. Es ist zutiefst ekelhaft wie sich millionenfach zwischen all diesen Katastrophen ein nettes Leben eingerichtet wird. Überall züchten wir Fabriken in den Tiere massenhaft hingerichtet werden, in denen Menschen systematisch zu stumpfsinnigen Fachidioten abgerichtet werden, permanent wichsen die Leute sich einen auf ihr Äußeres, auf Oberflächlichkeiten, verlieren sich in Trends und Skandale die alle nichts wert sind! Es ist widerlich diese Routine und den Alltag zu spüren, die Sonne auf seiner Haut zu spüren, zu sehen wie die Leute Eis schlecken während die Bundeswehr in Afghanistan Zivilisten bombadiert, während Politiker das Land an Kapitalisten verkaufen, während die Schifffahrt die Atmosphäre verpestet. Die Leute leben als ob wir in der besten aller Welten leben. Sie haben geschluckt was große Parteien seit Jahrzehnten erzählen, sie haben geglaubt was die Eltern, Lehrer und Bosse dieser Welt erzählt haben. Arbeite hart und es lohnt sich. Lerne hart und es lohnt sich. Ja für wen denn, für was denn? Die Profite steigen, aber wer von uns ist glücklich? Die Welt versinkt im Dreck, die Ruinen wachsen, die Reglementierungen und die Repressionen steigen, aber schön das Bruttosozialprodukt hat ein Wachstum zu verzeichnen, na dann ist ja alles in Ordnung, gehen wir Kinder zeugen in diese verkommene Zeit! Widerlich, abscheulich, unerträglich! Wie kann man nur all das nicht sehen und nicht bekämpfen. Es geht mir nicht ins Hirn. Die Informationen sind offenkundig, man braucht sich nur hinsetzen und sie wahrnehmen, das ist alles. Es gehört kein großer IQ dazu, es gehört kein großer Charakter dazu, es ist bloss Zeit die man investieren muss um zu begreifen was schief läuft und was getan werden muss. Ist das so schwer? Wenn die Probleme gelöst sind könnt ihr Euch ruhig einen drauf runterholen wie geil Lady Gaga singt und wie scheiße Guttenberg ist. Letztlich wird die Lösung der Probleme aber nie eintreffen, denn dazu müsste man erstmal innehalten können. Und wer will das schon? Wer will sehen wie abgrundtief verdorben diese Welt geworden ist, nachdem wir sie jahrzehntelang vergewaltigt und benutzt haben wie einen wehrlosen Kinderkörper. Wir behandeln die Erde schlecht, weil wir uns schlecht behandeln, weil wir nicht wissen wer wir sind. Es ist eine ganz einfache Logik, jedes Kind weiß das was nicht stimmt. Geht endlich mal Eurem Gewissen nach oder wollt ihr später wenn nachfolgende Generationen fragen wie das alles möglich war, wie die Nazis sagen ihr hättet von all dem nichts gewusst?
Warum ist es so schwierig Freundschaften auf zu bauen? Klar, man lernt jede Menge Menschen kennen aber in den meisten Fällen entwickelt sich keine grossartige Verbindung. Neben Sympathie und Interessen bestimmen oftmals die persönlichen Gewohnheiten und Lebensumstände inwieweit man sich mit jemand anderen anfreunden kann. Wenn man eingekeilt ist zwischen Job und Haushalt bleibt oft zwangsläufig wenig Raum für Gespräche jenseits des Alltags. Dies fördert Monotonie und Langeweile. Dies ist Ausdruck von gesellschaftlichen Strukturen. Wenn der Job intensiver und ausführlicher wird muss zwangsläufig etwas anderes darunter leiden. Wer mehr arbeitet hat mehr Geld für Freizeitaktivitäten, dafür aber auch weniger Freizeit. Die stetige Fortsetzung der Arbeitstätigkeit erklärt Einverständnis mit der fortwährenden Arbeitsintensivierung und damit auch der Zerstörung von Freizeit. Schon jetzt dominiert Arbeit alles, jegliche Freizeitaktivität funktioniert fast nach demselben Schema, wer ist leistungsfähiger, wer ist Gewinner und Verlierer, sei es im Sport, bei Computerspielen oder Diskussionen über irgendwas. Man merkt wie die Grenzen verschwimmen. Wir müssen jederzeit erreichbar sein, möglichst flexibel sein und vielfache endlose Weiterbildungen als nützliche Qual für den Erwerb oder Erhalt eines Jobs betrachten. Ständig wird mehr gefordert, mehr Einsatz, mehr Disziplin, mehr Gehorsam und so weiter. Klar, keiner muss lernen oder arbeiten jedoch muss jeder mit den tragischen unerträglichen Folgen leben sofern er sich tatsächlich konsequent verweigert und wer will das schon? Wir sind isolierte Kapitalsoldaten und langweilen uns weil wir immer nur auf eine primitive Art und Weise funktionieren müssen. Bei all den Aufgaben und Herausforderungen die der Markt so bietet geht es von Anfang bis Ende nur um den Profit. Dies ist der schöpferische Prozess der Zerstörung. Wir produzieren um Geld zu verdienen und bedienen uns bis zur restlosen Selbstopferung bei uns selbst und der Natur. Umweltzerstörung und Zivilisationskrankheiten haben einen gemeinsamen Nenner, genauso wie die Monotonie, die offensichtlich hilflose Politik und die sich immer weiter annähernden Parteien. Es gibt diesen roten Faden der sich durch alle Branchen und Bereiche der Gesellschaft zieht. Aber solange die Menschen sich keine Zeit für ihn nehmen, existiert er für sie nicht und alle genannten Beispiele erscheinen willkürlich und an den Haaren herbeigezogen.
Angesichts der Menschenmassen zwischen Rolltreppen, Beton und Metall kann man schon in Verzweiflung verfallen. Hübsche, hässliche, dumme, schlaue Menschen ziehen eilig aneinander vorbei, haben Termine und Ziele, telefonieren, spielen mit dem Handy, reden über Partys oder Geschäftliches. Soviel Getue als ob alles seine Ordnung hätte. Egal wie sie sind, sie sind vorallem Konkurrenten. Sie konkurrieren um einen Platz an der Sonne. Irgendwie glauben sie fest daran auf dem besten Weg zu sein. Gut, manchen ist klar sie sind nicht auf der idealen Linie und sind dementsprechend drauf. Andere, Bettler und Obdachlose die auch zum alltäglichen Bild gehören, haben längst aufgegeben und sich mit dem Abstieg angefreundet. Doch die anderen kämpfen noch und versuchen die Armut in ihrem Alltag zu verdrängen. Schicke Klamotten, dicker Schmuck, aufwändiges Makeup, können nicht über diese innere Leere hinweg täuschen. Was macht deren Leben schon aus? Das sind lediglich Konsumzombies, Verbraucher, Konsumenten, Arbeitnehmer, Funktionsidioten die am liebsten Maschinen wären. Ständig wird an irgendetwas gearbeitet, an der Karriere, am Outfit, am Körper, an der Beziehung oder an der Wohnung. Zutun gibt es immer irgendetwas. Es gibt immer die Möglichkeit sich auszublenden. Für viele ist das eine derart normale Gewohnheit, für sie ist das Leben. Für mich ist es ein Alptraum. Wie kann man Staus, überfüllte U-Bahnen, Fast-Food-Restaurants, Discounter und Bürogebäude ertragen? Wieso akzeptieren wir die permanentene Normierung und damit Zerstückelung unseres Lebens? Der ganze Alltag besteht darin vor Automaten, Maschinen zu warten, sie zu bedienen und am liebsten würden wir das auch mit allen Menschen so machen. Wohin soll uns das Ganze führen? Stellt sich überhaupt jemand diese Frage? Großstädte sehen für mich so aus als könnten sie jeden Moment explodieren oder implodieren. Da werden Katastrophen verwaltet und verdrängt. Menschen wühlen im Müll und einen halben Meter weiter küsst sich ein junges verliebtes Paar, streichelt eine Mutter ihr Kind, nuckelt ein Penner an seinem Bier, fährt der Lamborghini eine Taube platt. Diese Zustände die unerträglich sind werden von anderen gar nicht gesehen weil sie nur Augen für ihr Leben und ihr Nest haben. Sie klammern sich regelrecht an die minimale Portion Glück und Hoffnung die ihnen noch geblieben ist, sei es der Partner oder das Kind oder ein bestimmtes Hobby oder ein bestimmter Job in dem sie noch irgendwie erfolgreich sind oder Freude haben. Aber ringsherum sind offensichtliche Beschädigungen des sozialen Gefüges am ausbrechen. Die Seuche der Ignoranz und Gier greift um sich während die Leute immer noch glauben all das wird sich noch zum Guten wenden. Aber nichts wird dahingehend passieren. Wir sind verloren weil wir uns selbst verloren haben. Wo ist denn noch der Bezug zur Natur in einem U-Bahn-Schacht? Wo ist denn noch die Liebe zu den Elementen in abgeschotteten Bürogebäuden? Es ist gräßlich und traumatisierend. Wer dies akzeptiert und darin funktioniert ist die Krebszelle die diesen Organismus namens Erde vergiftet und zerstört. Man muss rebellieren. Man muss sich weigern zu funktionieren. Es ist erforderlich auf die Entfremdung und Ignoranz hinzuweisen. Manche Menschen besaufen sich in aller Öffentlichkeit um völlig kaputt in irgendeiner Ecke zu verrotten, es sind Obdachlose, es sind Punks, es sind auch ganz einfache Leute die in ihrer Freizeit zuviel Party gemacht haben, – sie alle setzen ein