Juli 6, 2009

Das Leben als Kapitalsoldat

Was kann man im Leben erreichen? Ich glaube man kann nicht mehr im Leben erreichen als zufrieden zu sein.

Sehr viele Menschen glauben mit einer gewissen beruflichen Karriere könnten sie glücklich sein, oder mit einem perfekten Partner, mit einem Haus und einem ständig wachsenden Haufen Geld könnten sie zufrieden sein. Dabei verstehen sie nicht, dass sie das niemals glücklich machen wird, weil es davon nie genug geben kann.

Warum kann es nie genug Selbstbestätigung geben? Weil der Mensch unsicher ist. Die Unsicherheit kommt aus seiner Unwissenheit und diese Unwissenheit muss immer bestehen, weil der Mensch nie genug wissen kann um sich sicher zu fühlen. Der Mensch glaubt wenn er nur genug anhäuft, besitzt und von anderen Menschen geschätzt wird, ist er am Ziel, hat er alles Nötige erreichen und wird entsprechend sicher und zufrieden sein. Dabei wird es niemals Sicherheit geben. Dieser Illusion erliegen viele und das macht das Leiden vieler Millionen Menschen aus, auch von Dir und mir, weil wir seit der Kindheit diese Illusion neben vielen anderen gelehrt und vorgelebt bekommen haben.

Als Kind erlebt man wie die Eltern sich im Beruf engagieren, wie sie nebenberuflich zusätzliche Weiterbildungen absolvieren, wie sie Nebenjobs annehmen um mehr Geld für die Familie und sinnlosen Konsum anzuhäufen und man startet als junges Kind erste Versuche diese endlosen Anstrengungen der Eltern nachzuvollziehen. Man merkt als Kind, die Eltern haben viele Verpflichtungen, Dinge die sie für wichtig halten und man spürt ihre Spannungen, Sorgen, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen die ja auch in das Kind eingebracht werden. “Pass in der Schule auf, dann wird mal was aus Dir und Du musst Dich nicht so quälen, wie wir das tun! Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied”, sagt man.

Man sagt sovieles um sich selbst zu versichern, man sei auf dem richtigen Weg und für das edle Ziel müsse man eben Opfer erbringen, jeden Tag, auch wenn es weh tut und man nicht wirklich einen Sinn darin erkennt und alles geleistet zu Staub zerfallen wird und Vergessenheit geraten wird.

Man geht früh zu Bett, steht früh und unausgeschlafen auf, versucht unter der Dusche und auf dem Arbeitsweg wachzuwerden, schiebt die ganzen Zweifel an dem Sinn und Unsinn des Jobs zur Seite, begrüsst freundlich die Kollegen und hofft das sie nichts merken von eben jenen Zweifeln. Dann wird die Jacke abgelegt, Kaffee gekocht, Radio angemacht und man hört sich um wie die Laune der Kollegen und die Lage im Büro ist.

Dann geht es los, die Abläufe werden angegangen, Telefon klingelt, Chef will wissen was hier und dort los ist und dann gibt es immer wieder Probleme mit dem System. Das System ist neu, aber es gibt mehr Probleme als mit dem alten System. Aber es ist das neue System und muss genutzt werden, weil es sau teuer ist und weil die Chefs das so sagen. Man seufzt, wundert sich das die Zeit nicht vergeht und versucht sich mit einem emotionalen Privatgespräch mit den Kollegen abzulenken und zu beruhigen. Man hält sich dabei den Rücken, weiß das die endlose Sitzerei nicht gut ist und schon gar nicht die Zigarette in der Raucherpause, aber man braucht die andere Atmosphäre im Kantinenraum.

Draußen lärmen Maschinen und innendrin in einem selbst toben die Dämonen, kreischt das Gewissen, heult das sehnsüchtige Kind weil es nie frei und unbeschwert leben darf. Man zwingt sich ohne öffentlichen Schreikrampf sitzen zu bleiben bis endlich die erlösende Mittagspause stattfinden darf, in der es nicht darum geht die Profite für eine gesichtslose GmbH zu erwirschaften, deren einzige Anerkennung darin besteht für den monatlichen Scheck zu sorgen.

Ab und zu gibt es im Jahr klischeeträchtige Veranstaltungen wie Weihnachten, Sommerfeste, Jubiläen und Geburtstage auf welchen sich die Kollegen und Bosse mit oberflächlichen Small-Talk-Phrasen überschütten, ersticken, in Verlegenheit bringen und gegenseitig zum taktieren zwingen.

Die Gedanken und Gefühle wandern während man arbeitet, im tristen Bürogebäude, voller montoner Chartmusik, verärgerten Kunden, überlasteten Kollegen und sich selten zeigenden aalglatten Bossen. Man verkommt zu einem Menschen der nur noch in Kategorien und Rationen denkt. Man denkt von 7 bis 12, von 13 bis 17 uhr, fragt sich ob man sich kurz für eine Raucherpause wegschleichen kann oder ob man auf das Klo gehen und kotzen sollte. Es gibt immer wieder die Frage ob das alles irgendeinen Sinn hat, mit dem bisschen Geld was man erhält lenkt man sich von derlei Zweifeln gerne ab und dann bleibt alles beim alten.

Jahrelang bleibt alles beim alten. Die Ohnmächtigen und Schlafenden schuften auf grauen Betriebsgeländen in kalten Industriegebieten, stottern ihre Arbeitszeiten herunter, erfüllen die Voraussetzungen und sacken in ihrer Freizeit leer und traurig in ihre Fernsehsessel um zu sehen welche Promis Dreck fressen, wieviele Menschen heute ermordet wurden und wieviele Millionen Steuern im nächsten Jahr zusätzlich anfallen.

Gut, bei manch anderen Menschen die jünger sind, gibt es Party, da ist man dann auf der Suche nach gutem Sex oder einer Beziehung die einem das gibt was einem die Schule oder der Beruf genommen hat. Und dann stellt man fest wie oft man missversteht, missverstanden und verarscht wird. Dann reisst man sich los, wird verbittert, einsam oder überheblich.

Es gibt noch viel mehr Facetten der Zerstörung und Verzweiflung auf diesem Planeten. Es bleibt immer ein Armutszeugnis, ein deutliches Signal an alle Menschen mit Gewissen das sie sich Entscheiden können, es anders zu machen, um es besser zu machen. Die Leere, der Schmerz und das Leiden sind dazu da um uns zum Glück und dem Frieden zu leiten. Ignorieren wir diese Empfindungen wie viele andere Empfindungen, dann werden wir weiter unglücklich sein und unglückliche Menschen produzieren. Unsere Kinder werden unglücklich sein und gesellschaftliche Strukturen übernehmen die uns  bereits zuverlässig unglücklich gemacht haben.

Die Amokläufe, die Selbstmorde, Burnouts, gescheiterten Existenzen, die Trennungen und Entscheidungen sind typische Symbole einer sich selbst zerfressenden Gesellschaft. Man kann im Leben nicht mehr erreichen als zufrieden zu sein. Wir müssen das verstehen, lernen und leben. Tun wir das nicht, werden wir uns zerstören. Da hilft keine Propaganda, da hilft kein noch so gut bezahlter Job.

Juli 1, 2009

Das Leben ist kein Wettlauf

Die meisten Menschen um mich herum quälen und peitschen sich durch schmale glühend heisse Pfade, die sie Karriere nennen. Ihr Alltag besteht darin Dinge zu tun die sie oftmals nicht tun wollen, die sie oftmals nicht nachvollziehen können oder als sinnvoll erachten. Sie streiten sich mit dem Chef, den Kollegen, den Kunden, lassen sich von allerlei alltäglichen Problemen frustrieren, jammern dann immer wieder etwas mit liebgewonnen Kollegen und machen dann im selben montonen Rythmus weiter wie bisher, als sei nichts gewesen und alles in Ordnung.

Mit dem “verdienten” bzw. erwirtschafteten Geld welches sie gnädigerweise erhalten haben, kaufen sie sich Dinge die sie genau von dieser primitiven-selbstzerstörerischen Lebensweise ablenken sollen. Sie trinken Kaffee, rauchen Zigaretten, holen sich schicke Klamotten die sie dann in der Arbeit austragen um oberflächliche Aufmerksamkeit zu erbetteln, nutzen ihr mit blutigem Öl betankten Auto für den Arbeitsweg und nennen das “Ein Stückchen Freiheit”.

Unermüdlich treiben sie sich selbst durch eine ätzende Realität, die sie selbst ganz genau als solche wahrnehmen, aber sie wollen dieser nicht entfliehen weil es ihrer Meinung nach keine andere Möglichkeit zu leben gibt. Schliesslich machen es “alle” Menschen auch so, mit Ausnahme der sogenannten Sozialschmarotzer oder irgendwelchen Irren die in die Wildnis gezogen sind und ein ehrliches selbstbestimmtes Leben vorziehen.

Natürlich sind sie nicht allein Schuld an ihrem Selbstbetrug. Wir bekommen schon mit der Erziehung und dem Bildungssystem Ehrgeiz, Gier, Neid und andere egoistischen Extreme eingeimpft. Es werden die Menschen voneinander getrennt und gespalten, so als ob sie aus völlig verschiedenen Universen stammen würden. Die Menschen strengen sich an um ihre tief-empfundene Leere durch irgendwelche Engagements zu lösen.

Sie glauben durch einen tollen Job, fettes Gehalt, einem Haus, einer schönen Frau könnten sie diese Leere füllen. Dabei ist der Grund dieser Leere genau dieses Verhalten. Keine Frau der Welt würde einen Menschen lieben der sich selbst betrügt. Es sei denn diese Frau betrügt sich ebenfalls. Was folgt ist der gegenseitige Betrug, man geht fremd, es gibt Streit, Prügel, Chaos und Schmerz. Und das wird letztlich als Beziehung oder Liebe bezeichnet. Was für eine erbärmliche Vorstellung! Das ist nichtmal ein Schatten von Liebe! Das ist Schwertkampf mit nackten Körpern. Die Menschen haben sich zu Konkurrenten gemacht, nicht nur im Beruf, in der Schule, in der Familie, im Sport, in der Kultur, sondern natürlich auch in der Liebe.

Die egoistischen Extreme werden seit vielen Jahrhunderten gelebt, Im Kern sind sie immer dieselben geblieben, nur oberflächlich haben sie sich unglaublich facettenreich verändert und entwickelt. Die Gesellschaft ignoriert ihre Natur, ihre Herkunft, zwingt sich dazu gewissen künstlich-perfekten Vorstellungen zu folgen und erkennt nicht welche Zerstörung daraus logischerweise folgen muss. Wir Menschen können nichts erbauen was von Dauer ist. Wir können nichts erarbeiten was für die Ewigkeit steht. Wir sind nur Lebewesen. Wir sind Facetten des Lebens. Jeder Mensch dient dem Leben. Kein Mensch kann sich über das Leben stellen, es kontrollieren oder es ausquetschen ohne daran zugrunde zu gehen. Es ist ein Gesetz welches sich immer bewahrheitet hat.

Wer meint er könnte dies überlisten, wird das vielleicht eine Weile glauben können, je nachdem wie gut er im Selbstbetrug ist, vielleicht wird er es nie lernen, aber letztlich wird das Gesetz immer seine Gültigkeit behalten. Wir sind nicht auf dieser Welt um aus uns alles zu machen was wir denken können. Wir sind hier um glücklich und zufrieden zu sein. Wir sind hier um zu erleben, zu essen, zu schlafen und zu lieben. Es geht nicht darum sich gegenüber anderen als etwas besseres zu fühlen oder sich über sie zu stellen. Das versuchen aber die meisten Menschen wenn sie sich einem System wie dem heutigen unter- und einordnen, welches darauf basiert sich gegenüber anderen Menschen durchzusetzen.

Die Suche nach dem Arbeitsplatz, Ausbildungsplatz, die Sicherung der eigenen Arbeitsstelle durch Mehrarbeit und aufopferungsvollen Engagement ist Tagesordnung in vielen tausend Konzernen und Unternehmen weltweit! Alles nur weil die Menschen Angst haben. Sie glauben sie hätten keine Existenzberechtigung und glauben sie könnten das nur wettmachen wenn sie ein guter Arbeiter sind, ein Arbeiter der nicht allzu viel hinterfragt und nicht soviel den Chef nervt oder die Politiker was die Verhältnisse angeht usw. Darin besteht der große Irrtum. Statt sich darauf zu konzentrieren die Menschenrechte hier und jetzt lokal wie international durchzusetzen und zu leben, werden diese möglichst weggeschoben, denn sie könnten ja den Job kosten.

Ich höre 24 Stunden um mich herum nur Industrielärm. Ich höre Maschinen die unaufhörlich arbeiten die von traurigen Menschen gesteuert werden. Es knallt und scheppert, der gräßliche Lärm der Fleissigen und Strebsamen erfüllte schon bevor ich geboren wurde diese Welt. Es wird für den Gewinn gearbeitet, es wird für das Morgen gearbeitet, gegen die Konkurrenz um sich durchzusetzen! Als ob sich jeder Mensch seinen Lebensraum erkämpfen müsste. Als ob wir alle keine lebenslangen Rechte hätten die uns zu nichts anderen zwingen als in Respekt, Aufrichtigkeit und Aufmerksamkeit miteinander zu leben.

Ich frage mich wer uns dazu zwingt so zu leben? Wir müssen es doch selbst sein oder? Uns hält niemand die Waffe an den Kopf und sagt wir sollen zur Schule gehen und möglichst nur gute Noten schreiben (von Verstehen keine Spur!). Uns peitscht niemand aus wenn wir nicht arbeiten gehen, für einen Konzern der Bullshit produziert. Aber wir machen es dennoch, weil wir glauben wir seien davon abhängig. Wir sind seit frühester Jugend mit vielen Illusionen ausgestattet worden. Wir haben eigentlich die Aufgabe diese zu erkennen und auszuräumen, und unseren Kindern dies zu lehren. Alles andere wäre nicht nur verlogen sondern grob fahrlässig, dämlich, würde unser Potential in den Müll befördern! Leider haben die vorherigen Generationen genau diesen wahnsinnigen Blödsinn gemacht!

Warum darf nicht jeder das tun was er möchte? Wieso gibt man nicht jedem die Möglichkeit dazu, ohne irgendwelche absurden Forderungen aufzustellen? Sofern jemand die Voraussetzungen erfüllt, also ein gewisses Interesse hat, soll er doch ermöglicht bekommen was er gern machen möchte. Ohne irgendeinen Zwang. Alles andere wäre krank. Warum treiben wir ein krankes System voran? Sind wir unfähig zu erkennen wohin uns das führt?

Schieben wir die Verantwortung einfach nur weiter und können daher so weiter machen? Womöglich ist es so. Wir sagen das ist zu komplex. Wir wissen nicht wer verantwortlich ist, also können wir auch nichts ändern. Es ist die Gesellschaft, das System, man bräuchte 2 Leben um irgendetwas Neues zu erreichen. Vielleicht ist es so. Aber ist das ein Grund das Unglück zu leben, sich selbst und anderen Schmerzen zu zufügen? Sollten wir nicht lieber all das aufgeben und etwas völlig Neues probieren, was die Chance hat wesentlich mehr Menschen glücklicher zu machen? Und nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen. Warum wollen wir nicht Harmonie als alltäglichen Halt erleben? Sind wir zu sehr an Gewalt, Zerstörung, Wut und Hass gewohnt?

Ich denke wir Menschen sind zu sehr beschäftigt, stecken in diesen Prozessen des Lernens, Arbeitens, Strebens drin. Wir ruhen uns aus, strengen uns an, ruhen uns aus, strengen uns an. Wir denken das ist Freiheit. Wir sagen es gibt nichts Besseres und solange nicht genug Menschen widersprechen und etwas anderes vorleben erkennen wir das einfach als Wahrheit und damit als Basis für die jetzige und spätere Realität. Darin besteht der eigentliche Irrsinn. Für unsere jetzige Lebensweise, unser jetziges System gibt es keine echte Rechtfertigung. Klar, es wird davon gesprochen, es hätte den größten Wohlstand überhaupt erbracht, wunderbar, aber sind wir mit diesem Wohlstand wirklich glücklicher geworden? Oder wurde dadurch der Selbstbetrug nur noch schlimmer?

Juni 27, 2009

Was ist Freiheit?

Ich glaube wir Menschen sind nur in unseren Träumen ein bisschen frei. In der Realität die wir ständig interpretieren mit unseren begrenzten Denken und Vorstellungen, passieren soviele Dinge die wir nicht erfassen können, die über uns hinaus gehen. Unsere Sinne werden von einem Gehirn interpretiert welches beeinflusst von etlichen Substanzen eine Realität herbeifantasiert.

Und manche Menschen halten für sich für so clever dass sie Gruppen bilden. Sie nennen sie Religion, Politik, Wissenschaft, bilden Interessensverbände und kämpfen darum das ihre Sicht der Dinge sich bei allen Menschen durchsetzen wird, und das alle sagen wie toll ihre Einsichten doch sind. Und was ist? Sie sehen es wird niemals passieren und das macht sie verrückt! Dabei gibt es keine Sicherheit, es gibt keine Klarheit, keine Wahrheit die der Mensch tatsächlich mit seinen Konditionierungen erfassen kann. Genau das hält der Mensch nicht aus.

Der Mensch will begreifen, erklären, wissen. Aber diese Welt ist zu komplex dafür, selbst wenn wir weiterhin mit unseren Teilaspekten herumhantieren, die unsere Genies mehr oder weniger gesichert erkannt haben, – werden wir nie eine Ahnung davon bekommen was beispielsweise Freiheit ist. Vermutlich wird diese Ahnung erst wieder eintreten wenn wir aufgehört haben ständig darüber zu reden. In den Träumen ahnen es einige von uns hauchdünn was es sein könnte. Aber es wird weggeschoben wenn es ans Tagewerk geht. Die nützlichen Systemidiotien lassen sich von korrupten Konzernen und Politikern ausnehmen, in der Hoffnung am Ende tatsächlich etwas von den Versprechungen zu erhalten: Einigkeit und Recht und Freiheit.

Wir sind uns wohl alle einig, dass es genug Idioten geben muss die sich ausnehmen lassen, genauso wie es genug Reiche, Mächtige und Herrscher geben muss. Wir sind im Recht wenn wir den Planeten vergewaltigen, genauso wie dessen Kinder, die Tiere und Mitmenschen, gerade wenn es um Profit und Arbeitsplätze geht. Das ist die Freiheit die wir selbstherrlich in alle Winkel des Planeten hämmern und schreien, jeden Tag automatisch wie programmierte Maschinen eines wahnsinnigen genialen Irren! Ich bin einer dieser Werkzeuge, eines dieser Schrauben die von Geburt an zurecht gehämmert wurden, um in die Ideologien der bestehenden Strukturen hineinzupassen. Was nicht passt, wird passend gemacht.

Wer nicht spurt wird bestraft, wer brav auswendig gelernt hat wird belohnt, bekommt gute Noten, gute Jobs, Anerkennung und guten Sex. Das dies längst nicht reicht und das Wichtigste auf diese Weise immer fehlen wird, ist dabei nicht relevant. Derartige Probleme werden ignoriert und weggeschoben, mit Medikamenten, fetten Essen, Drogen, fanatischen Fangesängen in den Stadien oder mit Mehrarbeit am Arbeitsplatz! Bis Jemand Amok läuft, seine komplette Familie tötet, oder die milderen Versionen mit Depressionen, Neurosen, Burnout usw. bekommt. Was gesund ist und was krank macht, weiß keiner so genau, weil es noch nie jemand wußte. Aber es wird propagiert, die Grenzen werden täglich neu verlegt, je nach Wünschen der Thinktanks.

Erst sind wir Opfer und dann werden wir zu Mittätern gemacht, abschliessend sind wir Täter die die neuen Menschen genau denselben irrsinnigen Theorien unterwerfen, als wären es gesicherte Fakten, Wahrheiten, die es zu achten und vollständig zu übernehmen und zu leben gilt! Wer hinterfragt wird geschlagen und vernichtet. Wer folgt hat eine große Karriere zu erwarten, das ist die Normalität richte Dich danach oder geh zu Grunde! Das ist unsere Freiheit! Das ist alles was uns geblieben ist und genau das wird mit Waffen und allen psychologischen Mitteln verteidigt. Das Gute und die echte Freiheit wird sich nur durchsetzen wenn wir gestorben sind.

Juni 22, 2009

Leben als Alptraum

Ich glaube nicht das es einen Job gibt der zu mir passt. Dafür sind die Branchen und das dahinterstehende System viel zu starr. Ich denke viele Menschen sehen das ähnlich wie ich. Sie zwängen sich in Korsetts, die sie Beruf nennen und arbeiten darin nach ihrer Ausbildung jahrelang, machen Fortbildungen, ärgern sich mit Kunden und Kollegen herum, kämpfen sich durch den Berufsverkehr und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt.

Wenn ich an so einen Alltag denke, dann empfinde ich eine gigantische Leere. Eine Leere die mich ohnmächtig macht. Ich will mein Leben nicht verplanen, ich will es nicht strukturieren oder festlegen. Mir ist es seit einiger Zeit auch gelungen so zu leben. Viele sagten mir das aus mir nichts wird wenn ich so weiter mache. Dabei empfand ich nach einiger Zeit endlich mal soetwas wie ein Gefühl von Ruhe, nur eine Nuance davon. Und ich war sehr ausgeglichen. Wirklich, es macht richtig Spaß sich nicht in Korsetts zu zwängen und einfach nur zu Sein.

Soetwas funktioniert aber leider nicht lange. Die Menschen erwarten von mir und sagen mir, ich habe wie sie zu arbeiten. Sie sagen: Ich muss mir mein Brot verdienen, ich muss mich engagieren, sonst gehe ich zugrunde, sonst zerstöre ich mein Leben und das Leben derer die mich lieben. Und es heißt das jede Woche die ich nicht arbeite, ein Verlust ist den ich nie wieder gutmachen kann. Dabei empfinde ich das gar nicht als großartigen Verlust. Meine Lebensqualität ist ohne diese Treiberei durch Büros, Lärm und strukturiertem Chaos sogar gestiegen. Ich kann endlich ausschlafen, kann lesen, schreiben, denken und zu mir selbst finden. Wenn das liebe Geld nicht wäre, könnte es durchaus immer so weiter gehen.

Sobald mein Konto dahingeschmolzen ist, bin ich gezwungen arbeiten zu gehen. Ich habe mir also zu überlegen welche Branche, welche Firma, welche Tätigkeit für mich und die anderen Menschen eine Bereicherung darstellt und genug Geld abwirft. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder Recherchen durchgeführt. Es war ermüdend, entnervend, ein absolutes Desaster! Unerträglich was der hochgejubelte heilige Markt mir bietet! Das Resultat ist, ich habe kein Resultat! Ich habe nur eine riesige Perspektivlosigkeit. Ich kann mich verkaufen wie all die anderen, mich in Korsetts zwängen und hoffen, dass mir das reicht und ich nicht wahnsinnig werde. Es hat ja einige Jahre geklappt, oder sagen wir, ich habe es einige Jahre gemacht und irgendwie überlebt. Also ist es nicht so schlimm oder? Was stelle ich mich so an? Viele Millionen machen das doch seit vielen Jahrzehnten und die Verhältnisse waren nie so gut wie heute. Jeder kriegt einen Haufen Geld und damit kann er sich ein Stück Freiheit kaufen, was will ich denn noch?!

Ich frage mich wieso ich mir Freiheit erkaufen muss? Ich empfinde mich eigentlich als frei, erst wenn ich an die Schule oder Arbeit denke, fühle ich wie sich die Schlingen um meinen Hals, meine Arme und Beine schlängeln und festschnüren bis ich kaum mehr atmen kann! Für mich gibt es keinen idealen Job, es gibt nichtmal einen Job den ich ertragen kann! Weil mich alles versklavt und zur Hure macht, es geht nur um das Geld, es hat keinen höheren Sinn oder höheren Wert zu arbeiten. Klar es geht um das Überleben aber nicht viel mehr! Was ist das dann für ein Leben? Arbeiten um zu Überleben? Arbeiten um sich ein Stückchen Freiheit namens Feierabend zu erkämpfen? Arbeit wofür? Das Land versinkt im sinnlosen Überfluss voller Dinge die die Leute verblenden und isolieren. Ein paar Kilometer verhungern andere Leute weil sie nichtmal das Nötigste haben und solche wie ich helfen ihnen nicht, weil eigene quälende Sorgen plagen. Wer bin ich? Warum fühle ich mich so wertlos? Warum soll ich immer kämpfen? Was muss ich tun um vorwärts zu kommen? Warum ist das Leben eine ständige Hetzjagd? Was hat man mit mir nur gemacht?

Eine echte Ruhe, eine echte Freiheit werde ich mit Job wohlkaum finden. Irgendwie erhoffe ich mir doch noch irgendetwas zu finden, was mich und andere erfüllen könnte. Vielleicht auf ehrenamtlicher Basis, aber wovon soll ich dann leben? Ich bin selbst schuld, ich hätte erahnen müssen wohin mich das alles hinbringt. Die Menschen sind gnadenlos mit jenen die nicht mitziehen, mit jenen die zweifeln und stören. Sie haben Recht, schlagt mich tot und jeder ist zufrieden! Was soll dieses jämmerliche Gewinsel?! Mein Leben ist nur ein Hauch im Wind, was solls, ich klammere mich nicht daran. Ich lasse mich nur nicht gern ausbeuten und dennoch fühl ich mich als hätte ich es mein ganzes Leben lang zugelassen! Ich fühle mich elend, ausgepeitscht und traumatisiert von einem anonymen Feind, einem kosmischen Gespenst was mich in die tiefsten Tiefen meines Selbst verfolgt und verängstigt hat. Es gibt in meiner Welt keinen Retter. Ich glaube auch nicht in Eurer. Wir alle leben mit unseren Dämonen und das hat unsere Welt geschaffen in der wir alle leben. Eigenartig. Wo soll das alles nur hinführen? Was soll ich tun? Was sollen wir tun? Das jetzt ist doch nicht der Weg?!

Juni 9, 2009

Die Grundrechte und die jetzige Realität

Glasklar steht es geschrieben. Die Würde des Menschen ist unantastbar, alle Menschen sind gleich und gleichberechtigt, niemand darf benachteiligt oder bevorzugt werden, jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Vergleicht es mit Eurer Realität, mit Euren Erfahrungen. Wieviel ist davon wirklich Realität? Seit dem 23. Mai 1949 gibt es diese Grundrechte, sie sind das gesetzliche Fundament dieses Landes, doch wieviel wird davon gelebt?

Wieviel Freiheit und Harmonie steckt in unserem Leben? Ich habe jetzt einige Jahre gelebt und ich fühle mich ängstlich, gespalten und gehetzt. Es ging immer nur darum Leistung zu erbringen, nicht zu kurz zukommen, mit den Arsch an die Wand zu kommen. In meinem Leben ging es darum diese Grundrechte, die mir vom Gesetz her eigentlich seit vielen Jahrzehnten von Geburt an zustehen, zu erarbeiten. Natürlich wurde ich nicht geschlagen, gefoltert oder anderwertig im groben Sinne, wie man es vielleicht aus Entwicklungsländern kennt.

Vielmehr besteht die Qual darin, dass ich in Konkurrenz mit meinen Mitmenschen zu leben habe. Es gibt einen permanenten Wettbewerb um Noten, Jobs, Produkte, Märkte, usw. Selbst wenn man einen Job hat ist rein gar nichts besser als ohne Job. Denn ein Job ist nicht von Dauer, für diesen muss man täglich kämpfen und unter Beweis stellen das man ihn verdient hat. Man muss sich einsetzen und einbringen wie es nur geht, damit man eine Existenzberechtigung im Unternehmen hat.

Es gibt Stress, man hat Schweiß auf der Stirn, Herzrasen, muss sich anschreien lassen, sich blöde Bemerkungen gefallen lassen, Überstunden schieben, montone Arbeit verrichten, darf sich nur auf Genehmigung frei nehmen, hat sich auf seinen Arsch zu setzen, brav die öden Prozesse für Profite durchzukauen bis der Zeiger auf der Uhr die Pause oder den Feierabend anzeigt. Ist das der Weg zur Freiheit? Ist das ein Vorgeschmack auf die bevorstehende Freiheit? Ist die Pleite von General Motors, Opel, Karstadt, die Pleite der Banken, die Finanz- und Systemkrise ein Vorgeschmack der Freiheit? Ist das die Harmonie nach der wir uns alle sehnen?

Wir Deutsche sind alle so unheimlich fleissig, wir gehen früh zu Bett, damit wir pünktlich aufstehen und zur Arbeit marschieren können. Einer Arbeit die in der Regel nicht das ist ,was wir uns von unserem Leben erhofft hatten. Wir haben uns unterzuordnen, gegenüber den Kollegen, dem Chef, dem Markt, Aktionären, wen auch immer. Jedenfalls sind immer die anderen Schuld, immer die anderen Menschen sorgen dafür, das man in einer verdammt miesen Position ist, durchhalten und ausharren muss. Vielleicht gehört man zu den wenigen die einen angenehmen Job haben, und sich die Zeit mit lausigen Hobbys vertreiben, die noch nie etwas von den Hungertoten in der Welt gehört haben usw. Aber diese Menschen werden immer seltener, die sich mit dieser lausigen systematischen Interpretation glücklich schätzen.

Viele Menschen sind krank, fühlen sich unausgeglichen, sie trinken, essen, rauchen zuviel, lassen sich auf Menschen ein die noch schlechter dran sind, werden von ihnen verarscht und ausgenutzt. Es gibt Konlifkte, Gewalt, viele Probleme die nicht offensichtlich sind, kaum geäußert werden. Alles logische Folgen einer Gesellschaft die aus Rentabilitätsgründen keine Zeit mehr hat sich um ihre wesentlichen Probleme zu kümmern. Zeit ist Geld, Nachfragen auch. Daher beschäftigen sich die Menschen lieber mit etwas wofür sie bezahlt werden. Und wofür werden wir bezahlt? Fürs arbeiten! Und diese Arbeit muss nichtmal irgendeinen Wert oder Sinn haben,  hauptsache es wirft Geld für den Konzern und für die Arbeiter ab. Das ist das Prinzip wonach alle leben und streben, als hätte es Gott persönlich in unsere Köpfe gebrannt! Dabei waren wir das, wir haben uns selbst zu Soldaten des Kapitals, zu gierigen Feinden gemacht.

Nicht nur das man sich selbst und einen Großteil der Gesellschaft ignoriert, wenn man einen 0815-Job in der Industrie macht, man treibt die Zerstörung der Welt und die Spaltung, Verwirrung und Ignoranz der Menschheit in neue Höhen. Es geht Lebenszeit drauf, Zeit die unbezahlbar ist, jede Sekunde kann das Leben vorbei sein, es platzt eine Ader im Gehirn und schon wars das.

Ich frage mich warum wir Menschen Geld für Lebensraum bezahlen müssen. Wenn sich zwei Menschen lieben und sie sex miteinander haben, dann doch wohl um ihre große Zuneigung zueinander auszudrücken, Liebe und Sex  ist eine Bejahung des Lebens. Sex führt ohne Kondom gerne zu Nachwuchs und dieser braucht Lebensraum, ab seiner Geburt sollte dieser Lebensraum genauso ein Grundrecht sein wie auch seine Würde. Dennoch ist es seit ich denken kann so, dass die meisten Menschen jeden Monat ein Drittel und sogar noch mehr für ihre Wohnung ausgeben.

Die Wohnung ist ihr Lebensraum, ihr Zuhause, ein persönlicher Anker in der Gesellschaft. Warum müssen die Menschen für ihren Lebensraum bezahlen? Warum müssen sie soviel bezahlen, dass sie ihn kaum genießen können und stattdessen, um ihn überhaupt zu haben, den halben Tag mit Geld verdienen verbringen? Das ist doch irgendwie komisch oder nicht? Eigentlich müsste ich ja noch viel mehr komische Fragen stellen. Wie ist es denn mit Nahrung?

Hat nicht jeder Mensch ein Recht auf gesunde vielseitige Ernährung? Ich verstehe das es etwas kosten muss Bananen aus Brasilien zu kaufen, wegen der Bauern, dem Transport und all das. Warum gibt man den beteiligten Menschen, die andere Menschen quasi Essen geben, nicht einfach besonders viel Geld? Wieso geht es den Bauern die Bananen anbauen so schlecht, obwohl sie so tolle Arbeit leisten? Warum sind Filmstars, Popstars, Sportler mit Millionengehältern gesegnet, wärend Menschen die andere Menschen ernähren oder ihnen und anderen Lebewesen in sozialen Berufen helfen, besonders wenig Geld bekommen? Hier gibt es doch eine erstaunlich disharmonische Entwicklung.

Menschen die Gutes tun werden bestraft indem sie weniger Geld bekommen als Menschen die zweifelhafte Leistungen für die Gesellschaft erbringen. Wieso kann man es nicht ändern? Wieso kriegen viele Menschen nie genug vom Geld? Scheint als wollen sie ein inneres Schwarzes Loch stopfen, welches ich gut kenne, was viele gut kennen müssten. Ich muss auf etwas zusprechen kommen was ich früher schon einmal erwähnt habe. Wir glauben nämlich durch unser Denken und unsere Erziehung, wir seien nicht vollständig, was ein irrer Irrtum ist. Wir alle haben von Geburt an alles was wir im Leben brauchen um glücklich zu sein. Des Menschen Unglück ist nur dadurch möglich, weil er nicht weiß das er glücklich ist.

Wir haben Grundrechte, wir wissen das wir nicht perfekt sind und auch niemals perfekt sein werden, genausowenig wie alles andere was jemals auf dieser Erde war und jemals sein wird. In ein paar Milliarden Jahren explodiert die Sonne und wenn wir Menschen gestorben oder ausgerottet sind, was ist dann noch übrig von unserem Konkurrenzkampf? Die meisten Menschen leiden sehr unter diesem unnötigen irrelevanten Druck, ich auch, ich fühle mich davon sehr gespalten und zerrissen. Ich bin sicher das es einen Weg aus dieser finsteren Verwirrung geben könnte, sogar gemeinsam, kollektiv, es ist eine Frage des Bewusstseins, eine Frage der Kommunikativen Fähigkeiten. Wir werden jedenfalls mit den bisherigen Methoden der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte weiter viele Konflikte produzieren.

Wir haben bereits einige Perlen hervorgebracht, wir müssen sie jetzt nur anwenden, das geht nur aktiv, bewusst und frei von Zwängen. Wir müssen uns von diesem habgierigen System abwenden. Es ist nicht haltbar und macht uns alle krank.

Juni 8, 2009

Darwins Alptraum

In den 60er Jahren kamen findige Experten auf die Idee, einen fremden Raubfisch namens Nilbarsch in den Viktoriasee in Ostafrika einzusetzen. Innerhalb von dreißig Jahren rottete der Nilbarsch alle anderen Arten im See aus und wurde selbst als fetter Speisefisch zur Grundlage einer regen Exportindustrie mit Zielrichtung Europa. Im Gegenzug kamen von dort Waffen für den Bürgerkrieg im Kongo, in Ruanda und anderswo zurück. Verdient haben am Fisch indes nur wenige Konzerne. Die Bevölkerung um den See herum blieb zu arm, um sich Nilbarsch leisten zu können. Dafür breitete sich Aids aus wie ein Flächenbrand.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Entwicklungshilfeprojekt mal “Erfolg” hat, zeigt dieser ebenso niederschmetternde wie erhellende Dokumentarfilm des Österreichers Hubert Sauper aus der schönen neuen, globalisierten Wirtschaftswelt.

Juni 8, 2009

Let’s Make Money

Let’s make Money folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird.

Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make Money zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest.

Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Offizielle Homepage zum Film: http://www.letsmakemoney.at/

Juni 8, 2009

Taxi zur Hölle

Anhand eines konkreten Einzelschicksals klagt Alex Gibney in diesem Dokumentarfilm die Anwendung von Folter durch das US-Militär an. Im Jahr 2002 hatte der afghanische Taxifahrer Dilawar gerade drei Passagiere aufgenommen, wurde er von Angehörigen der Besatzungsarmee in Afghanistan verhaftet und ins Gefängnis von Bagram gebracht. Fünf Tage später war er tot, ebenso wie ein Mithäftling eine Woche früher. Die Autopsie des Leichnams führt zu dem Ergebnis, dass beide Opfer von schweren Misshandlungen wurden, denen sie mutmaßlich durch das Verhörpersonal ausgesetzt waren.

Gibney stellt einen Zusammenhang zur Doktrin des damaligen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld her, der dem US-Kongress die Zustimmung abrang, bei der Vernehmung von Kriegsgefangenen Foltermethoden zuzulassen. Somit ist dieser Film ein Appell an die politisch Verantwortlichen, an vorderster Stelle US-Präsident George W. Bush, auf den Pfad der Zivilisation zurückzukehren und die Menschenrechte auch in Zeiten globaler terroristischer Bedrohung einzuhalten.

Juni 6, 2009

Das Problem der Menschheit

»Wir entfremden uns ständig von uns selber, den anderen Menschen und der Welt, indem wir unser gegenwärtiges Erleben in verschiedene Teile zerlegen, die durch Grenzen getrennt sind. Wir spalten unser Gewahrsein künstlich in Abteilungen auf: Subjekt-Objekt, Leben-Tod, Leib-Seele, Inneres-Äußeres, Verstand-Gefühl, eine Trennungsregelung, die zur Folge hat, daß ein Erleben das andere einschneidend stört und das Leben sich selbst bekämpft.

Das Ergebnis ist einfach Unglücklichsein, auch wenn man ihm viele Namen gibt. Das Leben wird zum Leiden, von Kämpfen erfüllt. Aber all diese Kämpfe, die wir erleben – unsere Konflikte, Ängste, Leiden und Verzweiflungen – werden durch die Grenzen verursacht, die wir in unserem Irrtum um unser Erleben ziehen.« (Ken Wilber)

Es gibt keine Lösung, keine Sicherheit, kein Ideal, keine Perfektion, keinen ewigen Wachstum.  Unser Denken ist begrenzt und daher sind alle Gedanken, Vorstellungen und Ideen unvollständige Gebilde, die nur sehr begrenzt stimmen und funktionieren. Die Welt ist endlos komplex und verändert sich ständig, unser Denken hängt dem immer hinterher.  Unser Denken kann also nur sehr begrenzt hilfreich sein, wenn es darum geht glücklich zu sein, denn Glück ist unbegrenzt, spontan und frei. Denken ist nur ein träges Werkzeug. Aber es bestimmt die meisten Menschen.

Deshalb sind die meisten Menschen unglücklich. Sie glauben sie seien nicht vollständig weil sie sich zu sehr mit ihrem Denken und dem Denken anderer Menschen identifizieren. Dadurch machen sie ihr Leben von Faktoren abhängig die zum Scheitern verurteilt sind. Und je mehr sie begreifen, dass ihr Engagement im Job oder in der Schule nicht reicht, desto mehr strengen sie sich an. Es ist aber zwecklos. Wir können die Illusion nicht auflösen indem wir sie bestärken und leben. Wir spüren alle diese Leere wenn es darum geht zur Arbeit oder Schule zu gehen, es geht nunmal vorrangig darum Leistung zu bringen. Wir stehen in Konkurrenz zueinander, müssen gegeneinander kämpfen, es muss Gewinner und Verlierer geben.

Ist das wirklich unser Wunsch? Alle Menschen zu spalten, zu trennen und zu sagen wie unterschiedlich sie doch sind? In Wahrheit haben wir unzählige Gemeinsamkeiten. In Wahrheit sind die Grenzen Verbindungen. Wir sind alle von Geburt an einzigartige Wesen die permanent das Wunder Leben erleben und leben. Und obwohl wir ein Grundgesetz haben, welches von der Würde des Menschen spricht, quälen und peitschen wir uns gegenseitig durch ein engmaschiges engstirnges System voller irrsinniger verblödeter Vorstellungen.

Alle Menschen haben ihre einzigartigen Sichtweisen sie können unmöglich sehen was in dem Kopf des anderen Menschen vorgeht, sie können unmöglich Perfektion erlangen oder auf einen Nenner kommen. Wir können uns aber respektieren und an einem Bewusstsein arbeiten welches unsere Illusionen, Denkfehler und Probleme erkennt und auflöst.