Statement: Sie können das alles nicht mehr ertragen ohne eine ordentliche Portion Selbstzerstörung. Alkohol ist Nervengift. Nikotin hat eine ähnliche betäubende und zerstörende Funktion. Und der ganze Zucker und das Fett in den Lebensmitteln haben auch eine äußerst beruhigende Funktion. Ich denke das macht den Erfolg von Junk und Fast Food genauso aus wie von Zigaretten, Alkohol und sonstigen Geschichten mit ähnlicher Wirkung. Ablenkung, die Suche nach dem Ruhepol, der Quelle an der man wieder Kraft auftanken kann und zu alter Stärke finden kann, all das verbindet viele Menschen. Es ist kaum zu glauben wie ähnlich wir uns alle sind. Wir versuchen uns zu unterscheiden mit Klamotten, Autos, Erfolgen, aber das ist alles nur oberflächlich, denn in Wahrheit sind wir alle gleich was grundlegende Bedürfnisse angeht. Wir brauchen Anerkennung, Nähe, Vertrauen und Stabilität. Aber wir entziehen mit unserem bewusstlosen Dasein die Grundlage die für die Befriedigung dieser Bedürfnisse erforderlich ist. Wer kapitalistisch lebt, also nur für die Profite arbeitet und dieses Muster der Leistungsintensivierung und -maximierung verfolgt, zerstört nicht nur sein eigenes Leben, er zerstört überhaupt das Leben an sich. Er ignoriert nicht nur die Vielfalt, er zerstört die Bedingungen für die Entfaltung von Vielfalt. Wer sich den Rationalisierungen unseres wirtschaftlichen und politischen Systems unterordnet darf nicht damit rechnen das er in Zukunft glücklicher wird.
Die Aggressivität als Ausdruck der Verlogenheit, Ignoranz und Verzweiflung ist in allen Lebensbereichen erkennbar. Ob auf dem Weg zur Arbeit/Schule auf den Autobahnen und Straßen, ob in den Schulklassen oder am Arbeitsplatz, der Krieg zwischen den Menschen gestaltet sich nicht mit Kugeln sondern mit Zielen wie man die eigene Karriere vorantreiben kann, wie man die Profite des “eigenen” Unternehmens vorantreiben kann. Jede Minute am Arbeitsplatz oder in der Schule ist eine verlorene Minute, weil wir uns in dieser Zeit mit Dingen auseinandersetzen die uns das Leben nicht genießen lassen. Wem dienen die Noten, wem dienen die Banknoten? Kann man davon sprechen das sie uns allen mehr Glück, Ruhe und Genuss verschaffen? Fettleibige, Raucher, Drogenabhängige, Geldfixierte sehen nicht sonderlich glücklich aus. Was ist mit den Milliardären? Sind das die glücklichsten und besten Menschen? Sind das unsere Götter? Wollen wir nicht alle reich sein? Wenn wir es nicht wollen, warum setzen wir uns so unter Druck? Man wird auf die Erde geworfen, lernt seine Eltern lieben und versteht das etwas zwischen dieser Liebe steht. Nämlich die Angst der Eltern, das Kind wäre nicht gut genug, wird Probleme haben sich im internationalen Konkurrenzkampf durchzusetzen. Davon weiß man als Kind natürlich überhaupt nichts und versucht stattdessen instinktiv die Angst der Eltern, die selbstverständlich deutlich spürbar ist, mit eigenen Leistungen zu vertreiben und damit wieder Platz für die Liebe zu machen. Das Leistungsstreben der Leute, was von einigen verblendeten Menschen als Triebfeder des Fortschritts bezeichnet wird, ist nichts anderes als das Streben nach Liebe. Und weil keine Leistung alle Ängste auf Dauer vertreiben kann, gibt es kein “genug”. Wir sind immer gierig und hungrig nach der Anerkennung die wir in der Kindheit nie erlebt haben. Manche hatten Glück, keine Frage, aber der Masse geht es eindeutig anders. Warum sonst haben wir soviele Drogentote, Suizide, Depressive, Burnouts, Stresssymptome, woher kommt der Drang der Leute sich und andere zu belügen und zu betrügen? Warum sollte das uns in irgendeinerweise zu etwas besseren führen? Offensichtlich wird es nicht besser, die Müllberge wachsen am Land genauso wie auf See. Wenigstens krabbeln auf den Müllinseln der Weltmeere noch keine verdreckten Kinder ohne Perspektive herum. Ich verabscheue die Poliitk, mich widert das Bildungssystem an, ich kriege das kalte Kotzen wenn ich unser wirtschaftliches System sehe. Alles ist so strukturiert und gestaltet das man als mitfühlender und mitdenkender Mensch gebrochen wird. Alles ist normiert und erfordert Anpassung und ein zerstückeltes kurzsichtiges Weltbild und Empfinden. Wer will denn “Chicken Wings”, wer will denn Uhren mit Leder, die fiktive Uhrzeiten anzeigen, wer will denn überteuerte Fahrzeuge die einen von einer Wüste in die nächste bringen? Das müssen doch alles totale Vollidioten sein die soetwas mit Genuss kaufen. Aber ich will mich nicht herausnehmen, ich bin genauso schlimm. Ich kaufe auch irgendeinen Massendreck und vergifte mich und andere so effizient wie es nur geht. Hierauf habe ich stets mit Ekel und Abscheu reagiert, mein Ventil war Black Metal und ist es immer noch, aber ich bin dabei zu lernen. Widerlich wie die Menschen sich in den Katastrophen einrichten, achselzuckend Verkehrs- und Hungertote hinnehmen, anstatt den Verkehr einzuschränken und Essen zu verschenken. Anstatt das Ziel der Produktionsweise zum Wohl aller Menschen zu ändern, spalten sich die Menschen lieber auf, streiten sich um jeden Euro, gucken das sie möglichst schicke Klamotten dafür kriegen und holen sich einen darauf herunter. Als ob das alles irgendetwas bedeuten würde. Mich widert das unendlich an. Wie kann man Familien zeugen in so einer kaputten Welt? Gibt es einen größeren Akt des Wahnsinns? Aus meiner Sicht leben wir alle in Konzentrationslagern, nur sind wir Juden und Wärter zugleich. Wir peinigen uns mit Schlägen, hungern uns schlank, arbeiten uns kaputt und mit letzter Kraft werfen wir Nachwuchs zwischen Blut, Kot und Leichen. Da braucht man sich nicht zu wundern wenn sich die Geschichte wiederholt. Wir bestimmen die Regeln, aber wir bestimmen zurzeit lieber wer sie in welcher Form für uns macht und meckern hinterher wie falsch und hohl die Regeln und Regelmacher doch sind. Ja, die Ketten schmerzen, sie stumpfen uns ab, treiben Leere und Kälte in den Körper und die Seele, aber den Schlüsseln halten wir permanent in den Händen. Ganz ohne Metaphern: Die Parlamente aller Welt verwalten den Irrsinn und belügen uns nicht nur alle paar Wahlen. Wir glauben ihnen, lassen uns beruhigen, damit wir weiter in Ruhe konsumieren und arbeiten können. Klar, der Konkurrenzkampf wird stärker, die Gehälter stagnieren, während die Vermögen kleiner Minderheiten wachsen, wen interessiert das schon? Es muss ja irgendwie weitergehen. Keine Experimente! Bloss nicht! Es könnte ja etwas verändern, es könnte uns ja weiterbringen. Die Angst hält uns davon ab. Wir glauben nicht an uns. Wir glauben wir sind nicht gut genug für das Leben ohne Lohnabhängigkeit, ohne Parlament, ohne Parteien und Landesgrenzen. Wer braucht Führungspersonen? Wer braucht diese ganzen Affen die nur sich selbst helfen können? Hören wir doch auf diesen Lügen zu glauben. Wir sollten akzeptieren das nur wir selbst unsere Bedürfnisse erkennen und befriedigen können. Das muss organisiert werden mit möglichst wenig irrationaler dogmatischer Struktur. Wann werden wird den Mut haben die Minister und Bosse hinfort zu jagen, sie zu ganz gewöhnlichen Mitmenschen zu machen? Wann hören wir auf Angestellte zu sein, hören wir auf Schüler zu sein? Wann hören wir auf Leistungsdruck und Konkurrenzkampf als Naturgesetze zu verstehen? Ich will die Parlamente sprengen, ich will die Mauern in den Köpfen sprengen, ich will endlich frei atmen ohne Furcht vor Gift, Lüge und Zwietracht! Das muss doch möglich sein! Es ist unserer Pflicht, wollen wir eine Zukunft haben. Eine Zukunft die mit wirklichen Leben erfüllt ist. Einem Leben voller ereignisreicher Augenblicke. Was erleben wir denn in der Schule? Was erleben wir denn in den Konzernen? Graue Scheiße die uns alle erniedrigt und frustriert. Es gibt keinen Grund das länger hinzunehmen. Lasst Euch nichts anderes einreden! Organisiert Euch, diskutiert, protestiert und setzt neue Lebensformen durch! Demokratie von unten, Betriebe müssen solidarisch anhand unserer Bedürfnisse organisiert werden. Wir sollten auf Profite scheißen, genauso wie wir auf Noten scheißen sollten. Wen interessiert denn bitte sowas? Wo soll uns das hinführen? Wir sind hier um das Leben zu genießen und zu gestalten, nicht um uns mit krankhaften Perfektionismus und Bulimielernen zu missbrauchen. Rationalisierungen und Optimierungen sollten nur noch stattfinden wenn wir dadurch mehr Freizeit haben. Schulen sollten vorwiegen so organisiert werden das wir alle Spaß daran haben. Es gibt hunderttausende Möglichkeiten die momentan ignoriert werden!