Juni 6, 2009

Die hässliche Fratze der Gesellschaft

Jeden Tag kotzt mir die hässliche Fratze der Gesellschaft mit ihren beschränkten selbstgefälligen verblendeten Idealen ins Gesicht. Sie schreit mich an, sie brüllt mir ins ängstliche Gesicht ich soll mich nicht so anstellen und verdammt nochmal Kohle ranschaffen. Ich bin nichts wert für diese alleszerfressende vernichtende schlachtende Maschinerie wenn ich ausschlafe, mit dem zufrieden bin was ich habe und was ich bin! Ich habe mich zu quälen und illusorischen Vorstellungen nachzurennen, ich muss mich daran aufgeilen wieviel ich im Monat verdiene, muss mich mit frustrierten Arschlöchern mit Minderwertigkeitskomplexen rumschlagen um ein “wertvoller” Teil für diese Gesellschaft kurz vorm Abgrund zu sein!

Mein Leben ist nur dann erfüllt wenn ich mich mit monotonen Arbeitsprozessen nur für die Profite gegen die Konkurrenz und für die Ausbeutung, Verarschung von Kundschaft und Umwelt voller Selbstverleugnung die Perfektion des Asozialen vorantreibe! Ich bin nur dann etwas für diese Gesellschaft wert, wenn ich sie nicht hinterfrage, wenn ich sie annehme als wäre sie von Gott so und nicht anders vordiktiert worden, ich soll arbeiten, ich soll die Befehle annehmen und nur widersprechen wenn es die Profite, Rentabilität und die Motivation der Arbeiter und des Konzernes steigert. Meine Kreativität ist nur gefragt wenn es mich und meine Kollegen reicher macht, wenn wir uns davon völlig sinnlosen überteuerten Scheiß kaufen können. Konsumgeilheit ist wichtig wir brauchen Idioten die die Scheiße kaufen die tagtäglich in rauen Mengen produziert werden.

Meine Zweifel sind naive trottelige kindische Konstrukte die völlig haltlos sind, in Wahrheit habe ich Angst zu arbeiten, ich habe Angst das meine Leistung nicht reicht! Es ist überhaupt nichts daran das man mir seit der Kindheit eingeredet hat, ich sei wertlos und hätte mich anzustrengen um ein bisschen mehr wert zu sein als Scheiße! Es stimmt nicht das selbst Minister von Selbstzweifel zerfressen werden und glauben sie seien nicht gut genug für den Job den sie machen! Alles nur spastische Hirngespinnste, nur wer arbeitet ist frei und wer nicht arbeitet bleibt ein Nichts und wird immer ein Versager bleiben den alle treten, bespucken dürfen die Grundrechte gelten für solche Taugenichtse nicht! Dafür wurde nicht eine Industrienation aufgebaut, diese Nation soll nur für Menschen stehen die diesen Planeten mit ihrer herrlich-kranken perfekten Disharmonie verschandeln und vernichten wollen!

Ich bin der Idiot, ich habe mich nun endlich hinzusetzen, jede Woche, jeden Tag, Bewerbungen zu schreiben. Ich soll mich zu den Diktatoren hinter den Schreibtischen sitzen und darum betteln an den Schlachten in den Bürogebäuden teilzunehmen. Ich soll sagen ich will, ich kann, ich sollte, nehmen Sie mich bevor ich wertloses Stück unter der Brücke an meinem Erbrochenen ersticke! Ohne diesen Job bin ich nichts, ich brauche ihn, ich will mich daran klammern als wäre es mein Leben! So wollt ihr es doch! Ich soll dankbar sein eine miese langweilige stressige Tätigkeit in einer Firma zu bekommen, die auf Grundrechte scheißt und Profitmaximierung als einziges ernsthaftes Ziel anstrebt.

Man verlangt von mir und Millionen anderen Menschen das ich nach ihren Plänen und Maschinen wie eine Maschine funktioniere und nur dann Menschlichkeit aufkommen lasse wenn ich den Kunden damit Geld aus der Tasche leihern kann oder insgeheim eigene Vorteile unter den Kollegen rausschlagen kann! Diese Gesellschaft funktioniert nur mit Habgier, wer nicht habgierig ist geht unter und wird von den gierigen wildgewordenen Menschenaffen erniedrigt soweit es nur geht! Diese Gesellschaft soll ich mit meiner Arbeitskraft, mit meiner Lebenszeit unterstützen, ich habe zu marschieren, deren Lieder zu singen und das Nest nicht zu beschmutzen!

Ich bin das Problem wenn ich mit den Millionen Tieren mitfühle die täglich weltweit geschlachtet werden. Diese Tiere werden geschlachtet für Menschen die zu fett und dekadent sind, als dass sie sich für die Menschen interessieren die täglich zu tausenden ein paar Kilometer weiter verhungern! Ich bin das Problem wenn ich sehe wie die Menschen vor lauter Gier die größten Monster und Wracks werden nur um ein bisschen wie ein Star zu sein, nur um ein bisschen Besonders zu sein, nur um ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen für ihr trauriges irres Leben! Auch wenn alles innerhalb von Tagen völlig umsonst war!

Die Zivilisation terrorisiert sich seit zahllosen Jahrhunderten und in diesem Jahrhundert ist es nicht anders. Ich bin ein Opfer und soll wie andere gleichzeitig auch ein Täter sein. Ich soll diesen Planeten, die Tiere und Mitmenschen für mein täglich Brot vergewaltigen, zusammentreten und weitgehend ignorieren, nur damit ich eine Existenzberechtigung und entsprechenden Lohn habe!

Dies ist eine kranke kalte Gesellschaft die ihre Kinder ständig dazu zwingt sich selbst und andere Menschen zu hassen, weil sich keiner für gut genug oder vollständig hält! Die Medien und Politiker schreien ständig nach Reformen, Veränderungen, prangern Probleme von einzelnen Teilaspekten an und begreifen letztlich nicht wie schlimm und tief die Probleme tatsächlich sitzen, wo die tatsächlichen Ursachen liegen. Sie wollen Killerspiele und Waffen verbieten und erwarten das dies für ihre Interessen völlig genügt, vergessen aber die Strukturen der Gesellschaft zu verändern, die die Amokläufer, die offensichtlichen Wahnsinnigen und Irren in Wahrheit kontinuierlich hervorbringt.

Wir müssten unser gesamtes Denken verändern, unser Bewusstsein weiterentwickeln um die Quelle der Probleme zu erkennen und endlich das richtige zutun. Solange aber ständig darum gekämpft wird Menschen wie mich und andere Neulinge in dieser Welt dazu zu erziehen, zu ködern, zu locken, zu zwingen einen Job zu erfüllen den sie nicht leiden können, der keinen echten sinnvollen konstruktiven Wert hat, der sehr viele Menschen sich selbst eingeschlossen glücklich macht, wird das Leben weiterhin für Millionen Menschen eine Qual sein, eine Hetzerei, ein Pfad des Schmerzes und Leidens. Nur wenige Menschen haben soviele Privilegien, haben so eine starke reiche Familie, die das niemals erleben werden, die empfinden ihr Leben als unbegrenzt schön und frei.

Die große Masse hingegen hat das so zu erleben wie ich es ertragen muss. Ist das alles was wir vom Leben erwarten? Schmerz für Geld? Ich habe es so satt. Das ist nicht das Leben was ich Jahrzehnte leben will.

März 14, 2009

Erbarmungslos

Ich habe heute einige Fotos von alten Arbeitskollegen gesehen. Sie sahen aus als wären sie schwer-krank. Gezeichnet, traurige Blicke, drei-tage Bärte, umkämpfte Frisur, schlaf hängende Gesichtspartien. Sie sahen aus als hätten sie eine unheilbare Krankheit. Sie sahen aus als wären sie der TV-Serie Stromberg entsprungen. So traurig, leer, vorhersehbar und eintönig.

Der tägliche Überlebenskampf gegen andere Unternehmen hat in der harten Speditionsbranche ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur am Material, an den Lkws, an der Umschlaghalle, den Gabelstaplern sondern auch an den Menschen. Über die Jahre haben sich deutliche Spuren in ihre Körper und Seelen gezeichnet. Ein reduziertes Leben ist allen Arbeitern gemeinsam. Sie kämpfen tapfer für ihren Lohn, den Gewinn und Umsatz “ihres” Unternehmens, damit sie sich neue Schuhe, Möbel und Autos kaufen können. Sie kaufen sich vergängliche Dinge von ihrer verkauften Lebenszeit. In ihrer Freizeit starren sie in den Fernseher und geben oberflächlichen Mist die größte  Macht.

Meine Kollegen haben jahrelang gekämpft. Ihre Ängste sind nicht kleiner geworden. Ihr Reichtum ist nicht größer geworden. Der Kampf scheint endlos und immer erbarmungslos. Jene die Schwächen zeigen, stürzen und sind schnell vergessen. Die biologische Uhr scheint im Überlebenskampf schneller zu ticken. Und bald sieht unser aller Leben aus wie ein Schrottplatz. Gespenstisch, rau und vielfach benutzt. Denn alles musste schnell funktionieren und gemacht werden. Das Gefühl für Lebenslust ist uns abhanden gekommen. Uns regieren die Zahlen, uns diktiert die Gier was wir zutun haben, wir sind zu Fast-food verkommen.

März 14, 2009

Ohnmächtiges Leben

Ich habe große Angst vor der Zukunft. Ich habe diese Angst weil ich nicht weiß ob mein Vater Recht hat wenn er sagt, dass ich mit meinem Lebenslauf keinen guten Job mehr finde. Er sprich von absoluter Chancenlosigkeit und der einzige Ausweg sei der Weg zum Bund. Diesen Weg bezweifle ich natürlich stark. Was ist zum Beispiel wenn ich für dieses Land mein Leben gebe? Dankt mir das irgendjemand? Versteht irgendeiner den Wahnsinn daran? Ich würde dann zwar genauso vom System benutzt, ausgenutzt und weggeworfen, aber zumindest wäre das sicher.

In der sozialen Marktwirschaft, dominiert von Kapitalismus und Profitgier, ist mein Marktwert sicher nicht gerade sonderlich günstig ausgeprägt. Mein Lebenslauf lässt wirklich nicht auf einen karriereorientieren Menschen schliessen. Ich gebe nicht soviel auf Geld verdienen und möglichst gute Positionen in irgendeiner unbedeutenden Firma, die sich selbst aber ständig in der PR-Abteilung/Verkauf-Abteilung auf eigene Leistungen einen runterholt.

Ich hinterfrage meine Umwelt und manchmal brauche ich dafür den ganzen Tag, die ganze Woche, den ganzen Monat und nicht nur die Zeit beim Arbeitsweg oder die schlaflose Nacht. Ich will begreifen was in dieser Welt grundsätzlich schief läuft und das wir alle diese umfassende Leere und Sinnlosigkeit spüren weiß ich ganz genau. Es sind nicht nur Amokläufer die mit ihren sinnlosen Taten auf eine sinnentleerte Gesellschaftsform hinweisen. Wir alle protestierten direkt oder indirekt gegen diese von uns über die Jahrtausende etablierte Gesellschaft. Das merken wir nicht immer, weil unser Frust, unser Elend, unsere Aggressionen nicht sonderlich konstruktiv sind. Sie sind immer nur ein Ventil, ein Symptom, eine Wirkung einer Ursache.

Meine Ängste sind auch die Ängste vieler anderer Menschen. Diese Angst nicht zu wissen was aus einem werden soll. Beruflich, finanziell, sozial. Soll man sich für billige Jobs verkaufen nur um irgendetwas zu haben? Nur um dazu zugehören? Ist es in Ordnung sich für etwas zu verkaufen was man eigentlich gar nicht so toll findet? Wieso tun wir uns das so oft an? Sind wir wirklich gierig wenn wir das machen? Oder tun wir das weil wir sonst befürchten total abzurutschen und auf der Strasse zu landen, plötzlich zum geächteten Penner zu werden den man angeekelt keinen Cent schenken würde?! Was ist der Zweck unserer Gesellschaft? Wachstum? Expansion um jeden Preis? Wieso haben wir nicht Ruhe und Gelassenheit als oberstes Gebot? Wieso gucken wir nicht, dass es allen gut geht? Wieso haben wir Profitmaximierung als oberstes Gebot?

Weil es die Leute beschäftigt hält? Ist das der Zweck? Ist es so das eine kleine reiche elitäre Gruppe sich einen drauf runterholt wie sie unerkannt Milliarden Menschen versklavt? Manchmal könnte man diesen Eindruck gewinnen, so irrsinnig ist diese Realität geworden. Es gibt genug Menschen die diese Theorie mit Fakten zu belegen versuchen. Es ist nicht so leicht. Es hilft uns und mir nicht, wenn es diese Gruppe gibt. Es spielt keine Rolle, es hat sich eh alles verselbstständigt. Millionen Menschen gucken Fernsehen, hören Radio, schecken all den Experten, Politikern, Entertainern und Marktschreiern ihre Lebenszeit, Aufmerksamkeit, geben ihnen Quote, Macht und Geld. Wir treiben uns ständig gegenseitig an ein krankes System voranzutreiben, über Strukturen die uns das gar nicht so sehr auf die Nase binden. Das erkennen wir nur manchmal wenn wir als Arbeitsloser im Arbeitsamt sitzen und jeden Mist auf Papier nachweisen müssen, für ein paar lausige Euros. Da kommen wir uns doch vor wie Verbrecher, nur weil wir leben wollen oder?

Es ist eine eigenartige Realität die wir produziert haben. Unlogisch und schizophren, kühl und wahnsinnig präzise geregelt. Alles hat seine Ordnung, selbst der Massenmord, selbst die Zerstörung der Umwelt und so weiter. Ich will nicht noch deprimierende Fakten verteilen. Ich zerstreue mich sowieso viel zu sehr. Ich weiß nicht weiter und das ist meine Situation seit langen Monaten. Was tun? Irgendwas? Irgendein Job und nebenbei hinterfragen? Das klappt nicht. Ist nicht sonderlich konsequent und schon gar nicht effizient. Man ist immer so vergiftet von den Theorien anderer Menschen und Arbeiter. Da kann man nur bei extremster Aufmerksamkeit einige Dinge lernen. Tiefsinnige Dinge.

Ich wünschte ich könnte 10 Jahre zurückgehen und das jetzige Wissen behalten. Das ist ein alter Traum ich weiß, den schon viele geträumt haben. Sovieles würde ich dann wirklich richtig machen. Früher dachte ich nicht mal halb soweit wie jetzt. Ich dachte es hätte alles einen geheimen Sinn den ich noch nicht begriffen habe. Alles sei meine Schuld nur weil ich es nicht begreife. Dabei ist da gar keine innere gesunde Logik. Es gibt nicht die schützende unsichtbare Hand.  Wir unterliegen Denkmustern die begrenzt und dumm sind. Die Cleveren und die Dummen sind imselben Maße gefangen in diesen kranken Strukturen, oft ohne es selbst zu merken.

Weiß nicht ob ich clever genug bin meine Meinung fundiert darzulegen, in einem Buch oder so und dann dieses erfolgreich zu verkaufen um mich unabhängiger machen zu können. Träumerei, wie soll das was werden? Alles muss sofort sein, nur dann wäre es gut. Denke ich mir irgendwie. Frustration und Ohnmacht sind mein Alltag.

März 14, 2009

Die Krankheiten der Gesellschaft

Überall im Land geschieht Unrecht, Dummheit, Korruption, Verfehlungen aller erdenklich-möglichen Formen finden einen Platz in dieser ganzen Gesellschaft. Ich als einzelner Mensch soll dennoch allen Bilderbuchidealen entsprechen die sich ein Unternehmer nur vorstellen kann. D.h. ein lückenloser Lebenslauf mit einer klar ersichtlichen Steigerung der Fach- und Sachkenntnisse in einem gewissen Beruf.

Weise ich nicht diesen Lebenslauf auf, weise ich nicht die Kenntnisse auf bin ich teuer und unangenehm für den Unternehmer. Ich bin damit ein Mensch der weniger wert ist für den Unternehmer. Ich bekomme dadurch schwieriger einen Job und muss mich auf die Unternehmen konzentrieren die nicht so genau hinsehen, leider sinkt dabei auch das Nivaeu  des Jobs. Folglich befinde ich mich in einer stillen sozialen Abwärtsspirale die sich immer schneller dreht, je später ich davon Wind bekomme.

Natürlich bin grundsätzlich immer ich selbst verantwortlich für meinen Lebenslauf, grundsätzlich bin ich schuld für alles was dort zu finden ist. Viele Faktoren werden nicht berücksichtig und es gibt selten eine zweite Chance, bzw. überhaupt eine erste Chance. Denn wir alle müssen sparen, die Unternehmen gleich dreimal, denn der Wettbewerb ist hart, wir kennen das alte Lied der Globalisierung. Ich bin sehr frustriert von dieser Realität. Nur weil ich mir die ehrliche Mühe mache in einer Auszeit eine Orientierung bzgl. Lebenssinn und Hinterfragung der Gesellschaft voranzutreiben, werde ich gegenüber notorischen Ja-Sagern die jedem beschissenen Trend hinterher rennen benachteiligt.

Eine absurde Gesellschaft. Wieso werden nicht gerade Diejenigen gefördert die die Gesellschaft hinterfragen? Warum sind nur die erfolgreich die letztlich nur die Eigennutz-maximierung im Sinn haben? Wieso denken Unternehmen nicht in globalen Zusammenhängen? Ich nenne diese korrupten Strukturen eine Krankheit die uns auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft schwer bremsen und behindern wird. Solche Menschen wie ich müssen es ausbaden. Jene ohne Lobby, jene die eigentlich nichts weiter als ein geregeltes konstruktives Leben wollen.

Februar 21, 2009

Blutschneisse durch den eisigen Schnee

Ich wünschte ich hätte all den TV-Sendern, Zeitungen, Shows, Nachrichten, Büchern, Religionen, Wissenschaften, Lehrern, Gurus, Spielfilmen, Computerspielen und Konsolenspielen, all die dämlichen Songs und Interpreten, den Religionen, Experten, Politikern, diesem ganzen Lärm keine Beachtung geschenkt.

Mein Leben ist so leer und bedeutungslos weil ich es getan habe. Ich glaubte es hätte irgendeine Bedeutung zu lesen, zu sehen, still da zu sitzen und diesen Mist zu verfolgen. Dabei hat mich das nur passiver gemacht, diese Sachen und Menschen haben mich zu einem Zuschauer gemacht. Sie haben mich dazu verführt mein Leben zu ignorieren. Sie haben mich benutzt. Sie haben mich vom Wesentlichen abgelenkt.

Ich fühle mich ausgebrannt und vernichtet. Es gibt keine Ziele, keine Hoffnungen für diesen Planeten, solange wir nicht allesamt begreifen wie falsch und krank wir agieren. Wir können uns die Freiheit nicht durch Waffen erkämpfen, nicht durch Diskussionen, nicht durch ignorieren der Wahrheit, wir können nicht davon ablenken. Wir müssen erkennen wie leer, kalt und ausgehungert unser aller Leben ist, wenn wir einander nicht die Beachtung schenken die wir alle brauchen.

Das Elend in der Welt, ist das Elend in uns selbst was wir nach außen getragen haben. Wir haben dieses Elend geerbt und wir werden es an unsere Kinder weitergeben, sofern wir nicht verstehen lernen. Sofern ich nicht verstehen lerne. Meine Orientierungslosigkeit, meine gequälte Seele, mein selbstzerstörerischer Lebensstill ist keine Lösung und kein Frieden mit dem Leben.

Die Zeit hat uns ausgespuckt und frisst uns bei lebendigen Leib. Manche Menschen von uns sind sich dessen bewußt und leiden dabei unendlich, andere sind sich dessen nur unbewusst klar und agieren destruktiv zerstörerisch. Einige wenige Menschen bzw. Lebewesen sind dankbar jemals gelebt zu haben… Zu welcher Sorte willst Du gehören?

Februar 2, 2009

Nebelwanderung

Ich fühle mich hin und her gestossen von den Mechanismen der Gesellschaft. Aufgrund der sogenannten Finanzkrise wurde ich Weihnachten aus der Firma geworfen, von der ich bisher im Tagebuch sprach. Es ist viel passiert, ich habe einige Dinge gelernt und dann war alles sehr schnell vorbei. Innerhalb von 7 Tagen war alles vorbei und seitdem stehe ich wieder auf der Strasse und darf mich um Arbeitslosengeld, neuen Job und Bewerbungen kümmern.

Viel ungeliebte Bürokratie muss ich mir also antun, ich komme mir vor wie ein Schmarotzer. Egal ob ich beim Amt sitze, oder in einem Bewerbungsgespräch. Grundsätzlich habe ich das Gefühl zu betteln. Ich bettle um Geld, ich bettle um Chancen. Denn ich fühle mich in der schwächeren Position und möchte eigentlich auch gar keine Hilfe, denn ich habe meist doch alles alleine auf die Reihe bekommen. Die Regeln der Gesellschaft sind größer als ich und solange ich nach deren Pfeife tanze, muss ich mich natürlich entsprechend verhalten.

Glücklich macht es mich nicht. Ich weiß das es mich auch nie glücklich machen wird. Irgendwie gibt es nur die eine Lösung und zwar aus diesem konfliktreichen System zu fliehen. Dies ist aber leider eine Entscheidung für das Leben und momentan kann ich sie einfach nicht treffen. Zuvieles liegt noch im unerschlossenem Nichts.

Januar 18, 2009

Dumm ist wer dummes tut

Hast Du den Film Forest Gump gesehen ? Wenn ja, erinnerst Du Dich bestimmt auch noch an die Frage die Forest immer zu hören bekam: “Forest bist Du dumm?” Forest antwortete dann stets: Dumm ist wer dummes tut.

Ich weiß nicht, ob Du den Film gesehen hast, aber ich weiß, dass Forest Recht hat. Dumm ist wer dummes tut. Eine unbequeme und brutale Definition von Dummheit. – Denn es gilt für den Lungenarzt der eine Koryphäe seines Faches ist und selber raucht. – Es gilt für den Politiker der Veränderungen predigt aber Reformen blockiert. – Es gilt für den Unternehmer der halbherzig nach Märkten sucht aber die Ideen seiner Mitarbeiter übersieht. – Es gilt für Verkäufer die immer weniger umsetzten aber Verkaufsschulungen ablehnen weil sie schon alles wissen. – Und es gilt für Eltern die ihre Kinder klein halten um ihre Macht auszuleben sich aber noch heute über ihre eigenen Eltern beschweren, weil diese nie Verständnis für sie hatten. Alle diese Menschen sind unabhängig von ihrer Bildung, ihres IQ , ihrer sozialen Stellung gemäß der Gumpschen Definition dumm.

Ja, ich bin vollständig davon überzeugt, das Forest Gump mit seiner Definition recht hat. Ich bin aber auch sehr sicher, dass keiner der obengenannten Personen das Etikett Dummheit für sich akzeptieren würde. “Widersprüchliches Verhalten” das vielleicht. Menschen sind nun einmal nicht logisch und ihr Verhalten steckt voller Widersprüche. Aber das hat doch nun wirklich nichts mit Dummheit zu tun. Ich sehe das anders. Mir gefällt der Begriff Dummheit an dieser Stelle, denn er löst genau die richtigen Gefühle aus. Wer möchte schließlich schon dumm sein. Wenn ich also an dieser Stelle von Dummheit spreche, so ist das sehr wohl Kalkül und genauso gewollt. Etymologisch betrachtet leitet sich das Wort dumm aus der gleichen Familie wie stumpf ab (mit stumpfen Sinnen) das seinen Ursprung wiederum aus der gleichen Wortgruppe wie Dunst bezieht. Sätze wie “jemanden blauen Dunst vormachen” der erstmalig im 16ten Jahrhundert erscheint lassen diesen Zusammenhang noch erkennen. Falls Dir an dieser Stelle ein möglicher Zusammenhang mit dem Rauchen auffällt bist Du vermutlich Nichtraucher. Einem Raucher gegenüber solltest Du übrigens diesen Hinweis nur verwenden wenn er a) kleiner und schwächer ist als Du oder b) aufgrund seiner Nikotinleidenschaft nur noch langsam laufen kann.

Und genau an dieser Stelle erkennen wir eine der wesentlichen Besonderheit der Dummheit. Dummes Verhalten ist nämlich nur solange in Ordnung wie es nicht als solches von anderen erkannt wird.

Ein sicherlich klassisches Beispiel hierfür dürfte das Märchen mit des Kaisers neuen Kleidern sein. Zur Erinnerung: Der Kaiser gerät an einen gerissenen Schneider, der ihm weismacht, dass seine neuen Kleider von so hochwertiger Qualität seien das diese feinen Stoffe für dumme Betrachter überhaupt nicht sichtbar seien. (Mit stumpfen Sinnen nicht wahrnehmbar) Der Kaiser der natürlich großen Wert darauf legt vor allen Dingen selber nicht als dumm zu gelten lobt sodann die real gar nicht existenten Stoffe und geht sogar soweit sich seinem Volk gegenüber mit den anscheinend so wertvollen neuen Kleidern zu zeigen. Das Volk verhält sich zunächst ähnlich wie der Kaiser selbst. Alle loben die nicht vorhandenen Kleider, um somit eindeutig zu beweisen, dass sie natürlich ebenfalls nicht dumm sind. Erst später als ein Kind ruft: “Seht her der Kaiser ist ja völlig nackt” erkennt das Volk die Dummheit des Monarchen “die eigene wird es wohl immer noch nicht erkannt haben” und lacht den Kaiser aus. Es dürfte Dir an dieser Stelle nicht schwer fallen nachzuvollziehen, dass der Kaiser ziemlich sauer war als er merkte, dass er es selber war der sein dummes Verhalten so über deutlich zur Schau gestellt hatte. Das besondere und das tragische an dieser Geschichte ist jedoch das es üblicherweise so nicht funktioniert. Ein kleines Mädchen reicht in den seltensten Fällen aus um wahrlich dummes verhalten aus dem Dunst zu ziehen und für alle sichtbar zu machen. Üblicherweise funktionieren solche Prozesse dagegen anders: Denn erst wenn der überwiegende Teil einer Gruppe ein Verhalten als dumm erkennt (durchschaut) hat gelingt es nach und nach auch dem (durchschnittlichen) Einzelnen die eigene Dummheit zu erkennen und erst dann ist er auch bereit die Umstände neu zu bewerten. Von daher hätte man in der Realität wohl kaum gezögert das vorlaute Mädchen mit Hausarrest in sein Zimmer zu schicken, oder es zu foltern bis es die Wahrheit sagt. Man hätte es vielleicht ausgesetzt, oder es ganz einfach umgebracht. Schließlich sind solche Vorgehensweisen auch sehr viel angenehmer als sich mit der eigenen Dummheit zu beschäftigen.

Übrigens ist die vorangegangene Geschichte noch für mindestens eine weitere Erkenntnis gut: So hat es den König nie gestört, dass er die Kleider selber nicht sehen konnte, also gemäß der Erklärung des Schneiders anscheinend dumm war. Das ließ ihn kalt. (Was übrigens dafür spricht das er tatsächlich dumm war) Was ihn aber sehr beschäftigte, war etwas anderes. Was, wenn die anderen seine Dummheit bemerken würden. Und so machte er sich ganz erhebliche Gedanken darüber, was er tun könnte, um nicht als dumm zu gelten bzw. wie er sich verhalten müsse um nicht als dumm erkannt zu werden. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für die zunächst von den neuen Kleidern so begeisterten Bürger. Alles in allem ein treffendes und entlarvendes Verhalten. Dummheit die man hinter einer Maske des Intellekts versteckt wird dadurch nicht nur nicht unsichtbar, sondern schwebt stets in der Gefahr durchschaut zu werden. Was wiederum dazu führt einen wesentlichen Teil von Energie und Engagement damit zu verschwenden eine Illusion ständig beschützen und zu verteidigen zu müssen.

Wenn Du nicht weißt was ich meine beobachte einmal unsere Politiker und deren Verhalten; beispielsweise in Sachen des offensichtlich (”für jeden offen zu sehen” außer für die Politiker Höchstselbst) in Probleme geratene Rentensystem / der wirtschaftllichen Situation. Wie viele aufgeweckte Mädchen wird es hier wohl benötigen bis die Allgemeinheit aufwacht und erkennt das der Kaiser hier längst keine Kleider mehr anhat? In einem Interview mit dem deutsch-amerikanischen Bewusstseinsforscher John Hormann las ich den bemerkenswerten Satz: “Langsam merken die Leute von wie vielen geistigen Zwergen sie regiert und bevormundet werden.” Und später weiter: “Aber noch setzten die Patriarchen ihrer schwindenden Macht immer mehr Reglementierungen entgegen um ihren Einfluss doch noch zu erhalten. Das Volk muss die Prinzipienreiter endlich zur Hölle jagen die ewig vorgestrigen Politiker, Unternehmer, Gewerkschafter. Mir gefällt Hormanns Botschaft. Insbesondere das mit der Hölle finde ich ziemlich cool. Aber ich bin davon überzeugt, dass es so nicht funktionieren wird.

Bevor das Volk irgendjemand entlarven kann muss es sich selber durchschauen. Oder anders gesagt zu aller erst müsste es sich mit dem eigenen Verhalten beschäftigen. Die stumpfen Sinne schärfen und eine Standortanalyse vornehmen. Wie ist das mit Dir, in welchen Bereichen verhältst Du Dich dumm obwohl Du es eigentlich besser wissen müsstest? Schärfe also Deine Sinne – werde Dir Deines Verhalten bewusst!

Herzlichst Alexander Wagandt

Dezember 10, 2008

Sinn des Lebens

Alles ist Kommunikation. Alles steht miteinander in Verbindung. Auf alles gibt es Ursachen, Wirkungen und Reaktionen. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen was davon richtig oder falsch ist, wie man etwas besser machen könnte oder was man besser lassen sollte, das sind alles Gedanken die rein gar nichts bedeuten. Sie sind Spielchen die wir spielen, und währenddessen fliegen die Wolken an uns vorbei, unser Herz schlägt weiter den Blutkreislauf voran, wir reden und reden, schreiben, diskutieren, denken, lachen und schreien darüber. Das ist unser Leben, eine Reise voller Urteile und Schlüsse.

Wir haben nichts außer unseren Körper. Das ist der einizg reale Fakt und wenn wir ihn verlieren, verlieren wir auch das Leben. Alles andere ist Einbildung. Unsere mächtige Vorstellungskraft entwickelt mithilfe unseres Intellekts, unseren Erinnerungen und Erfahrungen Ideen, Gedanken, bildet Verhaltensmuster und Systeme die schliesslich immer weiter und komplexer Wachsen. Was haben Gedanken mit der Realität zutun? Was sind unsere Urteile wert? Wem bedeuten sie etwas? Ist es nicht so das all die Gedanken, Forschungen um die Realität, die Probleme, Leiden, Kriege und so weiter nicht real sind? Wir können nie genug wissen, nie genug experimentieren. Es wird immer Rätsel geben, wieso wie ein Irrer nach (unvollständigen) Lösungen suchen, wo es eigentlich keine Probleme gibt?

Das grundsätzliche Problem unserer Lebensform als Menschheit ist doch der Glaube an unserer Fähigkeit für alles eine Lösung zu finden. Dabei gibt es doch gar keine Probleme. Wir haben im Prinzip nichts zutun, außer uns zu nähren, zu trinken, zu schlafen, zu lieben und zu geniessen. Wir wundern uns das es immer wieder zu Konflikten kommt, in allen Branchen, Nationen, in allen Zusammenhängen, also immer dann wenn Kommunikation stattfindet. Und Kommunikation findet ständig statt. Dabei ist doch klar warum diese enstehen. Sie müssen entstehen weil sie nichts mit der Realität zutun haben. Im Einklang mit sich selbst, den Mitmenschen, Lebewesen, der Umwelt und dem Universum zu sein, bedeutet zu verstehen das es keine Trennungen gibt. Alles ist eins. Wir Menschen sind wie kleine Zellen in einem großen Organismus. Genau wie die Tiere und Bäume.

Stell Dir vor die Zellen in Deinem Körper würden sich streiten welcher Körperregion sie angehören wollen/sollten oder welchen Sinn ihre Existenz hat. Sie wären nicht lebendig, nicht überlebensfähig, wenn sie so dumme Fragen stellen und daraus Handlungen vollziehen würden. Sie haben nunmal im Einklang zu leben oder sie werden verrecken. Und das wars dann mit dem Leben. Das ist nur gerecht und verdammt logisch.

November 17, 2008

Paradies? Gerne aber wie?

November 16, 2008

Das Pult blutet langsam im Treibsand

Alles was ich höre ist Lärm. Jeder Gedanke ist ein Uhrwerk der mit seinen Rädern alle Freiheiten vergräbt. Alles was ich sehe ist Schwarz. Es gibt keine Orientierung, keine Sicherheit und keine Zukunft. Alles was ich fühle ist kalter Lehm an allen Stellen meines Lebens. Ich bin bewegungsunfähig und röchle lautlos vor mich hin. Das ist meine Existenz, die sich unaufhaltsam fortsetzt bis die Organe aussetzen und ich in die Ewigkeit entlassen werde.

Voller Sterne und unendlicher Schleuderkräfte werde ich dann in die Ursuppe geschleudert bis ich mein Alles und Sein verloren habe. Bis ich die irrelevante menschliche Existenz als einen Traum erkannt und ausgespiehn habe. Das dreht sich in die Unendlichkeit der explosiven Zeitlosigkeit, wie ein Kreisel der die magnetische Wirkung zusammen mit Rauschen und wackligen Fratzen begleitet. Das ist Existenz die keiner kennt und keiner dokumentieren kann. Das ist das Ende der Zeit und der Anfang der Auflösung.

November 16, 2008

Vergangenheit die Sklaverei der Zukunft

Das ist mir alles zuviel. Es wird soviel geredet und geschrieben. Es wird soviel gefeiert und gejubelt. Ich weiss nicht warum, aber ich sehe das wir unsere Existenz scheinbar in fast jeder Hinsicht vollkommen missverstehen. Die jungen Leute gehen zur Schule und haben soviel Energie, sie können kaum einen klaren Gedanken fassen. Sie springen herum, stürzen sich in irgendwelche Liebschaften, brechen sie ab sobald sie schwierig wird und stürzen in das nächste Unglück hinein.

Während die älteren Menschen, also jene die ihre Ausbildung gemacht haben und jetzt die ersten weiteren Berufsjahre erleben, möglichst danach Ausschau halten was sie sich noch alles aufbauen könnten. Womit sie ihr Leben noch feiner und genauer gestalten können. Und nebenbei wird gearbeitet, geschwitzt und durch die Strassen gehetzt. Die Klamotten modern und trendy, der Verstand ganz auf Karriere, Partnersuche und gutes Essen fixiert, eine endlose Wiederholung von Plänen und Zielen.

Ich kann graben wie ich will, die Schicksäler der Menschen erfassen und erläutern, aber wirklich schlau werde ich daraus nicht. Das was anderen Menschen total fasziniert ist für mich kaum ein Augenzwinkern wert. Wieso sind gerade die Radiosender erfolgreich die jeden Tag dieselben Songs spielen? Wieso wenden sich die Menschen von einen ab, wenn man schwierige Fragen stellt oder einfach schlechte Laune hat? Warum müssen wir alle Karriere machen? Weshalb eine Familie gründen? Was will ich mit einem Auto? Was sollen all diese Dinge?

Bei diesem ständigen Gewusel sehne ich mich nach Stille und Einsamkeit. Ich will in eine Rakete steigen und neue Universen bereisen. Und irgendwann, nach 100 Milliarden Lichjahren kehre ich auf den Planeten zurück, dann werde ich feststellen es hat sich immer noch nichts geändert. Die Menschen haben nun zwar nur noch einen Kopf mit 20 Beinen und einem riesigen Genital, aber sie hetzen immer noch hinter dem größten Glück dieser Erde her. Treiben das Paradies vor sich her, kämpfend, schreiend, wie bei der Geburt sind sie hilflos ihrem Wissen ausgeliefert.

November 16, 2008

Chaos versus Frieden

Ich arbeite, meine Verwandten arbeiten. Freunde, Bekannte, Fremde, alle Menschen arbeiten. Von Früh bis Spät kämpfen wir mit Kunden, Verträgen, Produkten, Verkaufsstrategien usw. für unser Geld, unsere Zukunft und unser persönliches Glück.

Wir verlieren und versenken uns im Wettkampf gegeneinander. Gemeinsam kämpfen wir gegeneinander. Jeder gegen Jeden für die Freiheit und die Selbstverwirklichung, für ein bisschen Spaß! Manche von uns sind sehr erfolgreiche Arbeiter, Manche weniger, Andere erfüllen nur ihre Pflicht und das wars. Es ist und bleibt ein Kampf.

Wir lenken gern von dieser Wahrheit ab, indem wir feiern gehen oder besser, indem wir die Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte zerteilen und verplanen. Wir trösten uns mit Musik, Süssigkeiten, Tanzen, eben irgendwelchen kurzfristigen Freuden, die wir uns selbst festlegen und erfülen. Keine dieser Freuden hält ewig oder gar lang genug, denn der nächste Arbeitstag mit all seinen vielen Stunden wartet schon und kommt unaufhaltsam näher und näher.

Dann sind wir wieder gezwungen für unser beschränktes, vorübergehendes Glück aufs Neue zu kämpfen. Akten wälzen, mit unangenehmen Leitern und Kunden fertig werden ohne zu schreien und zu weinen, durchbeissen, durch die Blechlawinen auf den Autobahnen, durchboxen durch die Menschenmengen an den Bahnhöfen. Die Atmung wird flacher, kürzer, wir verlieren mit der zunehmenden Geschwindkeit unseres Berufslebens immer stärker die Orientierung. Erst fliegen die Gefühle und Zweifel davon. Dann fliegen die Hoffnungen und Visionen davon. Und zuletzt fehlt der Mut, die Liebe und der Wille zu überleben.

Was haben wir von diesem Kampf? Die meisten Menschen kämpfen in ihren Berufen gegen Frustration, Burnout, etliche Herausforderungen. Seht Euch die Gesichter an, wenn ihr Morgens oder Abends unterwegs seid. Schaut in die Autos die neben Euch vorbei rasen, wenn ihr zur Arbeit fahrt. Schaut Euch die Gesichter der Fahrer an. Sind das glückliche Gesichter? Sind sie über jede Sekunde die sie leben dürfen glücklich und froh?

Die Leute wirken müde, abgekämpft, sie scheinen ihr Leben nicht zu geniessen. Dabei gehören wir in Europa und Deutschland zu den privilegierten Ländern und Staaten. Wir bekommen noch genug Geld für unsere Arbeit, sodass wir uns teure Autos kaufen, Häuser bauen, trendige Klamotten, Musik usw. kaufen können.

Trotz dieser erheblichen Zeichen eines maroden, ungerechten Systems gehen die Menschen weiter als sei nichts gewesen, als sei alles in Ordnung. Natürlich geht es uns recht gut, im Gegensatz zu Menschen in Afrika oder gewissen Teilen Indiens. Aber heisst das für uns nicht täglich zu fragen: Sind wir auf dem richtigen Weg? Ist das die beste und einzige Möglichkeit? Ist es nicht so, das wir mit unserem Verhalten die Armut anderer Menschen auslösen bzw. ermöglichen? Wer kauft denn die billigen Klamotten, wer kauft denn Tabak, Kaffee aus unfairen Situationen? Sind wir Opfer oder Täter?

Keiner von uns scheint diese Fragen gerne zu stellen. Fürchten wir diese Fragen zu stellen, weil es dann einer totalen ständigen Veränderung bedarf? Wir würden wieder in echter Unsicherheit leben wenn es soweit kommen würde. Halten wir das aus?

Vielleicht fürchten die meisten, es würde nichts besser werden. Wir hoffen auf schlaue, langjährige Politiker, die hoch qualifiziert und studiert unsere Probleme lenken. Oftmals erdenken sie Probleme wenn sie Lösungen erarbeiten sollen. Deshalb ändert sich seit Jahrhunderten nicht wirklich etwas. Reich bleibt reich, arm bleibt arm. Die Politiker können die Probleme von den Arbeitern nur oberflächlich nachvollziehen. Woher das alles kommt? Reformen bedürfen immer neuen Reformen; Neue Lösungen bringen neue Probleme und vom Lobbyismus der Wirtschaft wollen wir hier erst gar nicht sprechen.

Wir sind eine schizophrene Lebensform. Einerseits fasziniert vom Chaos und Tod, andererseits stets bemüht Frieden und Glück zu ermöglichen.

November 16, 2008

Szenen sind cooles elitäres Gehabe

Warum gibt es Subkulturen wie Punks, HipHopper, Metaller, Gothics, Emos und so weiter? Weil die Teilnehmer der jeweiligen Bewegungen teilweise die oberflächliche Lebensweise der Massen verstanden haben. Sie drücken das zwar unterschiedlich aus weisen aber grundsätzlich auf sehr ähnliche gesellschaftliche Missstände hin. Ich teile ihre Frustration und folgte ihnen auch in jüngeren Jahren, bis ich auch bei ihnen eine beschränkende, oberflächliche Haltung und Denkweise erkannte.