Das wichtigste in unserer Gesellschaft ist der Profit und dessen Maximierung. Die Politik mit all ihren Parteien und die Wirtschaft mit all ihren Branchen orientiert sich zuerst am Profit. Deshalb herrscht über alle Menschen und auf allen Kontinenten, von der Geburt bis ins Grab, unendlicher Konkurrenzkampf und Leistungsdruck. Es gibt immer mehr Verlierer als Gewinner. Daher wachsen Zivilisationskrankheiten, Einsamkeit, Orientierungslosigkeit, Lethargie, Apathie, wächst die Umweltzerstörung und die Tierquälerei. Menschen die sich nicht kennen und nicht lieben zeugen ungeliebte Kinder, die sie auch nie richtig kennenlernen, die wiederum in Betonlandschaften Amok laufen nachdem sie in Lernfabriken und in besagten kaputten Familien mit hohlen Befehlen und Sprüchen missbraucht wurden. Arbeitslosigkeit, Kinder- und Altersarmut, Obdachlose, Suizide sind notwendige Koleratalschäden, wie ermordete Zivilisten im Krieg, um die Maschinerie fortzusetzen. Wir sind als Treibstoff in diese Maschinerie hineingeworfen, gebrochen und gezüchtet worden um zu funktioniert. Jeder Versuch Gefühle zu empfinden muss als Kritik am System verstanden werden. Die Vernichtungswelle vergrößert sich in jeder Sekunde, wird in all die Winkel des Lebens getragen wohin die Menschen mit ihrem Profitstreben gelangen können. Jeder Schultag, jeder Arbeitstag, ist ein verlorener Tag im Paradies, ist ein Akt der Zerstörung, eine Vergewaltigung unserer Natur. Die Menschen organisieren die Hölle auf Erden, immer im Sinn die Profite und die darauf aufbauenden Illusionen. Wir sollten die Dinge so sehen wie sie sind und nicht so wie sie sein sollten. Deshalb müssen Staaten, Parteien, Konzerne, alle darin befindlichen Hierachien und Ideologien als unnützes giftiges Zeug erkannt und vergessen werden.
Wenn man als Arbeitnehmer kündigt braucht man nicht erwarten das der zuständige Personalleiter, Abteilungsleiter, Niederlassungsleiter oder Chef irgendeine Form der Emotion zeigt. Im Grunde genommen ist es diesen Typen scheissegal aus welchen Gründen man ausscheidet. Sie sehen höchstens oberflächlich eine Persönlichkeit aus Fleisch und Blut vor sich, in erster Linie rattern bei ihnen die betriebswirtschaftlichen Folgen durch die Birne. Die Frage warum jemand freiwillig geht, gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, wird genauso wenig gestellt, wie um den scheidenden Mitarbeiter und dessen Erfahrungen gekämpft wird. Gleichgültig wird die Änderung im Abwicklungsprozess der Profitmaximierung hingenommen, ohnehin sind die Beziehungen untereinander als Kollegen begrenzt und distanziert, für die meisten ist die Arbeit eine einzige Quälerei die aus Liebe zur Familie, Geldnot oder Geldgeilheit ertragen wird. Es gibt Chefs die ihre Mitarbeiter allen Ernstes trotz dieser offenkundigen Fakten mit sozialistischen Sprüchen von Revolutionären wie Rosa Luxemburg motivieren wollen produktiver, im Sinne der Profite, zu arbeiten. So findet sich bei einer der vielen Emailansprachen auch der Spruch: “Wer nicht kämpft hat schon verloren.” Diese Durchhalteparolen sind ein pikantes und entlarvendes Beispiel dafür wie tief die Ahnungslosigkeit und das Desinteresse um die Geschichte des Kapitalismus und der Arbeiterschaft sitzen muss. Selbst Führungspersonen, studierte Leute mit Jahrzehnten beruflicher Erfahrung, erschöpfen sich in Stumpfsinn nur um irgendwie den Laden am laufen zu halten und produktiver zu machen. Es ist auch scheiss egal ob das allen schadet, solange es keine ernsthaften Bewegungen oder brennende Strassensperren auf dem Weg zur Arbeit gibt werden diese Mitläufer weitermachen und glauben das sie mit ihren Überstunden, ihren dicken Gehältern, überteuerten Fahrzeugen, Klamotten und ihrer Überheblichkeit, Ahnunglosigkeit sowie Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Geschichte, sich selbst und anderen Kollegen richtig liegen. Für die ist alles in bester Ordnung jede Arbeitsflexibilisierung und -intensivierung, jede ihrer Arbeitsanweisungen erscheint ihnen als der einzig richtige und legitime Weg für das Glück aller, die Leute müssen nur brav arbeiten dann wird alles gut. Sie können sich nichts anderes vorstellen weil sie nie anders gelebt haben und sich auch nichts schöneres erträumen können als irgendwelche Führungsrollen zu schauspielern. Das wir alle besser dran sind ohne diese Hierarchien, ohne Wettbewerb, ohne Profitmaximierung, ohne Rollenspielerei und Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, deren Bedürfnissen und so weiter kommt diesen eindimensionalen Menschen tatsächlich nicht in den Sinn. Darin besteht die ganze Traurigkeit und Wüste.