Sie verfolgen genau wie die meisten Menschen gewisse Leidenschaften, leben mit Frustration die z.B. durch das Berufsleben entstanden ist. Das was sie letztlich von der Masse unterscheidet ist der Stil und die Form wie sie das durchleben und ausdrücken. Keine der Szenen besitzt echte Lösungen, echte Freiheiten oder Inspirationen dazu. Wenn überhaupt nur kleine Bruchstücke, die nur abseits von Konzerten, Outfits usw liegen.

Die Gruftis, Metaller usw sind also weder besser, individueller noch schlechter als jeder andere Mensch auf der Welt. Dennoch erfahren diese Menschen erstaunliche Konflikte und Abgrenzungen wenn sie sich in Szene-typische Kleidung werfen. Ihnen passiert quasi das, was den dunkelhäutigen Mitmenschen seit vielen Jahrhunderten gegenüber den Weissen passiert. Sie werden aufgrund ihres Äußeren ausgegrenzt. Und darüber herrscht große Verwirrung. Oftmals wird mit Protest darauf reagiert.

Die Szenenanhänger sehen sich dann bestätigt und behalten ihre Einstellung, dass die meisten Menschen oberflächliche Arschlöcher sind. Und mit dieser Abgrenzung zeigen sie das sie ebenso oberflächliche Arschlöcher sind. Der Hund beisst sich quasi selbst in den Schwanz.

Die pseudo-außergewöhnlichen Szenen fördern also keine echte Veränderung der Situation, sondern dürfen eigentlich nur als Erweiterung der Trennung des Menschen vom Menschen gesehen werden.

November 16, 2008

Marsch der Millionen

Marschiert wird täglich aus dem Bett, ins Bad, Küche und dann den täglichen Weg zur Arbeit. Im Gleichschritt folgen die Massen ihren Zielen, mehr oder minder mit guten oder schlechten Gefühlen und Gedanken. Auch ist klar, sie haben sowieso keine Wahl.

Sie müssen konkurrieren, sie müssen konsumieren. Das jetzige System funktioniert nur weil sich täglich tausende Millionen von Menschen dafür opfern. Jeder von uns opfert Lebenszeit und lässt sich dafür mit billigen Löhnen und Versprechungen abspeisen.

Ihr wisst dass das Leben dadurch immer stärker zur Qual wird und es immer schwieriger wird sich dessen in der alltäglichen Routine und Gewohnheit zu enziehen. Deshalb wird alles krasse, es wird mehr gesoffen, gegessen, also mehr konsumiert, anstößigere TV Formate geguckt.

Macht die Augen auf! Es gibt niemanden der das beenden wird. Jeder von uns entscheidet selbst was für ein Leben er möchte. Wollt ihr weiter im Konflikt mit der Umwelt und mit Euch selbst leben? Habt ihr es nicht satt, zum lästigen Arbeits-, oder Schulalltag ständig Ausgleich suchen zu müssen?

Wisst ihr nicht das alles umsonst ist wofür ihr kämpft? Macht Euch nichts vor, egal wie cool Eure Kleidung, wie bahnbrechend Eure Ideen sind, ihr werdet nur Leid und Unglück produzieren, sofern ihr das große Ganze nicht begreift.

November 16, 2008

Die Menschenmassen begehen für Frieden und Freiheit Suizid

Leistung, Leistung, Leistung. Alles was in dieser verlogenen Gesellschaft zählt ist Leistung. Nicht der Mensch, sein Charakter oder seine Gefühle! Es gilt nur das was er jeden Tag leistet. Und wenn er zu wenig leistet, dann fliegt er. Diese Gesellschaft steht unter massiven Druck, es gibt keine Freiheiten und wenn dann nur abgepackt in DIN Norm Tetrapack-Packungen, die nur irgendwelchen Konsumjunkies reichen, die in den Träumen von Discount-Milliardären existieren.

Ich habe es satt mich durch die Woche zu hetzen, Abends nie genug Zeit zu haben etwas wirklich Schönes zu erleben. Ich hab es satt mich mit irgendwelchen Floskeln, von Abteilungsleitern, Niederlassungsleitern, Politikern, sonstigen ranghohen Wichsern in allen Branchen verarschen zu lassen. Ihr wisst gar nichts besser als ich, seid nur länger in der Scheisse und wart so wahnsinnig möglichst viel davon zu fressen! Wovon lebt diese Gesellschaft eigentlich? Glaubt sie im Ernst das sie durch ständige Gewinne, durch ständige Verbesserung der Arbeitslosenquote, durch das Einhämmern mit Wissensbüchern auf Schüler und durch Wettbewerb das Glück auf dieser Erde auszulösen?

Wir sind alle total bescheuert und glauben durch wahnsinnige irre Verhaltensweisen gesund zu werden. Es wird niemals besser werden, höchstens wenn wir alle jämmerlich auf unseren Bürostühlen, in den S-Bahnen und Trambahnen erstickt sind. Dann ist alles gut, aber nicht in den Jahrhunderten die voller menschlichen Stumpfsinn sind. Wir glauben wir könnten unsere Freiheit durch Gedanken, Ziele, Pläne, Übungen und irgendwelchen anderen verkapselten, reduzierten, beschränkten Scheiss erreichen, dabei machen wir uns damit nur noch mehr kaputt.

Schaut sie Euch an die tolle Welt, man muss ja positiv sein. Vergessen wir 1 Milliarde Menschen Armut, vergessen wir das 360 Miliardäre mehr Geld haben als 2,5 Miliarden Menschen zusammen! Vergessen wir die massiven Umweltschäden, vergessen wir das wir die Tiere die wir nicht süss finden wie eine Ware behandeln und jährlich tausende von Tonnen fressen! Und dann sind wir zu fett, wollen aber trotzdem geil ausschauen für das andere Geschlecht und dann rennen wir in irgendwelche verspiegelten Trendsportläden, indenen wir irgendwelche eintönigen Gewichte stemmen oder auf der Stelle laufen.

Gedanklich merken wir das wird alles zuviel und wir sind frustriert, wir wollen uns ablenken gucken Superstars oder was irgendwelche B-Promis im künstlich anglegten Dschungelcamp machen. Wir verrennen uns in unseren Idealen und Zielen, wir weinen, wir schreien, wir jammern und kotzen, aber wir müssen weiter machen, denn niemand gibt gerne auf, niemand gibt gerne zu das wir alle total falsch liegen. Niemand will der Erste sein, der das Ganze aufgibt, es einfach in die Ecke feuert und so behandelt wie es es verdient hat.

Jeder will zu den Gewinnern gehören, tolle Autos fahren, einen Pool haben, ganz viele Frauen oder Männer, nackt, durchtrainiert, als Masseur, Diener jeglicher Dienste, aber nur ganz wenig dafür tun. Zumindest nicht mehr als nötig!! Und das nennen wir dann Freiheit, irgendwelchen Materialistischen Wahnsinnsvorstellungen hinterher rennen und dann wundern wir uns das Schimpansen als Huren verkauft werden, Atombomben über Städte gezündet werden, das Statussymbole mehr zählen als Charakter und Gefühle. Wir sind so eine schizophrene kranke verfickte Gesellschaft. Wir sind ein Haufen Lebewesen die nur Selbstzerstörung anbeten und betreiben. Die ganze Menschheit ist eine Sekte, aus der man nur austreten kann wenn man Suizid begeht!

November 16, 2008

Adrenalin für die Welt

Druck. Die Antwort auf alle Fragen ist Druck. Die Antwort auf alle Zweifel ist Druck. Es gibt keine Systemfrage, kein Falsch oder Richtig, es gibt nur Druck. Und wer darunter zusammenbricht ist tot, wertlos, nicht zu gebrauchen für diese Gesellschaft. Nur wer kämpft kann gewinnen, nur die Cleveren, nur die Schlauen, Starken, die hoch konditionierten und disziplinierten Maschinensoldaten der Zivilisation können in den einzelnen Branchen die maximale, vorgegebene Freiheit erleben. Und die sind dann die einzigen brauchbaren Menschen, die Führer und Verführer!

Was ist das für ein Leben in dem man nur gewinnen kann, wenn man mit allen Mitteln ohne Regeln kämpft? Es ist  ein mechanisiertes, kales Leben ohne Hoffnung und Visionen. Nur Grenzen, Mauern und Stacheldraht. Alles wird dem System geopfert, Leib, Seele, Lebenszeit und die ganze restliche Energie. Es gibt kein Zurück, niemand wird sich je Entschuldigen oder überhaupt mit diesem Wahnsinn aufhören. Weil es alle tun, muss jeder Einzelne mitziehen, tut er es nicht, ja wie gesagt, er ist ein Verlierer..

November 2, 2008

Alles Denken zerstört die Welt

Wenn ihr ehrlich sind verlagern wir unser Glück und unsere Freiheit ständig in die Zukunft.

Später wird alles besser oder es wird alles gut. Es gibt jede Menge Durchhalteparolen, Sprüche, weiche Formulierungen die uns durch den Alltag trösten. Eine erweiterte Form davon sind die Industrien die uns mit Konsumprodukten, mit Unterhaltungsformaten in vielseitiger Form begegnen.

Wir haben scheinbar ein hohes Interesse daran für unser Glück, für unsere Freiheit und unseren Erfolg zu kämpfen. Alles muss erkämpft werden. Liebe, Sicherheit, Vergnügen, Macht und Karriere. Dabei erkennen wir nicht wie wir uns selbst beschränken und ständig den nächsten Schritt in die Selbstzerstörung gehen. Wir spüren es deutlich an schweren Tagen, an denen wir wirklich sogenanntes Pech hatten, wenn Überstunden geschoben werden, die S-Bahn Verspätung hat, wenn eine kollektive Krise, wie die finanzkrise herrscht. Dadurch merken wir ein wenig, wie stark unsere Pläne eigentlich jeden Tag zwischen Scheitern und Funktionieren wanken.

Wenn wir uns mit Kunden ärgern, mit nicht funktionierenden IT-Systemen plagen, wenn wir zur Arbeit hetzen, unruhiger schlafen, die Familie vernachlässigen, wenn wir nie richtige Liebe gefunden haben, uns mit oberflächlicher Unterhaltung und schnellen Essen zufrieden geben, dann wissen wir in unserem tiefsten Herzen: Wir liegen mit unserer jetzigen Lebensweise vollkommen falsch. Wir ärgern uns, schimpfen und jammern. Diskutieren mit Kollegen und Freunden, wissen aber selten eine echte Lösung aus der verkorksten, harten und kalten Realität die wir Menschen uns über die Jahrhunderte Schritt für Schritt erarbeitet haben.

Der Ursprung dieser Situation ist das Denken. Es ist beschränkt und erkennt diese Tatsache nur sehr ungern. Es erdenkt sich Ideale, Vorstellungen die zur Freiheit und Gerechtigkeit führen sollen, obwohl die Realität immer wieder mit Chaos, Tyrannei und Unterdrückung, also dem genauen Gegenteil als Faktum und Ergebnis dieser Überlegungen antwortet.  Wir ersetzen gescheiterte Systeme durch neue Systeme und wundern uns das es wieder zu Ungerechtigkeit führt und wieder zur Plage wird. Das liegt an der Beschränkheit des Intellekts und Wissens. Es gibt keinen Menschen der alles weiss und alles in jeder seiner Handlungen bewusst einbeziehen und berücksichtigen kann. Doch genau das verlangen wir von uns selbst und allen anderen Menschen, wenn wir dem gesellschaftlichen Systemen folgen.

Jeder Erfolg braucht eine Steigerung, jedes Haus braucht eine Verbesserung, jede sexuelle Erfahrung eine neue, aufregende Erfahrung die alles vorherige toppen soll. Es ist ein ständiger Kampf um neuere, schnellere, schlicht bessere Dinge, Erfahrungen und Kenntnisse. Ein ständiger Wettlauf nicht nur im Wettbewerb gegen andere Menschen, sondern auch gegen sich selbst und für die eigenen Ideale und Ziele. Das dies alles nichts bedeutet und sich sofort auflösen würde, wenn man nur davon abliesse, scheint keinen der vielen Miliarden Menschen zu interessieren. Es scheint, als ob nur das Denken Freiheit und Glück dieser Erde bringen kann, obwohl es seit Jahrhunderten zum größten Teil zum Gegenteil geführt hat.

Denken ist trennend. Menschen trennen Menschen, aufgrund von vergleichen und denken. Es gilt zu verstehen was gedacht, beobachtet und erfahren wird. Es gilt Ruhe und Stille zu finden, ohne Druck und Geltungssucht. Das Leben was wir von der Vergangenheit mehr oder minder aufgedrängt bekommen haben, ist so nicht notwendig. Wir können es verändern, wir können wahre Freiheit und wahres Glück erleben. Dazu muss der Anfang bei uns selbst getan werden. Bei jedem einzelnen Menschen von uns. Dies kann nicht gelehrt werden, dies muss jeder Mensch selbst erfahren und lernen. Tut er es nicht, wird er Teil der Zerstörung und Verwirrung. Und er wird sich immer stärker mechanisieren und unglücklicher sein.

November 2, 2008

Der reichste Teenie der Welt

Experten schätzen das Jahreseinkommen der 15-jährigen Tochter von Rocker Billy Ray Cyrus auf über 11 Millionen Euro. Erwarteter Marktwert bis zum 18. Geburtstag: eine stolze Milliarde Dollar. Miley sieht den ganzen Rummel ganz selbstbewusst: “Es ist cool, Geld zu haben. Dafür arbeite ich aber auch verdammt viel.”

Es gibt sehr viele Menschen die täglich 8 und mehr Stunden in ihren Jobs verbringen. Trotzdem werden sie in ihrem ganzen Leben nicht annährend so reich werden wie dieses 15 Jährige Mädchen jetzt schon ist.

Und das, obwohl sie keinerlei besondere Werte vermittelt oder besonders nützliche Arbeiten für die Gesellschaft verrichtet.

Ich will nicht sie persönlich schlecht machen, sondern zeigen, wie die Medien und die Gesellschaft mit ihr und ihrem Status umgehen. Sie ist selbst ein Produkt, wortwörtlich wird sie als Gelddruckmaschine bezeichnet und sie macht mit obwohl sie eigentlich schon jetzt ausgesorgt hat. Sie und ihre Fans erkennen nicht was sie da fördern. Es geht hier nur ums Geschäft und maximal um oberflächlichen Spass. Und soetwas wird auch noch belohnt?

Was ist das für eine Welt?

Miley Cyrus Teeniestar Hannah Montana

Oktober 29, 2008

Überlebenskampf

Obwohl ich nicht den härtesten Job habe, bin ich jeden Abend nach der Arbeit ziemlich müde und kaputt. Da bleibt nicht mehr viel Elan für andere Dinge. Auch wenn ich mir täglich etwas vornehme, wird am Abend wenig oder gar nichts daraus. Ich denke ich stecke genauso wie viele andere Leute ziemlich fest im Arbeiterleben.

Jeden Tag gibt es nun Routine auf allen Bahnen meines Lebens. Ich stehe zurselben Uhrzeit auf, dusche, frühstücke und so weiter. Dann aufs Fahrrad, Musik an, S-Bahn, traurige, deprimierte, hängende Gesichter. Einige Leute rauchen oder unterhalten sich, gucken wo die S-Bahn bleibt und reiben sich die Hände vor Kälte.

Dann kommt sie mit den üblichen immer gleichen Geräusch. Ein paar steigen aus, viele wollen rein, die Jagd auf einen Sitzplatz beginnt. Station für Station kommen mehr Leute und es wird voller. Ich lese und höre Musik. Ich versuche möglichst keine Gefühle oder Gedanken über den bevorstehenden Tag zu hegen, das würde mich nur belasten.

Nach weiteren Stationen steige ich um, sehe noch mehr trübe Gesichter und fahre wieder herum. Dann in den Bus, der auch immer nur dieselbe Strecke kennt. Ich steige aus und dann die Treppen des Firmengeländes zur Abteilung hoch. Sage: Guten Morgen, werfe meine Jacke auf den Stuhl und dann geht dieselbe Leier des Vortages von vorne los.

Und das ist nur ein Teil des Ablaufes der sich ganz ähnlich wiederholt. Ich bin mir sicher, so leben neben mir noch viele Millionen andere Menschen. Die einen zweifeln ob das schön ist, die anderen wissen das es erbärmlich ist, und so weiter. Jeder hat so seine Art und Weise seine Situation zu  beurteilen und dann zu durchleben. Wenn ich meinen Alltag so betrachte, und die Gedanken und Gefühle die daraus folgen beobachte, dann kann ich mein Leben nur als stumpfsinnig definieren.

Ähnlich definiere ich wenn ich das Leben von Millionen anderen Menschen betrachte. Sicher, auch die Tiere leben im Stumpfsinn, sie scheinen mir aber im Wesentlichen nicht so einem Chaos ihrer direkten Artgenossen ausgesetzt. Der Mensch ist durch sein Denken wirklich immer schlimmer geworden. Ich weiss nicht was ich aktiv dagegen machen soll.

Es ist mir nicht möglich die Welt zu ändern, oder gar ein Land zu ändern, denn dafür bräuchte ich soviele Eigenschaften, Geld und Macht, die ich in meinem ganzen Leben nie aufhäufen könnte. Ich will mein Leben auch gar nicht dafür verwenden, Wissen, Geld und Macht anzuhäufen. Ich verliere das alles doch mit dem Tod ohnehin. Aber was soll ich tun?

Soll ich wirklich einfach von einem Tag auf den anderen in eine der wenigen abgelegenen Bereiche der Welt, ohne Menschen, ohne Zivilisation und so weiter ziehen? Ich würde wahrscheinlich kein halbes Jahr da draußen überleben. Nie habe ich einen Überlebenskurs oder dergleichen besucht. Dafür würde mir jetzt auch das Geld und die Zeit fehlen. Ich weiss nicht, meine Situation ist stumpfsinnig, ätzend und absolut ausweglos.

Gut, wenn man Suizid als Ausweg sieht, gibt es doch noch einen Ausweg. Aber warum sollte ich mein Leben jetzt schon beenden? Zwar würde ich dann aus meiner Entscheidung heraus einen Schlussstrich ziehen und von niemanden abhängig sein und müsste mich auch nicht um die Altersvorsorge kümmern. Nur, ich habe das Leben nicht genug begriffen, alsdass ich es jetzt schon auslöschen könnte. Klar, es ist nicht notwendig, aber irgendwie will ich mir die Chance lassen zu verstehen. Auch wenn es bedeutet, ständig in Gefahr zu leben.

Momentan sehe ich mein stumpfes Arbeiterleben tatsächlich als Überlebenskampf an. Es geht jeden Tag darum achtsam zu sein. Denn es passiert ganz schnell und man ist genervt, sauer und will nur noch weg. Und dann erkennt man sofort, es geht nicht. Man muss den Job durchziehen, denn es gibt unzählige Verpflichtungen, vorallem finanzieller Art, es wäre der Ruin den Widersprüchen nachzugehen.

Ich habe viele Verwirrungen teuer bezahlt. Viele tausend Euro, sprich, ich habe viele Monate quasi für nichts gearbeitet, weil ich einfach unüberlegt Risiken eingegangen bin. Diese Gesellschaft straft soetwas sofort mit finanziellen Abbuchungen. Natürlich wird das immer ganz positiv verpackt. Letztlich weiss ich aber, das die immer nur mein Geld wollten und mir nicht wirklich eine konstruktive Richtung weisen wollten.

Das zeugt einfach von einer zerstörerischen Gesellschaft, wenn unerfahrene Menschen gnadenlos mit hinterhältigen Verträgen und Verpflichtungen mit einem Lächeln geknebelt und gefesselt werden. Erst spät erkennt man dann, die haben alle nur geschauspielert um ihr schickes Auto  oder ihre tollen Anzüge bezahlen zu können. Das ist eine grundverlogene Gesellschaft in der wir leben.

Sie ist in einem hohen Maß stumpfsinnig und kompliziert. Das Leben selbst ist unglaublich einfach, aber der Mensch hat sich selbst und sein Leben mit seinem Denken kompliziert gemacht. Dieses Denken hat auch meinen stumpfsinnigen Alltag verursacht. Ich muss daraus ausbrechen und es auflösen. Anders geht es nicht. Viele Fehler kann ich mir nicht mehr leisten. Mich wird niemand mehr auffangen. Ich bin nicht mehr interessant genug.

Oktober 27, 2008

Wir wollen das Gute, schaffen aber das Böse.

Wir leben in einer von uns maßgeblich erschaffenen agressiven Welt. Vom ersten Herzschlag an dominiert der Wille zum Erfolg. Unser aller LEben ist gewinnorientiert und steht im Wettbewerb mit allen anderen Menschen. Wir spüren diesen Druck sehr früh.

Einige von uns wehren sich, Andere nehmen die Lage widerwillige an und Weitere lassen sich sofort davon begeistern. Über die Jahre wechseln einige Menschen je nach Erfahrungen und Erfolgen oder Misserfolgen die Sichtweisen, aber was bei allen immer klar scheint: Es gibt keine Alternative zu dieser jetzigen mechanisierten, industrialisierten Informationsgesellschaft.

Diese Grundhaltung sorgt für die allgemeine Akzeptanz der schwierigen, komplizierten, ungerechten und kalten Situation. Die Menschen konzentrieren sich auf ihr Leben, auf ihre Interessen, Aufgaben, Ziele und Vorstellungen und setzen damit die Abwärtsspirale des Nicht-Verstehens fort.

Das Leben wird durchorganisiert, nichts bleibt vor dem cleveren Intellekt verschont: Die Tierwelt, Umwelt, benachteiligte Menschen haben den Idealen und sonstigen Wertvorstellungen zu gehorchen, sich mit Leib und Seele zu unterwerfen.

Die Bilder und Geschichten sind bekannt. Sie sind Routine. Außer Spenden kann sowieso Nichts getan werden, so der übliche Tenor der Massen. Menschen die erkennen das nicht nur die Systeme und Einzelpersonen verantwortlich für die massiven Probleme der Menschheit sind, werden mit Argumente nauseinandergenommen, von Experten vernommen, ignoriert, belächelt und isoliert.

Es existiert bei vielen Menschen der Wunsch nach Sicherheit. Diese ersehnen sie sich in Karrieren, Beziehungen, hohen Beträgen auf Konten, entsprechenden Ideologien und Glaubensvorstellungen. Doch das Leben ist unsicher. Das Leben ist deshalb so fantastisch und bietet soviel unermessliche Freiheit.

Wir Menschen verfolgen mit dem gewinnorientierten Wettbewerb, welcher unser Leben ausmacht, eine begrenze, verkrüppelte Freiheit, die uns tagtäglich kurzfristiges Vergnügen und Unmengen an Zweifel und Leid beschert. Diese Krisen und Leiden die wir im Kleinen wie im Großen durchleben, beweisen in einer unendlichen Beständigkeit die Wahrheit.

Keiner unserer Plänge, keines unserer Argumente wird jemals sicher sein. Es ist immer nur eine Frage der Zeit wann ein Plan oder Argument scheitern wird. Denn der Intellekt ist durch Wissen und Information begrenzt. Er wird uns niemals zur vollen Wahrheit und Freiheit führen, sondern immer wieder neues Leid und kurzfristige Erfolge produzieren, die aber natürlich nutzlos sind.

Dies mag sich nun unheimlich deprimierend anhören. Die Wahrheit ist aber, es ist unendlich befreiend. Denn sobald wir unsere Pläne, Ziele, Sicherheiten aufgeben, entfällt der Wettbewerb, Leistungsdruck und damit Neid, Gier, die Kälte aus unser aller Leben.

Wenn wir nicht mehr lernen und verstehen, um uns von anderen abzugrenzen und durchzusetzen, ist das doch eine befreiende Lebensweise. Viele Menschen fürchten sich vor einer inneren Revolution, das Verstehen der eigenen inneren Leere, die eigentlich Liebe ist. Die meisten Menschen sind überladen und versunken in ihren Gedanken und Gefühlen.

Sie haben ganz unterschiedliche, vielschichtige Gründe für ihre Mutlosigkeit und Orientierungslosigkeit, für ihre Suche nach Autorität und Sicherheit. Oft ist es die Flucht, die Angst vor der Leere die sich scheinbar Klein und Hilflos werden lässt. Sie leben nur um nach einen fremden Willen zu funktionieren.

Seit sie leben kopieren und imitieren sie, weil sie es nie anders gesehen haben, nie anders verstanden haben. Die Welt ist herzlos, kalt und ungerecht weil die Mehrheit der Menschen das Leben nur oberflächlich begreifen und leben. Das selten die Absicht der Menschen, sie schaffen aber dennoch diese Realität, wohl weil sie keinem echten Verstehen nachgehen.

Es wird auch nirgends wirklich gelehrt. Wir haben Gewinnorientierung und Materialismus. Wir arbeiten und kämpfen für Dinge die bald wieder kaputt und zu Staub zerfallen sind. Wir trachten nach höchst oberflächlichen Zielen und verblenden damit nicht nur uns selbst, sondern auch künftige Generationen. Wie soll es so nur besser werden?

Es kann nicht besser werden, wenn nicht jeder Mensch anfängt sich und das Ganze zu hinterfragen und nicht nur kleine Teile davon oder gar nicht. Jeder kann jetzt damit anfangen, unabhängig vom Bildungsgrad, der Position in der Gesellschaft, Hautfarbe oder Rasse.

Oktober 22, 2008

Zweite Woche

Ich habe eine zeitlang keine Sachen mehr geschrieben, weil sich ein gewisser Schreibdruck aufgebaut hat, der mich nicht sonderlich kreativ denken lässt. Zu berichten gäbe es schon einiges. Die Kollgen in der Firma, in der ich arbeite, lerne ich besser kennen und es baut sich ein wenig Ruhe und Vertrauen auf, – wenn auch auf rein sachlicher und oberflächlicher Basis.

Wenn ich sie mir so von Tag zu Tag ansehe, anhöre und beobachte wie sie ihren Arbeitstag durchleben. Dann merke ich wie sie immer wieder kämpfen. Sie kämpfen mit vielen sachlichen Fehlern und Problemen, die sie möglichst schnell bewältigen wollen. Und je öfter das Telefon klingelt und je öfter sie durch andere Kollegen gestört werden, desto unruhiger und aggressiver reagieren sie. Sie haben eine innere Anspannung und überspielen sie nach und nach mit kleinen Scherzen und Anmerkungen. Sie hangeln sich durch die Stunden und den Tag. Sie wissen, sie können nicht einfach alles hinschmeissen und rausgehen, was anderes machen und das Leben wirklich genießen. Denn sie stehen, genau wie ich und viele andere Menschen in tausend anderen Firmen, unter Leistungs- und Wettbewerbsdruck. Wir stecken im Kreislauf des Kapitalismus und wir brauchen jeden Monat Geld und dieses bekommen wir nur wenn wir schön brav alles tun und lassen, was uns sozusagen mitgeteilt wird.

Eigentlich ist das mitteilen und unterteilen von Aufgaben wie ein Befehl von einem General an seine Soldaten. Natürlich hat jeder Vorgesetzte, wie der Angestellte, Jemanden der über ihn steht und dessen Weisung er sich unterwerfen muss. Freiheit existiert nach meinen bisherigen Erfahrungen und Überlegungen also in keinem vom Menschen bisher geschaffenen System oder Markt. Wenn überhaupt gibt es nur Bruchteile davon und die sind auch nur sehr verkrüpelt. Das Leben was viele Menschen führen, unterscheidet sich kaum vom Sterben. Denn kaum jemand atmet, sieht, riecht, redet wirklich bewußt. Alles ist Routine.

Fast jeden Tag fahre ich mit der S-Bahn zur Arbeit. Sie ist meistens recht voll und viele Menschen sind müde, schlafen, schauen grimmig. Wenige lesen Bücher, ein paar mehr hören Musik und es gibt auch welche die nur ausdruckslos vor sich hinstarren. Jeder scheint so seine Mittelchen zu haben, um sich durch den Alltag zu treiben. Jeder hat seine Argumente warum er jeden Morgen aufsteht, raus in die Kälte, im Halbdunkel mit Fahrrad, Bus und Bahn in die Arbeit zu fahren. Es ist nicht nur Geld, es ist auch das Gefühl gebraucht zu werden, wichtig zu sein und Verantwortung zu tragen. Es ist das Wissen, sich etwas aufzubauen und weiterzukommen. Ist es nicht so? Warum wirken die Menschen dann so niedergeschlagen und ausgehungert? Ist es nicht mehr eine Qual? Eine Flucht in die Zukunft? Wollen die nicht alle etwas sein, obwohl sie diesen toten Zustand nie erreichen können?

Ich lerne und verstehe täglich. Das liegt aber nicht daran das ich mich im Tunnelblick auf die Arbeit und das Geld verdienen konzentriere, sondern weil ich aufhöre mich ständig selbst zu ficken. Jeder Mensch setzt sich selbst unter Druck. Jeder will besser, stärker, schneller, stolzer und wertvoller sein als vorher. Das nenne ich Sklaverei. Das nenne ich Selbstmord. So wird niemand Freiheit erleben und Liebe empfinden. Diese mechanisierte Welt ist voller Menschen die täglich ihr durchgeplantes Leben mit abgepackten, zerkleinerten Vorstellungen, Ideen und Zwängen füllen. Sie sind dabei sich jeden Tag Stück für Stück weiter einzugrenzen, weiter zu vernichten, weiter selbst zu belästigen. Seht Euch die Welt an, das ist nur das Ergebnis der inneren Einstellung von Miliarden Menschen. Wollt ihr sagen, da ist alles in Ordnung, machen wir so weiter?

Es bringt nichts, sich über die Arbeit aufzuregen. Solange man die Verträge einhält, solange man den üblichen ehrgeizigen Plänen der Meisten nacheifert, wird man niemals frei sein. Es gibt keine Freiheit in der Organisation, Moral oder Vernunft. Wir werden jämmerlich einschlafen, durch die Schlafmittelchen die wir selbst eingeworfen haben. Wir wollen nicht einsam sein, sondern immer beschäftigt sein, wir laufen vor unserem Geist und der Wahrheit davon. Meine Kollegen leben ihr Leben, auch wenn es beschränkt und so unendlich langweilig ist. Sie meckern über kleinste Problemchen und wissen gar nicht wie stark sie selbst schuld an ihrer Situation sind.

Ich werde sehen wie es sich bei mir entwickelt. Aber ich achte darauf bewußt zu leben, auch wenn ich durch die allumfassende  Propaganda, die Beschränkung als Freiheit verkauft, einiges zu leisten habe.

Oktober 16, 2008

Vierter Tag

Ja, es stellt sich immer stärker eine gewisse Routine ein. Die Vorgänge wiederholen sich und ich begreife einmal mehr, wie stark begrenzt das Arbeitsleben sein kann. Soviele Spezialisten um mich herum, und wenn ich sie mir genauer ansehe, sie durchleuchte und durchdenke. Dann merke ich wie wenig von ihnen übriggeblieben ist. Wieviel Mensch ist von ihnen neben dem Beruf noch übrig?

Sie sind irgendwie gefangen in ihren dienstlichen, beruflichen Fähigkeiten, sie hängen in ihren Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber und dem eigenen Verantwortungsgefühl. Treiben sich an, weil sie Geld dafür bekommen, was sie wiederum in Massagen, Kleidung, Auto und so weiter stecken. Das Geld hält das Leben am laufen und damit das Leben läuft und auch in Zukunft weiterläuft, wird viel Energie in den Job gesteckt. In der Hoffnung es würde sich lohnen, mit dem Ziel das es einen bald besser gehen wird als jetzt. Mit dem Ziel bald unabhängig zu sein und in Frührente zu gehen. Mit dem Ziel endlich das Leben genießen zu können und verstehen zu lernen.

Bei manchen meiner Kollegen habe ich das Gefühl, es ist längst zu spät. Ihr Gang ist träge, ihre Blicke trübe, ihr Lachen schief und krumm. Die Sprüche, die Witze, gut einstudierte über die Routine eingespielte Wachmacher und Motivationsschübe. Irgendwie wirken sie weniger lebendig als die Kinder, die ich auf dem Weg zu Arbeit sehe. Die Kinder hüpfen, schreien, lachen und tanzen über die Straßen. Egal bei welchen Wetter. Und die Älteren tapsen schlaff über den Bordstein, als ob sie am liebsten gleich in ein Grab fallen wollten.

Wahrscheinlich haben sie nie ein echtes Gefühl von Freiheit erlebt. Waren nie am Meer und haben dort mal eine Nacht verbracht. Haben nie wirklich geliebt und leidenschaftlich für jemanden gelebt. Sehen sich nie richtig die Sterne an und trauen sich nicht über einfachste Dinge ganz offen zu staunen. Sie haben ihr Leben zu einem Schubladensystem gemacht. Abgesperrt und abgeschirmt. Afrika ist weit weg und von Politik wollen sie auch nichts wissen. Was hat man schon mit der Finanzikrise zutun? Ersparnisse sind sicher, okay und nun?

Gedankenlose Gleichgültigkeit mitten im Leben, mitten im stressigen Arbeiten. Und ich sitze da und schaue mir die Leute an. Was hat das alles nur zu bedeuten? Was wird denn daraus werden, wenn wir weiter so leben? Kann uns das echt mal glücklich machen? Ständig muss jeden Monat die Kohle rein und ob man sich mit der Arbeit identifiziert und ob man sich mit den Kollegen auch menschlich wirklich versthet, alles nur nebensächliche Dinge. Wichtiger ist, das alle Kollegen dazubeitragen, dem Unternehmen zu mehr Effizienz und mehr Geld zu verhelfen. Das ist unser einziges gemeinsames Ziel. Und ich denke das ist so anstrengend und falsch, es bringt uns schneller an den Tod als wir glauben.

Wenigstens kann ich froh sein, morgen ist der letzte Tag der ersten Woche überstanden. Natürlich geht es dann nächste Woche weiter und ich habe am Wochenende viel Bürokratie vor mir. Doch ich habe einige Erkenntnisse gewonnen und einige Herausforderungen bewältigt. Vielleicht wird mir das auch auf meinem Weg durch die Zivilisationen helfen.

Oktober 15, 2008

Dritter Tag

Die alltägliche Arbeit wird zur Routine und ich nehme mehr und mehr Fahrt auf. Das Unternehmen ist eine eigene kleine Welt und es gibt ganz schön viele Spezialisten darin. Und ich sollte möglichst bald einer von ihnen sein, denn dann kann ich alles bezahlen was ich zahlen muss und kann in neue Inspirationen investieren.

Die Anfahrt verlief heute glücklich und ohne Schwierigkeiten. Das war sehr angenehm und ich kam gelassen in die Arbeit, begrüsste energiegeladen und voller Schwung die Kollegen. Und das obwohl ich heute morgen kaum aus dem Bett wollte. Ich dachte, ich könnte ohne Probleme 3-4 Stunden weiterschlafen. Aber das würde im Gegensatz zu meiner Einsicht stehen: Ich will weiterkommen und viel lernen. Und das bezieht sich nicht nur auf den Job sondern auf das ganze Leben.

Es fällt mir leichter den Job auszuüben, wenn ich die große Übersicht behalte. Natürlich wird es dadurch nicht vollkommen leicht, aber zumindest sind die Gefühle, das Gemüt und die Gedanken rein und ohne Groll. Das ist wirklich eine entspannte Lebensweise. Ich werde gleich noch im Fitnesscenter an meiner Fitness arbeiten. Ich werde viel Freude dabei empfinden, auch wenn es wirklich anstrengend ist.

Außerdem gibt es weitere Visionen für meine Zukunft. Natürlich kann alles sofort zu Ende sein, aber ich orientiere mich was ich machen könnte und woran ich als Mensch wirklich wachsen könnte. Ich will mich nicht in Luftschlösser verfangen und deshalb plane ich nah an den Fakten und der Wirklichkeit. Das bündelt meine Energie und ich sehe mich auf dem Vormarsch. Mal sehen ob ich mich weiter steigern kann, auch wenn das nicht wirklich mein Ziel ist.

Ich will einfach nur wachsen.

Oktober 14, 2008

Zweiter Tag

Der heutige Arbeitstag begann mit einem kleinen Abenteuer. Es gab ein massives Problem bei der Anfahrt und ich stand plötzlich vor dem Problem nicht pünklich bei der Arbeit erscheinen zu können.

Die Taxiunternehmen wollten oder konnten meinen Wünschen und Anforderungen nicht nachkommen. Und so blieb mir nichts anderes als von anderen, nächstgelegenen Menschen Hilfe zu erbitten.

Ein Pilot, ein Chinese und ein Niederbayer teilten mit mir ein Taxi. Sie hatten es wohl viel früher bestellt und packten gerade ihr Zeug ein als sie mir auffielen. Ich fragte nach einem freien Platz und man bejahte lächelnd das sei kein Problem. Die Richtung war auch halbwegs sinnvoll und ich konnte weitaus früher in der Arbeit sein.

Der Pilot und der Chinese unterhielten sich auf Englisch über das Problem das bei der Anfahrt auftrat. Sie wussten nicht genau was los war, also sagte ich ihnen das wohl eine Person in die Gleise gefallen ist und daraufhin sagte der Pilot folgendes: Wenn es ein Suizidversuch war, hätte er das wohl besser in der Nacht tun sollen und nicht zu den Pendlerstoßzeiten.

Bei dem Chaos welches auf den Bahnhöfen auftrat, ist diese Äußerungen nur verständlich aber dennoch respektlos gegenüber das Leid des Einzelnen der in den Gleisen lag. Aber egal, die beiden unterhielten sich weiter über das Oktoberfest und Kollegen. Relativ einfaches Englisch, ich konnte gut die Inhalte nachvollziehen.

Unser Fahrer war wohl ein Türke, sein Deutsch war schwammig, aber er war stets bemüht freundlich zu formulieren und zu agieren. Nur sein Fahrstil war vielleicht etwas riskant und hastig. Wir gerieten auch in einen Stau und mussten uns gedulden. Der Chinese meinte daraufhin, es wäre immer besser in Bewegung zu bleiben als auf einer Position zu verharren. Das klang irgendwie weise.

Jedenfalls kam ich etwas später als am ersten Tag an und etwa 1 Stunde später als von mir geplant. Natürlich wussten alle wichtigen Personen bescheid, da ich telefonisch auf meine Schwierigkeiten verwies. Meine gestrigen Unsicherheiten und Ängste die ich für heute befürchtet hatte, hielten sich in Grenzen.

Es kam eine leichte Welle eines guten Arbeitsklimas bei mir an und ich habe schon eine kleine Routine beim abarbeiten der, für viele, lästigen Ablage. Heute habe ich mich zwar ertappt wie ich auf die Uhr sah und mir wünschte es würde doch einen Zeitsprung geben, aber es war nicht so stark mit unangenehmen Gefühlen verbunden, wie ich es von früheren Arbeitsverhältnissen kannte.

Das liegt wohl auch an der lockeren Art und dem relativ guten Klima innerhalb der Abteilung. Man geht kollegial miteinander um, es dudelt leise ein Radio im Hintergrund, die Arbeit wird meist sehr still absolviert und es gibt kaum echte Unruhestiffter. Es gibt auch keine täglichen Angstmomente, wie vielleicht ein Tagesziel was unbedingt erreicht werden muss. Oder ein steifes begrüssen, verabschieden oder abmelden in die Pause. Es läuft einfach, es gibt immer was zutun und das Wichtigste ich bin beschäftigt und helfe diesen Leuten wirklich weiter. Ich helfe ihnen weiter und sie helfen mir weiter. Das ist ein guter Deal.

Wer weiss wie es hier weitergehen wird. Aber ich werde weiterhin versuchen mein inneres in einem angenehmen Klima zu halten, denn dies ist Voraussetzung für ein harmonisches Arbeitsleben, vorallem dann wenn ich es größtenteils gezwungenermaßen durchleben muss. Wie viele Millionen andere Menschen auch.

Dazu habe ich auch etwas geschrieben, aber dazu wohl in späteren Tagen mehr.

Was ich noch sagen kann: Ich habe mehr geredet und mehr von mir gezeigt. Ich habe den Menschen direkt angesehen, wie sie sich mir öffneten. Vorher war da ein grauer Schal und während des persönlichen Gesprächs blüten sie auf und ich mit ihnen. Das ist denke ich eine gute Grundlage, wobei mir das so nur 2 mal gelang. Aber es gibt so verflucht viele Kollegen hier und ich bilde mir ein das es bisher nur Glück war.