Ich trage wie die meisten Menschen Geschichten, Gedanken, Probleme, Visionen und Flausen mit mir herum. Es gibt niemanden dem ich davon erzählen und berichten könnte, zumeist fehlt die Zeit, das Interesse, Mitgefühl und so weiter. Viele haben ihre Jobs, Hobbys und gewohnten Menschen die sich zumeist nur oberflächlich verändern und verhalten. Das gibt Halt und Sicherheit, aber vorallem keine lästigen Veränderungen in Form von Erfahrungen und Erkenntnissen. Jegliche Unterhaltung die doch irgendwie stattfinden musste war für mich vorhersehbar. Ich darf nichts erwarten. Wieviel Lebensqualität erlebt ein durchschnittlicher Mitbürger wie ich? Gedrängel auf den Fusswegen, Strassen, an den Supermarktkassen und Bankautomaten, Gehetze zum Büro, im Büro und auf dem Weg nach Hause, Abgase in der Lunge, Müll, Kotze und Scherben zieren die Betonlandschaft wie speckige Fettringe und vergilbte Falten die Körper meiner Nächsten. Gehupe, beinahe und richtige Zusammenstösse von ökologischen und ökonomischen Wahnsinn, zwischen Plattenbau, vollgepissten vermüllten Spielplätzen, überfüllten Arztpraxen, unterbesetzten Schleckerläden und immer geöffneten Tanken, Burger-, Dönerbuden, Autobahnen und Flughäfen. Immer zischen Blechlawinen durch die planierten Pfade. Die Luft erscheint als tödliches Transportmittel für allmögliche Gifte. Überall schmeissen die Leute ihren Krempel herum, setzen Haustiere zur Urlaubszeit aus, werfen vollgepinkelte Flaschen ins Gestrüp und jammern über ihre Luxusprobleme. Inmitten dieser Wüste feiern meine Mitmenschen sich selbst und irgendetwas, vielleicht um all das besser ertragen zu können, um ihre Einsameit, Verzweiflung und Hilflosigkeit zu verbergen. Die ganze Welt ist zerrissen und voller endloser Schluchten in denen arme Seelen um Erlösung bitten. Die Sucht vieler Menschen nach unbefangener Freude die sie in Diskotheken, am Boden einer Wodkaflasche, den primären Geschlechtsmerkmalen von Fremden suchen, ist Ausdruck einer grossen Furcht. Der Furcht vor der leeren Unendlichkeit in ihnen und um ihnen herum. All dieser Lärm in den Häuserschluchten, die Spektakel in den Medien und die Dramen in den Familien, die Konflikte ums Geld in den Konzernen sind vollkommene Leere und stehen als lebendige stinkende zersetzende Wahrzeichen für das blanke Entsetzen und die Trostlosigkeit die diese untoten Menschenmassen mit Blut und Tränen verbreiten. Übelkeit, Ekel, Trauer, Apathie und Depressionen gehören zu den einzigen verlässlichen Gefährten in diesen Wüsten voller Schlachtfelder. Wer will da schon irgendetwas erwarten? Jedes Wort ist überflüssig. Die Menschen richten sich in der Katastrophe ein und werden so selbst zu einer. Ich spüre wie es mir langsam egal wird. Es ist wie eine Transformation zu einem Zombie. Die Allgegenwärtigkeit der Ignoranz impft einem täglich ein das es sich nicht lohnt das eigene Gewissen zu hören. Was bleibt einem übrig. Isoliert durch Profitmaximierung und Konkurrenzkampf sind wir nach etlichen Jahrzehnten derart behindert und unfähig Alternativen zu erdenken das wir alle die es trotzdem probieren als Träumer und Spinner abtun. Wir sind trotz aller Fortschritte kein bisschen reifer geworden.
Das Schlimmste ist die stetige Wiederholung der ewigselben Problematik. Ständige Wiederkehr von Phrasen, Sprüchen, Situationen, alles scheint vorprogrammiert. Man kann heute sagen wie es morgen oder die nächsten Wochen, Monate und Jahre sein wird. Die Unterschiede und Veränderungen sind immer nur oberflächlich. Es gibt andere Kollegen, es gibt andere Satzstellungen, sanftere oder boshaftere Äußerungen, es gibt freundliche und unfreundliche Chefs und alles scheint überhaupt keine Rolle zu spielen für den Kern, der uns alle in die Büros dieser Welt treibt. Jegliche Spontanität wird aus den Individuen gesaugt, die Individuen existieren nur noch für diesen Kern. Der wesentliche Kern jeglichen Treibens der die Leute zusammenhält, der sie gemeinsam kämpfen lässt, obwohl sie sich selbst und alle anderen verabscheuen. Wenn Plakete im Büro hängen die so etwas dämliches sagen wie “Service ist unsere Leidenschaft” oder “Wir hängen uns voll für unsere Kunden rein” mit entsprechenden Sinnbildern darüber, dann spielen sie auf diesen Kern an der unsere Familie, Umwelt, unser ganzes Leben vergiftet. Der Kern ist die Profitmaximierung, die maximale Verwertung menschlicher Arbeitskraft, die Intensivierung des Arbeitsprozesses. Jegliches Gelächter der Kollegen an guten Tagen kann nicht über diesen Kern hinaus gelangen. Nichts, weder der Urlaub, die Freizeit, das Intimleben kann diesen Kern aufheben und nichtig machen. Alles geht von ihm aus und alles bezieht sich auf ihn und entsprechend stark ist seine Sogwirkung auf alle Generationen. Blind wird darauf vertraut das die Ordnung der viele Millionen Menschen folgen schon seine Richtigkeit hat. Als ob den Leuten schon immer nichts anderes übrig blieb sich den Verhältnissen hinzugeben. Als ob die Leute schon immer so hörig den Gesetzen des Kapitals und der herrschenden Klasse waren. Jeder der diese Ordnung, die in Wahrheit Chaos ist, als das erkennt und artikuliert was sie ist, wird als Nestbeschmutzer, Eigenbrödler oder schlicht als Mensch mit negativer Einstellung abgewertet und abgefertigt. Die ganze Problematik spitzt sich so noch weiter zu. Wie erklärt man einen Kranken der sich für gesund hält, wie krank er eigentlich ist? Wie kann man als Infizierter, als von der allmächtigen zerstörerischen Ordnung Bedrohter überhaupt gegen den Kern ankommen? Man wird von ratternden Motoren genauso überfallen wie von den sich ständig ausweitenden Industriegebieten und Asphaltlandschaften. Es stinkt ständig nach Verwahrlosung, in Form von Öl, Benzin, Urin usw. Man muss darauf achten nicht in zerbrochene Bierflaschen der letzten Trunkenbolde zu treten, oder in die Kackhaufen von geliebten neurotischen Haustieren. Achtlos wird diese Umwelt betreten, benutzt und weggeworfen als würde es sie immer geben unabhängig davon was wir als Menschen so machen. Völlig abgeschottet sitzen die Leute in ihren überteuerten Fahrzeugen auf dem Weg zur Arbeit, zum Discounter, zur Disco oder zum Urlaubsziel und begreifen dabei gar nicht wie sie modern und bequem die Erde unbewohnbar machen. Wie kann man soetwas aufrütteln ohne gleich als Öko, Kommunist und so weiter beschimpft zu werden? Die stetige Wiederholung muss endlich gebrochen werden. Der Kern muss offenkundig gemacht werden. Ob das letztlich die Menschen überzeugt die sich in all diesen Katastrophen wohl fühlen bleibt fraglich.
Entsetzliche Haltlosigkeit zwischen Beton und Stahl, abgebrochene Menschen stürzen sich durch die Trümmerfelder. Brechgeräusche, ängstliches Wimmern in den Sätzen, in den Hallen und Gängen der sumpfigen Welten. Müde schleppt der Wind die Blätter über die traurigen Köpfe hinweg. Krachende Maschinen scheppern durch die Todeszone. Gedärme am Straßenrand. Taube treffen Blinde treffen Stumme. Gegenseitige Behinderungen, Verunsicherungen zwischen den Zwängen. Es wird getanzt im Elend nebst Hunger- und Drogentoten. Freundlich lächeln wir uns im Kriegsgebiet an. Leichen in den Gedanken. Gestank in der Bewegung. Edle Klamotten darüber, Verzweiflung darunter. Alles in Ordnung. Kinder planschen in millionen Tränen während Bomben auf ihre Eltern fallen. Es duftet nach Burgern, Dildos vibrieren, Haustiere werden geschlachtet und mit leckeren Gewürzen angeboten. Gelächter. Blicke treffen sich, das Sperma spritzt ins Gesicht. Manchmal fühlen wir uns glücklich, dann wieder nicht. Kot fällt ins Wasser, Spülgeräusche. Hände waschen. Hände schütteln. Masturbation. Finger in den Hals, ich möchte kotzen bis in den Tod. Abgetriebene fahren mit ihren Patschehändchen durchs Haar des momentan angesagten Topmodels, welches sich immer noch für hässlich hält. Dann gibt es Napalm zum Frühstück, während Konsumenten den neusten Joghurt aus vereiterten Eutern feiern. Ewige Trümmerfelder, Betonlandschaften, Kriegsgebiete, Kampfzonen. Da treibt man durchs Nichts und kann nichts tun. Selbstmord in der Dusche, vor dem Zug, im Wasser, durch einen Aufprall. Fliegen und alles vergessen. Trauer, Wut, Verzweiflung, keine Rettung, durch nichts und niemand. Folter die durch nichts gerechtfertigt ist, eine ständige Wiederholung derselben Aufgabe, derselben Übung, bei einer stetigen langsam Verschlimmerung der Zustände. Die Qualen nähern sich der Unerträglichkeit und die Menschen kaufen sich Scheiße die sie am atmen hindert, sie kacken sich gegenseitig ins Hirn und verpesten den Moment und die Ewigkeit. Das ist Leben. Das ist die Moderne. Wirres Gewäsch, applaudiert endlich, hackt Euch die Hände ab. Flucht mit allen Mitteln.