Sollte ich wirklich ein kommunikativer Typ sein? Wir werden sehen.

Oktober 13, 2008

Erster Tag

Mein erster Arbeitstag nach einiger Zeit, war mit vielen heftigen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Auch jetzt, nach dem überstandenen Tag spüre ich diese Unruhen in mir mehr oder weniger deutlich. Sie sind Ausdruck meiner Vergangenheit. Meine Erfahrungen vorallem in dieser bestimmten Branche, waren selten wirklich angenehm.

Ich verbinde mein Arbeitsleben immer mit Schmerz, Kampf, Unsicherheit, Ungerechtigkeit, Durststrecken, Langeweile und vielen anderen negativen Aspekten. Ganz besonders dachte ich lange Zeit, Arbeit sei Zeitverschwendung. Weil es mir im Prinzip die Lust und die Freiheit am Leben nimmt. Und das obwohl man durch das verdiente Geld, in dieser Gesellschaft, rein theoretisch, Freiheiten und Privilegien erkaufen könnte.

Nur war mir das immer vollkommen gleichgültig. Geld ist wertlos und der Materialismus genauso. Wir können jederzeit sterben und gerade deshalb müssen wir jetzt unser Leben geniessen. In der Gegenwart und nicht in der Freizeit oder im Urlaub oder an anderen späteren Zeitpunkten irgendwann in der Zukunft. Ich hielt es nie für angebracht dem Glück hinterher zu rennen. Die Erfüllung ist kein Ziel sondern eine Lebensform. Es gibt dafür nur eine Voraussetzung, kreativ Denken und vorallem viel Geduld.

Meine Ahnungen und Befürchtungen sollten an dem heutigen ersten Tag nicht weiter bestätigt werden. Natürlich gab es ein bisschen zuviele neue Gesichter, ein bisschen zuviel an Informationen und alles wirkte etwas steif und holprig. Aber wenigstens hat mich niemand angeschrieen oder gleich meine innerliche Unentschlossenheit erkannt und mich dementsprechend unverzüglich rausgeworfen. Jedes Unternehmen braucht Menschen die motiviert und engagiert sind, ohne zögern und ohne Zweifel.

Ich habe mich engagiert, aber nicht weil ich mich mit dem Unternehmen identifiziere, sondern weil ich größere Vorhaben im Sinn habe. Mir schwebt etwas vor und es braucht Zeit damit es reifen kann.

Das Arbeitsgelände bildet den üblichen Stil des grauen Arbeitens, mit einem Hauch von Moderne. Was die Situation eigentlich nicht wirklich verbessert hat. Ich machte stets gute Miene zum unsicheren Spiel. Wer weiss wie lange das noch gut gehen wird, aber viel mehr Möglichkeiten und Chancen habe ich nicht.

Es gilt diesen Herausforderungen zu absolvieren, egal wie hart es werden wird. Denn es lohnt sich doppelt und dreifach, so bilde ich mir das zumindest ein. Die näheren Kollegen scheinen jedenfalls nett zu sein. Wer weiss was in ihnen schlummert. Was sie für Komplexe und Ängste haben. Ihre Routine überlagt das alles, ich habe den Eindruck es handelt sich um Vollprofis, ein eingespieltes Team, das nur mässig auf Neuzugänge reagiert. Eine kühle Wirkung hat sowas, auch wenn es nicht unbedingt persönlich gegen mich gerichtet ist.

Diesen Zustand bzw. Positionen der Leute in diesem Büro zu überwinden, ist eine der wichtigsten Aufgaben, neben dem Verstehen der unternehmensinternen Systeme und Abläufe. Eine Verbindung zu jedem einzelnen Büromenschen herzustellen und damit kleine Sicherheiten aufzubauen, macht den Alltag sehr viel leichter.

Leider bin ich nicht so der Small-Talk Typ der auf die Menschen zu geht, ihnen begeistert die Handschüttelt und dieses glitzern in den Augen hat. Ich bin ein unsicherer Typ. Alles kann passieren und wenn nicht, im nächsten Moment denke ich wieder darüber nach was passieren könnte. Es gilt zu handeln und nicht zu denken. Ja, ich weiss. Aber in der Realität tue ich mich schwer und hadere mit den neuen Idealen, die eigentlich nur der Fassadenwechsel meiner alten unglücklichen Verhaltensweisen bedeuten.

Das Glück liegt irgendwo da vorne, dachte ich immer. Es ist ganz leicht und schal zu erkennen. Wärmend und sichernd. Wahrscheinlich ist es eine Illusion, ich gerate nackt in einen Reisswolf und habe vor das lächelnd zu überleben. Was für Aussichten, ob es das wert ist? Wie soll es weitergehen, wenn nicht?

Morgen geht es jedenfalls wieder los und der Puls steigt. Ich weiss nicht ob es richtig ist. Ob es nicht sinnvollere Jobs für mich gibt. Aber Fakt ist: Diesmal werde ich nicht davon rennen.

Oktober 13, 2008

Arbeitertagebuch

Da es mir schwer fällt Arbeit in der jetzigen Gesellschaftsform zu lieben, und ich auch sonst kaum Menschen habe mit denen ich dieses Thema besprechen kann. Werde ich ein Arbeitertagebuch führen.

Denn ich denke, es kann mir helfen den Kopf freizukriegen und besser alle notwendigen Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen, die man von mir verlangt. Ich will mich mit diesem Tagebuch auch daran erinnern, wofür ich das mache. Denn ich arbeite nicht um mir schöne Sachen kaufen zu können oder noch reicher zu werden als ohnehin schon (Ich bin ein typischer durchschnittlicher Westeuropäer, kein Milionärssohn oder dergleichen).

Sondern um langsam meine Möglichkeiten zum Erwerb von mehr Weisheit, Wissen und Ruhe zu steigern und letztlich auch zu erfüllen. Das ist doppelt harte Arbeit und ich tue das weil ich an die Wahrheit und die Freiheit glaube.
Ich will mein Leben nutzen und nicht von Zwängen, Mustern oder anderen einschränkenden Verhaltensweisen belasten, fesseln und verkrüpeln.

Ich will also meine Gedanken hier absetzen und von meiner Gegenwart trennen. Denn ich brauche einen klaren Kopf um weiterzukommen und meine gesellschaftliche Lage zu verbessern.  Dabei will ich versuchen, keine Gefühle zu ignorieren, keinen Zwang zu produzieren, sondern wirklich Freiheit zu erleben und das große Ganze im Blick zu haben. Ich will versuchen nicht zu jammern und nicht zu optimistisch zu denken.

Oktober 12, 2008

Morden durch Arbeiten mit System

In meiner Ausbildung. Früher, als ich noch jung war.
Da habe ich mich mit zahlreichen Peitschenhieben durch den Alltag gepeitscht.
Ich hatte Angst zu schreien, Angst zu erkennen und den Dienst zu verweigern.
Mir war nur ständig im Kopf gelegen, dieser Schrei vor der Leere.
Es gibt keine zweite Chance dachte ich.

Ich fluchte ich sei verloren wenn ich nicht, diese Ausbildung durchziehe.
Sie war kein Geschenk für mich, obwohl sie es war.

Aber vor Schmerz, Verwirrung und Wahnsinn konnte ich nichts erkennen.
Ich trieb mich durch die Bürogänge und warf mich auf die Tische, wischte die Papiere hin und her wie man es mir diktierte.

Man was war ich doch für eine perfekte Maschine, mein Wesen, was noch irgendwas vom Menschen hatte, lag zu Brei zertreten irgendwo in den kalten Neonschatten.
Auch die Zeit war eine Qual, die ich ständig anschreien wollte.
Sie war zu langsam, sie war immer zu langsam.
Das Leben war im Büro zu lang, wenn ich das Tropfen meiner Seele hörte. Ich musste stets beschäftigt sein, sonst hätte ich das Erkennede in mir bekotzen müssen. Wie hätte ich dann atmen sollen?
Halb Mensch, Halb Maschine war ich wohl, zeitweilen sogar mehr Maschine.
Und jetzt nach all den Jahren, in denen ich träge in den warmen Bächen lag.
Ereilt mich nun die nächste Runde in diesem Überlebenskampf.
Unverstanden, einsam und zerrissen werde ich Freundlichkeit propagieren, Persönlichkeit vorschauspielern und ein menschliches Leben imitieren.

Aber was habe ich dann verstanden?
Ich darf mich nicht quälen.
Ich darf mich nicht disziplinieren.
Ich darf mich nicht versklaven und verkaufen, wenn ich frei sein will.

Die Alternativen sind rar.
Auswandern aus der Zivlisation oder Suizid.
Vielleicht Müll sammeln und Politik machen.
Was gibt es noch zu gehen auf all den Trampelpfaden der Menschheit?
Ich bin kein großer Mensch,
ich bin nur ein einfaches, zartes Wesen das keine Angst mehr haben will.
Angst statt Liebe ist mein Lebenswunsch.

Oktober 12, 2008

Atemzug für Atemzug

Ich denke, wir alle haben es nicht leicht unser Leben auf die Reihe zu bekommen. Die wenigen Freuden die wir uns oft selbst schenken sind nur von kurzer Dauer und der raue, graue Arbeitsalltag überwiegt dann auch noch um ein vielfaches das minimale Glück.

Morgen werde ich in einen neuen Job einsteigen. Es hat einige Zeit gebraucht diesen zu bekommen. Natürlich habe ich Angst den Anforderungen nicht zu genügen und relativ schnell in dem alten Loch zu sitzen, in das man geworfen wird, wenn man sich nicht sicher ist womit man sein Geld verdienen und die meiste Zeit seines Lebens verbringen will.

Ich werde mir täglich sagen: Ich tue das weil ich noch etwas größeres vorhabe und dieser Job die erste Stufe ist. Auch wenn ich nicht auf Disziplin und Motivation stehe, weil ich beides für eine Unterdrückung des Geistes und des Herzens begreife, – scheint dies wohl eine der wenigen Dinge zu sein die ich versuchen kann, um nicht bei den ersten großen Schwierigkeiten schreiend davon zu laufen.

Natürlich werdet ihr sagen: Stell dich nicht so an, in Indien gibt es 6 Jährige Kinder die im Steinschlag arbeiten. Aber dann habt ihr auch nicht verstanden was ich meine. Wir leben in einer oberflächlichen Gesellschaft, mit entsprechend gedankenlosen Zielen und Vorstellungen aus der Steinzeit. Wir haben einen alten Überlebenstrieb in uns, der uns Dank Kultur und Tradition verstärkt, kaum einen klaren Blick auf die Realität gibt.

Das Hauptziel des Durchschnittsmenschen ist es sich eine Sicherheit aufzubauen. Geld ist hier das Mittelchen zum Zweck. Nur leider ist dieses nur mit dem Tausch von Lebenszeit und Leistung zu erreichen. Lebenszeit sollte eigentlich unbezahlbar sein, aber diesen Widerspruch haben die meisten längst ignoriert, denn es geht um das Überleben und es spielt keine Rolle wie man es sichert, Hauptsache es wird so gut wie möglich und vorallem so nützlich wie möglich erreicht.

Wir haben nicht das Ziel die Welt, das Leben, unsere Gefühle, unser Denken und so weiter zu verstehen. Denn wir glauben alles zu wissen und die hochtechnisierte Welt scheint uns ständig Recht zu geben. Das es an Weisheit, Liebe und vorallem Ruhe fehlt, scheint hier kaum zu interessieren. In dieser Welt gibt es nach wie vor Gewinner und Verlierer. Das sind die Starken und Schwachen. Wir haben diese Kategorien geschaffen. Wir sind Diejenigen die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit ausüben. Wir definieren Gut und Böse und erfinden ständig neue Definitionen die alles nur noch komplizierter und schwieriger machen.

Man sieht es an meinem Beitrag, er wird auch immer komplizierter. Dabei wollte ich nur sagen, wir Menschen leben nicht wirklich. Wir zerstören nur. Wir zerstören die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgrund unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen. Wir leben unecht, unwirklich, an der Realität vorbei. Es gibt nur Lügen in unserer Welt und unser Gott ist der Geldschein. Wir haben uns zu Sklaven gemacht, trotz unserer hohen Ziele. Es wird immer davon gesprochen wieviele Chancen der Kapitalismus doch bietet, aber keiner sieht was dieses System tagtäglich auf diesem Planeten anrichtet.

Das soll keine Kritik am Kapitalismus werden. Es ist eine Kritik an den System, Denkmustern und Verhaltensweisen des Menschen. Wir können keine Freiheit organisieren. Wir können uns Freiheit nicht erarbeiten, erkaufen oder durch Sicherheit erbauen. Es gelingt nur durch verstehen und lernen. Durch leben und leben lassen. Respekt, Geduld, Ruhe, Liebe, Zuversicht und die Anerkennung aller Lebewesen auf diesem Planeten. Es gibt keine Alternativen. Wir lügen uns ständig an. Wir quälen uns. Wir wissen das wir uns zerstören indem Glauben wir könnten es nicht ändern.

Dabei müssen wir nur aufhören. Jetzt sofort. Und keine Systeme produzieren die das alte ersetzen! Ich will keine Anarchie, denn auch das ist ein System.

Jedenfalls habe ich morgen meinen Job zu machen. Ich habe meinen Mann zu stehen, solange bis jemand Stop ruft. Bis es zu Ende ist. Bis Feierabend gerufen wird und ich erleichtert mein Stück Freiheit gierig verschlingen darf. Ich weiss das so ein Leben Elend ist. Ich weiss das es vielen nicht besser ergeht. Und gerade deshalb begreife ich das jetzige menschliche Treiben als definitives, organisiertes und gesellschaftlich akzeptiertes Verbrechen gegen die Freiheit und die Würde aller Lebewesen.

Dieser Ansatz ist so maximal und grundsätzlich, ich werde so viele Jahre brauchen um es anderen Menschen begreiflich zu machen. Ich verstehe es ja nicht einmal selbst. In meinem Innersten spüre ich es aber ganz klar und deshalb kann ich das hier so notieren. Vielleicht verlässt mich irgendwann der Mut und ich werde nie beweisen und erläutern können was ich eigentlich auf dieser Erde wollte. Eine kleine Chance gibt es zwar. Aber ob sie reicht um mich in kalte, graue Bürogebäude zu zimmern und das oft genug, damit keiner Verdacht schöpft. Ich weiss es nicht.

Aufgrund der Fehler die alle Menschen in ihrem täglichen Alltag machen, glaube ich irgendwann selbst ein Fehler zu sein. Wieso bin ich nicht blind? Warum kann ich nur teilweise sehen? Es ist so ein Leiden diese Schwierigkeiten nicht schnell bewältigen zu können, sondern nur Atemzug für Atemzug.

September 30, 2008

Wir sind Fremde

Das Leben ist egal ob es Spaß macht oder nicht, eine endlose Wiederholung von Mustern. Jede Existenz auf diesem Planeten folgt einer logischen Entwicklung und das langweilgt mich total!

Michel Houellebecq hat einmal folgendes geschrieben:

Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung […] all dies ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.

Wenn ich mir den Film “Cube” ansehe. In welchem die Darsteller ihr Leben riskieren und viele liebgewonne Begleiter grausam verlieren, nur um ihrem Ziel nach einem Ausweg zu folgen. Was sich dann letztlich auch noch als total unnötig herausstellte, dann sehe ich mich gnadenlos an das Leben auf diesem Planeten im Grundsätzlichen erinnert.

Wir streben ständig und mit allen Mitteln nach Wachstum und Entwicklung unserer Fähigkeiten. Wir verdienen sogar unseren Lebensunterhalt damit. Die Leistungen der Massen in diesem Zusammenhang, bilden den Herzschlag des gesamten Finanzsystems und ich kann mir quasi nichts langweiligeres vorstellen.

Ich betrachte das Leben so wie es jetzt existiert als tödlich und langweilig. Weil wir Menschen in unserem Leben Leistung als Lebensziel haben. Wir leben wie Maschinen und nicht wie fühlende Lebewesen. Da die Mehrheit diesem Ziel nachgeht, sind Alternativen rar und das stimmt mich sehr unglücklich.

Wir begreifen das Leben nicht als perfekt und doktern krankhaft mit unserem naiven, hochmütigen Verstand an der Evolution herum. Ständig muss alles besser werden, die hundert-tausend Menschen die verhungern, interessieren nicht. Wir haben dieses großartige Ziel, der Evolution in den Arsch zu treten. Und dafür tun wir alles! (Kosteneffizientes einsetzen von “Human Resourcen”, Gen-Manipulation etc pp)

Begreift denn niemand, dass das Leben von vielen Millionen arbeitenden und lernenden Menschen eine Flucht vor der Langweile ist? Das TV-Programm wäre nie so beliebt, die Diskos würden nie so gut besucht und die Drogen würden nie so stark genutzt, wenn wir unser Leben so akzeptieren würden wie es ist. Ständig versuchen wir mehr zu sein als wir sind. Wir akzeptieren nicht das wir nur intelligente Tiere sind und können uns nicht damit abfinden das Leben einfach nur zu geniessen. Seht Euch dieses Video als Gedankenstütze an.

Ich ekle mich vor dieser kalten Ellbogengesellschaft, weil sie die Schönheit der Natur und der unendlich spannenden Existenz verkennt. Ich scheiss auf diese Gesellschaft weil sie Menschen, die mit diesem Leistungsdruck nicht klarkommen, Menschen die Gefühle haben, wie Dreck behandelt! Merken die Optimisten unter uns denn nicht, das wir mit unserem Masterplan, unseren langsamen aber sicheren Massensuizid eingehen?

Die Indizien liegen für mich klar auf der Hand und sie sind täglich für alle Menschen, vorallem in Westeuropa, leicht erkennbar. Jeder der dieses lebensverachtende Wettbewerbssystem unterstützt ist für mich nicht nur ein Langweiler, sondern auch auch ein Selbstmörder. Nun könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie ich mich fühle, da ich ja gezwungen bin , wie jeder andere Mensch auch: Geld zu verdienen.

Ich habe keine Lösungen, ich kann nicht Miliarden Menschen zur Vernunft bewegen, diese damit retten und dabei nur von Liebe und Luft leben. Ich glaube wir werden alle Scheitern, weil wir nur unseren Träumen hinterher und vor unseren Ängsten davon laufen. Und das wir mit der Realität nicht sonderlich viel anfangen können, sieht kann man an der Geschichte ablesen und so wird es wohl leider auch in Zukunft bleiben, sofern nichts dagegen unternommen wird.

Was soll ich tun um das Leben nicht als langweilig zu empfinden? Soll ich mich etwa ablenken und zu sehen wie sich Jeder, eingeschlossen ich selbst, kaputt macht? Es gibt keine Lösung für mich und damit werde ich wohl leben müssen, bis es vorbei ist. Dumm nur das ich sehr ungeduldig bin. Wann geht das endlich vorbei, wann ist Schluss mit diesem zivilisierten Wahnsinn?

September 29, 2008

Ich danke allen, die mich verletzt haben

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Paulo Coelho

September 28, 2008

Die Menschheit als Chance

Das Leben auf der Erde ist eine ständige Veränderung und Entwicklung. Es gibt keinen Stillstand, Nichts ist isoliert oder unabhängig. Diese Gesetzmäßigkeit bestimmt auch unsere Existenz. Wir können nicht ohne Sonne, Wasser, Luft und Liebe leben.

Nur kurze Zeit können wir darauf verzichten und dann nur mit zerstörerischen Ergebnissen. Wenn wir nicht dafür sorgen, das unser Überlebenskampf konstruktiver wird, werden wir nicht überleben. Und damit ist jeder Mensch gemeint, der versucht sein Leben in den Griff zu kriegen oder es im Griff zu halten.

Wir alle, wie wir existieren und uns zurück- oder weiterentwickeln, sind Macher, Schaffer und Unternehmer. Wir tragen die Verantwortung für das handeln und das unterlassen von Handlungen. Wir sollten uns darauf konzentrieren was wir fühlen und wie wir handeln. Und nicht nachdenken, philosophieren warum nicht alles sofort perfekt ist.

Wir sind eine Gemeinschaft, wir haben Chancen und genug Kraft um sie umzusetzen. Warum machen wir es nicht einfach? Wir haben unheimliche Möglichkeiten, die mit jeder Erfüllung weitere Chancen gebären. Wir haben die Möglichkeit Glück und Liebe quasi unendlich zu vervielfältigen und in jeden Winkel der Erde strahlen zu lassen.