Aus allen Ecken strömen die Fahrzeuge, die Menschen mit ihren Partnern, Familien zu den Discountern. Sie schieben sich mit Einkaufswägen und Nachwuchs durch die Regale, greifen nach Angeboten und Fertigprodukten. Eingeschweißte Tierkadaver werden als herzhafte Schinkenstückchen angepriesen. Die Mütter streiten mit quengelnden Kindern, die Väter jammern alles tragen zu müssen, die alleinlebenden Rentner eiern still mit dicker Brille und zotteligen Haaren durch die Gänge. Ich weiß wie immer nicht was ich nehmen kann. Die bunten Bilder, die frechen Sprüche, die winzigen Inhaltsangaben befremden mich. Was soll ich damit anfangen? Ständig lautert mir einer auf, gehetzte Leute drängeln sich links und rechts an mir vorbei. Kein schöner Ort. Von den Kassierinnen wirken manche kampferprobt, andere abgekämpft. Sie wechseln sich gegenseitig mit den Raucherpausen ab. Sie stehen dann neben dem Haupteingang und ziehen nervös am Stengel, während neben ihnen die Einkaufswägen krachen, die Autos vorbeiknattern und das ganze Grau sich über den ganzen Tag ausbreitet. Desillusioniert gehe ich zu einem anderen Discounter. Dasselbe Bild drängt sich mir auf. Beim Lieferanteneingang zieht eine junge Angestellte mit zugekniffenen Augen an der Kippe während sie von einem Bein aufs andere hüpft. Ständig kommen mir Fahrzeuge aus allen Richtungen entgegen. Passanten, Fahrradfahrer, Mütter mit ihren Kinderwägen mitten im Industriegebiet, mitten im Nirgendwo. Betonlandschaften, Blechlawinen, nasser Schauer und rauer Wind, Millionen Kieselsteine auf Asphaltwüsten. Grell grüßt das Logo des Discounters untermalt von dudelndem Chartbrei aus mickrigen Lautsprechern am Eingang. Es gibt eine Bäckerei und eine Poststelle die im Discounter integriert ist. Die Mitarbeiter arbeiten flink und angestrengt daran die Menschentrauben vor den Kassen zu bewältigen. Ich irre durch die Warenvielfalt und verzweifle. Nichts scheint offensichtlich gesund und lecker zu sein. Überfordert versuche ich zu fliehen. Die Kassen sind verstopft. Eine weitere wird eröffnet. Eilig rammeln die Leute zur freien Kasse. Plötzlich sehe ich zum ersten Mal etwas was mir gefällt. Etwas das Hoffnung auf das Paradies erlaubt. Ein junges blondes Mädchen reibt sich doch tatsächlich in diesem tristen Abfertigungszyklus auf. Sie achtet darauf niemanden zu tief in die Augen zu sehen und sagt zu jedem Kunden exakt dasselbe. Schönen Guten Tag…, das macht dann…., sammeln Sie die Herzchen?, Schönes Wochenende…., Schönen Guten Tag…., das macht dann…, sammeln Sie die Herzchen?, Schönes Wochenende. Und immer scheint sie das als Theaterrolle zu verstehen, denn sie sagt es nicht, sie spielt es, sie singt es mit einer merkwürdig schiefen Melodie. Ob das bereits Anzeichen auf ein gequältes Inneres sind? Ich werde es nie erfahren, längst wurde ich eilig beiseite geschoben. Mir war die ganze Situation peinlich. Wie kann man als wundervoller Mensch, als einzigartige Persönlichkeit, sich den ganzen Tag für Geld einer so dummen Situation aussetzen? Das blonde Mädchen, ich muss nicht betonen wie hübsch sie war, verliert ihr Potential mit jeder Minute in diesem Drecksschuppen der nur auf Profit aus ist. Ich trauere um sie und ihre Möglichkeiten. Mehr noch als bei vielen anderen, bei denen es mir eigenartigerweise leichter fällt jegliche Hoffnung aufzugeben. Die zerbrochenen, gestressten Menschen die blind gegenüber den Verhältnissen aus blosser Gewohnheit irgendwelchen Schund kaufen der ihnen später im Weg steht oder die Gedärme zerfrisst. Die gesamte Palette der Schmierblätter in sämtlichen Discountern sind nahezu komplett voller Artikel die keinerlei Verbesserung für irgendwen bedeuten, hauptsache es wird irgendwas geschrieben das sich verkauft. Alles nur Ablenkung von den wirklichen Problemen der Leute. Warum nehmen das soviele hin, warum wird nicht gnadenlos auf diese Zerstörung der Menschen, der Tiere und Umwelt verwiesen? Nein, stattdessen wird über sich über Skandälchen und Symptome einer kranken Gesellschaft aufgeregt. Diese hässlichen Industriegebiete die die Menschen vergiften, gleichgültig ob Angestellte oder Kunden, breiten sich immer weiter aus während die Erholungsgebiete quasi verschwinden oder eingegrenzt werden zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Güterzügen und so weiter. Was für eine grauenvolle Welt erschaffen wir hier tagtäglich? Was erhalten wir mit unseren Entscheidungen tagtäglich?
Leere Köpfe, leere Aktentaschen, werden durch die kalten Straßen getragen. Nichts spricht, stumm schleppt sich das Leben fort. Die Reise ins Nichts. Ins freie Inhaltslose ohne Schall, ohne Form, ohne Sicht oder Licht. Die Armut ist weit verbreitet. Schwere Maschinen in den Gängen, dichte, dicke Luft in den Zimmern und wütendes Ungeziefer welches herum hämmert und klopft. Das ist Gewalt gegen das Leben. Folterkerker der Moderne, mit lächelnden Henkern, gewinnenden Botschaften und der Gewissheit der Fortschritt ist gesichert. Drogen im Herzen, Krankheiten im Kopf, Asche in den Adern, Schmerz in den Zellen, Trümmer in allen Winkeln, in allen Lebenswelten. Wir sind Ruinen die durch Ruinen wandern. Das ist unser Elend, das ist unser Schicksal. Wir haben gewählt und wählen weiter, mit dem Schritt, mit jedem Tritt ins Gewohnte. Die Zukunft ist eine Hure, wie die Liebe, das Geld und der Mensch. Austauschbare nutzlose Schräubchen sind wir, die sich in den schmierigen klappernden Maschinen winden. Es wird gejammert, es wird getobt, unternommen aber, wird nichts was von Bedeutung wäre. Es kommt Freude auf wenn jemand Funken vor Raserei wirft und dabei spektakulär allein oder mit anderen stirbt. Abwechslung vom grauen Nichts. Routine, Alltag, Gleichschritt, der Ernst des Lebens. Wer träumt verliert. Wer verliert ist verloren, verloren in einer verlorenen Gesellschaft. Verloren im Weltall, treiben wir auf unserem Floss, versinken im Nichts. Das nennen wir Leben. Wer kommt dagegen an? Gibt es eine Idee? In allem steckt Chaos und Wahnsinn. Ignoriert wird das schlechte Gewissen, das schlechte Gefühl, dieser Geruch des Selbstbetrugs. Orientierungslose Schwachköpfe in hochtechnisierten Blechkisten auf Betonlandschaften, die sich auf erniedrigte Mitmenschen einen herunterholen um sich von ihrem eigenen erbärmlichen Elend für einen Schuss abzulenken. Immer wieder diese Wände und Ketten der Oberflächlichkeit. Stumpfsinn, Schwachsinn, Elend. Man wünscht sich die Flut die alles hinfort spült, diesen ganzen Dreck in den Leibern und Bauten. Aber nichts passiert. Hoffnungslos ausgeliefert, den beschränkten Sinnen, der unerbittlichen Natur, der Spirale Evolution. Das Leben erscheint als Gefängnis, was bleibt ist die Wahl der Zellenecke. Darum streiten wir, wer ist im Recht, wer ist gerecht, wo ist Orientierung, Sicherheit und Ordnung? Keine Zeit, wir brauchen Superstars, Superkanzler, Führung und Autorität, unseren eigenen Gedanken trauen wir nicht, so haben wir es gelernt. Alles ist die Sekte. Niemandem ist zu vertrauen. Vieleicht können wir bald für immer schlafen und alles vergessen was in den letzten Jahrtausenden passiert ist. Wir könnten wieder träumen von einem warmen Gefühl das beständig bleibt. Träumen von einer Welt ohne Neid, Zorn, Gier und Missgunst, ohne Vergewaltigung, Mord, Hunger und organisierten Irrsinn. Wer könnte uns dann noch wecken? Vielleicht passiert das wenn wir unter der Erde sind. Vielleicht passiert nie irgendetwas. Trotz aller Entwicklungen. Trotz aller Hoffnungen. Wir kennen uns nicht. Wir verstehen uns nicht. Und wir sind froh nicht daran erinnert zu werden. Es wäre schön wenn wir alle ohne es zu merken gemeinsamen Massensuizid zelebrieren würden, als die inkonsequente selektive Schlachterei und Quälerei in der Historie.
Die Beschleunigung unseres Lebens entleert auch viele der Dinge die wir den ganzen Tag so machen. Alles wird zur Arbeit egal ob Sport oder Liebe, in immer mehr Bereichen unserer Gesellschaft existieren dieselben leistungsbezogenen Parameter. Wir hetzen von der Arbeit in den Discounter, kaufen uns Dinge die uns fett und krank machen, hetzen von dort nach Hause werfen die Sachen in die Mikrowelle, telefonieren dabei oder surfen im Internet, treffen uns hier und dort, quatschen Nonsens, übersehen die Wertlosigkeit und Leere bis sie uns am nächsten Morgen überfällt, wenn wir erneut den Trott zur Arbeit antreten müssen. Wir als absolute Gewohnheitstäter höhlen uns selbst ständig aus mit Tätigkeiten die uns nicht glücklich machen. Wir schauen Action-Blockbuster in denen Gewalt verherrlicht wird, Pornos in denen Menschen erniedrigt werden, gehen achtlos an Obdachlosen, Nutten, Dealern und dicken Autos vorbei. Wir jammern über unsere öde Arbeit, den autoritären Chef, die schlechte Bezahlung, das unbefriedigende Sexualleben, die ganzen Schlampen die einen nicht liebten und geben die Schuld den Politikern, dem System. Wir legen unsere Hände ohnmächtig in den Schoß und damit auch unsere Chance auf ein befreites Leben voller Entfaltungen. Angeblich ist Deutschland wie Europa und Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das Land der Meinungsfreiheit und überhaupt der Freiheit. Nur warum bringen sich jährlich tausende Menschen freiwillig um, indem sie sich von Brücken stürzen, sich bei Flatratepartys vergiften, bei Abtreibungen verbluten und auf viele andere Arten? Warum gibt es keinen echten Wandel in dieser Welt? Alles wird immer schneller aber nicht besser. Der Fortschritt bringt uns weit weg von uns selbst. Wir langweilen uns obwohl es noch nie soviele Ablenkungsmöglichkeiten gab. Die Schule ist Zwang, die Arbeit ist Zwang, der Konsum ist Zwang, wir reagieren nur noch und sind blind für jeden Ausweg. Wir haben Angst vor grundlegenden Veränderungen. Jede Debatte über Ausländer, Kapitalismus oder Demokratie zeigt dies sehr dramatisch. Betonköpfe regieren uns weil wir sie gewählt haben. Wir wählen Betonköpfe weil wir selbst welche sind. Es fällt uns schwer den Fernseher wegzuschmeissen, Generalstreiks zu organisieren, Häuser zu besetzen, Forderungen zu formulieren und durchzusetzen. Wir waren schon immer verwöhnt, haben nie Krieg erlebt und doch waren wir einer ständigen Manipulation ausgesetzt. Die Schule wird gern als Ort der Bildung und Entfaltung bezeichnet, aber dort gibt es selten kritische Töne zu unserer Gesellschaft oder gar Konzepte wie man sie überwinden könnte. Woher sollte das auch kommen? Weder die Wirtschaft noch die Politik will irgendetwas überwinden. Sie sieht nur Zahlen, aber nicht das wahre Wesen der Menschen, deshalb werden die Menschen immer ärmer je mehr sie produzieren. Nicht nur die Menschen in Afrika hungern nach Leben, sondern auch wir. Menschen mit Übergewicht fühlen sich leer, weil sie Bedürfnisse haben die nicht durch Konsum zu befriedigen sind. Wer schützt uns vor dieser irrationalen grausamen Welt, die uns diesen ökonomischen und ökologischen Wahnsinn aufzwingt? Wir haben wohl nur uns selbst und wenn wir uns weiter verlieren, dann sind wir verloren.
Was kriegen wir schon mit von der Welt und dem ganzen Elend da draußen? Millionen hungern und wir jammern über Überstunden oder unfreundliche Chefs. Wir sitzen in unseren schicken Bürogebäuden, Autos, Mietwohnungen oder sogar eigenen Häusern und sehen im Prinzip keine Schwierigkeiten mit der jetzigen gesellschaftlichen Form. Insbesondere sehen wir an unseren Handlungen keine Schwierigkeiten. Wenn Menschen verhungern, dann ist das die Schuld der Hungernden und nicht die unserige. Was können wir dafür BMW, Deutsche Bank und Aldi als Nachbarn zu haben? Was können wir denn für die ganzen Metzgereien, Bäckereien und Kioske an allen Ecken und Enden in unseren Dörfern und Städten? Wer von uns hat denn nach einer Bild, SZ, TZ, TAZ, FAZ und und und gebettelt? Wer braucht die denn? Alle reden sie und schreiben sie, was so passiert. Sie gehören zu den üblichen Verbrechern dieser grundlegend verlogenen Gesellschaft. Es wird berichtet was Scheiße läuft, aber ändern tut sich dadurch ja doch nichts. Sie, die großen Medienvertreter, einst als Demokratieretter hochgejubelt, sind heute nichts weiter als profit- und auflageorientierte Marktschreier, die sich nur noch in Nuancen ihrer groben Schlagzeilen unterscheiden.
Einheitsbrei auch in der Politik, dort war es anscheinend auch nie anders, es gab ein paar Gruppen die verschiedener Meinung waren wie man die Menschen am besten ausbeuten kann und verkaufte das dann als vernünftigen Weg. Damit sich die Massen nicht zu sehr in Gewerkschaften und außerparlamentarischen Bewegungen engagieren, werden hier und da ein paar Zugeständnisse gemacht. Ja, Hartz IV ist scheiße, also erhöhen wir um 5 EUR. Keiner soll sich ausruhen, alle sollen schuften bis sie zusammenbrechen. Kaum einer merkt wie sich die Gesellschaft immer mehr auf die ökonomischen Kategorien reduziert. Warum kriegen die Menschen denn kaum noch was mit? Wieso hängen wir alle immer häufiger und intensiver in den Schulen, Unis, Arbeitsplätzen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fest? Weil der Kapitalismus gesiegt hat. Wir kämpfen um Profite und um nichts anderes. Wen interessieren denn Kinder die Liebe brauchen, wenn sie zu aller erst in der Schule zu funktionieren haben? Was das mit denen anrichtet interessiert keine Sau, solange sie ihre Leistung bringen und stetig steigern. Jene Leute die das kritisieren sind Kommunisten, linke Chaoten und Träumer, vor allem sind sie nicht zurechnungsfähig! Aber was ist denn dann unsere Gesellschaft? Ist unsere Gesellschaft als solche zurechnungsfähig? Wir zerstören einzigartige Lebensräume wie bspw. den Amazonas damit wir unsere Industrie füttern können. Wir haben überhaupt keine Kontrolle mehr. Wir zerstören nicht nur unsere Kinder, die Umwelt und überhaupt uns selbst, sondern auch alle Möglichkeiten in den nächsten Generationen. Was kann denn ein Mensch mit Meeren anfangen die völlig überfischt sind oder voller Öl und Plastik sind? Was ist wenn die Wale oder Haie, die Koralllen völlig ausgestorben sind?
Wir fahren jetzt BMW und interessieren uns nicht für die Folgen. Es interessiert uns auch nicht was unsere tagtägliche Lohnarbeit anrichtet. Was unsere Kaufentscheidungen in der Disco oder im Discounter anrichten. Es interessiert uns nicht ob unser Nachbar depressiv ist und sich am liebsten vor lauter Einsamkeit umbringen will, und es letztlich sogar macht. Wir rennen in die Stadien jubeln irgendwelchen Fremden zu wie sie eine Kugel treten, vergessen aber die Geburtstage unserer engsten Bekannten, ja – wir empfinden nichtmal mehr etwas für sie. Kindesmissbrauch wird mit einer Bewährungsstrafe bestraft, Copyrightverstöße mit vielen Jahren Knast. Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden in unserer Gesellschaft weitaus weniger hart bestraft, wie Verbrechen gegen das Eigentum. Obwohl man schon sagen muss das die Verursacher der Finanzkrise in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen worden sind. Schuldig sind wir aber alle, wir sind die Verursacher und Mittäter. Wir können zwar später sagen, wenn wir auf den Aschebergen der Zivilisation sitzen, wir haben ja nur getan was alle getan haben, aber dann ähneln wir ziemlich stark den ganzen Nazis bei den Nürnberger Prozessen, die erstens von nichts gewußt haben wollen und zweitens nur Befehle befolgt haben. Wollen wir am Ende genauso verlogen und erbärmlich vor der wahrheit davon rennen? Bislang tun wir es und es ist schrecklich mitanzusehen für jemanden wie mich, der angesichts dieser Zustände darum ringt den Verstand zu bewahren.