Gehen wir unsere Probleme an, erarbeiten wir uns zukunftsträchtige Lösungen, leben wir unsere Träume!

September 28, 2008

Die Müllkinder von Manila

Auf einer der riesigen Müllhalden der Stadt leben und überleben 15.000 Menschen (Manche Schätzungen gehen in die 100 000!). Die Hälfte davon sind Kinder. Und sie alle suchen nach recycelbarem Müll. Dosen, Plastik – alles, was Geld einbringt.

Die fehlende Hygiene, das Trinkwasserproblem, die Moskitos und natürlich viele gefährliche Gegenstände, die sich im Müll befinden, bilden die Voraussetzungen für Krankheiten und Verletzungen:

* Atemwegsprobleme durch bei der Müllverbrennung entstehenden Dämpfe und Gase
* Mangel- und Fehlernährung
* Diabetes
* Dengue-Fieber
* Pilzerkrankungen
* TBC (Tuberkulose)
* Blutvergiftungen und Abszesse, die durch offene Wunden hervorgerufen werden.
* HIV/Aids (meist durch Prostitution/herum liegende infizierte Spritzen)

Die 15.000 Müllmenschen, die auf den Philippinen leben, kommen hauptsächlich aus 3 Gebieten Manila, Quezon-Stadt und Cebu-Stadt. In Manila leben die Menschen auf den beiden Müllhalden Smokey Mountain und Payatas. Es handelt sich hierbei um riesige Müllberge (bis zu 40 Meter hoch), wobei der Smokey Mountain sogar als international bekanntes Wahrzeichen der Hafenstadt Manila gilt. In der Region rund um Cebu-City, werden die Müllmenschen auch noch „Scavengers“ genannt, was darauf zurückzuführen ist, dass sie mit Metallhaken („Scaves“) den Müll trennen, um Verwertbares zu finden. Der Verkauf von Müll findet in so genannten „Junkshops“ statt und bringt den „Scavengers“ im Schnitt täglich zwischen 50 und 65 Pesos (rund 0,75-1 €) ein.

Hunderte starben bereits, wenn einer der großen Müllberge meist in Folge eines anhaltenden Monsunregens in sich zusammen stürzte und viele Menschen unter sich begrub. Immer wieder wird den Müllmenschen staatliche Hilfe, saubere Unterkünfte, richtige Arbeit oder ähnliches versprochen, doch werden diese Versprechen kaum oder gar nicht von den Zuständigen eingehalten. Mittlerweile gibt es immer mehr Hilfe aus dem Ausland wie etwa Ärzte, Ordensleute und Vereine, die den „Scavengers“ aus ihrem Elend helfen möchten. (Quelle)

Manila ist nicht die einzige Stadt mit diesen riesigen Müllbergen. Es ergeht z.B. Mexiko-City, Nicaragua, und Ägypten sehr ähnlich.

September 27, 2008

Maschinenmenschen

Was mache ich falsch im Leben? Habe ich immer alles richtig gemacht? Nein, natürlich nicht. – Aber ich habe immer mit bestem Willen und Gewissen gehandelt, oder?

Solche Fragen spielen keine Rolle, sie sind nur Ergebnisse meiner Gefühle und Gedanken. Mein Leben und das Leben kümmert sich nicht darum ob ich täglich gewaschen bin, das Alphabet kann, die Gabel zum Essen nutze oder die Frau die ich als meine Frau bezeichne wirklich liebe. Denn all die Vorstellungen die in meinem Kopf, und das betrifft wahrscheinlich alle Vorstellungen in den Köpfen, überhaupt gar nichts bedeuten.

Das Leben existiert fort. Solange ich trinke, esse, schlafe und nicht allzu oft Gewalt erlebe. Im Grunde genommen sind wir Menschen absolute Tiere, nur mit Gedanken. Die Gedanken die sich über die letzten Jahrtausende mehr oder minder entwickelt haben, sorgten für die Ergebnisse die wir heutzutage vorliegen haben und die unermüdlich 24 Stunden am Tag weiterentwickelt werden.

Der eigentliche Wahnsinn ist ja das Vertrauen in diese Gedanken, und die daraus resultierenden Ideologien, Wertevorstellungen und überhaupt alle “zivilisierten Pläne” die uns Menschen verbessern und glücklicher machen sollen. Ich kann sagen, dass ich selbst mit dem besten Willen und Gewissen, immer noch Menschen ungerecht behandelt habe. Egal wieviel ich dagegen getan habe, es kommt vor und es tut mir dann auch leid. Nur ändert das nichts an der Situation.

Wenn der Irrtum und das Scheitern ganz einfach dazu gehört, und wir Menschen Perfektion, Sicherheit und Rentabilität uns letztlich nur herbeiwünschen bzw. einbilden: Dann liegen wir ja schon ziemlich arg in der Scheisse. Denn das sind ja die Faktoren die unser Aller Leben prägen. Wir wollen unsere Zeit so gut es geht nutzen. Wer will in seinen letzten Sekunden denken oder sagen: Ich hab mein Leben weggeworfen.

Auch wenn es dann eigentlich sowieso ziemlich egal ist. Jedenfalls steht für mich fest, das wir Menschen, in der Masse wie auch als einzelnes Lebewesen viel zu viel Druck und Panik in unser Leben geholt haben. Wir setzen uns einem völlig unnötigen Leistungsdruck aus und erwarten dann auch noch möglichst schnell davon glücklich zu werden. Das dies nicht so funktionieren kann, ist den wenigsten Menschen aufgefallen. Auch wenn man es anhand unzähliger Fakten ganz genau erkennt.

Wir konsumieren zuviele Drogen, essen zuviel, es gibt zuviel Gewalt, Neid, Tyrannei, Mobbing, Ausbeutung, Wut, Hass, Raserei, was ihr wollt! Wir sind aus der Balance, weil wir die Schönheit der Erde ignorieren. Wir ignorieren auch uns selbst, die Natur und alles was existent ist. Wir wollen uns stärker, schneller, schöner, gütiger und wertvoller machen. Aber alles was wir erreichen ist das Gegenteil. Und das spüre ich mit großem Schmerz und großer Trauer.

Ich stehe schon ziemlich hilflos demgegenüber. Ich habe keinen Masterplan gegen all das Dumme und Übel. Denn ich bin ein einfaches und doch hochkomplexes Lebewesen wie wir alle. Ich werde wohl weiter viele Fehler machen und danach Fragen stellen, wie das überhaupt möglich war. So gesehen freue ich mich wenn das Leben vorbei ist, denn ich mag es nicht ständig völlig verpeilt und überwältigt durch den Raum und die Zeit zu stolpern. Vorallem wenn es jede Menge Menschen gibt, die nicht so sind wie ich, weil sie vollgepumpt sind mit Glücklichmachern/Unglücklichmachern wie z.B. Geld ;)

September 27, 2008

Das Gras wächst nicht…

Das Gras wächst nicht schneller, indem man daran zieht.
Es wächst auch nicht, indem man seines Nachbarns Wiese niedermäht, und erst recht nicht, wenn man hierzu nur in Gedanken im stillen Kämmerlein fähig ist.
Es wächst nicht, indem man berauscht davor sitzt und es als höher empfindet.
Das Gras wächst nicht allein durch starken Willen.
Es wächst ebensowenig, indem man versucht, es durch geschicktes Bemalen größer wirken zu lassen.
Dem Gras verhilft auch kein Spucken, Schreien oder wütende Tritte zu schnellerem Wachstum.
Das Gras wächst nicht schneller, indem man sein Wachstum analysiert und darüber philosophiert.
Das Gras wächst, wie es wachsen muss.

Autor Unbekannt

September 25, 2008

Abschiedsbrief des Amokläufers von Emsdetten

Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht “das wird schon”, aber das wird es nicht.

Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt
dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe danach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen. Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen “Freunde”. hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht während er seine am Gürtel trägt.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen und 5 Jahre später abzukratzen?Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist weil ich früher oder später krepiere? Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft. Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die slebst denken, und nicht solche “Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ” Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor! Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen! Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst! Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!

Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt! Ich will nicht länger davon laufen! Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!

Ich will R A C H E !

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:
1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule.
Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief! Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.
2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu bieten hat!

S.A.A.R.T. – Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod

Das ist der Lebenslauf eines “normalen” Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal? Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen. Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein! Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung.

Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein. Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen. Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit. Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit! Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!

WERDET ENDLICH WACH – GEHT AUF DIE STRASSE – DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie “Wir halten nun alle zusammen” oder “Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen”. Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren. Auf der GSS war es genauso… niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theater-aufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige…einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff “Türken” benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist… und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI) Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg…

http://resistantx.livejournal.com/ | Quelle

September 25, 2008

Die Menschheit ist dazu verurteilt zu versagen

Was ist wenn es so ist? Ich sehe in keiner wirtschaftlichen, politischen Debatte unsere langfristigen Überlebenschancen besprochen. Nirgends sind eindeutige Ziele und Wertevorstellungen gesetzt, die mir als kleiner Mensch eine echte Bedeutung geben. Wie lange wird die Menschheit überleben? Die Dinosaurier überlebten eltliche Millionen Jahre, ohne großartige Intelligenz. Was ist mit uns? Wieso machen wir so wenig aus uns?

Was stellen wir hier jeden Tag auf die Beine, ohne eine echte Übersicht über unsere kurze Existenz auf diesem Planeten im Kopf zu haben? Wie wir uns gegenseitig verrückt machen mit Konkurrenzkampf, berufliche Laufbahnen und damit eine hohe Konzentration des natürlichen Überlebenskampfes für alle tagtäglich erarbeiten.

Wir leben nicht gesund. Wir leben nicht im Einklang mit uns selbst, den anderen Lebewesen, der Natur und dem Leben sich in dieser Galaxie. Was wollen wir denn damit erreichen? Haben wir überhaupt echte Ziele als Menschheit? Wollen wir nur Materialismus und früh finanziell unabhängig werden, um in Ruhe ausschlafen zu können? Wir wissen doch das wir schon immer in Schwierigkeiten stecken! Warum flüchten wir in die falsche Richtung?

Was ist das für ein Leben in das wir alle hineingeworfen wurden? Mittlerweile sind wir Routinees geworden, wir steigen in Flugzeuge, rauchen gesundheitsschädliche Zigaretten, wichsen uns einen auf billlige Pornografie und trinken Wasser mit Kohlensäure und extra viel Sauerstoff. Unser Herz leistet eine unglaubliche, pausenlose Leistung. Milliarden Herzschläge wieviele davon spüren wir wirklich bewußt?

Das Leben ist hochkomplex, erstaunlich und vielseitig, obwohl es eigentlich so einfach, zerbrechlich und erbarmungslos gerecht ist. Was denken die Menschen wenn sie ihre letzten Sekunden leben? Wenn sie ihre letzten Atemzüge atmen? Denken sie vielleicht über die versäumten Möglichkeiten nach? Freuen sie sich auf das was kommen wird? Jeder von uns wird sich persönlich auf seinen Tod einstellen oder ihn einfach komplett ignorieren, aber unser Leben wird dadurch nicht besser.

Wir müssen unsere Zeit nutzen, wir müssen gemeinsam alle grundlegenden Probleme ankämpfen und den oberflächlichen Kapitalismus in seine Schranken verweisen. Wir können uns nicht mehr mit Phrasen zufrieden geben, wir müssen in jeder Sekunde unseres Leben spüren, dass wir lebendig sind und einen echten, konstruktiven Zweck erfüllen. Denn was ist wenn wir es nicht tun?

Was sind wir dann für eine tolle Rasse? Wir sind keine Menschen wenn wir es lassen. Denn dann sind wir wirklich Tiere, auch wenn das an sich nichts Negatives ist. Aber wir vergeben Chancen auf Glück und Ruhe. Wir würden uns wieder zu Mördern, Vergewaltigern, Schlachtern und Hetzern unserer Selbst, der Tierwelt und Umwelt machen. Wir werden versagen, wenn wir nicht unsere Chancen nutzen.

Die jetzigen Aktionen sind zum Scheitern verurteilt, wir sehen es in der Gegenwart, weil wir kein ultimatives fundamentales Ziel verfolgen. Weil wir wie die letzten Chaoten durch die Welt stampfen und alles kurz und klein schlagen, das nicht sofort Nutzen bringt.

Keiner weiss, wieviel Zeit uns noch bleibt. Die Masse verliert, wenn die Einzelnen aufhören zu denken.

September 22, 2008

Suizid für alle

Das Leben ist ein ständiger Kampf um das Überleben. Wir Menschen sehen in unserem Alltag sehr genau was damit gemeint ist. Wir müssen ständig Informationen sowie Erfahrungen sammeln, um sie für ein möglichst effizientes Leben und Überleben einzusetzen. Darum heisst es auch: Wissen ist Macht.

Es gibt keine Ordnung und keine Sicherheit. Wir können jederzeit jämmerlich ersticken oder zusammen sacken. Wir haben keine Kontrolle, und doch verhalten wir uns so. Ich denke wir sind unglaublich hilflos dem Leben ausgeliefert, und alles was wir tun, ist uns davon abzulenken indem wir einfach Instinkten folgen.

Das Drama was sich in jedem Schicksal immer wieder abspielt, nennt sich also Überlebenskampf. Der Sonnenuntergang, der Mond und die Sterne täuschen Romantik vor, aber auf diesem Planeten geht es nur darum den Schwächeren kaputt zu schlagen, um selbst essen, trinken und leben zu können.

Wir brauchen uns gar nichts vormachen. Egal was wir sagen, unser Handeln beschreibt die Wahrheit. Es gibt täglich Kriege, es verhungern Tausende und wir haben Millionen Arbeitslose. Wir haben keine vom Menschen geschaffene Gerechtigkeit. Es existiert nur eine Gerechtigkeit und die ist universell von der Natur gegeben.

Die Liebe sorgt für Fortpflanzung, und wenn nicht dann eben der Geschlechtstrieb. Es läuft auf die Arterhaltung hinaus. Überleben und weitergeben. Das ist eine einfache und kalte Welt. Das Leben ist eine hässliche und abscheuliche Phase, in der man als Sammelsurium von Billionen Atomen herum irrt und täglich über neue vermeindliche Wunder stolpert.

Mich macht dieses Leben krank vor Zorn. Und das Handeln meiner Mitmenschen multipliziert diese Emotion um ein tausend-faches. Denn wir tun nichts anderes als dem Gang der Dinge zu folgen. Leider gibt es sehr wahrscheinlich keine echten Alternativen. Oder was haltet ihr von Massensuizid?

September 22, 2008

Moderne Eiszeit

Irgendwie empfinde ich das menschliche Treiben auf dieser Welt als so unglaublich nichts-sagend. Es ist so leer und kalt, als ob es überhaupt gar nichts bringt durch die Strassen nach Jobs zu hetzen und jeden Monat einmal zum Friseur zu gehen.

Es ist so als ob wir schon alle tot sind, obwohl wir täglich irgendwelche Aufgaben und Anforderungen erfüllen, die Karriereleiter raufklettern und uns neue Klamotten kaufen. Wir strengen uns an, lernen und strecken uns. Wir funktionieren wie Maschinen in einer automatisierten Betonlandschaft.

Auf der Strasse sehe ich hunderte Gesichter, mit gestressten Leibern. Ich kenne niemanden, empfinde keine Verbindung und doch bin ich Teil dieser Maschinen. Mir kommt es so vor, als würde längst Stillstand und Eiszeit zugleich herrschen. Und genau deshalb bin ich starr vor Trauer.

August 4, 2008

Dreckloch Erde

Ich armer Trottel bilde mir ein, mir irgendwie wie die anderen Menschen ein schönes Leben aufbauen zu können. Mir einen Job suchen zu können, Fachwissen und Routine zu erwerben. Bei flachen Witzen Geld verdienen und es im Feierabend für Belanglosigkeiten zum Fenster rauswerfen zu können.

Mensch ich habe es versucht. Und die nächsten Wochen versuche ich es wieder. Aber ich weiss ganz genau das es den Bach runter geht. Das Leben liegt brach vor mir. Es ist eine Alkoholleiche. Manchmal denke ich einfach daran Schluss zu machen. Denn ich Frage mich wofür das alles, wofür denn weiter leben?

Es ist mein Kopf und mein Gemüt das hier im Einklang schwingt. Selbstmord, einfach so. Alle streben nach dem Glück im Leben und merken nicht das sie dabei das Paradies zertrampeln. Diese armen Irren sind meine Bekannten, meine Familie, meine Freunde und meine Kollegen und meine Chefs..

Ein Bekannter hat es gut zusammengefasst. Die Erde ist ein Dreckloch.

Juli 1, 2008

Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

Juni 30, 2008

Die Zeit läuft ab, auch für Dich

Die Massen strömen durch die Betonschluchten. Die Masse wird geplagt von Zeitdruck, Leistungsdruck, Schlaflosigkeit und Gedankenlosigkeit. Sie versucht das Gute darin zu sehen, – den enormen Wohlstand und den Fortschritt. Alles ist besser geworden, und denen den es schlecht geht, denen wird es auch bald sehr gut gehen und sie werden darüber lachen was war.

Das Vorbeirauschen der tonnenschweren Fahrzeuge, das Rollen der Rolltreppen, das hastige Gestolpere, das Rascheln und Klimpern des Geldes im Hosenbund, das Ticken der Uhren über den Köpfen wird gar nicht mehr hinterfragt. Es ist nunmal die Realität, die einzig wahre Realität die existieren darf. Wie einst, als die Erde nur als Scheibe existieren durfte.

Die Träume dieser Soldaten besteht aus 1,3 Kindern, 3 Wochen Südseeurlaub und sonstigen abgehakten, verfaulten, zusammengeschlagenen, isolierten Vorstellungen. Danach wird gestrebt, dafür wird gekämpft. Jeden Tag allein und eiskalt. Qualifikation, Kontakte, Einsatz, das ist wichtig! Das ist der Zeitgeist, wer nicht mitzieht hat verloren. Derjenige der nicht mithält, ist der Schwache, der Verlierer mit welchem keiner etwas zutun haben will und wird.

Der Zugang zur Freiheit muss erarbeitet werden, wer die Arbeit hinterfragt, wird sie nie erhalten. Wer protestiert, wird sie nie erhalten. Wer nur darüber spricht und Fragen stellt, wird sie nie erhalten. Das hämmern des Fortschritts, das klingeln des Geldes im Geldbeutel, die schicken Klamotten die an schlanken Körpern rascheln, – all das ist Nichts für Ungehorsame. Die Ungehorsamen sind Verlierer. Ihr Zweifel und ihr Schmerz macht sie zu etwas Nutzlosem. Sie sind so Nutzlos wie die Bäume um sie herum, das meint zumindest die Masse. Und die Masse hat nunmal Recht, es ist ihr egal ob sie falsch liegt. Es ist ihr gleichgültig ob sie zu Millionen die Klippen hinunterstürzen, indem Glauben es könne doch nur besser werden.

Der Aufprall wird uns nicht erleuchten, er wird unsere Chancen aufzeigen. Und wenn wir sie dann kennen, sind wir längst tot und fragen uns vielleicht, was wir mit dem Fortschritt wollten, wenn doch alles bereits perfekt war? Vielleicht würden wir dann als Geist schwebend über die damalige Existenz lächeln und sagen, wir wussten es nicht besser, es fing doch schon von Kinderbeinen an.

Dieser Wettkampf, dieses Leistungsdenken, das erlernen der Ellbogentaktik. Ja, würden wir sagen, wir waren unschuldig, wir konnten nicht anders. Obwohl wir hörten, wie unsere Brüder und Schwestern ein paar Kilometer weiter verdursten, verhungern und unter freiem Himmel leben, fuhren wir unsere Autos, feierten wir unsere Partys, sangen wir die Nationalhymne bei Fußballspielen und schwangen uns so jeden Tag in unserem widerlich destruktiven Glauben, alles würde besser werden.

Wir hatten keine Chance unseren Verstand zu benutzen, und den Fortschritt in den Kopf zu bringen. Wir hatten keine Chance die wesentlichen Probleme unserer Spezies zu lösen. Wir konnten auf keinen Fall aufhören uns gegenseitig zu ignorieren, anzupöbeln, zu erschiessen, zu vergewaltigen und zu hassen. Wir waren absolut ohne Chance eine Vorstufe einer besseren Welt zu schaffen. Wir waren zu jeder Zeit sowas von chancenlos, – werden wir sagen: Es konnte ja keiner wissen, dass die Zeit auf dieser Welt so schnell vorüber sein würde.