Jede Woche dasselbe. Die Tage sind kaum voneinander zu unterscheiden. Erst verschwinden die Gefühle und dann die Sprache. Der graue Rythmus frisst sich stumpf durch die Menschen. Das Wetter ist schön, das Wetter ist scheiße. Wir wollen doch nicht ersticken? Wir schleppen Gewichte durch die Straßen, lungern in Büros herum und warten auf den Feierabend. Es gibt Versuche zu lieben und viele darauf folgende Enttäuschungen. Babys kommen auf Kriegsschauplätzen zur Welt, während Menschen verhungern und an Fettleibigkeit ersticken. Das Klingeln der Telefone, das Gejammer und Geschrei, das Hämmern, Drohen und Fluchen der Kollegen, es nährt die Qualen. Unruhe, Leere in allen Gemütern, aber wir organisieren weiter das Chaos. Unfallopfer, Alkoholleichen, keine Zeit drüber zu weinen oder nachzudenken. Was zählt ist die Entwicklung neuer Fortschritte. Kriege sind eine Notwendigkeit. Wir bezahlen sie mit Geld und Leben. Verloren zwischen Einkaufsregalen suchen wir eine Portion Glück, die uns fortträgt von all dem Elend. Doch die Wohnung ist Teil des Schlachtfelds, ist ein Schützengraben um die Kräfte zu regenerieren. Morgen geht der Kampf weiter. Profit wird erstritten, wie jeder Gang zur Toilette, jede Zigarette, jedes Fötzchen, jede Minute Schlaf. Das Ganze ist wie ein stummes Würgen. Auf neumodischen Stöckelschuhen durch die Backsteinstraße stolpern und dabei auch noch gut aussehen. Trivial. Der Alte fliegt verschrumpelt in die Kiste, während das Junge glitschig aus der Mutter flutscht. Die Ärzte reissen Witze, der Vater kotzt und die Erde dreht sich weiter. Ich gehe weiter, – aus der Tür heraus, hinein ins Wochenende. Endlich ein paar Stunden kein Scheiß. Aber auch das ist illusorisch. Johlende Partygänger, verbissene Raser, knatternde Lkws, schnaufende garstige Rentner, quickende Kinder, alles wirft sich mir in den Weg. Daheim schreit das Fernsehen in HD und Stereo. Das Internet wirft mit Gangsbangs, rassistischen Nonsens. Alles kotzt mir die Bude und das Hirn voll. Freiheit, Einigkeit und Brüderlichkeit. Wir stimmen an. Wir singen im Orbit über unsere Herrlichkeit. Keiner kann uns hören, keiner kann uns helfen. Wir treiben durchs All und sind uns hoffnungslos selbst überlassen. Ein Hauen und Stechen ist das. Nichts hat noch einen Wert. Alles ist käuflich, Jungfräulichkeit, Babys, Organe, es gibt keine Grenzen. Tiere werden täglich tausendfach gezüchtet, geschlachtet, gegessen oder in Pornos als extreme Blowjobeinlage präsentiert. Frauen kotzen sich voll, Millionen schauen zu und ekeln sich, fragen sich wie man sowas nur machen kann. Anderswo treten Kinder beim Spielen auf eine Mine. Was für eine wundervolle Welt. Wir haben Superstars, Supertalente, Spitzenpolitiker, Topmanager, Wirtschaftsweisen und Experten, trotzdem bleibt alles gleich beschissen. Es wurde alles gesagt, alles angeklagt, schön und beschissen, geändert hat es nichts. Alle stecken im Treibsand und warten auf den Erstickungstod. Aber vorher wird noch abgegriffen was erreichbar ist. Endlose Warteschleife. Der Tod erscheint als Erlösung. Wann verarbeiten wir uns selbst zu Happy Meals? Wann können wir endlich Heroin ohne lästige Nebenwirkungen nehmen? Das Leben ist nicht in Worten zu fassen. Das Denken, unser Wissen wird für immer begrenzt sein. Vor lauter Angst bauen wir Waffen die den gesamten Planeten zerstören können. Wer schützt uns? Es ist so kalt. Ein wir gibt es nicht. Die meisten kennen sich nicht, obwohl sie jahrelang nebeneinander gelebt haben. Man kann einen Menschen nie gut genug kennen. Worauf kommt es noch an? Wie lautet die Botschaft? Was ist die Richtung unseres Seins? Stille. Nur Stille. Keine Antworten. Funny Games.
Wie auf einschlägigen Internetseiten zu vernehmen ist wurde die OUBS geräumt. Ich kenne das Projekt aus persönlicher Erfahrung und bin über die jetzige Räumung kaum überrascht. Ich habe unter dem Artikel folgendes geschrieben:
Ich kam im letzten Jahr über einige Monate mit diesem Projekt in Kontakt. Und es war für alle damaligen Beteiligten klar das dieses Projekt jederzeit geräumt werden kann. Trotzdem waren alle unfähig etwas starkes aus diesen Räumlichkeiten zu machen und es vor der Repression des Staates zu schützen. Dies lag vor allem an psychischen Störungen, Drogenkonsum, fehlender Kommunikation, mangelndem Engagement und nicht vorhandenen theoretischen Durchblick. All diese Faktoren wurden immer wieder angesprochen und insbesondere von langjährigen “Aktivisten” ignoriert, nach dem Motto es liese sich schon aussitzen.
Die eigentliche Katastrophe war das tagtägliche Geschrei und Geprügel welches das gesamte Projekt in Ohnmacht hielten und die Bewohner wie ein Häufchen Elend im Exil saßen, mitten in der deutschen Hauptstadt, ein paar hundert Meter Luftlinie zur Bundesregierung. Es gab weder Öffentlichkeitsarbeit, weshalb niemand etwas vom Projekt wußte, noch gab es saubere Toiletten, genug Geschirr, Gerätschaften wie Pcs, Fernseher oder gar Internet. Es fehlte an allem, sogar an Ruhe um die wenigen interessanten Bücher zu lesen die irgendwo lieblos in der Ecke lagen. Die Fenster waren kaputt, die Türen konnte man nicht richtig schliessen, die Matratzen waren teilweise vollgepisst und vollgekackt. Einige hatten Räumlichkeiten zu ihrer persönlichen Rückzugszone erklärt und schrien und schleppten jene heraus die es wagten darin einzudringen. Manche wurden geduldet, insbesondere junge Frauen die verzweifelt und traumatisiert genug waren den leeren Versprechungen von Drogen und der langjährigen “Aktivisten” zu glauben.
Nicht nur das ist passiert, es gab Gerüchte das Pädophilie und Koprophagie genauso einen Platz in diesem Projekt fanden wie sexueller Missbrauch. Es gab regelmäßige Besuche von Menschen aus der Irrenanstalt, weshalb die OUBS von einigen Besuchern den fliegenden Begriff der Offenen Irrenanstalt erhielt. Es war lustig gemeint, aber auch die volle Wahrheit. Gerade dann wenn Betrunkene, Heroinabhängige, Drogendealer, Diebe, Ausgestossene und Herausgefallene jeder Nationalität und Altersgruppe in einem Raum versammelt waren. Ich habe mit ihnen unter einem Dach gelebt, mit ihnen am selben Tisch gegessen. Es sind Menschen wie Du und ich, verzweifelt, traumatisiert, ohne Perspektive. Man sollte all die schlimmen Taten die dort passiert sind nicht nur den Bewohnern anlasten, sondern vorallem fragen welche Gesellschaft soetwas über Jahre hinweg zulässt und überhaupt ermöglicht.
Die Zustände dort waren lange bekannt, nicht nur schlauen Professoren und Studenten, es gab hunderte Besucher, u.a. von Psychologen und auch von der Polizei. Keiner hat auch nur einen Gedanken daran verschwendet alle Hebel in Bewegung zu setzen um a) den Bewohnern zu helfen und b) das Projekt in die Bahnen zu bringen in die es einmal war. Das Bildungssystem ist immer noch eine Katastrophe und die kapitalistische Verwertungsmaschinerie läuft gnadenloser dennje, die OUBS wollte nie etwas anderes als den Sturz dieser menschenverachtenden Verhältnisse, hatte aber vergessen bei sich anzufangen. Jetzt ist die Wut groß, wer ist schuld und warum hat man nicht gehandelt? Es ändert nichts an der Situation. Es wird immer wieder Hausbesetzungen und Projekte wie diese geben, solange sich die Verhältnisse nicht nachhaltig ändern. Trotzdem ist nun eine Chance vertan, weil man es nicht geschafft hat über den eigenen Schatten zu springen und mutig für eine Alternative zu kämpfen. Die Bedingungen waren am Anfang gigantisch und mit den Jahren ist alles zerfallen und in den gesellschaftlichen Abgrund gerutscht.
Wer Berlin kennt, der kennt auch das Elend. Der Kampf wird weitergehen und er muss anders als früher gekämpft werden. Ohne Gewalt und ohne Hetze. Der Polizist ist genauso arm dran wie der Obdachlose, er weiß es nur nicht so genau.
Wer mal in größeren Städten das Bad in der Menge erlebt hat, erhält eine Ahnung davon welche Möglichkeiten an einem vorüberziehen während man eifrig am Arbeitsplatz die immerselben öden Tätigeiten erledigt. Im Kampf gegen andere Menschen versuchen wir uns ein angenehmes Leben in Harmonie zu ermöglichen, dabei wird der offensichtliche Widerspruch zur alltäglichen Zerreisprobe und nicht selten zur lebenslangen Qual. Der Kapitalismus zwingt uns um die höchsten Profite zu konkurrieren. Es muss zwangsläufig Verlierer geben. Die Hungernden in aller Welt, Ausländer und Hartz IV Empfänger gehören zu diesen Verlieren genauso dazu wie kranke, schwache und Querulanten die nicht so funktionieren können oder wollen wie sie sollen.
Während wir also damit beschäftigt sind uns den Arsch für ein bisschen Anerkennung und ein bisschen Lohn für unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse zu erkämpfen, zieht das schöne angenehme Leben an uns vorüber. Wieviele Menschen könnten wir kennenlernen, umarmen, küssen und lieben, würden wir nicht an unseren Arbeitsplätzen zu geistigen Krüpeln getreten. Wieviele Orte könnten wir entdecken, wieviele Tiere beobachten und Abenteuer starten die unsere Seelen jubeln lassen, würden wir nicht den illusorischen Sprüchen der Politik und Wirtschaft vertrauen. Wir sind ohnmächtig, ängstlich, verzweifelt und orientierungslos. Wir lenken uns von dieser inneren Leere, diesem inneren Schmerz ab, indem wir zuviel Rauchen, zuviel Essen, zuviel Saufen und überhaupt zuviele Dinge tun die uns eigentlich nur schaden müssen. Darunter fällt auch das vögeln ohne Liebe, das shoppen ohne Verstand, die Produktion von Dingen die keinen glücklicher machen, usw.
Uns fehlt die Verbindung zu uns selbst und unserer Umwelt, dies ist durch das gesellschaftliche Umfeld und vorallem durch die Erziehung entstanden. Diese anerzogene Bewusstlosigkeit bringt uns dazu ständig gegen die eigenen Interessen zu agieren. Wir brauchen Liebe und kämpfen doch täglich gegen andere und uns selbst. Wir kämpfen um bessere Noten und Banknoten, fühlen uns nie gut genug, weil wir niemals das Signal erhalten endlich zufrieden sein zu dürfen. Leider sind wir diesen Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien vollkommen ausgeliefert, da vor allem vorherige Generationen es versäumt haben für realistische Alternativen zu streiten und zu kämpfen. Wenn auch wir uns nicht dazu aufraffen können, wird es künftigen Generationen wesentlich schlechter gehen. Wir hätten eine weitere Chance vergeudet unser Leben aufrichtig zu genießen mit allen Möglichkeiten die uns begegnen.
“Scheiße!”
“So eine Scheiße!”
“Alles scheiße!”
“Auf meinem Tisch liegt nur Scheiße!”
“So eine verdammte Scheiße hier!”
“Ich kotz gleich!”
“Arschloch!”
“So ein dummes Arschloch!”
“Ich trete gleich jemanden zusammen!”
“Ich scheiß gleich auf den Tisch und kündige!”
“Was? – Hallo? Sagen Sie mal..?! Sind Sie zu blöd mich zu verstehen?”
“Dieser verdammte Wichser soll sich nicht so anstellen!”
“Wollen Sie mich verarschen?!”
“Ich dreh gleich durch!”
“So ein Hurendreck!”
“Der Typ gehört erschossen!”
“Ich glaub Du spinnst wohl ein bisschen?!”
“Ich glaub der spinnt wohl?!”
“Spinnt der ein bisschen?!”
“Ich mag nicht mehr!”
“Ich mag nicht mehr, ehrlich!”
“Ich glaub ich fang gleich das kotzen an!”
“Wenn ich den Typen sehe, spuck ich ihm ins Gesicht!”
“Dem sollte man mal eine reinhauen!”
“So ein Weichei”
“So ein Trottel”
“So ein Depp”
“So ein Wichtigtuer”
“Wie kann man nur so dumm sein?”
“Verdammte Scheiße!”
“Ich mache diese Scheiße nicht mehr mit!”
“Ich geh gleich heim, ist mir scheißegal!”
“Macht Euren Dreck doch alleine!”
“Welcher Volldepp war das?”
“Was soll diese Scheiße?”
“Solche Luschen können wir nicht gebrauchen!”
“Wahnsinn!”
“Wahnsinn, echt!”
“Irrsinn!”
“Das ist so ein Beschiss hier!”
“Ich komme mir so verarscht vor!”
“Man wird hier nur verarscht!”
“Länger mache ich das nicht mehr mit!”
“Also dann, bis morgen!”
Entnervte, verzweifelte, traurige und einsame Menschen die an Übergewicht, Waschzwang, Sex- und Geltungssucht leiden. Einige von ihnen sind cholerisch veranlagt und schreien fast den ganzen Tag herum. Andere drücken sich mit vielen kleinen Raucherpausen vor der Arbeit oder quatschen ständig über Fußball, Frauen, reißen selten-dämliche Scherze vorwiegend über Ossis und deren angebliche Schwächen. Die meisten jammern über zuviel Arbeit, darüber wie wenig sich die Führung um Verbesserungen bemührt und wie schwer es in Zukunft sein wird trotz der Umstrukturierung des Unternehmens.
Sie lachen oft gebrochen und halbherzig, ihre Körper sind faltig, ergraut, erschlafft und wirken geschunden. Viele sind unausgeglichen, haben Bluthochdruck, nehmen Tabletten, nutzen ihre Freizeit intensiv mit Party machen oder langen Ausflügen in die Natur. Egal was sie machen, egal wieviel sie schreien und jammern, sie bleiben von früh bis spät an ihrem Platz und machen ihre Arbeit. Sie schimpfen dabei nicht nur über die Chefs oder schlechten Fußball, sondern freilich auch über Politiker die ja nur noch in die eigene Tasche wirtschaften würden. Und ich sitze mittendrin und ertrage diese Situationen, diese Vorstellungen und Lebensweisen. Ich bin wie diese Menschen gefangen und doch frei. Ich könnte jederzeit gehen. Jederzeit mit diesem Unsinn aufhören. Nur wer bezahlt dann die Rechnungen? Was wird dann aus mir?
Keiner kann 30-40 Jahre so leben. Jeden Tag diese verstörten Menschen um einen herum. Jeden Tag diese gesellschaftlichen Strukturen die mit ihren Sachzwängen Dein ganzes Sein zerstückeln und vergiften. Ich verstehe diese Menschen, ich verstehe ihr Leiden und ihr Elend. Aber was soll ich tun? Einfach gehen? Oder gemeinsam mit ihnen leiden und dumme Sprüche ablassen? Was ist unser Leben dann noch wert? Wir leben doch gar nicht. Wir schneiden jeden Tag eigenhändig ein Stück unserer Zeit und unserer Kraft aus unserer Existenz um ein Prinzip am Leben zu erhalten. Das Prinzip welches viele von uns schon einsam, leer und krank gemacht hat. Das Prinzip der Profitmaximierung. Wer gut leben will braucht Geld, wer Geld will muss arbeiten, egal was, egal für wen, egal welchen Zweck diese Arbeit innerhalb der Gesellschaft erfüllt.
Wir wissen nicht was wir tun. Wir empfinden nur instinktiv was wir brauchen. Essen, Lebensraum, Liebe. Letzteres bekommen wir zu selten. Pech gehabt.